Hallo,
meine in der Bucht gekauften Messer habe ich auch noch an einen anderem Objekt versucht:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/245950_34723915.jpg)
Dies war ein Stitchversuch aus 660 Einzelaufnahmen. Wenn ich in einem früheren Beitrag schrieb bei 500 Einzelbildern ist das Maximum erreicht, dann trifft dies immer noch zu, denn die 660 Bilder zu verrechnen,
waren echt sehr mühsam.
Das geübte Auge wird im Bild Streifen mit abweichender Färbung erkennen - etwas mehr dunkelblau - dies ist ein Artefakt durch den Stitch, ein Resultat der einzelnen, miteinander verrechneten Fotoreihen.
Interessant sind die Details - daher hier die Links um in die Bilder hinein zu zoomen - das Bild auf google hat immerhin auch noch 100MPx:
https://photos.app.goo.gl/vZgkFQHWDYiVUZsy9 (https://photos.app.goo.gl/vZgkFQHWDYiVUZsy9) - einfach auf das Foto klicken -
bzw.
https://photos.google.com/album/AF1QipOXwhGHp9Dl7GWM_QSpwz1FS2ffixdmIJFLfv1N/photo/AF1QipNntE4OLtDQDqDJK_seZf3d4F2rZiVnkVJAUR7Q (https://photos.google.com/album/AF1QipOXwhGHp9Dl7GWM_QSpwz1FS2ffixdmIJFLfv1N/photo/AF1QipNntE4OLtDQDqDJK_seZf3d4F2rZiVnkVJAUR7Q)
liebe Mikrogrüße
Leo
Lieber Leo,
ich sehe da ein ziemlich lockeres parenchymatisches Gewebe mit recht großen Zellzwischenräumen.
Da jegliche Differenzierung fehlt, tue ich mich sehr schwer mit dem Raten - von Wissen gar nicht zu reden.
Vielleicht ein Speichergewebe einer Schwimmpflanze? Aber dann sollten ggf. Amyloplasten zu sehen sein ...
Herzliche Grüße
Jörg
Wie wär's mit einem Pilzfruchtkörper?
Gruß
Rolf
Lieber Rolf,
das wäre ja kein botanisches Präparat ... ;)
Ich hatte auch schon mal an Tang gedacht ...
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo,
das sieht für mich ein wenig wie Stärkekörner aus, aber mir fehlen die Zellwände. Sonst hätte ich gesagt: Kartoffel.
Beste Grüße
Gerd
Hallo,
ein Hinweis gibt vielleicht die Präparation - ich habe dieses Objekt genauso wie den Sambucusholzblock am Schlittenmikrotom unter Dampf geschnitten.
Dieses Objekt ist vielleicht sogar noch härter als Holz, einfach weil es etwas kompakter ist.
Zum Schneiden wird dazu in einem Erlmeyerkolben Wasser erhitzt und der Wasserdampf über einen Schlauch und ein Glasröhrchen, auslaufend in eine Spitze, geleitet und zur Oberfläche des Präparats geführt.
Die Schnittfläche des Objekts ist somit die ganze Zeit dem heißen Wasserdampf ausgesetzt. Zwischen Glasröhrchendüse und Objekt muss noch genug Platz sein, um das Mikrotommesser hindurch zu führen.
Ist eine ziemlich anstrengende Methode, die viel Konzentration verlangt, da nicht nur Gefahr von der scharfen Schneide des Messers droht, sondern auch vom heißen Wasserdampf.
Eine Verbrühung am Wasserdampf oder Verbrennung am Gasbrenner mit einem Schutzreflex, der den betroffenen Körperteil aus der Gefahrenzone bringen soll und dann doch in der Mikrotomschneide endet,
ist durchaus gegeben.
Man kann aber mit dieser Methode Holz super schneiden - hat man alles richtig eingestellt, dann schneidet sich Holz wie Butter und Schnitte von 15 bis 20 µm gelingen sehr einfach.
Daher findet sich beim Schlittenmikrotom oft eine Auffangwanne unterhalb des Präparathalters, mit einem kleinem Schlauch daran, um das kondensierende Wasser ab zu leiten.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/246003_59109011.jpg)
Die flache Wanne unterhalb der Objektklemme, von dort führt ein Schlauch (dunkel, schwer zu erkennen) in eine Auffangwanne.
Ich denke daher kommt auch der Name Universalmikrotom - da man damit ziemlich alles schneiden kann.
Aber weiter zum gesuchten botanischen Präparat:
Verwundert war ich als ich die Schnitte aus der Etzold Blau bzw. Etzold Grün - Lösung holte. Die Zellwände hatten überhaupt keine Farbe angenommen. Mit Toluidinblau hatte ich dann Erfolg.
Die Aufnahme stammt aber von einem Präparat gefärbt mit Direkttiefschwarz.
Schwarz ist hier eigentlich nur der Zellinhalt und auch die Zellmembran hat sich gefärbt, die Zellwände selbst sind ungefärbt.
Dies ist dann natürlich für das Auge schwerer zu interpretieren.
Mir gefällt es aber - weil die Zellen fallweise wie kleine Amöben erscheinen durch die zahlreichen Plasmodesmen, die sich zwischen den Zellen ausgebildet haben.
mit herzlichen Mikrogrüßen
Leo
Ist es vielleicht Bambus?
EDIT:... wobei das Google-Bilder-Such-Ergebnis nach Bambus + Mikroskop dann doch anders aussieht....ich dachte nur daran, weil "härter als Holz"...
LG Diana
Hallo Diana,
bei Bambus wäre das Färben der Zellwände kein Problem und diese Besonderheit der Zellwand macht diesen Pflanzenteil auch
zum fixen Bestandteil jedes pflanzenanatomischen Grundpraktikums!
mit lieben Mikrogrüßen
Leo
Dattelkern?
Fragender Gruß
Rolf
Hallo Leo,
geht's in diese Richtung?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/246010_11404313.jpg) (http://abload.de/image.php?img=haselnuss2tangentialbx7k1k.jpg)
Dann wären wir bei Nuss-Schale, hier Hasel tangential.
Gruß, Heiko
Oha, da habe ich ja genau anders herum interpretiert. Aber mit der Nennung der Färbung wird es klarer. Ich hatte an ein Etzold Grün gedacht.
Einen Dattelkern habe ich noch nie geschnitten gesehen. Die Dattel ist aber nicht die einzige Pflanze, bei der die Speicherstoffe im Endosperm nicht in Form von Amyloplasten sondern in den stark verdickten Zellwänden gebundenen Cellulosanen (meist Polymannane; Wanner, 2004) vor liegen. Sansevierien folgen der gleichen Eigenart, hier drei Bilder vom Schnitt durch einen Samen von Sansevieria concinna:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/246011_64923656.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/246011_44624228.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/246011_17654054.jpg)
Die Färbung ist W3asim und die Zellwände nehmen das Acridinrot zwar schlecht aber doch erkennbar an.
Schade, dass ich den Dattelkern nicht kenne. Wer solche Schnitte schon einmal gesehen hat, kann vermutlich sehr sicher zustimmen oder ablehnen.
Herzliche Grüße
Jörg
p.s.
Dattelkern hatten wir hier schon mal: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=3909.0
Ich finde, das schaut schon etwas anders aus ...
Hallo nochmal,
Rolfs Dattelkern erinnert mich an meinen Anfangsverdacht: Endosperm einer Nuss?
Gruß, Heiko
Und Jörg war schneller! :)
Rolf liegt richtig. Es ist ein Schnitt durch einen Dattelkern.
Ebenso wie das Holunderholz auch unter Dampf am Schlittenmikrotom geschnitten. Schnittdicke 20 µm.
Im Buch "Mikroskopisch-Botanisches Praktikum für Anfänger" von Nultsch und Grahle ist Phoenix dactylifera unter Reseverstoffe angesiedelt, Stichwort Cellulosane.
Und genau diese Cellulosane hat sich meiner Färbung widersetzt. https://books.google.at/books?id=-tBKnQ1SdzUC&pg=PA77&dq=Botanische+mikroskopische+praktikum+nultsch+phoenix&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi4oNaV86fgAhWFh6YKHYC0BkoQ6AEIKTAA#v=onepage&q=Botanische%20mikroskopische%20praktikum%20nultsch%20phoenix&f=false (https://books.google.at/books?id=-tBKnQ1SdzUC&pg=PA77&dq=Botanische+mikroskopische+praktikum+nultsch+phoenix&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi4oNaV86fgAhWFh6YKHYC0BkoQ6AEIKTAA#v=onepage&q=Botanische%20mikroskopische%20praktikum%20nultsch%20phoenix&f=false)
liebe Mikrogrüße
Leo
Lieber Leo,
also Dattelkern schneidet sich fast wie Butter, wenn man sie ein paar Tage in Wasser legt. Längs etwas leichter, als quer. Den Trick hat uns Herr Krauter vor Jahrzehnten in Inzigkofen verraten. Damals waren es Handschnitte mit dem Rasiermesser ich habe 2016 für Wohldenberg Schnitte am Mikrotom gemacht. Wenns Recht ist häng ich ein paar Bilder an:
Noch was...
Lohnt sich wirklich und Toluidinblau färbt metachrom. Je nach Lösemittel schlägt die Farbe von blau nach violett um.
Hallo Klaus,
ich habe schon auf Deinen Beitrag gewartet - weil irgendwie hatte ich da was in Erinnerung bezüglich Dattel und Klaus Herrmann - na ja die Suchfunktion vom Forum hätte da geholfen!
Danke für Deine Info - werde, wenn ich meiner Frau wieder ihre Lieblingsdatteln vom Markt mitgebracht habe, die Sache mit dem Wassereinweichen ausprobieren.
LG
Leo
Lieber Leo,
https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=Dattel+und+Klaus+Herrmann+-
Ich bin da nicht so sicher ob ich bekannt genug bin! ;D
Lieber Klaus,
Die Googlesuche nach "Dattelkern" und "Klaus Herrmann" spuckt mehr aus.
LG Diana
Hallo Klaus,
diese Frage - wie von Diana schon gepostet - an das große Orakel findet passendes:
https://www.google.com/search?q=Dattelkern+%22Klaus+Herrmann%22&client=firefox-b-d&filter=0&biw=1920&bih=955 (https://www.google.com/search?q=Dattelkern+%22Klaus+Herrmann%22&client=firefox-b-d&filter=0&biw=1920&bih=955)
LG
Leo
Liebe Diana,
du bist halt ein Computer-Kind ich bin schon froh, wenn ich eine Mail schreiben kann. ;)