Mikro-Forum

Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Schrodt in Oktober 31, 2017, 18:01:34 NACHMITTAGS

Titel: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in Oktober 31, 2017, 18:01:34 NACHMITTAGS
Hallo Mikrofreunde,

da mich bei der Bestimmung der Holzarten die Unterschiede zwischen "Einheimischen Hölzern" und "Exotischen Hölzern" interessierten, habe ich
mal Hand-Anschliffe von " Ebenholz "gemacht, bevor ich Hand-Schnitte für die Mikroanatomie herstelle.

Achtung !
Unter Verweis auf den eingehenden Sachverständigen-Beitrag von Holger x und meine Antwort habe ich das Wort " Makassar " aus der Überschrift entfernt. Die allgemeinen Ausführungen über Makassar Ebenholz bleiben jedoch zur Information bestehen.

Das Makassar Ebenholz ( Diospyros celebica ) gehört zu den wertvollsten und teuersten Holzarten. Es ist eines der härtesten, zähsten und dauerhaftesten Hölzer. Im Holzhandel werden für Schnittholz rund 19000 bis 26000 € pro Kubikmeter berechnet. Die Preise für Eichenholz
liegen zum Vergleich bei maximal 1800 € pro Kubikmeter und für Buchenholz bei 800 €.

Das native Makassar Ebenholz wird nur in Sulawesi, einer indonesischen Insel, gefunden. Es ist in die Roten Liste für gefährdete Arten aufgenommen worden.

Mit den nachstehenden 2 Google-Links zeige ich den Habitus und die großen Blätter eines Ebenholz-Baumes:

/Users/JS/Desktop/ebony-tree2.jpg

/Users/JS/Desktop/Diospyros-celebica-3.jpg

Die Hauptmerkmale von Makassar Ebenholz sind:

Farbe Splint:  schmutzig, weißhellbraun
Farbe Kern:   schwarz, rotbraune Streifen
Inhaltsstoffe: pH: 5.8, Schleimhautreizungen, Dermatitis
Anatomie:     Poren zerstreut • Zuwachszonen nicht erkennbar • schwarzbraune Kernstoffe in den Gefäßen • glänzend

Abbildung der für die Anschliffe verwendeten Holzprobe siehe nachstehendes Foto 1:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_42659827.jpg)


Die Herstellung eines Quer-und Tangentialschnittes für die Hand-Anschliffe war bei der vorhandenen Holzprobe möglich.
Ein echter Radialschnitt konnte jedoch nicht hergestellt werden. Ein stattdessen hergestellter, von einem echten Radialschnitt parallel abgesetzter
Schnitt, zeigte tangentiale Anteile (angeschnittene Holzstrahlen) und war für die Bestimmung weiterer Merkmale nicht geeignet.

Hand-Anschliffe:  Letzter Feinschliff mit Körnung 1200 • Schleifstaubentfernung mit der Staubsauger-Methode.

Mikrofotos:         Mikroskop Leitz Orthoplan • Opakilluminator • Objektiv HD 10 x / 0.18 • Auflicht-Hellfeld mit senkrecht angepaßter Beleuchtung
                         durch Halogenlampe 12 V 100 W + schräger Beleuchtung mit dreiarmiger Kaltlichtquelle und Joghurtbecher-Diffusor.



Mikrofotos 2 - 5 ( 2 SW ) :  Kernholz-Querschnitt

Laubholz • zerstreutporig • Gefäße mäßig groß • Gefäße meist in kurzen radialen Reihen angeordnet • schwarzbraune Kernstoffe  in den Gefäßen •
glänzend • spärliches Längsparenchym an den Gefäßen paratracheal vasizentrisch • Grundgewebe dickwandig • netzartige Muster • Zuwachszonen
nicht erkennbar • Kristalle in Mikrofoto 2 ( helle Flecken !).

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_40644060.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_17043416.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_28756230.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_18961937.jpg)



Mikrofotos 6 - 8 :  Kernholz-Tangentialschnitt

Holzstrahlen einreihig • Holzstrahlen aus mehreren Zelltypen aufgebaut ( heterozellular ) • strangförmiges Längsparenchym apotracheal •
einfache Durchbrechungen • Kristall in Mikrofoto 7 + 8 ?

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_47980820.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_11653293.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_54636159.jpg)



Mikrofoto 9 :  Kernholz-"Pseudo" Radialschnitt !

Angeschnittene Holzstrahlen • einfache Durchbrechungen • Parenchymstränge.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222864_42708074.jpg)



Viel Spaß beim Anschauen.

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in Oktober 31, 2017, 18:07:59 NACHMITTAGS
Hallo Mikrofreunde,

ich habe eben festgestellt, dass die Google-Links nicht funktionieren. Daher bei Interesse die Bilder zu Diospyros celebica bitte direkt aufrufen !

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Rawfoto in November 01, 2017, 07:36:40 VORMITTAG
Guten Morgen Jürgen

Wollte gerade die beiden Links als Ergänzung zu Deinem Beitrag anschauen, diese zeigen auf Deinen eigenen Rechner und da haben wir natürlich keinen Zugriff ...

Wie bist Du denn zu dieser spannenden Holzprobe gekommen, warst Du vor Ort?

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 01, 2017, 10:07:55 VORMITTAG
Guten Morgen Gerhard,

die Makassar Ebenholz-Probe habe ich von einem Mikrofreund bekommen. Sie ist vor 30 Jahren in Berlin gekauft worden.

Man kann jedoch auch heute noch ähnliche Proben von z.B. der Firma " Edelholzverkauf " kaufen. Siehe nachstehendes Bild:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/222921_17274517.jpg)

Zu den Google Bildern:

Wenn man " diospyros celebica google bilder " eingibt, erscheint eine Bildpalette. wenn man dann " weitere bilder zu diospyros celebica google"
anklickt, erscheint eine größere Bildpalette, hier sind auch die von mir ausgesuchten Bilder dabei.
Leider ließen sich die Google Bilder-Links von meinem Rechner nicht auf das Forum übertragen.

Liebe Grüße

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Holger x in November 06, 2017, 12:28:03 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

da sich anscheinend niemand dran stört, möchte ich mal darauf hinweisen, dass die Überschrift nach meiner Einschätzung nichts mit den gezeigten Schliffen zu tun hat – das empfinde ich irgendwie als irreführend. Es handelt sich bei dem gezeigten Holz offensichtlich um eine der handelsüblichen Ebenholzsorten: äußerlich im Wesentlichen schwarz und ohne markante Maserung und das ist dann kein Makassar Ebenholz. Nach Wagenführ (Holzatlas) entspricht der Name Makassar dem Hauptausfuhrhafen von Sulawesi und ich habe die Bezeichnung Makassar Ebenholz bislang nur für die farbstreifigen Ebenhölzer wahrgenommen. Da es zu den unterschiedlichen Ebenhölzern nur wenige allgemein zugängliche genauere Beschreibungen, geschweige denn auftreibbare Vergleichsmuster gibt, würde ich mich sogar scheuen, die gezeigten Schliffe in eine der handelsüblichen Sorten einzuordnen. Nach dem Holzatlas von Wagenführ ,,werden mehr als zweihundert Holzarten afrikanischer, amerikanischer, asiatischer und australischer Herkunft als Ebenholz bezeichnet" Zur Gattung Diospyros zählen nach Wikipedia (Ebenholzbäume) sogar 400 bis 730 Arten.

Da mir bei gekauften Hölzern immer mal wieder eindeutig falsche oder zweifelhafte Einordnungen auffallen, bin ich dazu übergegangen, möglichst nur Holzmuster von Bäumen anzulegen, die ich anhand der lebenden Pflanze bestimmen konnte. Selbst in einer vor Jahren gekauften, aus 5 x 20 Holzmustern bestehenden Sammlung, waren zwei eindeutige Irrläufer dabei (Verwendung übrigens für Schulen). Das muss aber auch nicht unbedingt verwundern, da Fehler meist erst unter dem Mikroskop sichtbar werden.

Die uns unter Handelsnahmen wie Mahagoni, Palisander, Teak aber auch Eiche, Nussbaum, Kirsche etc. bekannten Hölzer umfassen meist eine ganzen Strauß von Arten, die zum Teil aus den unterschiedlichsten Kontinenten zu uns kommen. Bei den lebenden Bäumen würde man die nach bloßen Augenschein häufig nicht mal miteinander in Zusammenhang bringen. Wenn's nicht genauer geht, sollte halt die Angabe der Gattung reichen - alles andere macht auch nicht schlauer und führt letzten Endes zu Desinformation. Wenn man's richtig genau nimmt, sollte sogar der Bezug des Namen: umgangssprachlich, Handelsname, international verbindliche Taxonomie (nach ..., aus dem Jahr ...) etc. angeben werden. Mir reicht da allerdings meist umgangssprachlich (Deutsch), wenn das für unsere Breiten eindeutig ist - mehr grenzt dann leicht an Hochstapelei (meine persönliche Meinung als Hobbymikroskopiker).

Schliffe lassen sich meiner Erfahrung nach am besten fotografisch ablichten, wenn man eine Schleifrichtung anlegt und dann zweiseitig, mit ca. 30° horizontaler Neigung in der Achse der Schleifrichtung beleuchtet. So bekommt man weniger störende Lichtreflexe und die Schleifspuren mit ihren Bergen und Tälern werden fast unsichtbar. Die üblichen Auflichtbeleuchtungen z.B. aus der Metallurgie finde ich für Holz denkbar ungeeignet.


Viele Grüße
Holger
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 06, 2017, 15:04:25 NACHMITTAGS
Hallo Holger,

vielen Dank für deinen eingehenden Sachverständigen-Beitrag. Ich habe bei dem Ebenholz den Handelsnamen benutzt, stimme dir jedoch zu, dass bei der Vielzahl der Ebenholz-Arten die verwendeten
Handelsnamen oft nicht zutreffend sind. Ich werde daher  " Makassar " aus der Überschrift des Beitrags entfernen und nur noch Ebenholz stehen lassen. Die übrigen allgemeinen Ausführungen über
Makassar Ebenholz sind zutreffend und bleiben daher zur Information stehen.

Ich habe für meinen Beitrag weitgehend die Informationen über Handelshölzer benutzt. Z.B.: Handelshölzer: H.G.Richter und M.J.Dallwitz - Beschreibungen, Illustrationen, Bestimmung und Informationen. Ich bin mir sehr sicher, dass die Holzprobe gestreiftes Ebenholz ist.

Zur Beleuchtung:
Die von dir verwendete Beleuchtung ist optimal ! Da man bei meinen Handschliffen jedoch keine genaue Schleifrichtung festlegen kann, habe ich mit einer Kaltlichtquelle Leica KL 1500 electronic mit
3 Lichtleitern ( mit Fokussiervorsatz) und Joghurtbecher-Diffusor unter einem Winkel von ungefähr 30 ° das Objekt dreiseitig beleuchtet. Die senkrechte Auflicht-Beleuchtung des Opakilluminators mit der
12 V 100 W Halogenleuchte habe ich nur mit 6V zur orientierende Einstellung verwendet, dann jedoch auf 1 V zurückgedreht. Die für die Metallurgie gebräuchliche Auflicht-Beleuchtung  mit voller Leistung überstrahlt den Holz-Anschliff und ist daher ungeeignet. Bei meiner Vorgehensweise kann man jedoch den Opakilluminator mit dem HD Objektiv 10 x / 0.18 / - / FAA 7,0 mm gut verwenden.

Viele Grüße und nochmals vielen Dank für deinen umfangreichen Beitrag.

Jürgen aus Hemer

Ergänzung: Die Ebenholz-Probe hat eine Rohdichte von ca. 1,1 g / Kubikzentimeter.
                 Das Makassar Ebenholz hat eine Dichte von 1,1 - 1,3 g / Kubikzentimeter. ( Wikipedia )
                 Es gibt auch unterschiedliche Angaben mit 1,1 - 1,2 g / Kubikzentimeter und bei Handelshölzer für gestreifte Ebenhölzer 0,85 - 1,05 g / Kubikzentimeter.
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 06, 2017, 19:15:53 NACHMITTAGS
Ergänzung: Zum Vergleich mit meinem SW-Querschnitt ( Mikrofoto 2 ) ein Mikrofoto aus Handelshölzer.

Querschnitt gestreiftes Ebenholz Diospyros celebica:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223333_54172779.jpg)

Viele Grüße
Jürgen aus Hemer

Zitiert aus:

Richter, H.G. , and Dallwitz, M.J. 2000 onwards, Commercial timbers: descriptions, illustrations, identification and information retrieval. Version 2009.
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Rawfoto in November 07, 2017, 06:54:41 VORMITTAG
Guten Morgen Jürgen

Danke, das ist wirklich spannend was da so am Markt ist ...

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Klaus Herrmann in November 07, 2017, 10:05:14 VORMITTAG
Hallo Jürgen,

eine Frage: wo siehst du im Mikrofoto 2 (sw) Kristalle?
zu meinem Verständnis: das ist eine AL-Aufnahme mit dem Opakilluminator eines Anschliffs?

Ich sehe nur in allen Anschliffen Holzmehl in den Poren.
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 07, 2017, 14:21:43 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard,

die Bezeichnung der Holzarten mit Handelsnamen ist schon spannend, denn sie kann mitunter zur Verwirrung führen. Ich habe daher noch einige Mikrofotos mit kleinerem Maßstab zum besseren
Vergleich und zur Klärung gemacht. Diese werde ich noch heute einstellen.

Hallo Klaus,

meine Bild-Numerierung war leider fehlerhaft und führte zu Missverständnissen. Da ich das Foto 1 (Holzprobe) mitgezählt habe, ist das Mikrofoto 2 (SW) in Wirklichkeit das 1. Mikrofoto,
und das Mikrofoto 3 in Wirklichkeit das 2. Mikrofoto. Im Mikrofoto 3 (2. Mikrofoto) ist am unteren Bildrand nach meiner Meinung hell leuchtend ein prismatischer Calciumoxalat-Kristall zu erkennen.

In meinem nächsten Beitrag werde ich die Bild-Numerierung so ändern, dass sie nicht mehr missverständlich ist !

Ich sehe kein Sägemehl in den Poren, das wäre bei der Absaugung des Schleifstaubs mit der Staubsauger-Methode auch sicherlich mit abgesaugt worden. Nach meiner Meinung sind viele Poren mit
unterschiedlich gefärbten Kernstoffen gefüllt.

Herzliche Grüße und Danke für das aufmerksame Betrachten meines Beitrags.

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Klaus Herrmann in November 07, 2017, 15:06:51 NACHMITTAGS
 
Zitatunteren Bildrand nach meiner Meinung hell leuchtend ein prismatischer Calciumoxalat-Kristall zu erkennen.

Wenn nur ein Mal zu sehen könnte man auch erwägen, dass es sich schlicht um ein Schleifkorn handelt, das hatte ich immer wieder mal. Und Schleifstaub restlos aus den Poren zu entfernen ist gar nicht so einfach.
Eine Verifizierung ist nur möglich bei hoher Vergrößerung oder durch einen Dünnschnitt.
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 07, 2017, 15:51:23 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

ich werde bei den Holzschnitten mal gezielt nach Kristallen Ausschau halten und sie entsprechend vergrößern, damit man sie von
dem Schleifkorn unterscheiden kann.

Herzliche Grüße
Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 07, 2017, 16:30:30 NACHMITTAGS
Ergänzung:

Wegen der vielfältigen markanten Zweifel von Holger an der Holzart der Probe und weil ich niemanden in die Irre führen will, habe
ich mich heute nochmals mit der Ebenholz-Probe beschäftigt.

Ich schätze die ausführlichen und tiefergehenden Antwort-Beiträge von Holger sowie seine Sachkunde und seine Erfahrungs-Tipps.

Von meinem Querschnitt-Anschliff habe ich daher heute weitere Mikrofotos mit dem Objektiv PL FLUOTAR 2.5 x / 0.07 / - / FAA 12.0 mm
in kleinerem Maßstab und mit größerer Objektfläche zum besseren Vergleich mit dem Mikrofoto der Handelshölzer von " gestreiftem Ebenholz
Diospyros celebica ( Handelsname Makassar Ebenholz ) " gemacht. Nachstehend stelle ich noch 4 Mikrofotos davon zum Vergleich ein.


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223372_17180427.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223372_34921712.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223372_27973187.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223372_50833863.jpg)


Nach meiner Meinung zeigen diese Mikrofotos eine gute Übereinstimmung mit dem Mikrofoto aus den Handelshölzern an folgenden Punkten:

.   Netzartiges Muster

.   Gruppierung der Gefäße

.   Form und Größe der Gefäße

.   Kernstoffe in den Gefäßen

.   Unterschiedliche Farbschattierungen des Gewebes


Natürlich kann man bei einem guten Holzschnitt die einzelnen Strukturen im Durchlicht besser erkennen als bei einem Holz-Handanschliff im Auflicht.

Der Handelsname der Holzprobe " Makassar Ebenholz " scheint jedoch nach dem Vergleich garnicht so falsch zu sein !!

Genauere Aufschlüsse werden die Holzschnitte der Ebenholz-Probe im Vergleich mit den Quer-Tangential und Radialschnitten der Handelshölzer von
Diospyros celebica bringen.

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 08, 2017, 12:18:17 NACHMITTAGS
Ergänzung:

Zum leichteren direkten Vergleich der Holzstrukturen habe ich Ausschnitte des Holzschnitt-Mikrofotos aus Handelshölzer von dem Querschnitt des gestreiften Ebenholzes Diospyros celebica ( Handelsname Makassar Ebenholz ) und meines Querschnitt-Hand-Anschliffs
der Ebenholz-Probe gegenüber gestellt.

Das obere Mikrofoto stammt von dem Makassar Ebenholz.

Das untere Mikrofoto stammt von meiner Ebenholz-Probe.


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223442_43844556.jpg)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223442_26847985.jpg)


Damit schließe ich vorerst die Untersuchungen der Ebenholz-Probe ab, denn ich will die Vorbereitung der kleinen Holzmuster für die Holzschnitte nach einer von Holger in einem Antwort-Beitrag bei der Rotbuche beschriebenen Methode ausprobieren.

Originaltext von Holger:

Ich lass die Zeit für mich Arbeiten. Kleinere Holzmuster lagere ich in einem Gemisch aus 70 % Spiritus, 20 % Essigessenz (25%-tig) und
10 % Wasser (ich setze immer einen Liter in einer alten Spiritusflasche an). Nachdem das Holz so eingelegt ist, kann man es meist nach
Tagen (frisches Holz) oder Wochen (trockne harte Stücke) ohne Probleme schneiden. Meist bereite ich einige Proben bereits als
10x10x10 mm Quader vor. Grundsätzlich werden alle Proben mindestens als 10 bis 12 mm dicke Proben (Querschnitte) eingelegt. Auf
diese Art kann man sich axial oder radial kleine Stücke passend abspalten.

Bei dem sehr harten Ebenholz gehe ich von ca. 2 Monaten Einlegezeit aus und hoffe, dass ich dann davon Hand-Schnitte mit der Rasierklinge anfertigen kann, da ich kein Mikrotom mehr habe.

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in November 09, 2017, 09:48:02 VORMITTAG
Doch noch eine Anmerkung !

Da bei der vorhandenen Ebenholz-Probe ein echter Radialschnitt leider nicht geführt werden kann, ist auch mit den Schnitten die eindeutige Bestimmung der Holzart nicht möglich, denn bei den verschiedenen
gestreiften Ebenhölzern ist die mikroanatomische Struktur im Querschnitt sicherlich ähnlich.
Unter Berücksichtigung des bisher wohl zu wenig beachteten metallisch glänzenden, rotbraunen Streifens der Ebenholz-Probe und der mikroanatomischen Holzstruktur im Querschnitt kann man jedoch eindeutig von " Gestreiftem Ebenholz ( Diospyros sp.) " sprechen. Makassar Ebenholz gehört auch zu den
" Gestreiften Ebenhölzern ". Die Anschliff- Mikrofotos des Querschnitts zeigen also auch die Merkmale dieser Holzart und sind daher nicht irreführend !

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer


Ergänzung:

Ein Mikrofoto von dem metallisch glänzenden, rotbraunen Streifen der Holzprobe: ( Ohne Anspruch an die Bild-Qualität ! )

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223501_11404313.jpg)


Weitere Ergänzung:

Nicht nur der für die makroskopische Bestimmung der Holzart durch Anschliffe entscheidende Querschnitt, der die meisten Informationen über vorhandene Zellelemente und deren Anordnung im Holzkörper
bietet, zeigt eine gute Übereinstimmung der Mikrofotos von dem Querschnitt der Ebenholz-Probe mit dem Mikrofoto des Holzschnittes von Diospyros celebica ( Handelsname Makassar Ebenholz ) aus
Handelshölzer. Auch die Mikrofotos von dem Anschliff des Tangentialschnittes zeigen eine gute Übereinstimmung mit dem entsprechenden Mikrofoto des Tangentialschnittes von Diospyros celebica aus
Handelshölzer. Z.B. : Die Holzstrahlen sind einreihig heterozellular und die Durchbrechungen sind einfach. Die Anschliff-Mikrofotos des Tangentialschnittes zeigen also auch die Merkmale dieser Holzart und
sind daher nicht irreführend !
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in Februar 20, 2018, 10:45:15 VORMITTAG
Zwischenbericht:

Für die Vorbereitung der kleinen Ebenholz-Probestücke zur Herstellung von Holzschnitten mit einer Rasierklinge habe ich die von Holger in einem Antwortbeitrag für die Rotbuche beschriebene
Holz-Weichmacher-Methode ( Einlegen in ein Gemisch aus 70 % Spiritus, 20 % Essigessenz (25 %-tig) und 10 % Wasser) gewählt, da ich wegen wo möglich allergen wirkender Inhaltsstoffe der
gestreiften Ebenhölzer das Weichkochen vermeiden wollte.

Foto der Ebenholz-Probestücke

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/229004_58154627.jpg)

Das Makassar Ebenholz (Diospyros celebica) enthält u.a. folgende allergen wirkende Inhaltsstoffe:

0,4 - 1,7 %  1,8-Dimethoxy-6-methyl-2-naphthalinol ( Macassar II ),  0,15 - 0,7 % des Methylethers von Macassar II ( Macassar III ),  0,06 % Macassarsäure und weniger als 0,003 %  des
8-Methoxy-6-methyl-1,2- naphthalindions ( Macassarchinon ) sowie dimere Diosindigo-Derivate  (Brown et al. 1965; Maiti und Musgrave  1986,  1990; Sandermann und Dietrichs  1957 ).

Leider sind nach über 2 Monaten ( 71 Tage ) Einlegezeit die kleinen Probestücke des sehr dichten Ebenholzes noch fast genau so hart wie vorher, so dass ich mit der Rasierklinge keine Holzschnitte
machen kann.
Da ich mit den Holzschnitten nicht noch länger warten will, werde ich versuchen die Ebenholz-Probestücke  im Schnellkochtopf weich zu kochen.
Vielleicht braucht das sehr harte Tropenholz noch mehr Zeit, um in dem Gemisch weich zu werden. Ich habe daher das gleichzeitig mit dem Ebenholz eingelegte harte Tropenholz " Amarant " weiter in
dem Weichmacher-Gemisch liegen gelassen und werde im monatlichen Rhythmus den Zustand mit der Rasierklinge überprüfen.

Eine Anmerkung zu den Farbstreifen von dem gestreiften Makassar Ebenholz:

In den Handelshölzern wird nur allgemein für gestreifte Ebenhölzer angegeben:  Kernholz braun und schwarz, mit Farbstreifen.

Für Makassar Ebenholz ( Diospyros celebica ) gibt es im Holzhandel verschiedene Angaben für die Farbstreifen:

•  hellrotbraun gestreift
•  schwarz und hellrotbraun gestreift
•  beigefarbene und schwarze Streifen
•  dunkelbraune oder schwarze Streifen
•  hellgelb bis braun gestreifte Maserung
•  rötlichbraun ungleichmäßig gestreift


Für Makassar Ebenholz gibt es in der Datenbank der Baustoffsammlung der Fakultät für Architektur der TU München folgende Angabe:

•  rotbraune Streifen


Die vorhandene Ebenholz-Probe hat einen rotbraunen Streifen !

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in Februar 22, 2018, 11:07:17 VORMITTAG
Abschlussbericht:

Da nach über 2 Monaten Einlegezeit der Ebenholz-Probestücke in das Weichmacher-Gemisch das Ebenholz fast genau so hart war wie vorher, habe ich versucht die Ebenholz-Probestücke
mit Wasser in einem Schnellkochtopf weich zu kochen.
Bei dem harten Holz der Rotbuche reichte 1 Stunde und 40 Minuten Kochzeit gerade aus, damit ich brauchbare Holzschnitte mit einer Rasierklinge anfertigen konnte.
Bei dem noch härteren Ebenholz habe ich die Kochzeit daher zur Vorsicht auf 3,5 Stunden verlängert. Die Ebenholz-Probestücke waren danach jedoch noch immer so hart, dass ich mit der Rasierklinge keine Querschnitte machen konnte. Mit Mühe und Not gelang es mir nach zahlreichen Versuchen und dem Verbrauch von 5 neuen Rasierklingen einen einigermaßen
brauchbaren Tangentialschnitt herzustellen.
Für gute Holzschnitte des Ebenholzes braucht man wohl ein stabiles Grundschlittenmikrotom und die z.B. von der Firma Leitz in der Broschüre " Das Mikrotom " beschriebenen Methoden
der Holzschnittherstellung.

Nachstehend zeige ich 3 Mikrofotos des Ebenholz-Tangentialschnittes. Zum leichteren Vergleich der Holzstrukturen habe ich ein Holzschnitt-Mikrofoto von dem Tangentialschnitt des
gestreiften Ebenholzes Diospyros celebica ( Handelsname Makassar Ebenholz ) eingestellt und darunter ein Mikrofoto meiner Ebenholz-Probe zur Gegenüberstellung.
Zitiert aus:  Richter , H.G., and Gallwitz, M. J., 2000 onwards, commercial timbers: descriptions, illustrations and information retrieval. Version 2009.


Ebenholz-Probe • Tangentialschnitt, ungefärbt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/229132_52697953.jpg)

Ebenholz-Probe • Tangentialschnitte, gefärbt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/229132_22597652.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/229132_10261382.jpg)


Ebenholz-Vergleichsfotos

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/229132_59109011.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/229132_42659827.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/229132_40644060.jpg)


Vergleich:  Kernholzfarbe und Vorhandensein von Farbsstreifen der im Handel befindlichen Ebenhölzer nach Handelshölzer

• Diospyros spp. ( Schwarze Ebenhölzer, black ebony - Asien ) • Kernholz violett, ohne Farbstreifen.

• Diospyros spp. ( Schwarze Ebenhölzer, black ebony - Afrika und Madagaskar ) • Kernholz violett, ohne Farbstreifen.

• Diospyros virginiana L. ( Helles Ebenholz, persimmon ) • Kernholz hell ( gehandelt wird ausschließlich der helle Splint, schwarzes Kernholz wird nur selten und in geringem Umfang gebildet ).

• Diospyros spp. ( Gestreifte Ebenhölzer, streaked ebony ) • Kernholz braun und " schwarz ", mit Farbstreifen.


Fazit:

Nach meiner Ansicht beruhen wahrscheinlich die markanten Zweifel von Holger an der Holzart und sein Vorwurf der Irreführung bei den Mikrofotos der Ebenholz-Anschliffe
" nur auf seinen ausführlichen allgemeinen Informationen über Ebenhölzer " und auf keinem mikroanatomischen Vergleich mit entsprechenden Holzschnitten.
Außerdem ignorierte Holger den kennzeichnenden " rotbraunen Streifen " der Ebenholz-Probe !

Ein mikroanatomischer Vergleich der Anschliffe und des Tangential-Holzschnittes der Ebenholz-Probe mit den Mikrofotos der Holzschnitte aus den Handelshölzern für Makassar Ebenholz
( Diospyros celebica ) zeigt nämlich eine sehr gute Übereinstimmung der mikroanatomischen Merkmale.

Unter Mitberücksichtigen der Kernholzfarbe " schwarz " und des " rotbraunen Farbstreifens " kann man daher trotz des fehlenden Radialschnittes mit Sicherheit sagen,
es handelt sich bei der Ebenholz-Probe eindeutig um " gestreiftes Ebenholz " und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um " Makassar Ebenholz " !


Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: güntherdorn in Februar 22, 2018, 14:01:17 NACHMITTAGS
wenn unser bernd miggel zeit hätte, könnte er ein holzbestimmungs-buch für nicht-zentraleuropa-hölzer rausbringen.
zumindest die häufigsten.
dass dies eine lebensaufgabe wär, ist mir schon klar, doch ist sein 1. buch (isbn 978-930 167-81-4) echt gut!
güntherdorn
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: limno in Februar 22, 2018, 15:49:17 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
meines Wissens nach haben tropische Harthölzer  Silikateinlagerungen. Ich kann mr nicht vorstellen, dass die sich weichkochen lassen. Frag doch mal bei den Leuten mit Gesteinsdünnschliffen an.
Edelholzige Mikrogrüße von
Heinrich
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in Februar 22, 2018, 16:34:45 NACHMITTAGS
Hallo günterdorn,

das wäre natürlich toll, wenn sich Bernd Miggel auch mit tropischen Hölzern befassen würde !

Hallo Heinrich,

meines Wissens sind in dem gestreiften Ebenholz Diospyros celebica prismatische Kristalle hauptsächlich in den Holzstrahlen vorhanden, nur sehr selten im Axialparenchym.
Dass diese Kristalle das Weichkochen des Holzes behindern könnten, ist mir nicht bekannt. Aber es muss ja einen Grund geben, dass das Ebenholz durch Kochen nicht weich wird.

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer

Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in März 24, 2018, 16:34:36 NACHMITTAGS
Neue Holzschnitt-Versuche !

Nachdem es mir nicht gelungen ist, das Ebenholz mit der Weichmacher-Methode von Holger und später durch stundenlanges Kochen  im Schnellkochtopf so weich zu bekommen, dass ich mit der Rasierklinge
mehrere Holzschnitte machen konnte, habe ich mich an die Standardmethode für die Schnittherstellung mit dem Leitz Grundschlittenmikrotom erinnert. Sie ist in der Leitz Broschüre " Das Mikrotom ", 2. Aufl.
1980, wie folgt beschrieben:

" Die Standardmethode: Die zu schneidenden Holzklötzchen, deren Kantenlänge je nach Holzart nicht größer als ca. 2 cm sein sollte, werden zunächst so lange in Wasser gekocht, bis sie untertauchen (Dauer:
einige Stunden). Anschließend Durchtränkung mit 70 % igem Alkohol und Übertragung in ein Gemisch aus 70 % igem Alkohol und Glyzerin 1 : 1. Nach 1 - 2 Tagen ist die Durchtränkung beendet. "

Da ich kein Mikrotom mehr besitze, habe ich für die Rasierklingen-Methode die Ebenholz-Probestückchen statt 2 Tage ganze 6 Tage in das Gemisch aus  70 % igem Alkohol und Glyzerin 1 : 1 eingelegt.
Das Ebenholz war danach immerhin so weich, dass ich mehrere Tangentialschnitte mit der Rasierklinge machen konnte. Für Querschnitte war es jedoch noch zu hart.

Ich werde die Ebenholz-Klötzchen wieder noch längere Zeit in das Alkohol / Glyzerin-Gemisch einlegen. mal sehen, ob ich nach einiger Zeit auch Querschnitte mit der Rasierklinge machen kann.

Nachstehend zeige ich 6 gefärbte Tangentialschnitte von der Ebenholz-Probe. Alle Schnitte zeigen eine gute Übereinstimmung mit den mikroanatomischen Merkmalen des Referenzschnittes von Richter und Dallwitz für Diospyros celebica = Handelsname Makassar Ebenholz.

Fazit:

Diese Ergebnisse stützen meine Einschätzung, dass der anfangs von mir im Beitrag genannte Handelsname " Makassar Ebenholz " für die vorhandene Holzprobe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit richtig ist !


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/231273_35529478.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/231273_47422476.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/231273_65273341.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/231273_58961324.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/231273_1495183.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/231273_61302538.jpg)


Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in April 16, 2018, 11:12:46 VORMITTAG
Erfahrungsbericht :  Ebenholz-Dünnschliffe !

Nachdem es mir jetzt wieder nicht gelungen ist von den zur Erweichung in das Alkohol / Glyzerin-Gemisch eingelegten Ebenholz-Probestücken Querschnitte mit der Rasierklinge
zu machen, habe ich Ebenholz-Dünnschliffe gemacht !

Als die Mikroanatomie des Holzes noch nicht so weit entwickelt war, ließ sich ein Einblick in den mikroskopischen Bau harter Tropenhölzer nur an Hand von Dünnschliffen gewinnen.
Das Verfahren ist in dem Handbuch Mikroskopie in der Technik, Band V : Mikroskopie des Holzes und des Papiers, Herausgegeben von Dr. Hugo Freund, Umschau Verlag, Frankfurt/M
1970, in dem Abschnitt " Mikrotomie des Holzes " von Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Kisser, " IV. Die Herstellung von Dünnschliffen ", beschrieben.

Ich bin dabei etwas abgewandelt wie folgt vorgegangen:

An einem Ebenholz-Probestück habe ich die gewünschte Fläche mit einer feinen Glasfeile und Schleifpapier P 1200 geglättet. Um den in den Hohlräumen der Zellen, vor allem der Gefäße
festgehaltenen Schleifstaub zu entfernen, habe ich wie vorgeschlagen, eine Klebefolie aufgedrückt und diesen Vorgang 2 x wiederholt.
Von der angeschliffenen Seite des Ebenholz-Probestücks habe ich dann mit einer feinen Säge eine dünne ( 0,5 - 1 mm ) Lamelle abgetragen, mit der geglätteten und gereinigten Fläche
auf einen Objektträger mittels UHU ALLESKLEBER SUPER, statt wie empfohlen Canada Balsam, aufgeklebt und die andere Fläche in gleicher Weise bis zur gewünschten Dicke abgeschliffen. Den Grobschliff habe ich wie vor mit einer Glasfeile gemacht, den Feinschliff wie vor  mit STRACKE Schleifpapier P 1200. Den Schleifstaub habe ich dann wie vor durch
zweimaliges Aufdrücken  einer tesa-Klebefolie entfernt. Dann habe ich mit einer dm ebelin Polierfeile die Schleiffläche weiter gereinigt, geglättet und poliert. zum Schluss habe ich die
polierte Fläche noch mit Wundbenzin abgetupft.

Dünnschliff-Dicke und-Transparenz:

Bei der Dünnschliff-Herstellung habe ich das erste Präparat bis zur Dicke der Holzschicht einschließlich dünner Kleberschicht von ca. 10 µm abgeschliffen.
( Mikrofotos 3 + 4 mit Objektiv PL APO 6.3/0.20 ). Das Präparat war bei Durchlichtbeleuchtung mit HAL 12 V 100 W nicht transparent, sondern nur aufgehellt. Es musste maßgeblich
mit zusätzlichem schrägen Auflicht beleuchtet werden, damit ich die netzartigen Strukturen erkennen konnte.
Das 2. Präparat habe ich dann nur noch bis zur Dicke von ca. 30 µm abgeschliffen. ( Mikrofotos 1 + 2 mit Objektiv PL 2.5/0.08 ).
Beim Beseitigen des Schleifstaubs mit der Klebefolie muss man sehr vorsichtig vorgehen, sonst reißt man beim Abziehen Holzstücke des dünnen Schliffs ab !
Die Dünnschliff-Dicken wurden mit einer Bügelmessschraube ( Ablesung 0,01 mm ) gemessen.

Die Mikrofotografie erfolgte am Leitz Orthoplan mit Durchlicht HAL 12 V 100 W und zusätzlich schrägem Auflicht mit einer dreiarmigen Leica Kaltlichtquelle KL1500 electronic mit
Focussiervorsätzen, Joghurtbecher-Diffusor und der digitalen Kompaktkamera Canon PowerShot G11 mit Eigenbau-Adapter.

Achtung !

Da das Makassar Ebenholz allergen wirkende Inhaltsstoffe hat, sollten empfindliche Personen bei den Schleifarbeiten der Dünnschliff-Herstellung geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen !


Nachstehend zeige ich die vorgenannten 4 Mikrofotos der Ebenholz-Dünnschliffe:


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/232502_14347911.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/232502_51393439.jpg)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/232502_26756241.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/232502_23264094.jpg)


Fazit:

Die Ebenholz-Dünnschliffe bringen beim Vergleich mit den Anschliffen etwas deutlichere Bilder, jedoch gewinnt man keine neuen Erkentnisse !


Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Ebenholz "
Beitrag von: limno in April 16, 2018, 16:46:31 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
jetzt also doch Dünnschliffe statt Dünnschnitte, wie ich gemutmaßt hatte, auch wenn ich von der Praxis keine Ahnung habe.
Sehen sehr gut aus! 8)
Edelgrüße von
Heinrich
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in April 27, 2018, 16:38:55 NACHMITTAGS
Hallo Mikrofreunde,

da der Ebenholz-Beitrag jetzt schon oft aufgerufen worden ist, hat der " rotbraune Streifen des Makassar Ebenholzes " ein besseres Bild verdient, als das vorhandene Mikrofoto ohne Anspruch an die Bild-Qualität !

Ich habe daher den rotbraunen Streifen mit dem Objektiv PL 1/0.04 und Joghurtbecher-Diffusor noch einmal fotografiert und stelle davon das nachstehende Mikrofoto ein.

Außerdem ändere ich die Beitragsüberschrift wieder in " Makassar Ebenholz ", da ich nach den eingehenden Untersuchungen keinen Zweifel mehr habe, dass das der richtige Handelsname der Holzprobe ist.


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/232929_35529478.jpg)


Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in Oktober 07, 2018, 16:01:19 NACHMITTAGS
Ergänzung:

Nachdem es mir im März dieses Jahres trotz Einlegen in ein Weichmacher-Gemisch und Kochen der Ebenholz-Probestücke nicht gelungen ist, Querschnitte mit der Rasierklingen-Methode anzufertigen, habe ich die Ebenholz-Probestücke über ein halbes Jahr weiterhin in das Alkohol/Glyzerin-Gemisch zum Weichmachen eingelegt.

Neue Schnittversuche zeigen, dass das extrem harte Makassar Ebenholz jetzt doch etwas weicher geworden ist !

Ich habe daraufhin mit der Rasierklingen-Methode mühsam einen Tangentialschnitt und 3 kleine Querschnitte anfertigen können. Für größere gute Rasierklingen-Querschnitte ist das Makassar Ebenholz jedoch noch zu hart, man braucht dafür sicherlich ein stabiles Grundschlittenmikrotom !

Nachstehend zeige ich Mikrofotos von dem Tangentialschnitt und den 3 Querschnitten. Die Rasierklingen-Holzschnitte sind nicht gefärbt und mit der Spiegelreflex-Mikroskopie fotografiert. Außerdem hänge ich zum Vergleich das Mikrofoto eines professionellen Mikrotom-Querschnittes von Makassar Ebenholz an, das ich mit Spiegelreflex-Mikroskopie von einem Präparat aus der Göke Präparateserie " Schöne Holzstrukturen Ausländischer Hölzer " gemacht habe.


Rasierklingen-Tangentialschnitt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/239784_64923656.jpg)


3 Rasierklingen-Querschnitte

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/239784_44624228.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/239784_17654054.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/239784_52727599.jpg)


Professioneller Mikrotom-Querschnitt von Makassar Ebenholz

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/239784_14347911.jpg)


Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: limno in Oktober 07, 2018, 18:02:44 NACHMITTAGS
Guten Abend Jürgen,

angesichts Deiner einfachen Ausrüstung siehst das doch schon ganz gut aus! :)
Wie schön, dass sich das harte Holz im wörtlichen  Sinn von Deinen Bemühungen und Deiner zähen Geduld doch noch erweichen ließ!
Bravo und Grüße von
Heinrich
Titel: Re: " Makassar Ebenholz "
Beitrag von: Schrodt in Oktober 08, 2018, 17:27:22 NACHMITTAGS
Hallo Heinrich,

vielen Dank für deine anerkennenden Worte. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Das Makassar Ebenholz ist schon ein besonderes Holz. Trotz der langen und umfangreichen weichmachenden Maßnahmen hat das Holz noch immer eine außergewöhnlich große Härte und Zähigkeit, so dass
ein Schneiden mit der Rasierklinge fast unmöglich ist. Ich habe, trotz Einspannen des Holzwürfels in den Schraubstock und geübter Schnitttechnik, nur sehr mühsam mit mehreren neuen Rasierklingen 1 - 2
mm große, feine Schnitte machen können. Man sieht ja an den Mikrofotos der Querschnitte, dass nur sehr kleine Schnittbereiche transparent waren. In diesen Bereichen sind jedoch die kennzeichnenden
netzartigen Muster und die Kernstoffe in den Gefäßen eindeutig erkennbar.

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Jürgen aus Hemer