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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: sternstaub in Mai 25, 2018, 21:45:25 NACHMITTAGS

Titel: Kristalle aus dem Wasserkessel
Beitrag von: sternstaub in Mai 25, 2018, 21:45:25 NACHMITTAGS
Hallo,
bei uns in Ravensburg ist das Wasser ziemlich hart. Beim Kochen kristallisiert die Carbonathärte aus und erzeugt nach einiger Zeit dicke weiße Brocken aus Kesselstein.Diese wiederum bestehen aus einem Filz aus feinsten Calcitnadeln. Die Bilder zeigen die Nadeln im polarisierten Licht. Olympus Vanox T, S-PLAN APO 20x, Projektiv NFK 3,3, Canon EOS 20 Da. Calcit in Entellan.
Heinz

Titel: Re: Kristalle aus dem Wasserkessel
Beitrag von: Heiko in Mai 25, 2018, 22:24:55 NACHMITTAGS
Hallo Heinz,

wie hast Du die abgebildeten Kristalle erhalten?

Gruß, Heiko
Titel: Re: Kristalle aus dem Wasserkessel
Beitrag von: Klaus Herrmann in Mai 25, 2018, 22:34:01 NACHMITTAGS
Hallo Heinz,

Zitatbei uns in Ravensburg ist das Wasser ziemlich hart.
Na klar, ihr seid ja auch meilenweit vom weichen Bodenseewasser entfernt! ;D

Schöne Bilder. Ich hab die selbe Frage wie Heiko. Die Kristalle sehen so gar nicht nach kompaktem Kesselstein aus.
Titel: Re: Kristalle aus dem Wasserkessel
Beitrag von: sternstaub in Mai 26, 2018, 08:37:02 VORMITTAG
Hallo,
im Kessel bilden sich diese groben Brocken, die ab und zu herausfallen, wenn man den Kessel mit Wasser füllt, umschwenkt und wieder ausgießt. Die bestehen aber keineswegs aus hartem Stein, sondern aus einer weichen "Masse", die sich zerdrücken lässt. Das sind dann die Nadeln. Es sind auch härtere Anteile im Kessel. Die habe ich mir aber noch nicht angeschaut. Ravensburg bezieht kein Bodenseewasser. Hier gibt es eigene Brunnen, das Wasser in RV besteht zu 20% aus Grundwasser und 80% aus eigenem Quellwasser. Enthalten sind 90mg Calcium und 20mg Magnesium pro Liter. Wir haben keinen direkten Zugang zum Bodensee. Der wird von Bayern und dem Bodenseekreis beherrscht. Letzterer vertickert das Seewasser bis Mannheim. Weltpolik auf kommunaler Ebene...
Ich lege nochmal ein Bild bei. Das ist mit dem 20er SPLAN gemacht aber das Zwischenbild ist direkt (ohne Projektiv) auf den Chip der Canon abgebildet worden.
Heinz
Titel: Re: Kristalle aus dem Wasserkessel
Beitrag von: Gerd Schmahl in Mai 26, 2018, 09:52:05 VORMITTAG
Hallo Heinz,
Calzit ist schon am wahrscheinlichsten, aber hast Du mal einen Test gemacht mit Salzsäure oder Essig? Könnten auch Gipskristalle sein, die sich in den beiden genannten Säuren nicht lösen würden, während es bei Calzit schäumen sollte.
LG Gerd
Titel: Re: Kristalle aus dem Wasserkessel
Beitrag von: sternstaub in Mai 26, 2018, 23:18:21 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,
mit Apfelessig (hab leider keine Salzsäure im Haus) schäumt es etwas. Zudem ist Gips mit 2g/l in Wasser vergleichsweise gut löslich, während das Carbonat nahezu unlöslich ist. Wir haben heute mal den weißen Wandbelag eines Elektrowasserkochers abgekratzt. Das ist das gleiche Zeug. Könnte aber auch alles Aragonit sein. Ohne Röntgenaufnahme ist das etwas schwierig zu entscheiden. Kalksinter in heißen Quellen ist Aragonit. So ein Wasserkessel ist ja irgendwie auch ein heiße Quelle... Für den Aragonit spricht das ziemlich orthorhombische Aussehen der Kristalle. Die Winkel sind verdächtig um die 90°, der nadelige Habitus spricht auch für Aragonit. Je länger man das Zeug anschaut, desto geheimnisvoller wird es.
Heinz
Titel: Re: Kristalle aus dem Wasserkessel
Beitrag von: Heiko in Mai 27, 2018, 21:31:21 NACHMITTAGS
Hallo Heinz,

habe heute auch einmal meinen Wasserkocher ,,befragt", weiches Wasser, das laut Versorger leicht aufgekalkt wird. Abgebildet ist dieses Aggregat mit dem 40er:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/234377_10261382.jpg) (http://abload.de/image.php?img=kesselstein78uo4.jpg)

Gruß, Heiko