Hallo Mikrofreunde,
im August vorigen Jahres habe ich im Mikrofoto-Forum den Beitrag " Auflicht-und Simultan-Fluoreszenz mit einer 3 W UV LED-Taschenlampe " eingestellt. Dabei habe ich gefärbte Pflanzenschnitte,
fluoreszierende Merkmale von Banknoten und die Primärfluoreszenz von Kristallen, Ölen und Bernstein untersucht. Siehe nachstehender Link:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=32120.0
Viele Vogelfedern zeigen ebenfalls eine schöne Primärfluoreszenz ! Da mich interessierte, ob diese Verfahren auch bei der Mikroskopie von Vogelfedern vorteilhaft angewendet werden können, habe ich die Feder einer Haustaube damit untersucht und werde nachstehend darüber berichten.
Ich habe dazu aus der von einem Schaft ausgehenden Fahne einer Handschwinge ein kleines Stück mit der Schere ausgeschnitten und auf einen Objektträger geklebt. Die Fahnen der Handschwingen bestehen aus parallelen Astreihen, die als Hakenstrahlen ausgebildet sind. Bei den stark beanspruchten Handschwingen sind diese Strahlen besonders fest (mehrfach) verhakt. Außerdem habe ich zusätzlich einen
einzelnen Hakenstrahl untersucht.
Die Feder der Haustaube zeigte bei der Bestrahlung mit der UV LED-Taschenlampe ( auch ohne UV-Bandpassfilter Schott UG 1/2 ) eine kräftige Primärfluoreszenz.
Mikrofoto 1 : Dunkelfeldbild Fahnenausschnitt, nur DL - DF • PL APO 6.3/0.20 • TF 1.25 x • VW 1.6 x • 12.6 : 1 • ISO 80 • 1,0 s
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248380_51393439.jpg)
Mikrofoto 2 : Fluoreszenzbild Fahnenausschnitt • DL - DF + schiefes UV-Auflicht • PL APO 6.3/0.20 • TF 1.25 x • VW 1.6 x • 12.6 : 1 • ISO 80 • 0,8 s
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248380_26756241.jpg)
Mikrofoto 3 : Fluoreszenzbild Fahnenausschnitt • SW • DL - DF + schiefes UV-Auflicht • PL APO 16/0.40 • TF 1.25 x • VW 1.6 x • 32 : 1 • ISO 100 • 1,0 s
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248380_23264094.jpg)
Mikrofoto 4 : Fluoreszenzbild Hakenstrahl • DL - DF + schiefes UV-Auflicht • PL APO 16/0.40 • TF 1.25 x • 20 : 1 • ISO 100 • 1,0 s
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248380_14303791.jpg)
Mikrofoto 5 : Fluoreszenzbild Detail Hakenstrahl • stark nachvergrößert aus Mikrofoto 4
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248380_49584532.jpg)
Mikrofoto 6 : Fluoreszenzbild Fahnenausschnitt • nur schiefes UV-Auflicht • Präparat auf Spiegel • PL APO 6.3/0.20 • TF 1.25 x • VW 1.6 x • 12.6 : 1 • ISO 100 • 1,0 s
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248380_19699911.jpg)
Fazit:
Die angewendeten Verfahren sind auch für die Mikroskopie von Vogelfedern geeignet und können die Primärfluoreszenz der Federn nachweisen !
Das reine Dunkelfeldbild Mikrofoto 1 wird beim Fluoreszenzbild durch das UV-Auflicht verbessert und zeigt mehr Details !
Die fotografische Schärfentiefe ist beim Objektiv 16/0.40 schon so klein, das nur mit Stacking alle Details dargestellt werden können !
Ich habe die Mikrofotos ohne Stacking jedoch eingestellt, da die wesentlichen Details darauf zu erkennen sind.
Auch ohne Simultan-Fluoreszenz mit Dunkelfeld kann man allein mit dem schiefen UV-Auflicht ein brauchbares Fluoreszenzbild erzeugen, wenn man das Präparat auf einen Spiegel legt.
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer
Ergänzung:
Hakenstrahl-Detail nur mit schiefem UV-Auflicht • Spiegel unter dem Präparat • PL APO 6.3/0.20 • TF 1.25 x • VW 1.6 x • 12.6 : 1 • ISO 100 • 0,8 s
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248427_45523402.jpg)
Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer