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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Dünnschliffbohrer in April 10, 2019, 19:43:52 NACHMITTAGS

Titel: Gaskartusche mit eingebautem Bunsenbrenner
Beitrag von: Dünnschliffbohrer in April 10, 2019, 19:43:52 NACHMITTAGS
Liebe Mikroskopiker,

ich habe diese graue Gaskartusche mit eingebautem Bunsenbrenner aus der Bucht gefischt. Sie dürfte ja viel hinlänglich bekannt sein. Zum Größenvergleich mit einer kleinen Kartusche (für eine Lötlampe) soll das erste Foto dienen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248955_35529478.jpg) (https://www.pic-upload.de)

Das zweite Foto zum Vergleich mit einer richtigen kleinen weissen Campinggasflasche:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248955_47422476.jpg) (https://www.pic-upload.de)

Das dritte Foto zeigt den ausgeklappten und aufgesteckten Bunsenbrenner. Oben am Rohr kann das Gas angezündet werden, aber eine Einrichtung für eine Sparflamme ist nicht vorhanden:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248955_65273341.jpg) (https://www.pic-upload.de)

Was mir bei dem ganzen jedoch Rätsel aufgibt, ist der Hersteller. Was ist hier die Kopie, und was ist das Original?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/248955_58961324.jpg) (https://www.pic-upload.de)

Spass beiseite: Üblicherweise trägt das Modell das Firmenzeichen der MEOPTA. Dieses hier aber eindeutig Chr. BECK und Söhne aus Kassel. Nach Angaben der Verkäuferin soll es wohl so ca. 50 Jahre alt sein. Im Netz findet man einen Herstellungszeitraum des Modells (http://www.quekett.org/resources/article-archive/meopta-portable) bei MEOPTA von 1970-1991/92.

BECK & Söhne sind aber bereits 1985 eingegangen. Ist das jetzt ein Indiz dafür, dass das Mikroskop zuerst bei Kassel gebaut wurde, und danach erst später von MEOPTA? Oder hat etwa BECK & Söhne das Mikroskop aus der Tschechei bezogen und nur ihr eigenes Firmenzeichen aufdrucken lassen? Das kann ich mir eigentlich bei so einer kleinen Firma nicht vorstellen. Zumal ja BECK & Söhne auch andere Kleinmikroskope gebaut hatten – es gibt ja ein bekanntes Stabmikroskop von denen. Es würde also grundsätzlich in die Produktionspalette von BECK & Söhne passen.

Oder hat es sich für BECK & Söhne irgendwann nicht mehr gelohnt, das Modell weiter zu produzieren, und sie haben die Lizenz daher an MEOPTA verkauft? Das wäre dann analog zu dem Schicksal des LEITZ Elvar, welches offenbar nach Beginn der Kooperation zwischen WILD Heerbrugg und LEITZ an KAPS weiterverkauft wurde, nachdem bei Leitz die Produktion von Stereomikroskopen eingestellt wurde.

BECK & Söhne hatte ja wohl auch für den Kosmos Service in Stuttgart Mikroskope hergestellt, unter anderem angeblich das "Humboldt". Irgendwo hieß es einmal, dass diese ,,Gaskartusche" auch vom Kosmos Service angeboten wurde. Vielleicht könnte man über den bekannten Produktionszeitraum des Mikroskop ist bei MEOPTA (durch Vergleich mit dem Zeitraum, in dem die Kartusche von Kosmos angeboten wurde) herausbekommen, ob Kosmos das Mikroskop aus Kassel oder aus Prag bezogen hatte. Und somit, wer hier von wem abgekupfert hat. Mir selbst liegen aber leider keine alten Prospekte und Kataloge vom Kosmos Service vor. Gibt es jemanden, der hierzu sachdienliche Hinweise geben kann?

Falls das Mikroskop von den Modellen M9 und M11 von Wild Heerbrugg inspiriert worden sein sollte, dann ist das Vorbild jedenfalls sehr sehr alt - das M9 (schon mit Haube) erschien meines Wissens bereits 1947.
Titel: Re: Gaskartusche mit eingebautem Bunsenbrenner
Beitrag von: liftboy in April 11, 2019, 10:02:16 VORMITTAG
Ha! erwischt!
Dann warst Du also der Höchstbietende; ich hatte da mitgeboten, weil ich eigentlich zu Beck & Söhne eine recht guten Draht hatte (die hatten mir damals diverse Sachen angefertigt oder angepasst, unter anderem einen Fototubus für mein Lomo). Zu dieser Zeit hatte CBS das Mikro schon nicht mehr im Angebot. Wenn ich mir den Zustand ansehe, wirkt es aber neuwertig! Ich hatte mal das von Meopta, das sah schlimmer/älter aus. Aber keine Angst, sogar LOMO hat sowas kurz nach dem Krieg gebaut (war übrigends auch eine Zeit lang für einen Schweinepreis und schlechtem Zustand in der Bucht). Für mich sieht das nach einem umgelabelten Zukauf aus. Jungner hat auch Mikroskope von Meopta unter eigenem Namen verkauft; ist also gar nicht so abwegig.

Grüße
Wolfgang