Liebe Pflanzenfreunde,
der Echte Wundklee ist allgemein als Heilpflanze bekannt, die aktuelle Nutzung ist aber eher als unbedeutend zu bezeichnen.
Das Artepipheton vulneraria leitet sich vom lateinischen vulnerarius (= Wund-) ab.
Der Name weist auf die frühere Verwendung bei Wunden hin.
Der Echte Wundklee galt auch als Zauberkraut. In die Wiege gelegt sollte er kleine Kinder vor dem ,,Verschreien" (= Verhexen) beschützen, wovon sich auch der Name Schreiklee ableitet.
Bild 01 Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_14347911.jpg)
Diese Pflanze steht bei uns im Garten.
Foto: H.-J_Koch
Man nahm das frische, zerquetschte Kraut oder Teeaufgüsse zu Waschungen bei Hautleiden, offenen Beinen, Frostschäden und Geschwüren und zum Gurgeln bei Entzündung im Mund- und Rachenraum.
Die enthaltenen Gerbstoffe könnten hierfür eine Erklärung geben, die Wirksamkeit ist bisher aber nicht ausreichend belegt.
Die Schulmedizin macht keinen Gebrauch von der Droge.
Die Wirkstoffe sind insgesamt wenig untersucht.
Anthyllis vulneraria enthält Saponine, Gerbstoffe (0,6 %) und Flavonoide, vermutlich vom Catechin – Typ.
Catechine sind polyphenolische Pflanzenmetaboliten aus der Gruppe der Flavonoide und zählen daher allgemeinhin zu den sekundären Pflanzenstoffen. Besondere Bedeutung haben sie aufgrund eines hohen antioxidativen Potentials.
Der Echte Wundklee ist in fast ganz Europa, Vorderasien und Nord-Afrika verbreitet.
Bild 02 Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_51393439.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die mehrjährige, krautige Pflanze ist eine ausdauernde Halbrosettenstaude mit bis zu 30 cm hohem, aufsteigendem Stängel, der mit gefiederten, graugrünen, seidig behaarten Blättern besetzt ist.
Diese Pflanzenart hat ein kurzes, mehr oder weniger ästiges und vielköpfiges Rhizom.
Bild 03 Blütenköpfchen, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_26756241.jpg)
Urheber: Fornax
Gelbe oder orangefarbene Blüten bilden endständige Blütenköpfchen.
Im Mittelmeergebiet sind die Blüten rot.
Der häufig, an der Basis wollige Kelch schwillt nach der Blüte bauchig an.
Die Grundblätter sind rosettig, häufig einfach oder wenig gefiedert, mit großen Endblatt.
Das Blumenköpfchen ist umgeben von handförmig gelappten Hochblättern.
Der Kelch ist zottig behaart.
Alle zehn Staubblätter sind trotz Nektarbildung zu einer Röhre verwachsen, die somit nur langrüsseligen Insekten wie Hummeln oder Schmetterlingen zugänglich ist.
Die Blüte besitzt einen Pumpmechanismus:
Beim Herunterdrücken des Schiffchens durch den Bestäuber wird durch den Griffelkolben der Pollen entleert. Die Narbe ist erst nach dem Abwetzen der zarten Oberflächenzellen klebrig.
Bild 04 Illustration von Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_23264094.jpg)
Quelle: www.biolib.de
Dieses Bild ist gemeinfrei.
Systematik:Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Wundklee (Anthyllis)
Art: Echter Wundklee
Wissenschaftlicher Name: Anthyllis vulneraria
Volkstümliche Bezeichnung:
Apothekenklee, Bärenklee, Bartklee, Frauenkäpeln, Gelber Klee, Goldknopf, Hasenklee, Kretzenkraut, Russischer Klee, Schafszähn, Sommerklee, Tannenklee, Watteblume, Schreiklee und Wollklee.
Die ca. 3 cm langen Spross – Stücke enthalten viel Luft, sie schwimmen im AFE III Gemisch alle an der Oberfläche.
Damit die Fixierlösung ganz eindringen kann, habe ich eine kleinen Vakuum - Pumpe eingesetzt.
Bild 05 Vakuum – Pumpe
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_14303791.jpg)
Die Nadel mit einer Zange um 90 Grad biegen.
Der Holzrundstab verhindert, dass sich der Kolben der Spritze wieder zusammenzieht und der Unterdruck erhalten bleibt.
Bild 06 Pflanzen – Proben in AFE III
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_49584532.jpg)
Die Luft entweicht und die Stücke sinken langsam auf den Boden.
Spross, Querschnitt, 25 µm
Zunächst einmal sechs Bilder von ungefärbten Schnitten.
Bild 07 Übersicht, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_19699911.jpg)
Bild 08 Vergrößerung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_2389992.jpg)
Bild 09 Abschulssgewebe, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_30880833.jpg)
Bild 10 Vergrößerung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_58154627.jpg)
Bild 11 Autofluoreszenz, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_35529478.jpg)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 12 Autofluoreszenz, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_47422476.jpg)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 13 Negativ Aufnahme, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_65273341.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) modifiziert
Arbeitsablauf :
1. Schnitte liegen in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 8 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca. 15 Sekunden !!!.
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 1 Minute und 30 Sekunden.
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 4 : 1
verwendet (blau + gelb = grün).
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol ( 99,9 % ).
10 Einschluss in Euparal.
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Fotos: Nikon D5000.
Bild 14 Übersicht, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_58961324.jpg)
Bild 15 Vergrößerung aus der Übersicht mit Beschriftung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_1495183.jpg)
MP = Markparenchym, H = durchgehender Hohlraum, T = Trachee, XY = Xylem, RP = Rindenparenchym, EP = Epidermis, K = Kambium, PH = Phloem
Bild 16 Vergrößerung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_61302538.jpg)
Bild 17 Trichom, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_30376100.jpg)
Bild 18 Vergrößerung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_37460558.jpg)
Bild 19 Vergrößerung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_59487907.jpg)
Bild 20 Xylem, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_23085090.jpg)
Bild 21 Vergrößerung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_6964596.jpg)
Bild 22 Spaltöffnung, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_17113003.jpg)
Der Gasaustausch hat vor allem die Epidermis als Abschlussgewebe als Barriere. Für den Gasaustausch stehen nur die Spaltöffnungen zur Verfügung.
Das Problem dabei ist, dass der Gasaustausch über Diffusion erfolgt. Die diffundierenden Stoffe dabei sind H2O-Dampf, O2 und CO2.
Eine Barriere für Wasser ist dabei auch eine Barriere für CO2. Das heißt die Cuticula als Wasserundurchlässige Schicht verhindert auch den Gasaustausch von CO2, was die Spaltöffnungen notwendig macht.
Bei der CO2 Aufnahme verdunstet auch Wasser, was dazu führt, dass bei dauerhaftem Gasaustausch entweder genug Wasser, aber zu wenig CO2 verfügbar wäre, oder aber genug CO2 zur Verfügung stände, die Pflanze jedoch bei ungünstiger Witterung auszutrocknen drohte.
Dies macht einen regulierbaren Gasaustausch notwendig.
Bild 23 Trichom, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_30544512.jpg)
Bild 24 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_44365459.jpg)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 25 Trichom, Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_7044526.jpg)
Bild 26 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Echter Wundklee Anthyllis vulneraria
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/235046_20390146.jpg)
Quellen und weiterführende Informationen: Wikipedia; Freie Enzyklopädie
,,Welche Heilpflanze ist das ? ", ISBN: 978-3-440-10798-0
,,Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen", ISBN: 978-3-89996-508-7
,,Heilpflanzen", ISBN: N 3-7043-9998-1
,,Das neue Handbuch der Heilpflanzen", ISBN: 978-3-440-12932-6
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quellen. Texte werden anschließend individuell von mir selbst verfasst.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Doch zunächst einmal wünsche ich viel Freude beim Lesen.
Hans-Jürgen