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Bibliothek => Mikro-Know-How => Technik => Thema gestartet von: reblaus in Dezember 15, 2018, 16:03:58 NACHMITTAGS

Titel: Evolution der Zeiss Planachromaten
Beitrag von: reblaus in Dezember 15, 2018, 16:03:58 NACHMITTAGS
Hallo -

wie die meisten langjährigen Zeiss (W) - Nutzer bin ich mit der gängigen Lehrmeinung aufgewachsen, dass die Bildebnung der Planachromaten durch einen etwas geringeren Kontrast erkauft wird.
Aus gegebenem Anlass habe ich nun mal einige 40er Planobjektive von meinen Zweitmikroskopen abgeschraubt und versucht sie zu vergleichen.

Ich fand da:

1. in einem Satz schwarz beschrifteter,  wohl aus einer der ersten Generationen, Seriennummer 6stellig (2xx xxx), hatte das 40er eine Apertur von 0,63. Von der konkaven, Frontlinse war nur der "Nutzbereich" sichtbar.

2. Weiß beschriftete, Seriennummer 7 stellig (um die 4 xxx xxx). Beim 40er (0,65) ließ das verchromte Deckblech außer dem konkaven Nutzbereich auch noch einen matt geschliffenen konvexen Randbereich frei.

3. Weiß beschriftete, Seriennummern 7 stellig (über 5 xxx xxx). Konkave Frontlinse des 40ers größer als bei (1) und (2)

4. Schwarz beschriftete, keine Seriennummer mehr, nur die Katalognummer 46 07 10-9904, Frontlinse wie bei (3)

Bei einem schnellen Vergleich mit gefärbten Schnittpräparaten bzw. beim Tümpeln konnte eigentlich kein besonderer Unterschied gesehen werden, zumal bei leichtem Abblenden

Als nächstes wurden Striche eines Objektmikrometers (live view mit EOS 5D, 10fache Ausschnittvergrößerung) untersucht. Optik: Kpl 8x bzw. Kpl 10x Okular auf Fototubus und Pentax 40mm/2,8 Pancake an Kamera). Fernauslösung.
Im Bildzentrum zeigten sich nun der erwarteten Effekt. Die die beiden ältesten Plan 40-Modelle zeigten eine leichte Kontrastverminderung. Diese kam im Bildzentrum dadurch zustande, das die schwarzen Striche bei leichter Defokussierung in einer Richtung durch einen bläulichen, in der anderen durch eine grünlichen Schimmer überlagert wurden (Frage an die Optiker: nennt man das Längsfehler)?
Die beiden neuern Modelle waren in diese Hinsicht aber um einiges verbessert und wirkten in diesem Schwarzweißbild kontrastreicher.
Beim Rand kamen noch die bei Achromaten erwarteten Farbränder (CVD) zum Vorschein, die Bildebnung war aber bei allen Modellvarianten o.k., d. h. nach Verschieben des 10fach vergrößerten Bildausschnitts zum Rande konnte dort durch Nachfokussieren keine Schärfeverbesserung erzielt werden (wie das bei Achromaten und Neofluaren der Fall wäre).

Gibt es da weitere Erfahrungen unter den Foristen?

Viele Grüße

Rolf