Hallo,
mein Mann ist Schütze und begeisterter Bastler. Er möchte zur Munitionsoptimierung per Mikroskop das Ergebnis seiner Bastelei begutachten. Er möchte also z.B. Luftgewehrdiabolos unter dem Mikroskop betrachten.
Dafür müsste er wohl ein Auflichtmikroskop kaufen.
Was kann man da kaufen, ohne allzuviel Geld zu investieren. Ich wollte ihm so eine kleine Eschenbach Mikrolupe (1174) kaufen. Und bei ebay habe ich noch ein kleines Eschenbach 3310 gefunden.
Er hatt sich jetzt aber ein kleines digital Mikroskop besorgt aber leider funktioniert das nicht so wie erwartet.
Das Bild sollte direkt auf dem Tablet bzw. PC erscheinen. Na ja bei einem Preis von 25,- Euro kann man sicher auch nicht viel erwarten.
Kann man eigentlich aus einem Durchlicht ein Auflichtmikroskop machen?
Ich hätte noch ein Biolam Lomo stehen.
Was haltet ihr von den o.g. Eschenbach Mikroskop
L.G
Dagmar
Hallo Dagmar,
ZitatNa ja bei einem Preis von 25,- Euro kann man sicher auch nicht viel erwarten.
Eine sehr reife Erkenntnis! 8)
Also um auch nur annähernd seriös zu (be)raten braucht man ein wenig mehr Infos. Was will er denn sehen?
Ich mache sehr viel Auflicht; sowohl mit dem Stereomikroskop, als auch mit einem professionellen Auflichtmikroskop.
Will er die Abdrücke der Laufzüge in der Munition sehen oder was?
Und warum fragst du und er nicht selbst? Ist er zu schüchtern?
Hallo,
ZitatKann man eigentlich aus einem Durchlicht ein Auflichtmikroskop machen?
Klar! Leg doch einfach mal ein Objekt darunter und beleuchte es mit einer starken LED-Taschenlampe seitlich. Das Licht (genügend Licht) muss zwischen den Spalt Objektiv-Objekt gelangen. Bis zum 10er-Objektiv (damit hast Du immerhin schon eine 100-fache Vegrößerung, vorausgesetzt, Dein Biolam hat 10er-Okulare) sollte das einigermaßen problemlos möglich sein. damit liegst Du schon über der Vergrößerung gängiger Stereomikroskope. Bei höher vergrößernden Objektiven wird es schwierig, da man oft wegen des geringen Arbeitsabstandes nicht mehr genügend Licht auf das Objekti strahlen kann.
Herzliche Grüße
Peter
wass will er sehen.......
die abgezeichneten Spuren des Kalibrieren, die Spuren die die Züge und Felder der Waffe hinterlassen haben.
Die Munition wird dabei in Watte aufgefangen.
Außerdem möchte er die Kalibrierfläche vermessen.
Und er möchte bearbeitete und Originalmunition nebeneinanderlegen und begutachten können.
Ob ihr da jetzt was mit anfangen könnt?
Er ist jetzt alerdings mit dem Digitalmikroskop und einem anderen als dem mitgelieferten Programm schon weiter gekommen.
Er ist übrigens nicht schüchtern😏
als er sich so über das Digitalmikroskop geärgert hat,
bin ich auf die Idee gekommen einfach mal zu fragen, ohne sein Wissen.
L.G.
Dagmar
Hallo Dagmar,
die Polizei hat da sehr gute Mikroskope, aber ich glaube die gibt es nicht für 25€.
Wenn es sich um Begutachtung von Diabolos Kal.4,5 oder 5,5 mm handelt ist ein Stereomikroskop sicher das richtige Gerät.
Die Preisspanne von 25,-€ bis einige tausend € gibt das Qualitätsspektrum der Geräte wieder.
M.E. dürfte er mit einem Gbrauchtgerät bis 250€ hinreichend ausgetattet sein.
Wenn er allerdings forensische Untersuchungen der Zug/Feldabdrücke interssiert ist kommt er an einem Spezialmikroskop mit Vergleichseinrichtung nicht herum.
Danke erst einmal für Eure Antworten.
Es handelt sich tatsächlich um 4,5mm Munition. Welches Gebrauchtgerät wäre denn u.U. empfehlenswert?
Ich hab jetzt mal das Lomo rausgekramt.
Mit Bino 1,5x, Okular 7x , meinem kleinsten Objektiv 3,2x einer Taschenlampe und einer Handykamera habe ich ein ganz nettes Ergebnis bekommen.
Allies andere hat viel zu wenig vom Objekt gezeigt. Das wäre nur gut um sich etwas noch genauer anzusehen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/237047_31523018.jpg)
Ich noch einmal,
da mein Mann das Ganze dann u.U fotografieren möchte ist vielleicht das Stereomikroskop nicht das richtige.
Im Beitrag Ameisenbeobachtung wurde das zumindestens gesagt.
Wo ist denn überhaupt der Unterschied zwischen Stereo und Auflichtmikroskop.
Bei ebay wird ja zu diversen Mikroskopen Stereomikroskop gesagt.
Auflicht und Stereo sehen für mich bei ebay gleich aus🤔
Hallo,
Zitat von: Runkehl in August 02, 2018, 17:21:49 NACHMITTAGS
Ich noch einmal,
da mein Mann das Ganze dann u.U fotografieren möchte ist vielleicht das Stereomikroskop nicht das richtige.
Im Beitrag Ameisenbeobachtung wurde das zumindestens gesagt.
Wo ist denn überhaupt der Unterschied zwischen Stereo und Auflichtmikroskop.
Bei ebay wird ja zu diversen Mikroskopen Stereomikroskop gesagt.
Auflicht und Stereo sehen für mich bei ebay gleich aus🤔
Ein Stereomikroskop erzeugt ein platische ("Stereo"-)Bild, der übliche Vergrößerungsbereich liegt zwischen ca. 5x und 40x. maximal(!!) mit Vorsatzlinse oder bei sehr hochwertigen und sehr teuren Highend-Stereomikroskopen bei 70 - 100x.
Ein Auflichtmikrsokop ist für Vergrößerungen zwischen ca. 25x und über 1000x geeignet (je nach Objektivausstattung) und erzeigt KEIN platisches Bild.
Grob gesagt, ist ein Auflichtmikroskop auch nichts anderes als ein Durchlichtmikroskop, der Unterschied liegt darin, dass das Objekt durch das Objektiv selbst "von oben" beleuchtet werden kann, da ich ja bereits auf das Problem des unzureichend kleinen Spaltes zwischen Objektiv und Objekt zur erxternen Beleuchtung bei höher vergrößernden Objektiven hingewiesen habe.
Aber nicht beeindrucken lassen: Diese gigantischen Vergrößerungen sind sicher nicht erforderlich.
Es ist im konkreten Fall schwieirig zu sagen, was genau benötigt wird. Dazu müsste man genau das Objekt und die Ansprüche kennen. Ich bin mir eigentlich sicher, dass ein hoch vergrößerndes Stereomikroskop ausreicht.
In welcher Stadt seid Ihr denn zu Hause? Evtl. gibt es ja einen Mikroskopiker in der Nähe, bei dem Ihr einmal durch ein Auflichtmikroskop und ein Stereomikroskop schauen könntet.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo,
vielleicht kann ich etwas erhellendes beitragen, vielleicht liege ich aber auch daneben.
Ich kannte einen guten Luftgewehrschützen, der wollte Diabolos haben, die ganz genau zum Kaliber seines Gewehrlaufes passten.
Toleranzbedingt haben diese Gewehrläufe ganz geringfügig von der Norm abweichende Innenabmessungen haben. Für ambitionierte Sportschützen und im Leistungssportbereich bieten die Diabolohersteller deshalb im Durchmesser fein abgestufte Diabolos an.
Manchem reicht auch das nicht.
Und deshalb hat sich mein Bekannter nach den Abmessungen eines aus seinem Lauf abgeschossenen Diabolos eine Matritze anfertigen lassen, durch die er leicht überkalibrige Diabolos durchgedrückt hat.
Ich kann mir vorstellen, dass auch der Fragesteller hier die Güte der neuen und abgeschossenen Geschosse im Führungsbereich begutachten will.
Viele Grüße
Peter G.
Soweit ich weiß spielen die Toleranzen der Läufe und der Diabolos, wenn sie aus Blei sind, keine Rolle.
Da der hintere Rand recht dünn ist und der Druck beim Abschuß den Rand auseinander spreitet oder der Lauf den Diabolo zusammen presst (eher die Regel), passt sich der Diabolo an😉. Das Blei ist weich genug.
Klar passt es sich an.
Wenn es aber Maßtoleranzen gibt, gibt es gleichzeitig Gewichtstoleranzen. Die haben dann schon Auswirkungen, die der eine oder andere nicht toleriert.
Für Durchschnittsschützen sind die völlig unerheblich.
RWS bot einen Service für Leistungsschützen an, die Diabolos maßzuschneidern. Ich müsste nur noch den Katalog finden...
Grüße,
Peter G.
Hallo Peter,
ich musste gerade wirklich lachen. Du liegst überhaupt nicht daneben, sondern genau richtig. Genau solch eine Matritze hat sich mein Mann an seiner grad neu gekauften Fräsmaschine selber angefertigt. Ich sagte ja, er ist nicht nur ein begeisterter Bastler, sondern auch ein kleiner Verrückter.
Nun möchte er das Ergebnis dieser Durchdrückaktion begutachten, um zu sehen, wo er evtl noch etwas verbessern kann. Vielleicht fertigt er dann ja eine neue Matritze,
mit der die Diabolos noch besser werden. ;D
L.G.
Dagmar
An Dr. Jekyll,
da könntest Du sicher mit meinem Mann diskutieren, denn der ist völlig anderer Meinung. Aber das sprengt m.E. hier den Rahmen und gehört eher nicht in dieses Forum.
Ich lasse meinen Mann basteln, denn das ist für ihn Entspannung pur. Die Diabolos sind nicht das einzige woran er bastelt, das sind weiter, Gewichte in diversen Ausführungen, Absorbersysteme , Griffauflagen, Kimmenvisierungen/Verlängerungen, etc. Seine Waffen haben noch nie einen Büchsenmacher gesehen. Sämtliche Einstellungen macht mein Mann selbst. Schussgeschwindigkeit, Vorzug, Abzug, Druckpunkt, Absorber etc. Dazu muss man wissen, dass er erst vor etwa 4 Jahren überhaupt angefangen hat zu schießen.
Der Bekannte von Peter kann mit den ganzen Begriffen sicherlich etwas anfangen. Wenn der Interesse hat sich mit meinem Mann auszutauschen können wir das ja vermitteln. Es gibt nicht so viele Verrückte wie meinen Mann, die selber so viel basteln.
Die Ergebnisse geben ihm recht, denn er fährt im Oktober in drei Disziplinen zur deutschen Meisterschaft.
Mein Mann ist übrigens Pistolenschütze. Er schießt Luftpistole, Sportpistole und freie Pistole.
Ach ja, wir kommen aus dem Raum Hannover
Bevor es zu Missverständnissen kommt. Mein Mann ist kein Leistungsschütze. Wird er auch nie werden, dafür hat er viel zu spät mit dem Schießsport angefangen. Immerhin wird er nächstes Jahr 60.
Er ist aber ehrgeizig und hat Spass daran hinter das Geheimnis der besten Waffeneinstellung zu kommen. Ein großes Ziel war es, einmal auf einer deutschen Meisterschaft zu schießen. Ich freue mich für ihn das er das geschafft hat.
Nochmal an Peter,
man kann sicherlich alles kaufen, perfekte Griffschalen, Absorber, Gewichte.
Gibt es alles. Aber genau das ist es ja. Er möchte nicht kaufen, sondern selber machen.
Er hat natürlich auch Munition selber eingeschossen und trotzdem wandern die Diabolos jetzt durch die Matritze.
Hallo Dagmar,
um mal Deine Frage aus dem ersten Beitrag zu beantworten: Ich denke mit den beiden genannten Eschenbach-Geräten wird sich die gestellte Aufgabe nur bedingt lösen lassen. Ein etwas ordentlicheres Stereomikroskop wärde wohl besser geeignet. Als Minimalvariante würde ich ein solches Gerät ansehen, das mindestens zwei Vergrößerungen liefert. Ich habe für unsere Schule 3 von diesen AmScope-Stereolupen (https://www.amazon.de/SE306R-PZ-Binokulares-Stereomikroskop-20X-40X-80X-Metallrahmen/dp/B005B1TR16/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1533231757&sr=8-3&keywords=Stereomikroskop+amscope) gekauft und bin für den Preis recht zufrieden. Was es alledings noch bräuchte, wäre eine Mess-Strichplatte für eines der Okulare, damit mit dem Gerät vermessen werden kann. Dafür (und nur dafür) wäre dann vielleicht auch die 80er Vergrößerung sinnvoll. Ansonsten würde ich bei dem 10er Okular und den Vergrößerungen 20 oder 40x bleiben. Ich denke, dass ihr von diesem Gerät beide profitieren würdet, da es den Vergrößerungsbereich abdeckt, der knapp unter dem des Zeiss-Jena-Mikroskopes liegt, mit dem Du arbeitest und das mit räumlichem Eindruck.
Soetwas mit der Möglichkeit zu fotografieren wäre dann wohl so ab 300..400€ zu haben (MBS-10 mit Fototubus). In dem Beitrag zur Ameisenmikroskopie wurde gesagt, dass die Fotografie durch ein Stereomikroskop nicht sehr optimal ist. Das stimmt auch und wird dann zum Problem, wenn man künstlerisch anspruchsvolle Bilder schaffen möchte. Zur Dokumentation oder für Messzwecke reicht es durchaus. Ich messe nicht mehr mit Messokular, sondern nur noch fotografisch: Habe ein Objektmikrometer mit allen für mich verfügbaren Objektiv-Projektiv-Kombinationen fotografiert und kann diese Maßstäbe dann über die Bilder legen. Muss nur sehr aufpassen, dass es auch der richtige ist...
LG Gerd
Hallo,
wenn es, so wie es klingt, im Wesentlichen um die Kalibervermessung geht, würde ein einfaches digitales Mikroskop mit Messsoftware eigentlich reichen.
Hubert
Hallo Dagmar,
auch ich habe schon auf deutschen und Landesmeisterschaften geschossen (LuPi und freie), leider nicht mit großem Erfolg . . .
Ich wage zu behaupten, daß es beim Schießen auf völlig andere Dinge ankommt, als Dein Göttergatte sie untersucht.
Neben mir standen Schützen mit einem Fuß in einer Wasserschüssel, andere tragen seit Jahren die gleichen, ungewaschenen Socken, da tauchen Madonnenfiguren, Maskottchen, Bibeln und Walkmans mit Psychomusik auf, es ist unglaublich . . .
590 Ringe im Verein zu schießen oder auf einer Meisterschaft ist ein riesiger Unterschied. Und 4 Jahre sind eine lächerliche Trainingszeit !
Sei mir nicht böse: wenn Dein Mann seine Muskulatur, Atmung , Sicht und Psyche trainiert, wird er deutlichere Fortschritte erzielen als mit superkalibrierten Diabolos.
Und mit den Euronen für teure Auflichtmikroskope macht Euch lieber einen schönen Urlaub (Schießen ist kein Partnersport. Da sind Fliegen, Tauchen, Segeln schon besser . . .)
Gruß
Jara
Danke noch einmal an alle.
Eine Messstrichplatte war bei dem kleinen billig USB dabei. So viel ich weiß ist auch eine Messsoftware dabei.
Er will es jetzt erst mal dabei belassen. Ob etwas dabei hrauskommt wird man sehen.
Eine solche AmScope Stereotype kann man ja immer noch kaufen.
L.G
Dagmar
Hallo,
Zitat
Ich wage zu behaupten, daß es beim Schießen auf völlig andere Dinge ankommt, als Dein Göttergatte sie untersucht.
Aber wie so oft bei einem Hobby ist der Weg das Ziel! Und Dagmar schireb ja schoN. Ihr Mann habe große Freude an der Bastelei. Wieviel Mikroskopiker gibt es, die ständig an der Optimierung der Technik und Optik herumwurschteln, aber eher seltener wirklich mikroskopieren - außer Strichplatten? ;) Und natürlich auch nicht zur Top-Mikrofotografen werden, weil sie ihre Ausrüstung optimiert haben.
Das sollte man ganz entspannt sehen....
Herzliche Grüße
Peter