Hallo messende Zunft,
ich suche ein Linien-Testgitter mit min. 100 LP/mm. Alle bisherigen Recherchen verliefen im Sand. Es sei denn mit Preisen eines schönen Mikroskops.
Hat jemand eine Idee, welche kleinere Firma noch so etwas herstellt oder auch vertreibt? Heidenhain wäre ja schön aber ;D
Nächtliche Grüße
P. Höbel
Hallo Herr Höbel,
für manche Zwecke hat sich bei mir ein Objektmikometer (Teilung 10µm, die 5er und 10er sind etwas länger). mit relativ langen Teilstrichen geeignet.
Spätabendliche freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann
Melles-Griot, Linus, Thorlabs, Edwards, Agar Scientific? Bei mindestens einem von denen (Agar?) habe ich schon diverse Strichplatten gesehen, für vielleicht 100 €, also etwas billiger als ein schönes Mikroskop.
Ole
Hallo Peter,
selbst ist der Mann, 100 Linien/mm packt man noch fotographisch.
Wenn du noch eine alte analoge Spiegelreflex hast und ein gutes Makro (aber bei 100 l/mm tut es auch ein gutes Normalobjektiv).
Mit einem Laserdrucker das Linienraster ,das im Zeichenprogramm entworfen wurde, mit Linienabstand von 200 µm auf Klarsichtfolie drucken oder drucken lassen (löst jeder Laserdrucker auf). Vorteil des Laserdruckers gegenüber Tintenstrahldrucker ist dass die schwarzen Linen dicht sind.
Das ganze dann mit der Kamera auf dem Reprostativ auf dem Leuchtkasten für Diabetrachtung im Massstab 1:20 auf Kleinbildfilm verkleinern, das ist dann das Testgitter, das man auf einem Objektträger einbetten kann.
Wir haben früher einen monochromen Dokumentenfilm (z.B. Agfaortho 25) genommen und in Dokumol hart entwickelt. Aber es müsste auf ein feinkörniger (möglichst unempfindlicher) Diafilm gehen, dann kann man Belichtungsreihen machen und entwickeln lassen. Ich bin nicht mehr auf dem laufenden was es an Diafilmen noch käuflich gibt.
Der Vorteil ist man kann sich die Mikroobjekte (Testgitter, Siemensstern etc.) selber frei gestalten und hat
eine grosse Objektfläche im Kleinbildformat.
Ich habe in meiner "Jugendzeit" als Diplomand viele Lithographiemasken für die Lichtlithographie so hergestellt
allerdings mit einer Linhof Plattenkamera auf Glas Photoplatten. Auflösungen von 2 bis 5 µm waren locker machbar. Damals gab es selbst an Instituten nicht soviel Geld, dass man sich wie heutzutage im Maskenshop einen Maskensatz für 5000.- Euro bestellen konnte.
vielle Grüsse
Wilfried
Besten Dank für die Anregungen.
Der Wunsch wäre Chrom auf Glas mit einem Feld von ca. 5 x 5 mm. Das kann ich aber nur wünschen, oder davon träumen.
Die Methode -selbst ist der Mann- , war auch schon angedacht, nur leider ist das Material (Agfa Ortho 25) schon lange nichtmehr im Handel. An guten Kameras und Objektiven fehlt es nicht, auch nicht an einer Dunkelkammerausrüstung incl. aller Chemikalien. Aber ob sich der Aufwand lohnt um dann festzustellen, dass die Kanten doch nur weiche Übergänge sind .... ???
Also suche und warte ich weiter.
Viele Grüße
P. Höbel
Hallo Testgitterer,
wenn man sich - wie von Herrn Nisch beschrieben (gibt es solche harten Filme überhaupt noch?) - das Gitter selbst machen könnte, sollte man bei seiner Gestaltung an die beabsichtigte Anwendung denken. Will man nur die Linien abzählen oder will man es für Beugungs-Experimente nutzen?
Im letzteren Falle ist das Verhältnis Spaltbreite zu Gitterkonstante von Interesse. Fraunhofer-Beugung vorausgesetzt, moduliert die Intensitätsverteilung im Beugungsbild des Einzelspaltes die Intensitäten der Beugungsmaxima im Beugungsbild des Gitters. Bei sehr kleinem Verhältnis - quasi "infinitesimaler" Spaltbreite - sind die Intensitäten der Beugungsordnungen im Beugungsbild des Gitters praktisch gleich (es geht nur nicht viel Licht durchs Gitter); sind Spalte und Stege gleich breit, fallen die geraden Beugungsordnungen praktisch aus. Vergleichbares habe ich bei Benutzung eines Objektmikrometers als Beugungsgitter erfahren; wegen eines Verhältnisses nahe 4 zu 1 waren die 4. 8. 12. usw. Beugungsordnung kaum noch sichtbar. Die Minima des Beugungsbildes des Einzelspaltes fallen dann praktisch auf die Maxima des Gitters.
Ich stelle mir das Selbermachen aber nicht so leicht vor.
Freundlich vergitterte Mikrogrüsse
H. Husemann
PS. Wie ich gerade sehe, hat Herr Höbel während meiner Schreiberei schon geantwortet.
Hallo,
jetzt muss ich allerdings doch noch ein wenig "weiterkitzeln". ;D
Also Ortho 25 Filme würde es noch geben. Man müsste allerdings 10 Stück für 89.-€ abnehmen.
http://www.spuer-sinn.net/blog1/wp-content/uploads/2009/02/filmpreise_090217.pdf
Und vielleicht könnte man aus dem erreichten 100 Linien/mm Gitter auch noch kleinere Testgitter mit noch höherer
Auflösung gewinnen wenn man das 100 Linen/mm Gitter weiter herunterverkleinert, indem man mit einem etwas umgebauten Höbel`schen UV - Mikroskop die Struktur in der Zwischenbildebene mit der UV- Led beleuchtet und verkleinert auf einen Photolack beschichteten Objektträger über das Mikroskopobjektiv abbildet (umgekehrter Strahlengang).
Wenn Peter sein UV Mikroskop entsprechend umbaut, liefere ich die Chrom/Photolackbeschichteten Objektträger
und mache die Strukturätzung. ;D
Gruss
Wilfried
Hallo Wilfried,
Du bringst mich auf eine Idee ;D
Also auf ein Deckglas kann ich relativ einfach eine dünne Silberschicht sputtern. Dann könnte der nächste Schritt sein einen Fotolack aufzubringen, belichten, entwickeln und das Silber mit HNO3 zu ätzen. Klingt machbar.
Bitte mal etwas Zeit lassen, ich werde es schrittweise versuchen.
Meine Versuche mit einem spitzen Stichel aus Edelstahl und Wolfram in die Silberschicht ein Gitter zu ritzen sind alle nicht berühmt :'( Es geht natürlich, aber für ein gleichmäßiges Gitter reicht es nicht.
Ob es dann unbedingt per UV-Technik auch sein muß ........ ???
Weit wichtiger ist die Kantenschärfe vom Fotolack und die Ätztechnik.
Abendliche oder abenteuerliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
schön das ich dich "reizen" konnte die hobbymässige Fertigung von Testgittern doch anzugehen.
Die Idee mit gesputtertem Silber auf Deckgläschen finde ich gut (kannst du den selber privat sputtern ?).
Die Silberschicht wird ja später durch das Einbetten zwischen Objektträger und Deckglas mechanisch und korrosiv
geschützt, sodass es kein Chrom sein muss.
UV Belichtung muss jedoch sein, da die Photolacke im sichtbaren nicht empfindlich sind. Das hat ja dann auch die
schöne Nebenwirkung dass man bei Licht (besser Gelblicht) arbeiten kann und die Auflösung auch etwas besser wird.
Falls du Kleinmengen an hochauflösendem Photolack brauchst kann ich dir gerne was schicken.
Ein Problem wird das gleichmässige Aufbringen einer gleichmässig dünnen Photolackschicht auf das silberbeschichtete Deckglas sein.
Man könnte auch Photolackspray, wie in der hobbymässigen Platinentechnik verwenden, aber ich weiss nicht, wie weit man da in der
Auflösung herunterkommt.
Das Tauchziehverfahren wäre auch eine Möglichkeit.
In meiner Diplomandenzeit haben wir früher eine billige alte elektrische Kaffemühle mit Schlagwerk zum Spincoater umfunktioniert indem das Schlagmesser durch eine kleine rotierende Scheibe mit Vertiefung für die Deckglasaufnahme ersetzt wurde.
Für so kleine Substrate, wie Deckgläser funktionierte das genausogut, wie ein teurer professioneller Spincoater.
Soviel mal zunächst zum Ideenaustausch
und motivierende Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried,
ich stehe ganz am Anfang. Einzig was gut geht ist Silber, Gold oder Kupfer unter Argon sputtern. Ist eine Eigenbaumaschine und reicht für meine relativ seltenen Versuche. Eine kleine Hochvakuumanlage steht auch noch bei mir, aber der Aufwand lohnt nicht. Es sei denn ich müßte unbedingt Chrom oder Aluminium aufdampfen. Hatte früher Filter mit dielektrischen Schichten damit erfolgreich angefertigt, als es noch keine große Auswahl für den astronomischen Einsatz gab. Die Zeiten sind aber vorbei ;D Wer will bei den Astro-Amateuren noch ein Filter aus nur 9 Schichten? Das müssen heute 15-25 Schichten aus Titanoxid oder Ceroxid u.ä. sein, abriebfest und unkapputbar . Das geht aber ohne E-Verdampfer nichtmehr.
Fotolack habe ich noch und das sind die nächsten Versuche. Die umgebaute Kaffeemaschine finde ich super.
Grüße
Peter
Hallo Wilfried,
nach intensiver Suche wie ich eine Belichtung machen könnte, stellen sich mir sehr viele Hindernisse in den Weg. Denn wer hat schon in der hinteren Schublade ein UV-taugliches Objektiv mit entsprechenden Kennzahlen für eine Belichtung?
Dagegen ist ein neuer Versuch mit einer angeschliffenen Wolframspitze in die Silberschicht Linien auf eine Länge von 10mm und Abständen von 100 µm einzuritzen doch gut gelungen. Weit entfernt von jeder Profiversion, aber für einige Tests noch ausreichend. Und ein Reinraum fehlt auch noch ;D Wie üblich, je weiter man einsteigt um so größer werden die Problemchen.
Doch besser sparen und bei Heidenhain vorbeischaun ???
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/19323_15371187.jpg)
Schönes Wochenende
Peter
Hallo Peter,
nicht gleich aufgeben, sieht doch schon gut aus !
Hast ja praktisch schon eine 10 Linien/mm Maske für die weitere Lithographie. Als nächsten Schritt würde ich versuchen diese Maske in der Zwischenbildebene eines Mikroskops anzubringen und mit einem 10er Objektiv auf ein Photolackbeschichtetes Deckglaschen zu verkleinern. Der Photolack ist sicher bei 385 nm schon genügend empfindlich, selbst wenn das Objektiv nur 1% durchlassen würde.
Also ran an die nächste Verkleinerungsstufe zum 100l/mm Gitter. ;)
Um die Photolackparameter und Ätzparameter der Silberschicht auszutesten könntest du ja auch erst mal versuchen dein geritztes Gitter mittels 1:1 Kontaktkopie auf weitere silberbeschichtete Deckgläschen zu vervielfältigen.
In der Lithografiefachsprache hättest du dann schon aus einer Mastermaske mehrere Arbeitsmasken hergestellt.
motivierende Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried,
nur eine kleine positive Ergänzung. Es ist mir gelungen noch einen Fachhändler aufzutreiben der auch noch Filme liefern kann. Kleinbildfilm ADOX CMS 20 mit einer Auflösung von 800 Linien/mm ! Wenigstens nach Prospekt. Das gibt nun doch wieder etwas Hoffnung ;D
Wer hätte gedacht, dass es noch eine Filmindustrie für SW-Filme gibt.
Schönes Wochenende
Peter
Hallo Peter,
na also,
das wäre ja dann noch ein besserer Film als es ihn früher je gab (mit Ausnahme der Kodak High Resolution Plates für die Mikrolithografie). Die 800 linien/mm sind ja noch eine Angabe für feine Grautonentwicklung.
Wenn man einen hohen Kontrast in der Testgittervorlage hat und den Film hart entwickelt müsste sich diese Auflösung daher sogar noch steigern lassen.
Aber für dein 100 Linien/mm Testgitter müsste es in jedem Fall locker mit guter Kantenschärfe reichen.
Trotzdem wäre dann mit so einer Vorlage in der Zwischenbildebene eine Mikroskops die zweite Verkleinerungsstufe in Richtung 4000 Linien/mm in Photolack noch interessant.
Gruss
Wilfried
Hallo Wilfried,
sollte der Film eintreffen, dann aber wie belichten? Gerade festgestellt dass meine Leica M2 den Geist aufgegeben hat :o und somit ein sicher gutes Summicron 50/2 damit ausfällt. Nun habe ich noch Canon mit einem Canon 50/1,4 FD, oder Olympus O1 mit einem ebenfalls schönen 50/1,4. Hast Du noch alte Erfahrungen wem man den Vorzug geben sollte? Ich kann doch nicht noch Objektivtests beginnen. Das wird sonst die endlose Geschichte :-\
Grüße
Peter
Hallo Peter,
die beiden Objektive werden sich nach meiner Ansicht nicht viel schenken. Ich schätze mal, dass beide bei optimierter Blende ca. 200 LP/mm übertragen können also in etwa die Hälfte des 800 linien/mm Films.
Ein wenig herumoptimieren musst du sowieso um die optimale Blende und Belichtungszeit herauszufinden, dann kannst du ja auch gleich noch das Objektiv varieren. Hast ja 36 Aufnahmen zur Verfügung.
Wo hast du denn den Film bestellt und was kostet er ? Ich überlege mir auch mal wieder etwas in diese Richtung zu
"spielen".
Gruss
Wilfried
Hallo Wilfried,
ich bin zwar nicht angesprochen und hoffe mein Beitrag wird nicht als "Einmuschung" betrachtet.
Meines Wissens nach gibt es zwei Produkte am Markt, die solch extreme Auflösungen (>600 Linien/mm) auf dem Gebiet der bildmäßigen Fotografie im SW-Bereich bieten.
Zum einen zu finden hier http://www.spur-photo.com/
Und zum anderen hier http://www.fotoimpex.de/shop/filme/kleinbildfilme-135/adox-cms-20-13536-kleinbildfilm.html
Eine Zusammenfassung gibt es auch hier http://de.wikipedia.org/wiki/Aufl%C3%B6sung_%28Fotografie%29
Meines Wissens nach basieren die eingesetzten Filme auf Material, das bei der Agfa Gevaert in Belgien gegossen wurde (wird?) und hauptsächlich für Luftbildaufnahmen(militärisch) eingesetzt wird.
(Siehe auch hier http://www.apug.org/forums/archive/index.php/t-37795.html)
Beste Grüsse,
Volker
Zitat von: Volker V. in September 21, 2009, 12:24:04 NACHMITTAGS
ich bin zwar nicht angesprochen und hoffe mein Beitrag wird nicht als "Einmuschung" betrachtet.
jeder der interessiert ist ist angesprochen sonst könnten Peter und ich das ganze ja gleich per PN disskutieren.
daher auf jeden Fall vielen Dank für deinen Beitrag. Zumindest die zusammenfassende Darstellung der verschiedenen Filme in Wikipedia kannte ich bisher noch nicht.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried,
ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen und wollte auch vorschlagen, dass wir das Thema nur unter uns noch bereden. Jedenfalls wird es nun etwas dauern bis ich
1. den für mich neuen Film getestet habe, incl. Entwickler
2. ein geeignetes Objektiv für eine Reproduktion incl. Kameragehäuse habe
Falls es doch meine Euroschmerzgrenze überschreitet, so ziehe ich noch rechtzeitig die Notbremse.
Jetzt muß ich aber an eine optische Bank um Messungen an den Objektiven zu machen. Alles nicht so einfach wenn man nicht nur pröbeln will. ;D
Gruß
Peter
Hallo Peter,
schau mal was ich gefunden habe:
http://www.3bscientific.de/blenden-beugungsobjekte-und-filter/demonstrationsgitter-u19520,p_83_113_872_0_1370.html
ich kenne zwar die Qualität nicht, aber zumindest über den Preis von knapp 40.- € kann man nicht
meckern.
Gruss
Wilfried
Hallo Wilfried,
besten Dank für den Tipp ;D Ist schon bestellt und ich soll es (leider erst) nächste Woche erhalten. Trägermaterial unbekannt, aber Rückgaberecht von 14 Tagen. Klingt erst mal sehr gut.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: peter-h in September 17, 2009, 14:18:03 NACHMITTAGS
Die Methode -selbst ist der Mann- , war auch schon angedacht, nur leider ist das Material (Agfa Ortho 25) schon lange nichtmehr im Handel. An guten Kameras und Objektiven fehlt es nicht, auch nicht an einer Dunkelkammerausrüstung incl. aller Chemikalien. Aber ob sich der Aufwand lohnt um dann festzustellen, dass die Kanten doch nur weiche Übergänge sind .... ???
Also suche und warte ich weiter.
Viele Grüße
P. Höbel
Hier ein über 30 Jahre altes Beispiel eines Strichgitters mit Agfa Ortho 25 (zusätzlich eine 1/100 mm Teilung):
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/19597_23488915.jpg)
Die sagenhaften 350 Lp/mm erreichte man nur bei Kontrasten von 1:1000 und mit Spezialobjektiven. (Übrigens wurde früher 350 L/mm geschrieben und selbstverständlich waren damit 350 Lp/mm gemeint!)
Gruß,
Stuessi
Hallo,
meine bisherigen Versuche mit einem guten 0815 Objektiv sind sehr bescheiden. Das Luftbild in der Focusebene des 50/1,4 Objektivs bei günstigster Blende wurde mit einem Mikroobjektiv 40/0,55 160/0 betrachtet, oder besser gesagt über eine CCD-Kamera aufgenommen und ausgewertet. Trauerspiel !!!
D.h. es wird wohl nicht über 50 LP/mm bei vernünftigem Kontrast und Kantenschärfe kommen, ganz gleich was das Filmmaterial sagt.
Soweit zum heutigen Stand.
Grüße
P. Höbel
Hallo Gitterliebhaber,
die tollen Filme sind eingetroffen und da ich schon alle Vorbereitungen getroffen hatte, incl. einen Entwickler nach altem Rezept für harten Kontrast und gute Konturenschärfe - AGFA 22 - angesetzt hatte, konnte die Belichtung und sofortige Entwicklung erfolgen. Selbstverständlich mit unterschiedlichen Belichtungen und einer ganzen Blendenreihe.
Das beste Ergebnis will ich gerne zeigen.
http://www.mikroskopie-ph.de/ADOX-ORTHO-25-1.jpg 1 MB !
Die Vorlage war per Tintenstrahler auf ein mattes Fotopapier gedruckt. Kamera Olympus OM1 mit 50/1,4 und Blenden Reihen von 2,8/4/5,6/8 , erste Versuche auf ADOX ORTHO 25.
Sehr ermutigend sieht das nicht aus. ??? Aber es gibt ja noch den Superfilm CMS 20. Allerdings verspreche ich mir keine Wunder, denn letztlich wird dann das Objektiv die Bremse sein.
Nach bestimmt 10 Jahren ohne Entwicklerdose und Entwickeransatz nach Rezeptur (ein Dank an das Kompendium von Dr.E. Mutter) , war die Panscherei in der Dunkelkammer wieder ein richtiges Erlebnis. Ganz ohne PC und Mausklick ;D
Gitterscharfe Grüße
P. Höbel
Liebe Testgitterfreunde + innen ;D
Neuigkeiten sind zu berichten. Nun endlich konnte ich auch den Wunderfilm belichten und messen.
Bisher war der alte Ortho 25 immer das Maß aller Dinge, bis auf den ebenfalls sehr guten Kodak TP 2415 (leider schon lange eingestellt). Unter gleichen Bedingungen wie zuvor wurde also der ADOX CMS 20 belichtet, entwickelt und ausgemessen.
Kaum zu glauben, was dieser Film leistet !
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/19799_46429731.jpg)
Aus dem Helligkeitsverlauf in den einzelnen Liniendichten kann man dann nach etwas Rechnung auch den Kontrast berechnen und so eine vorsichtige MTF / MÜF incl. der MTF der Optik darstellen. Es wird mit dem CMS 20 also sicher auch ein Gitter mit 100 LP/mm noch herstellbar sein !
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/19799_8963119.jpg)
Wer in die alte Giftküche einsteigen will, für den habe ich auch noch die Rezeptur für den Entwickler bereitgestellt.
Entnommen aus Dr.E. Mutter , Kompendium der Photographie Band II
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/19799_687191.jpg)
Und wie es der Zufall will, brachte die Post (oh Wunder wie schnell) auch das 3-fach Gitter von 3B Scientific mit 100 , 300 , 600 LP/mm. EDUCATIONAL DIFFRACTION GRATING.
Man darf natürlich für den Preis keine Zeiss-, Leica-, Heidenain usw. Qualität erwarten und die Gitterplättchen sind für einfache Schulversuche gedacht.
300 LP/mm aufgenommen mit Leitz NPL 16/0,45
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/19799_30923613.jpg)
Vielleicht habe ich einige Anregungen geben können. Jedenfalls ist die "Filmentdeckung" eine große Überraschung und wer einmal wieder eine extrem gute Analogaufnahme wie in alten Zeiten machen möchte, hat keine Ausrede dass es kein Filmmaterial mehr geben würde ! ;)
Damit beende ich die für mich wichtige Testphase.
Ein schönes Wochenende und Grüße
P. Höbel
Hallo Peter,
das sieht ja gut aus !
Du hast den CMS 20 im selbst angesetzten (Agfa 22 Rezept) entwickelt, ist das besser als im Originalentwickler den Adox dazuliefert ?
Welches Objektiv hast du jetzt verwendet mit welcher optimalen Blende ?
Zitat von: peter-h in September 25, 2009, 17:01:55 NACHMITTAGS
Damit beende ich die für mich wichtige Testphase.
/
Auf jeden Fall vielen Dank für die Entdeckung und Testung dieses tollen Filmaterials.
Ich werde bei nächster Gelegenheit auch mal wieder zusammen mit Praktikanten oder Diplomanden versuchen "Billig"Photomasken auf diese
Weise herzustellen.
schönes Wochenende
Wilfried
Hallo Zusammen,
und wer doch fertig kaufen möchte, kann sich bspw. an Askania wenden. Ich habe vor ein paar Tagen dort eine Objektmessplatte mit Teilung 0,5 + 0,1 + 0,01 mm erworben zum Preis von 130,- € + Mwst.
Einen Preisvergleich mit anderen Herstellern habe ich aber nicht gemacht.
Schöne Grüße
Markus Jochheim
Hallo Wilfried,
der Originalentwickler ist mehr für Halbtonbilder, also weich gehalten. Ich suchte ja nach einem harten Entwickler. Es gibt noch ein anderes Rezept von AGFA 70a. Aber das will ich nicht weiter hier öffentlich ausbreiten, sonst läuft es unter O.T. >:( Und weiter will ich auch noch mit feinen Gravuren (Diamant oder Saphir) in dünne Silberschichten Versuche durchführen. Vermutlich sind 50 LP/mm mit Hobbyausrüstung zu schaffen.
Schönes Wochenende
Peter
Ich habe ein 20er Ronchi-Gitter von Edmunds. Ich benötige es, um Fernrohre zu prüfen. Edmunds beitet auch feinere Gitter an, das wird dann teuerer:
http://www.edmundoptics.com/onlinecatalog/displayproduct.cfm?productID=2343
Fotografisch kriegt man dies nie und nimmer hin. Die Gitter sind bis an die Beugungsgrenze unter einem Mikroskop gerade und scharf. Fotografische Gitter sind immer augefranst und durch den flexiblen Träger auch ungleichmäßig. Messaufgaben lassen sich damit nur eingeschränkt durchführen.
Diese Angebote der Ronchigitter sind recht teuer.
Ich will deshalb ausdrücklich noch einmal auf die Testplatte von Zeiss verweisen, die mit 3000LP/mm bis an die Grenzen heranreicht und meiner Meinung sogar extrem günstig ist. Wir setzen diese Platte zum Testen der Auflösung ein. Ein Hinweis noch, wer mittels Testplatte die Auflösung seiner Stereomikroskope oder Mikroskope überprüfen will, der sollte zur Sicherheit auch einmal Okulare mit stärkerer Vergrößerung einsetzen, um ganz sicher zu sein, das seine Augen nicht der limitierende Faktor sind.
Werner Jülich
Hallo Herr Jülich,
jetzt bin ich aber doch neugierig geworden. Wo bekomme ich diese 3000 LP/mm Testplatte bei Zeiss und was kostet sie ?
Auf der Zeiss Webseite finde ich unter Testplatte nichts.
viele Grüsse
Wilfried
Z. B. über uns.
Auflösungstest-Objekt 3000
Glasplatte 76x26x2,5 mm
mit 3 positiven und 3 negativen Linientafeln
jede enthält 45 Liniengruppen von 10 LP/mm bis 3000 LP/mm
Preis 959 Euro zuzüglich 19% MWST
Man gestatte mir ausnahmsweise diese detaillierten Angaben.
Die Tafel diente ursprünglich dazu, die Auflösung beim Discovery.V20 nachzuweisen.
Werner Jülich
Hallo Herr Jülich,
klingt interessant. Ich werde mich über ihre mailadresse mit ihnen in Verbindung setzen.
Gruss
Wilfried