Liebe Mikroskopexperten,
früher wurden die Kerne der Früchte des Johannisbrotbaums ja wegen ihres einheitlichen Gewichts von im Durchschnitt 0,2 g als Gewichtssteine beim Abwiegen von Gold eingesetzt.
Meine Frage ist nun, ob es nicht auch irgend ein Allerweltsobjekt für die Längenmessung in der Mikroskopie gibt; also ein Objekt, bei dem die natürlichen Schwankungen in der Größe so gering sind, dass man es als Hilfsmaßstab nehmen könnte, wenn man gerade mal kein professionelles Werkzeug für eine mikroskopische Längenmessung (Meßokular, Objektmikrometer usw.) zur Verfügung hat.
Mit freundlichem Gruß,
Oliver
Hallo,
z.B. menschliche Erythrocyten in einem Blutausstrich: Durchmesser 7µm.
Gruß !
JB
Hallo Jürgen,
das mit den roten Blutkörperchen ist natürlich genial, zumal man die auch immer dabei hat ;)
Gäbe es denn noch etwas anderes für Leute, die nicht so gern Blut sehen bzw. sich nicht so gern anstechen?
Gruß, Oliver
Hallo Oliver,
sind zwar auch keine Organismen aber trotzdem manchmal hilfreich.
ZitatFür eine erste messtechnische Annäherung taugt übrigens ein gewöhnliches, menschliches Haar: Im Allgemeinen sind Kopfhaare um 100 µm dick.
Kremer, B. (2002): Das große Kosmos-Buch der Mikroskopie. S. 262.
Es gibt noch einen Draht, der eine bestimmte Dicke hat. Leider fällt mir Moment nicht ein welcher.
Guten Morgen
Bernhard Kaiser
Hallo erstmal,
Konstantan-Draht heißt das Zauberwort
Gruß
Wolfgang
hallo Liftboy,
wie dick ist Konstantandraht denn?
Ich dachte immer das einzige was da konstant ist, ist der elektrische Widerstand ???
Gruß, Oliver
Hallo Bernhard,
Zitat von: Bernhard Kaiser in September 13, 2009, 05:06:46 VORMITTAG
Für eine erste messtechnische Annäherung taugt übrigens ein gewöhnliches, menschliches Haar: Im Allgemeinen sind Kopfhaare um 100 µm dick.
Kremer, B. (2002): Das große Kosmos-Buch der Mikroskopie. S. 262.
Es gibt noch einen Draht, der eine bestimmte Dicke hat. Leider fällt mir Moment nicht ein welcher.
Guten Morgen
Bernhard Kaiser
Eine Haarspende fällt mir doch deutlich leichter als das mit dem Blut, obwohl ich vermute, dass das mit dem Blut genauer ist (Haare waschen und reiben sich doch bestimmt ab und sind von daher nicht sooo gleichmäßig. Aber ich wills mal versuchen und mit Florians Tipp kombinieren:
Zitat von: Florian Stellmacher in September 10, 2009, 04:08:59 VORMITTAG
Hallo Oliver,
mit diesem tool kannst Du mit jeweils einem Referenzbild Deines Objektmikrometers die Messung für jede Vergrößerung kalibrieren und dann an jedem anderen Foto ganz einfach durch Verbinden von Punkten die Messung durchführen (klappt wie bei einem Sonogerät).
http://ruedig.de/tmp/download.htm
Dies hier ist ein Update einer älteren Version, die ich schon lange benutze, funktioniert wohl aber im Prinzip genauso. Vielleicht hat hier jemand Erfahrungen mit dieser Version?
Herzliche Grüße,
Florian
Mal sehen, ob man dann bei den Algen quasi zum Nulltarif zu vernünftigen Längenmessungen kommen kann.
Gruß und vielen Dank, dass ich von Euch so viel lernen kann!
Oliver
Hallo Oliver,
ZitatIch dachte immer das einzige was da konstant ist, ist der elektrische Widerstand
genau so ist es eigentlich.
Aber der Widerstand wird durch das homogene Material bestimmt (und wenn ich mich recht erinnere auch durch eine gute Temperaturunabhängigkeit des Widerstandes der Legierung) und den
sehr homogenen Querschnitt des Konstantandrahtes.
Hallo Oliver
ich nehme mal Bezug auf diesen Deinen Satz
Zitatalso ein Objekt, bei dem die natürlichen Schwankungen in der Größe so gering sind, dass man es als Hilfsmaßstab nehmen könnte, wenn man gerade mal kein professionelles Werkzeug für eine mikroskopische Längenmessung (Meßokular, Objektmikrometer usw.) zur Verfügung hat.
Ich denke genauso wie man gerade mal kein professionelles Werkzeug bei sich haben kann, könnte auch gerade mal der Konstatandraht ausgegangen ein ;). Ob ICH immer ein Haar zu Verfügung hätte ist auch noch nicht so sicher, selbst bei Blutkörperchen könnte es eng werden, wenn ich bedenke wie blutleer ich mich gelegentlich nach Konzerten fühle ;D
Bei allen diesen Hilfsmitteln kann es ja doch nur um mehr oder weniger genaue Schätzungen gehen. Da greift doch ohne jedes Mittel die gute alte Methode über das Sehfeld. Ich darf mal daran erinnern:
Ø Sehfeld in mm = Sehfeldzahl des Okulars : Maßstabzahl des Objektivs
Damit sollte man mit einiger Übung recht nahe an die wahre Länge rankommen.
Viele unermeßliche Mikrogrüsse
Bernhard
Zitat von: Bernhard Lebeda in September 13, 2009, 13:33:47 NACHMITTAGS
Ich denke genauso wie man gerade mal kein professionelles Werkzeug bei sich haben kann, könnte auch gerade mal der Konstatandraht ausgegangen ein ;). Ob ICH immer ein Haar zu Verfügung hätte ist auch noch nicht so sicher, selbst bei Blutkörperchen könnte es eng werden, wenn ich bedenke wie blutleer ich mich gelegentlich nach Konzerten fühle ;D...
Bernhard
Hallo Klaus und Bernhard,
vielen Dank für Eure Ergänzungen.
Wenn wir aber schon nichts finden, was absolut immer zur Hand ist, Bernhard, so bin ich schon damit zufrieden, dass ich die Wahrscheinlichkeit dafür drastisch erhöhen kann. Sobald ich Zeit und Lust habe, werde dich die Methoden vielleicht mal gegeneinander evaluieren und bald bekomme ich ja hoffentlich sogar ein etwas professionelles Messwerkzeug zugeschickt.
Gruss Oliver
Hallo Oliver,
Zitatetwas professionelles Messwerkzeug
Damit landen wir doch ganz automatisch beim Naheliegensten: einmal auf einen LKW* mit kleinem Bier verzichten und bei IBÄH ein Objektmikrometer kaufen. Wenn ich mich erinnere: ca 20.- Euro - na ja, das sind dann ein weiterer LKW* für die Partnerin dazu ;)
*LKW= Leberkäsweck
Hallo Klaus,
genau so hab ichs gemacht (ich mag Leberkäs eh nicht :'().
Nur ist der Objektmikrometer noch nicht hier eingetroffen :-\!
Die Sache mit den Haaren hab ich jetzt aber schon mal ausprobiert: Wenn ich die Haare meiner Frau als Eichstandard für 100 µm nehme, sind meine nur 90-92 µm dick. Bei 2 Werten eine Abweichung von 10% finde ich schon ganz schön groß und nach WP sollen Terminalhaare bis zu 120 µm dick sein. Wahrscheinlich ist die Sache mit den Erythrocyten doch genauer, aber stechen will ich mich dafür jetzt nicht. Die von Florian empfohlene Software ist aber leicht zu bedienen und scheint ganz gut zu arbeiten!
Gruß, Oliver
Hallo!
ZitatBernhard Lebeda hat geschrieben:
Ø Sehfeld in mm = Sehfeldzahl des Okulars : Maßstabzahl des Objektivs
Zu dieser Gleichung habe ich eine Frage: Wie muss ich bei Mikroskopen mit Tubusfaktor rechnen? Mein Will BX200 hat einen zusätzlichen Tubsfaktor von 1,25.
Schöne Grüße
Stephan
Hallo,
Sehfeld-Durchmesser in mm = Sehfeldzahl des Okulars : (Maßstabszahl des Objektivs x Tubusfaktor)
Gruß !
JB
also nur damit es zu diesem Berechnungsvorschlag keine Missverständnisse gibt, könnte mal jemand anhand seines eigenen Mikroskops ein Beispiel vorrechnen und auch ganz genau dazu sagen, wie er die nötigen Ausgangszahlen (z.B. Sehfeldzahl, Tubusfaktor) ermittelt?
Gruß, Oliver
Zitat von: Oliver S. in September 13, 2009, 21:23:57 NACHMITTAGS
also nur damit es zu diesem Berechnungsvorschlag keine Missverständnisse gibt, könnte mal jemand anhand seines eigenen Mikroskops ein Beispiel vorrechnen und auch ganz genau dazu sagen, wie er die nötigen Ausgangszahlen (z.B. Sehfeldzahl, Tubusfaktor) ermittelt?
Gruß, Oliver
Da gibt es nicht viel zu ermitteln, die Sehfeldzahl steht in der Regel auf dem Okular. Ich benutze ein Leitz Periplan Brille 10x/18
Also Sehfeldzahl 18 ergibt nach der Gleichung für Objektiv 10:1 den Feld Ø von 1800µm
Für Objektiv 40:1 entsprechend 18:40 = Ø Feld 450µm
Der Tubusfaktor dürfte in der Regel auf dem Tubus stehen.
Viele Grüsse
Bernhard
Hallo,
habs nicht ausprobiert aber klingt interessant:
http://www.schwaben.de/home/mathias/mikro/direkt.html
und das hätt ich auch noch: (macht anschaulich, was schon gesagt wurde)
http://www.mikroskopie.de/kurse/messen.htm
Grüße,
Martin
Hallo Oliver,
wieso ermittelt ? Versteh´ ich nicht. Diese Zahlen sind doch bekannt !
Z.b. Zeiss / Oberkochen KPl-Okular 10x W Brille: Sehfeldzahl 18
Tubusfaktor / Optovar steht drauf z.B. 1,25
Maßstabszahl des Objektivs steht auch drauf z.B. 4o
Dann ist der Sehfeld-Durchmesser = 18 : (1,25 x 40) mm = 18 : 50 mm = 0,36 mm .
Alles klar ?
JB
ja im Prinzip schon, aber auf meinem Tubus (ich habe so ein Mikroskop aus China...) steht nichts drauf. D.h. dann wohl dass es keinen Tubusfaktor hat, oder?
Gruß, Oliver
Hallo aus meinem Studium kann ich mich noch an eine kleine Hilfsleiter erinnern - Bakterien 1 nm bis 1 cm aber die um so größer desto seltener und umso anerober; dann Flagelaten, Blutzellen - je Tiergrube mit oder ohne Zellkern und unterschiedlicher Größe; kleine Rädertiere, Algen, Wimpertiere, Gliederwürmer; etc ... zusammen mit der Wassergüte erhält man so schon eine gute Hinweise
Hallo,
hier ist noch eine Methode beschrieben:
http://www.schwaben.de/home/mathias/mikro/direkt.html
Grüße,
Martin
Hallo,
eine einfache, aber nicht so sehr genaue Methode ist das Vermischen des Präparates mit wenigen Bärlappsporen (Lycopodium). Diese Sporen haben einen Durchmesser von 29-32 Mikrometer.