Hallo,
in der Pilz- und Flechtenmikroskopie wird KOH verdünnt regelmässig angewandt, in der Moosmikroskopie dagegen kaum. Dies ist auch bei der routinemässigen Bestimmungsarbeit nicht nötig, aber bei der Präparation für die Dokumentation (Fotografie) von zu Teil vollständig hyalinen Material kann eine Anfärbung dieser hyalinen Strukturen die Fotografie sehr erleichtern.
Die Wirkung von 5% KOH auf Pflanzenmaterial von Laubmoosen ist sehr eindrücklich. Schon kleine Spuren färben Zellwände mit kräftigem Orange, Braun bis Schwarz.
Hier ein Beispiel mit einem Stängelquerschnitt von Fissidens taxifolius. Der Stängel wurde am Tischmikrotom mit Rasierklinge im Klingenhalter geschnitten, das Schnittgut in Leitungswasser gesammelt und darin mit einem Tropfen 5%KOH angefärbt. Daraus direkt mit Glycerin eingedeckt. Fotografiert am Nikon Optiphot; kein Stapel!
Dazu eine Frage: Wie verhält sich KOH in Glycerin? Gibt es dazu etwas zu beachten?
Gruss Arnold Büschlen
ZitatWie verhält sich KOH in Glycerin? Gibt es dazu etwas zu beachten?
Hallo Arnold, die Frage ist eher: was passiert mit dem Gewebe? Wenn Festtsäureester verseift werden macht man das in stark alkalischer Lösung unter Kochen, dann hat man die Alkalisalze der Fettsäuren (Seife) und Glycerin. Das Glycerin überlebt das.
Hallo Klaus, ja du hast recht, meine Frage ist nicht klar formuliert.
Ich erstelle sehr wenig Dauerpräparate. Sehr oft decke ich meine Präparate mit Leitungswasser ein, aber manchmal verwende ich Glycerin, denn damit eingedeckte Präparate kann ich einige Stunden oder Tage lagern und immer wieder verwenden; anschliessend werden sie verworfen.
Nun meine Frage: Verträgt sich Glycerin mit dem KOH am Pflanzenmaterial oder umgekehrt? Gibt es dazu etwas zu beachten? Ist das ein no-go, oder ...?
Gruss Arnold
Hallo,
hier nun noch eine Ergänzung mit einem Querschnitt durch die Seta. Geschnitten und mit KOH behandelt wie oben.
Gruss Arnold Büschlen
Zum Bild:
Fissidens taxifolius Seta quer; kein Stapel.