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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: andr_brno in Februar 25, 2019, 16:09:48 NACHMITTAGS

Titel: Köhlersche Beleuchtung am Ortholux I
Beitrag von: andr_brno in Februar 25, 2019, 16:09:48 NACHMITTAGS
Liebes Forum,
ich greife hier reichlich spät ein Thema auf, das (für mich) noch ein paar Unklarheiten aufweist. Wenn alles stimmt, was ich hier schreibe, kann das so als Zusammenfassung für die Nachwelt stehen bleiben, und ein Dokument dazu habe ich auch erstellt http://www.buergerstiftung-mb.de/images/Dokumente/Khler_OrtholuxI.pdf (http://www.buergerstiftung-mb.de/images/Dokumente/Khler_OrtholuxI.pdf).
Wenn es dagegen Unsinn ist, bitte ich um Korrektur und wäre gerne der Erste (..und vielleicht auch der Letzte), der dann klar sieht:
Die Köhlersche Beleuchtung kennt hier jeder und das schöne Leitz Ortholux I ist auch wohlbekannt. Unter den unerschöpflichen Komponenten dieses Systemmikroskops finden sich zwei Kondensorklassen: Der Berek-Zweiblendenkondensor mit eingebauter Leuchtfeldblende, der zeitgleich angebotene fabelhafte Heine-Kondensor für variablen Phasenkontrast, Dunkelfeldkondensoren, Polarisationskondensoren und später viele Kondensoren mit dreistelligen Nummern im 400er, 600er und 700er Bereich, kurz "Systemkondensoren" ("Wannenkondensor", Zernike-Kondensor 402a ff. etc. etc.), alle ohne eingebauter Leuchtfeldblende.
Viele Ortholux-Neulinge fragen sich nun beim Versuch des ordungsgemäßen Köhlerns nach "Mikrofibel" et al. zwei Fragen, die in den originalen Anleitungen nicht klar erläutert werden, siehe z.B. https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19072.0 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19072.0)hier:


(1) Wo ist die Leuchtfeldblende bei allen Kondensoren außer dem "Berek"?
(2) Wohin muss die Leuchtquelle bzw. die "Glühwendel" abgebildet werden?


zu (1)
Die Kondensoren der ersten Generation mit Aperturblende bzw. ohne Blende kommen ohne Leuchtfeldblende aus, sie bündeln den durch die korrekt eingestellte Kollektorlinse (im Lampenhaus) parallelen Beleuchtungsstrahl. Eine Klapplinse im Strahlengang fokussiert diesen parallelen Beleuchtungsstrahl auf den Berek-Kondensor. Diese Klapplinse muss demnach beim Berek-Kondensor immer eingeschaltet werden (Sonderfall: Objektiv 1/0.04, das dann nicht mehr vollständig ausgeleuchtet ist), bei allen anderen Kondensoren muss diese Linse immer ausgeklappt (umgelegt) werden. Und wo ist die Leuchtfeldblende? Bei den Dunkelfeld- und dem Heine-Kondensor wird wohl keine benötigt.
Für die Systemkondensoren sitzt ab 1963 eine Leuchtfeldblende im Stativfuß des Ortholux I und es gilt die Regel: Berek ja, Klapplinse drin, Leuchtfeldblende im Stativ ganz offen und ohne Funktion, Köhlern auf die untere Blende im Berek.
Berek nein, Klapplinse draußen, Köhlern auf die Blende im Stativ.
Und wenn man die Systemkondensoren an einem Stativ vor 1963 verwendet? Dann wird vereinzelt empfohlen eine "Hilfsblende" auf die Lichtaustrittsöffnung am Stativ zu legen und darauf zu köhlern. Ich mache das so.
Allerdings stelle ich fest, dass die geänderte Position der Hilfsblende (hinter dem Umlenkspiegel) gegenüber der originalen Leuchtfeldblende im Stativ (vor dem Spiegel) auch bei ausgeschwenkter Klapplinse sehr wohl einen Unterschied macht: Ich muss den Kondensor um ca. 3-4mm senken, um auf eine Pappscheibe an der Position der bei mir fehlenden Stativblende zu köhlern. Vielleicht ist der Kollektor an den Stativen der späteren Generation anders fokussiert, jedenfalls erscheint mir die Frontlinse des Kondensors 4-5mm unter dem Objektträger reichlich tief - immergieren lässt sich da nichts mehr.

zu (2)
In der Anleitung wird eine Mattscheibe erwähnt, die man auf die Lichtaustrittsöffnung legen und auf der man durch Einstellen des Kollektors bei eingeklappter Linse die Glühwendel abbilden soll. Ich kann dann ein Bild der quadratischen LED meiner "Hillerschen Leuchte" vermuten. Beim Berek bleibt die Linse dann drinnen, bei allen Kondensoren wird sie rausgeklappt. In wie fern das Bild der Leuchtquelle dann richtig liegt, gerade wenn man z.B. die im Stativ eingebaute Leuchtfeldblende verwendet, die ja vor der Lichtaustrittsöffnung liegt, kann ich nicht nachvollziehen, wird schon passen. Ein Bild der Glühwendel bzw. der LED kann ich bei ausgeschalteter Klapplinse nirgends finden, wenn ich ein Stück Papier über die Lichtaustrittsöffnung halte.

Liebe Grüße,
Andreas