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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Spinnen_Makro in Juli 24, 2018, 14:29:48 NACHMITTAGS

Titel: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Spinnen_Makro in Juli 24, 2018, 14:29:48 NACHMITTAGS
Hallo liebe Gemeinde,

ich habe mich durch euer Forum gewühlt, auf der Suche nach einer simplen Lösung für mein Vorhaben. Wahrscheinlich habe ich sie sogar gelesen - nur nicht verstanden. :-)
Wie der Zufall so spielt, habe ich sehr günstig einen alten Tessovar + Grundkörper erstanden (Bilder unten). Mir ist klar, was ich damit machen kann. Für mich soll es dem Zweck detailierter anatomischer Aufnahmen von Spinnenpräparaten dienen. Leider ist mir nicht ganz klar, wie ich das Gerät nutzbar mache. Soweit ich das verstehe, was ich so lese, benötige ich eine Ringschwalbe 60mm auf M42 und dann einen Adapter von M42 auf Pentax PK. Nun ist aber auch oft von T-Ringen die Rede. Und meine Suche in einschlägigen Portalen führt auch nicht zu passenden Adaptern. Meine erste Frage lautet also: Was genau benötige ich, um meine Pentax DSLR mit diesem Objektiv zu kombinieren und wo kann ich das bekommen?
Außerdem habe ich festgestellt, dass mein Grundkörper keinen Faktor verrät, wie das immer wieder erwähnt wird, sondern an der Stelle ein Metallemblem trägt. Er ist also etwas anders. Bedeutet das, wir nehmen hier Faktor 1x an? Oder ist das gar nicht der richtige Grundkörper?
Das sind bestimmt dumme Fragen, die oft gestellt werden, aber momentan sitze ich wirklich hilflos davor und bin von Dreh- und Fräßanleitungen geplättet. :-)

Ich danke also jedem, der hier einen kurzen Hinweis gibt.

Viele Grüße an alle Leser

Robert

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236633_17654054.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236633_52727599.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236633_14347911.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236633_51393439.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236633_26756241.jpg)
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: HCLange in Juli 24, 2018, 17:02:33 NACHMITTAGS
Hallo Robert,

das Auflagemaß ab Oberkante Einstellfernrohr beträgt 63,7 mm, d.h. die Höhe des PK-Adapters ist dann 18,2 mm.
Das Auflagemaß ab Tessovarkörper (ohne Einstellfernrohr mit Strahlenteilung) beträgt 110 mm.
Beide Komponenten haben oben die Zeiss Standerd Ringschwalbenaufnahme.

Herzliche Grüße
Christoph

Nachtrag : Der Grundkörper (bzw. Einstellfernrohr) hat den Faktor 1 und ist die richtige Ausführung für das Tessovar.
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Reinhard in Juli 25, 2018, 11:15:08 VORMITTAG
Hallo Robert,

eine andere Lösung, die mir damals von Rolf (im Forum: reblaus) gebaut wurde, ist m.E. bequemer, zumindest, wenn Deine Pentax so etwas wie "live-view" hat. Das erspart dann den bandscheibenabträglichen Blick durch den Grundkörper.
Es ist ein linsenloser "Abstandshalter" mit einer "CZ Ringschwalbe" unten und einem (hier) Canon-Adapter oben.
Der Abstandshalter hat (hier) eine Länge (über Adapter) von 81mm (hier jedoch für Vollformat)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236664_41149443.jpg) (http://www.directupload.net)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236664_39785641.jpg) (http://www.directupload.net)

viele Grüße
Reinhard
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Spinnen_Makro in Juli 25, 2018, 11:45:13 VORMITTAG
Das sieht doch etwas einfacher aus und könnte mir ganz gut gefallen. Allerdings habe ich nun schon mitbekommen, dass man tatsächlich immer erst einmal jemanden finden muss, der das bauen kann. Originalteile oder irgendwelche Standardadaptoren im Handel scheint es nicht zu geben. Das macht es Anfängern wie mir extrem schwer. :-)
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Reinhard in Juli 25, 2018, 12:45:45 NACHMITTAGS
Hallo Robert,

da kann ich Dich beruhigen.
Bisher habe ich hier im Forum immer noch jemanden gefunden, der fachmännisch und zu mehr als moderaten Honoraren meine oft
sehr ungewöhnlichen und "strangen" Wünsche in solide Handwerkskunst übersetzt hat.
Im Falle des Tessovar-Adapters mußte ich allerdings ein Teil mit "Schwalbe" besorgen, da diese oft nicht in den Werkstätten der Mitglieder vorrätig ist.
(zum Beispiel in einem alten Monotubus)
Also einfach hier oder unter "Suche" Deinen Wunsch einstellen.

zuversichtliche Grüße
Reinhard
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Spinnen_Makro in Juli 25, 2018, 13:16:12 NACHMITTAGS
Eine alte Schwalbe findet sich in jedem Fall. Ich habe noch eine Schrottkiste liegen.
Allerdings kommt mir gerade die Idee -  was ist denn, wenn ich auf den Tessovar einfach einen Trinotubus setze und daran die Kamera adaptiere? Ist das eine funktionale Lösung? Einen Trinotubus hätte ich übrig, auch wenn das wahrscheinlich eine ungewöhnliche Situation ist. :-)
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Reinhard in Juli 25, 2018, 13:48:27 NACHMITTAGS
Gib mal im Forum oben rechts unter Gugl-Suche die Worte Tessovar und Makroskop ein.
Da steht was über Dein "Ansinnen".
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: reblaus in Juli 25, 2018, 14:52:12 NACHMITTAGS
Hängt davon ab, ob Du eine "Voll"formatkamera hast oder eine mit kleinerem Sensor.

Du kannst tatsächlich einen Tritubus direkt auf den Tessovar (nicht auf den Grundkörper) setzen; das Zwischenbild liegt an der richtigen Stelle für Mikroskopokulare -  der Zoom bleibt parfokal.
Leider aber hat  - im Gegensatz zum normalen Mikroskop - das "Zwischenbild" hier einen Durchmesser von etwa 45 mm, weil es ja zur Direktprojektion auf den  Kleinbildfilm bestimmt ist. In einem Okular sieht man deshalb nur einen kleinen Ausschnitt des Bildes und auch ein APS-C-Sensor würde nur einen kleinen Ausschnitt davon erfassen.
Wenn Du damit leben kannst, könntest Du Deine Kamera wie bei den üblichen Mikroskopadaptationen auf den Fototubus setzen (dann nicht kompensierendes Okular verwenden). Besser wäre es dann aber, direkt zu projizieren. Dann müsste der Fototubus deines Trinos, allerdings auf die richtige Länge gekürzt werden und mit einem Bajonett für Deine Kamera versehen werden.

Viele Grüße

Rolf

P.S. Bei dieser Lösung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236674_45523402.jpg)
die ich irgendwann mal ins Forum gesetzt hatte, sitzt der Mikroskopttubus direkt auf dem Tessovar. Allerdings habe ich damals eine zusätzliche Linse in den Tubus eingebaut und diesen entsprechend verkürzt, sodass ich den vollen Bildausschnitt betrachten konnte.
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Spinnen_Makro in Juli 25, 2018, 22:38:03 NACHMITTAGS
Ich möchte momentan eine Pentax K-70 anschrauben. Der Sensor müsste 23,7 mm x 15,7 mm sein, also kein Vollformat.
Einen Trinotubus würde ich auf keinen Fall kürzen. Das übersteigt meine Fähigkeiten bei weitem und ist sicher auch das finale Schicksal des Teils, da ich vermute, dass man es nie wieder dem ursprünglich Zweck zuführen kann.
Gibt es keinen Lösungsvorschlag von Zeiss selbst, auch wenn das Teil schon fast antik ist? Da K-Bajonett ist ja nun auch über 40 Jahre alt. Zeiss kann das doch nicht völlig ignoriert haben, sodass Eigenkonstruktionen das einzige Mittel zur Adaptation waren.
Bisher scheint die einfühlsamste Lösung so ein Zwischenstück sein, wie Reinhard es vorgeschlagen hat.

Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: reblaus in Juli 26, 2018, 00:24:04 VORMITTAG
Hallo -

Falls Deine Kamera nicht per live-view mit einem Computer oder Monitor verbunden werden kann:

Du solltest vielleicht mitteilen, welchen Trinotubus (korrekt: Photo-Bitubus) Du zur Verfügung hast. Dessen oben herausstehender Fototubus kann meistens zerstörungsfrei entfernt (abgeschraubt) und durch einen anderen ersetzt werden - man muss also nicht sägen.
Mit solch einem Tubus und einer Kamera mit APS-C-Sensor lässt sich ein Tessovar durchaus verwenden. Lediglich die Vergrößerung in der Kamera und den Mikroskopokularen erscheint dann mehr als doppelt so groß als das, was auf dem Einstellknopf zu sehen ist, d.h. Du hast die kleinstmögliche Vergrößerung nicht mehr zur Verfügung.

Du kannst zum Einblick auch das nackenschädigende Okular des Grundkörpers verwenden, darin hast Du den Gesamtüberblick. Oben drauf sitzt dann Deine Kamera, aber deren Sensor erfasst dann nur die Bildmitte und nicht das gesamte Bild das Du im Rahmen des Okulars siehst.
Falls du aber Spinnen(-organe) fotografieren willst, solltest Du damit eigentlich gut zurecht kommen. Man braucht dann nur das Kamerabajonett (China) auf einem Zwischenring (Bastelkiste), der den richtigen Kamerabstand festlegt - wie schon Christoph geschrieben hat. Die reinen Materialkosten dafür dürften nicht mehr als 30.- betragen, die Spesen für die eigentliche Adaptation kommen allerdings noch dazu.

Gruß

Rolf
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: Spinnen_Makro in Juli 26, 2018, 11:48:53 VORMITTAG
Hallo Rolf,

die Kamera hat einen Live-View Modus. Ich hätte erwartet, dass das mittlerweile alle DSLR Kameras mitbringen. Da habe ich aber wohl nur Glück gehabt, dass meine das hat, obwohl ich beim Kauf nicht darauf geachtet habe.

Der Trinituous hat zumindest eine "Schnittstelle". Es ist gut möglich, dass darunter ein Gewinde sitzt. (Foto unten) Das Mikroskopsystem habe ich mit dem Tessovar zusammen erstanden, aber schnell festgestellt, dass ich damit überhaupt nichts anfangen kann, weil es die Strukturen nicht so zeigen kann, wie ein Makro das liefert und auch dabei der Fotoaufsatz für mich nicht zu einfach nutzbar ist. Natürlich hatte ich erst einaml die Hoffnung, dass ich die Fotoeinrichtung einfach nutzen oder an das Tessovar adaptieren kann, aber als ich mir dann eine Beschreibung zum Zeiss Standard gesucht habe, wurde mir klar, dass mir die Teile nicht viel helfen. Deshalb war es eigentlich schon wieder zum Verkauf gedacht und nur das Tessovar wird bei mir bleiben. Wenn es natürlich den passenden Trinotubus liefert, wäre das auch nicht schlecht. Materialkosten von 30,- sind natürlich vergleichsweise günstig, wenn ich bedenke, was ich übermütig und blauäugig in die alten System gesteckt habe, ohne vorher zu schauen, ob es überhaupt Adapter gibt. :-)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/236734_52727599.jpg)
Titel: Re: Tessovar Adapter auf Pentax
Beitrag von: reblaus in Juli 26, 2018, 14:46:13 NACHMITTAGS
Hallo -

nachdem Du live-view hast, empfehle ich schrittweises Vorgehen!

Erst mal den Trinotubus schonen - wenn die Optiken in Ordnung sind, wirst Du keine Probleme haben diesen und das Mikroskop wieder loszuwerden.

1. Adapter zur Befestigung der Kamera auf dem Grundkörper herstellen:

a) Bajonettadapter M42/Pentax K aus Messing für 10.- erwerben

https://www.ebay.de/itm/M42-Objektiv-Adapter-kompatibel-mit-Pentax-K-Bajonett-K20D-K200D-K-3-K-5-K-7/253416415343?hash=item3b00cba06f:g:g48AAOSw8pVZlAQf

(Es gibt billigere, aber Alu sollte man keinesfalls verwenden)

b) In dieses Bajonett wird ein M 42 Zwischenring der richtigen Dicke (18 mm minus Dicke Bajonettadapter und Ringschwalbenauflage) eingeschraubt. So was könnte ich spendieren.

c) Ans unteres Ende des Zwischenrings kommt die Zeiss-Ringschwalbe.
Diese lässt sich vermutlich von dem elektrischen Verschluss abschrauben, der auf deinem Foto zwischen der KB-Kamera und dem Grundkörper sitzt. Das Teil war mal sauteuer, hat aber heute nur noch Schrottwert. Ich habe selbst schon 2 davon zur Ringschwalbengewinnung geschlachtet.

d)  In Deinem Grundkörper ist unten in der Ringschwalbe eine 125 mm Linse eingeschraubt. Wenn ja, diese herausschrauben und Grundkörper auf das Tessovar setzen. Kamera mit Adapter auf den Grundkörper setzen und erst mal mit dem Tessovar und live-view herumspielen und herausfinden ob die Sache im Prinzip klappt. Vielleicht reicht Dir ja der Ausschnitt aus der Bildmitte? Dort ist naturgemäß auch die Bildqualität des Tessovars am besten.

Bis dahin wäre der finanzielle Aufwand auch vertretbar und es wird nichts ruiniert - ich könnte Dich dabei unterstützen.

Wenn alles klappt und nur der Bildausschnitt zu klein ist, kann man sich in einem weiteren Schritt über den Einbau einer kleinen Zusatzoptik Gedanken machen, welche das Zwischenbild verkleinert, sodass mehr davon vom Kamerasensor erfasst werden kann - ähnlich wie ich das bei dem Monokularaufsatz in meinem obigen Beitrag gemacht habe. Dazu kann aber der Grundkörper nicht verwendet werden, weil dann das Auflagemaß kürzer wird. Man würde zum Probieren einfach noch einen weiteren M42 Zwischenring dazwischen schrauben. Wenn alles stimmt bleibt sogar die Parfokalität des Zooms erhalten.

Der Tritubus könnte zwar verwendet werden, wenn der kleine Bildausschnitt reicht. Allerdings wäre der Durchmesser der Fotoröhre am Unterende wahrscheinlich zu gering für ein Vollbild-Upgrade mit Zusatzlinse mit vertretbarem Aufwand und in den Okularen würde man nach wie vor nur einen Ausschnitt aus der Bildmitte sehen

Viele Grüße

Rolf