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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: r_a_mueller in November 05, 2017, 16:13:05 NACHMITTAGS

Titel: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: r_a_mueller in November 05, 2017, 16:13:05 NACHMITTAGS
Guten Tag,
seitdem ich meine Sony alpha 6000 habe, möchte ich sie auch gerne am Mikroskop verwenden. Ich habe ein altes Leitz-Mikroskop mit Trinokulartubus mit ca. 38 mm Tubusöffnung. Mein Plan war, einen T2-Adapter zu kaufen und ein Zwischenstück auf der Drehbank zu fertigen. Die "Filmebene" der Kamera sollte in der Höhe des Zwischenbildes sein ohne weitere Optik.

Leider klappt das nicht. Beiliegendes Foto zeigt den probeweisen Aufbau, die Kamera befindet sich ohne Objektiv (und ohne irgendeinen Adapter) über dem Tubus und ich habe ein scharfes Bild auf dem Display. Es sind aber nur noch ca. 3 mm zwischen Auflagefläche der Kamera und Tubusrand, also zu wenig für irgendeinen Adapter oder sonst etwas.

Welche andere Lösung gibt es für das Problem? Evtl. einen M42-Adapter nehmen, ihn auf 38 mm abdrehen und diesen Adapter in den Tubus stecken?

Vielleicht hat ja jemand noch eine bessere Idee!

Gruß und danke, Richard
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223241_47980820.jpg)
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: Bob in November 05, 2017, 16:38:45 NACHMITTAGS
Hallo Richard,

das Foto ist nicht sichtbar.

Zur Direktprojektion findest Du Angaben in der Mikrofibel, in der Titelzeile des Forums zu finden, Stichwort "Anheben des Okulars".
Verbreitet ist auch die Aufnahme mit Objektiv und Okular, z.B. mit einem an die Sony adaptierten Pentax 40mm 1:2,8 Pancake.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: JB in November 05, 2017, 17:45:15 NACHMITTAGS
Zitat von: r_a_mueller in November 05, 2017, 16:13:05 NACHMITTAGS
Welche andere Lösung gibt es für das Problem? Evtl. einen M42-Adapter nehmen, ihn auf 38 mm abdrehen und diesen Adapter in den Tubus stecken?

https://drive.google.com/file/d/0BzeIIzM3pkinY2ZlQjQ3VWhSc3c/view

Hallo Richard,

Ja, wenn Sie das mechanisch hinbekommen ist das die Loesung. Entweder auf 38 mm abdrehen oder einen neuen Klemmring drehen, der aussen um den Tubusausgang herum passt.

Nun haben Sie aber Leitz 170 mm-Objektive. Nur wenige eignen sich fuer direkte Projektion (Sensor in Zwischenbildebene); die meisten benoetigen ein Leitz Periplan-Okular zur Farbkompensation.

Deshalb ist die bessere Loesung eine "afokale" Adaption: Leitz Tubusrohr + Periplan Okular + Kameraobjektiv Festbrennweite + Klemmadapter oder Reprostativ

So kann das aussehen: http://www.mikrofotografie.info/Einfuhrung_in_Kompaktkameras/Bildtafel_Adaptation_kompr.jpg (von dieser Seite: http://www.mikrofotografie.info/Einfuhrung_in_Kompaktkameras/einfuhrung_in_kompaktkameras.html )

Es sind viele Varianten denkbar; wir koennen weitere Hinweise geben, wenn Sie sich fuer direkt oder afokal entschieden haben.

Beste Gruesse,

Jon
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: r_a_mueller in November 05, 2017, 20:05:12 NACHMITTAGS
Danke für die Hinweise!
Ich denke, ich präferiere die afokale Lösung.
Also bei mir wären das evtl. von unten nach oben:
- Mikroskop Leitz mit Trinokulartubus 30 mm
- Zwischenstück, das in den Tubus passt und eine obere Öffnung von 23,2 mm hat (kann ich selbst fertigen)
- Periplan-Okular 10x, bei dem der "Brillengummi" abgeschraubt ist, darunter müsste ein Gewinde zum Vorschein kommen (ebay?)
- Zwischenstück, das ein Innengewinde passend zum Okular und ein Außengewinde von 55 mm hat (Fertigprodukt? Für die feinen Gewinde fehlt mir die Übung, was das Selbermachen angeht)
- altes Minolta-Objektiv 50 mm mit Filtergewinde 50 mm (liegt hier noch rum)
- Adapter MD-NEX
- Kamera Sony alpha 6000

Muss man ausprobieren, wie weit die optischen Teile voneinander entfernt sein müssen? Oder gibt es da "fertige" Zahlen bzw. Berechnungsvorschriften? Auf dem Bild in der genannten Veröffentlichung (http://www.mikrofotografie.info/Adaptation_von_Spiegelreflexka/adaptation_von_spiegelreflexka.html (http://www.mikrofotografie.info/Adaptation_von_Spiegelreflexka/adaptation_von_spiegelreflexka.html) ziemlich direkt vor dem Objektiv. Das Zwischenstück Trinokulartubus/Okular habe ich schon mal irgendwo in den Fingern gehabt...

Für jede Info dankbar!

-richard
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: Kay Hoerster in November 05, 2017, 20:27:38 NACHMITTAGS
Hallo Richard,

Trinotubus 30mm hört sich nach Orthoplan an ?
Für den Trinotubus gibt es immer wieder bei ebay den Okularstutzen, entweder für Okulare Ø23,2 oder den großen für Okulare Ø30...das ist aber die Luxusausführung und nur für die teuren 30mm Brille Periplane GW sinnvoll.
Alternativ kannst Du auch z.B. bei Thilo Immel in Göttingen den Tubus erwerben: http://www.thilo-immel-optics.de/zubehoer.htm Artikel 12162 oder 11754 (siehe letzte Spalte).
Bei ebay laufen die Dinger momentan günstiger (~30 €), es ist zu überlegen, ob sich bei dem Preis das Selberdrehen lohnt, zumal Du ja auch die ganzen genauen Abmessungen noch benötigst. Die Abstände sind bei diesem Teil natürlich wichtig, damit die Fokuslage vom (Photo-)Okular mit der Fokuslage der Beobachtungsokulare übereinstimmt (Stichwort Parfokalität). Nur dann ist das Bildergebnis von hoher Qualität.
Was hinter dem Periplan-Okular kommt, ist zwar auch wichtig (möglichst wenige Linsen im Objektiv und günstige Lage der frontseitigen Eintrittspupille), der Abstand zum Okular kann aber in geringen Grenzen schwanken (es kommt nicht auf den 1/100 mm an), den besten Abstand kann man sich auch erstmal frei schwebend über dem Okular ermitteln.

Soweit vorerst in Kürze. Ich habe selber gerade die Adaption meiner DSLR (EOS 7D) am Orthoplan in Arbeit und bin fast fertig, die Ergebnisse lassen hoffen...

Viele Grüße
Kay
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: Stuessi in November 05, 2017, 21:15:12 NACHMITTAGS
Hallo Richard,

meine Adaption an SM-LUX oder DIALUX sieht so aus:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223278_64981649.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223278_38493088.jpg)

Ich arbeite immer mit Adapterringen und UHU-plus.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223278_54467399.jpg)

Grüße
Rolf


Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: JB in November 05, 2017, 22:24:47 NACHMITTAGS
Zitat von: r_a_mueller in November 05, 2017, 20:05:12 NACHMITTAGS
Muss man ausprobieren, wie weit die optischen Teile voneinander entfernt sein müssen? Oder gibt es da "fertige" Zahlen bzw. Berechnungsvorschriften? Auf dem Bild in der genannten Veröffentlichung (http://www.mikrofotografie.info/Adaptation_von_Spiegelreflexka/adaptation_von_spiegelreflexka.html (http://www.mikrofotografie.info/Adaptation_von_Spiegelreflexka/adaptation_von_spiegelreflexka.html) ziemlich direkt vor dem Objektiv. Das Zwischenstück Trinokulartubus/Okular habe ich schon mal irgendwo in den Fingern gehabt...

Hallo Richard,

Ja, diese Tubusrohre sehen so http://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/193978_9527900.jpg oder so http://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/44068_64788746.jpg aus.

Es gibt Versionen fuer 170 mm und fuer 160 mm. Die sind unterschiedlich hoch. http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11676.msg86732#msg86732

Beide Versionen lassen sich an Ihrem Mikroskop verwenden, aber nur wenn sie mit den richtigen Okularen kombiniert werden:

(1) Versionen 170 mm
- l = 47 mm
- Periplan 10x Brille

(2) Version 160 mm
- l = 39 mm
- Periplan 10x/18 Brille oder Periplan 10x/20 Brille

Die Periplane haben ein Gewinde M28x0.75. Dafuer gibt es Fertigteile bei Ebay http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=20617.0  Ich persoenlich wuerde es immer vorziehen zusaetzlich zum Gewindeadapter auch aussen einen Klemmadapter zu haben, der das Ganze zusaetzlich stabilisiert; so in dieser Art: http://srb-photographic.co.uk/non-dslr-digiscoping-kits-1561-c.asp

Es gibt einen optimalen Abstand zwischen Periplan und Kameraobjektiv; in der Praxis bringt man die beiden so nahe wie moeglich zusammen, plus ein paar mm Sicherheitsabstand.

Also Objektiv ein 50 mm OK; insbesondere ist aber das Pentax 40 mm zu empfehlen http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19303.0

Beste Gruesse,

Jon

Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: Peter V. in November 06, 2017, 07:55:24 VORMITTAG
Hallo,

vielleicht zur besseren Vorstellung folgendes Bild. Hier wurde der originale Leitz-Okularstutzen verwendet (wie auch bei Stuessis Bild). Ich habe einen Okularstutzen, wie er zur Adaption verwendet wurde, zur Demonstration der Verhältnisse direkt neben die Adaption gestellt. "A" kennzeichnet die Auflagefläche des Stutzens auf dem Leitz-Trino. Letztlich musst Du dann eben eine Vorrichtung bauen, die das Kameraobjektiv so platziert, dass die Objektivfrontlinse wenige mm über der Okular-Augenlinse positioniert ist. Dieser Abstand solltte gering verstellbar sein, um ihn exakt justieren zu können. Hier wurde es mit einem Klemmadapter bewerkstelligt, den mit Jürgen Stahlschmidt gebaut hat. Übriegns eine luxuriöse Version, bei der die untere Schraube nicht einfach direkt mit dem Okularstutzen in Berührung kommt (wie man vielleicht meinen könnte), sondern ein breitflächiges federndes Innenteil gegen den Okularstutzen drückt.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223298_35113868.jpg)

Herzliche Grüße
Peter


Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: r_a_mueller in November 06, 2017, 10:51:29 VORMITTAG
Danke für die vielfältige Reaktion! Basierend auf den Vorschlägen kristallisiert sich in etwa folgendes heraus:


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223304_21170186.jpg)



Etwa einen solchen Adapter fertigen (Falls das Bild nicht sichtbar sein sollte, siehe unten (*)).
Hier habe ich:
- Ein Auflagemaß über der Tubusoberkante von 47 mm (in der Zeichnung noch als 39 mm dargestellt, aber für 170 mm Tubuslänge sollten es 47 mm sein, wie oben im Thread dargestellt)
- Eine Okularbohrung von 23,1 mm
- Ein Periplan 10x GF passst hinein (11 mm über der Auflage) (dieses Okular ist hier vorhanden, kein Brillenokular)
- das Minolta-Objektiv 50mm/1,7 kann direkt an den Adapter geschraubt werden

Ich habe alles provisorisch an Stativmaterial zusammengesetzt, scheint zu funktionieren.
Noch Ideen/Kritik?

Danke an alle,

-richard

(*) Ist mir unklar, warum das Bild nicht sofort angezeigt wird. Wenn man die URL des Bildes in einem neuen Browserfenster öffnet, wird das Bild angezeigt
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: JB in November 06, 2017, 12:29:02 NACHMITTAGS
Hallo Richard,

Sieht OK aus. https://drive.google.com/file/d/0BzeIIzM3pkindjUzQTRHMThrRXc

Der untere Teil "40 mm" sollte nur so lang sein, wie fuer das Okular unbedingt notwendig, damit es an der Innenseite keine Reflektionen gibt. Falls es sonst noch irgendwo Reflektionen gibt, mit schwarzer Mattfarbe oder schwarzem Samtpapier beschichten!

Als Okularbohrung wird i.d.R. 23,2 mm zitiert; wieviel das genau sind weiss ich aber nicht.

Beste Gruesse,

Jon

Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: r_a_mueller in November 06, 2017, 12:45:58 NACHMITTAGS
Ich wollte den unteren Teil so lang machen, dass die Klemmschraube, die im Tubus sitzt, auch etwas klemmen kann. Und: je länger, desto stabiler (bei eventuellen Ungenauigkeiten). Schwarz mattieren ist klar.
Danke für den Gegencheck!
Gruß,

-richard
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: Kay Hoerster in November 06, 2017, 13:24:22 NACHMITTAGS
Hallo Richard,

das sind die Maße vom Originalteil, wie ich sie mal ermittelt und dokumentiert habe, hoffe es hilft.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/223313_13134304.jpg)

Viele Grüße
Kay
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: r_a_mueller in November 06, 2017, 14:51:49 NACHMITTAGS
Danke für die Mühe!
Werde heute mal ans Drehen gehen - toi toi toi....
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: r_a_mueller in November 11, 2017, 23:18:09 NACHMITTAGS
So, der Adapter ist fertig und steckt im Tubus... Nicht so ganz perfekt geworden, aber fürs erst bin ich zufrieden.
Für den, dens interessiert:
Es ist ein Aluminium-Drehstück geworden, das auf einen 38 mm-Trino-Tubus einerseits und an ein 55mm-Filtergewinde andererseits passen soll. Ich hätte lieber Messing genommen, aber das Alustück lag hier noch rum, außerdem ist es billiger. Das Filtergewinde gehört zu einem alten Minolta-Objektiv (1,7, 50 mm, MC-Rokkor), das an einer Sony alpha 6000 sitzt. Zuerst habe ich auch das 55 mm-Gewinde (0,75 mm Steigung) gedreht (Filtergewinde Objektiv), das war aber nicht so schön geworden. Daraufhin entfernte ich die obersten 6 mm und klebte einen für 3,99 erstandenen Filteradapter auf. Es handelt sich um einen Adapter, der es erlaubt, 28 mm-Teile an das 55 mm-Gewinde des Objektivs zu schrauben. Die 28 mm-Bohrung erweiterte ich soweit, dass man bequem ein Okular einsetzen kann. Dieser Gewinde-Adapter wurde mit Sekundenkleber auf den von mir gedrehten Adapter geklebt. Leider sitzt er nicht ganz zentrisch, da der Sekundenkleber offensichtlich eher ein Millisekundenkleber war ;-) In Nullkommanix ausgehärtet und auch mit brachialer Gewalt nicht mehr zu lösen.
Als Okular nehme ich ein Periplan 10x GF, kein Brillenokular. Ausgelöst werden kann z.B. durch die PlayMemories-App von Sony, die auch ein Tablet-großes Livebild zeigt, so dass man nicht auf das kleinere Kameradisplay angewiesen ist.
Hier ist die Zeichnung: https://drive.google.com/file/d/0BzeIIzM3pkindjUzQTRHMThrRXc/view?usp=sharing (https://drive.google.com/file/d/0BzeIIzM3pkindjUzQTRHMThrRXc/view?usp=sharing)
Hier ist ein Foto: https://drive.google.com/file/d/18de4zIEzU3F_suoNeD3_SkvI7SUS0Bjk/view?usp=sharing (https://drive.google.com/file/d/18de4zIEzU3F_suoNeD3_SkvI7SUS0Bjk/view?usp=sharing)

Von innen mattschwarz lackiert, trotzdem gibt es noch einen hellen Flecken in der Bildmitte ("Hotspot"?). Vielleicht ist mattschwarzes Papier (Tonpapier) besser? Daran muss noch getüftelt werden.
Titel: Re: Anpassung Sony alpha 6000 ans Mikroskop
Beitrag von: Bob in November 12, 2017, 06:20:39 VORMITTAG
Hallo Richard,
im Strahlengang lassen sich vermutlich Stellen finden, in denen Blenden eingebracht werden können. Das wird gegen den Hotspot helfen. Es gibt auch spezielles selbstklebendes samtartiges Zeug zu kaufen, das ist besser als Lack.

Viele Grüße,

Bob