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Diese Antwort bezieht sich auf den Vorstellungsbeitrag von "safran:
Habe bereits in früher Jugend die Faszination der Mikroskopie erfahren!Da mich die Natur, die Medizin und die Biologie weiterhin nicht losgelassen haben, habe ich auch ein entsprechendes Studium absolviert.
Meine Abschlussarbeit bestand aus einem zellbiologischen Thema unter Verwendung von Durchlicht- Floureszenz- und Elektronenmikroskopie.
Nach vielen Jahren Berufstätigkeit in einem ausschließlich theoretischen Bereich würde ich jetzt gerne wieder in die Mikroskopie einsteigen!
Ich habe konkret die Auswahl zw. einem Dialux 22 (guter Zustand, mit Beleuchtung 100 W, Trinokulartubus, Fluotare) und einem Olympus BH2 (D-Planachromate, Binokular, Beleuchtung 20 Watt). Ersteres für ca. 600,00 Euro, das Olympus für 733,00 Euro).
Für welches Mikroskop würdet ihr euch entscheiden?
Hallo Safran (komischer Name, hast Du noch einen anderen?),
ich würde mich ganz klar für das Dialux entscheiden. Das BHT von Olympus ist beileibe kein schlechtes Mikroskop und sieht viellecht auch moderner aus, aber die Plan Fluotare sind eine ganze Klasse besser als die DPlane am Oly. Da müsste es schon SPlane haben, um mitzuhalten. Und ein Trino und die 100W Leuchte sind auch nicht zu vergessen.
Natürlich kann man das Oly auf LED umrüsten und Trino und bessere Objektive nachkaufen, aber das ist schon ein Angang. Ich habe das gemacht, weil mir die DPlane nicht ausreichten. Zum Schluss hat mich das BHS mit allem Dum und Dran über 2500,- € gekostet.
Viele Grüße,
Florian
Hallo Safran,
natürlich das BH2. Es ist zwar teurer und beim Ausbauen wird es noch teurer. Aber wichtig ist natürlich was Du machen möchtest.
Hallo Safran,
Da ich beide Mikroskope gut kenne, kann ich mich Florian nur anschließen. Die Fluotare sind wirklich die besseren Objektive. Zusatzgeräte sind für Leitz leichter und kostengünstiger zu bekommen.
Also ich tendiere deutlich zum Leitz-Gerät🔬
... zumal Wolfgang keinerlei Begründung seiner Präferenz angibt. Kann man wohl nicht erwarten ...
Hallo,
auch ich besitze beide Mikroskope und empfehle das Dialux - und zwar ganz klar! Beide sind gleich gut, der aktuell deultich höhere Preis für gebaruchte Olympus BH2 gegenüber Zeiss und Leitz aus der gleichen Zeit ist irrational. Übrigens: Zu "seiner" Zeit galt das BH2 quasi als der Japan-Billgheimer für Leute, die sich ein Zeiss Standard (die einem heute nachgeworfen werden) nicht leisten konnten.
Dialux und Olympus sind m.E. völlig gleichwertig, beide sind herorragende Mikroskope. Wieso (Florian?) das beigebraune BH2 "moderner" aussehen soll als das schneeweiße Dialux 22, erschließt sich mir übriegns auch nicht - ich finde, das BH2 sieht eher "älter" aus. Und da das Dialux nicht nur preiswerter ist, sondern noch mit besserer Optik und(!) einem Trinotubus daherkommt, ist für mich keine Frage, was man empfehlen sollte.
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
herzlichen Dank, finde das Olympus übrigens auch eher etwas altmodischer aussehend, das weiße Leitz hat eine klarere Form. Aber das ist sicher Ansichtssache!
Uwe
Liebe Peter und Uwe,
ganz klar - Geschmack ist Geschacksache! ;)
Ohne Gewähr: Ich meine, dass das Dialux 20 1976 rausgekommen ist, das BH-2 erst 1982. Und bei meiner ersten Begegnung mit dem BHS (ich hatte mir als Pennäler eine Preisliste schicken lassen, und die FA Polzin war dann sogar so freundlich, meinem Vater und mir das Mikroskop in Kiel vorzuführen) ist mir noch sehr lebhaft in Erinnerung: Das war für mich das modernst vorstellbare Mikroskop überhaupt. Die Form war schon fast aggressiv - oder von mir aus: erotisch. Also, nennen wir es mal Erinnerungsverklärung.
Was dem Dialux 20/EB/22 ästhetisch fehlt, sind die schwarzen Handauflagen, denke ich heute noch. Das war beim Laborlux 11/12/K oder D auch so. Erst beim Laborlux S gab's die, und beim Biolux. Das BHS hatte sie schon (okay, das Orthoplan schon viel länger).
Und, Peter, das BH-2 gab es in zwei leicht verschiedenen Lackierungen. Die ältere Variante war in Hell-Hornhautumbra, das noch etwas hornhautumbraigere Modell kam später. Clinical White war wohl nicht angesagt, aber der Vorgänger trug noch grauen Hammerschlag wie Dein Vanox.
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo zusammen,
ich besitze ein BHT und ein CH2, das sind recht wenige Mikroskope, ich weiß.
Die generelle Form des BH2s, des Orthoplans oder auch des Dialuxes sind für mich die schönsten Mikroskopformen die es gibt.
Das BH2 hat den Vorteil, einen Trinotubus vorausgesetzt, dass man sehr einfach eine sehr gute Fotoadaption hinbekommt. Ich glaub Leitz und Zeiss sind da etwas zickiger (Tandemoptik.... ?).
Ich habe an meinem BHT vier Planapos und ein SPlan 40. Ein SPlanApo 40 hätte ich auch gerne, nur ist es sehr selten und die Preise die dann aufgerufen werden (800 - 1200 Euro) kann und will ich mir nicht leisten. So was wie DIK hab ich mir schon lange abgeschminkt. Es tut schon in der Seele weh, wenn man dann z.B. Zeiss Plan Apos 40 beim Händler mit Garantie für 250 Euro bekommen könnte. So gesehen ist das Leitz dann sicher die bessere Wahl.
Weiß jemand was denn ein BHS mit "normaler" Ausstattung (D-Plane) damals neu gekostet hat?
Gruß
Christian
Hallo Christian,
deutsche Preislisten kenne ich nicht, aber Alan Wood hat hier http://www.alanwood.net/photography/olympus/downloads.html (http://www.alanwood.net/photography/olympus/downloads.html) fast am Ende der Liste Preislisten aus UK. Wenn man bedenkt, dass damals ein Pfund fast noch 4 DM wert war, waren das schon ganz ordentliche Preise.
Viele Grüße
Detlef
Hallo Christian,
die Preisliste ist noch irgendwo eingepackt, aber ich erinnere mich, dass die Ausstattung, die ich mir erträumt hatte, 6000,- DM gekostet hätte.
Viele Grüße,
Florian
Hallo,
ein Mikroskopiker erzählte mir mal vor einiger Zeit, dass sein erstes hochwertiges Mikroskop ein Zeiss Standard werden sollte - sein Traumgerät. Da das aber in ähnlicher optischer Ausstattung deutlich teurer als der "Japaner" (Olympus BH-2) war, habe er sich damals notgedrungen für Olympus entschieden. Dass heute die Preise für gebrauchte BH-2 (und auch der Optik) derart hoch sind, ist nicht wirklich zu verstehen. Sicher sind sie es wert - keine Frage! Wieso allerdings ein solcher Unterschied zu Zeiss- oder Leitz-Mikroskopen besteht, ist nicht unebdingt nachzuvolziehen. Evtl. liegt es einfach an der relativ geringeren Verbreitung von Olympus-Mikroskopen in Europa?
Zeiss-"Endlich"-Mikroskope (speziell Standards) bekommt man ja nahezu nachgeschmissen und auch die gebrauchte Optik ist vergleichsweise preiswert. Ich gebe allerdings zu, dass die endliche Olympus-Optik wirklich hervorragend und vielleicht sogar etwas besser als von Zeiss ist. Zudem gibt es meines Wissens bei Oly nicht das grausige Delaminationsproblem, das unglaublich viele optische Zeiss-Komponenten - leider gerade die hochwertigsten Ausführungen - aus der Endlichära zu "Briefbeschwerern" gemacht hat. :'( Es ist ja fast schon ein Glückfalls, undemlaminierte Zeiss Planapos zu finden (bei Leitz gibt es dieses Problem auch nahezu nicht!). Leitz Fluotare und NPL-Fluotare sind übrigens hervorragende Objektive!
ZitatDas BH2 hat den Vorteil, einen Trinotubus vorausgesetzt, dass man sehr einfach eine sehr gute Fotoadaption hinbekommt. Ich glaub Leitz und Zeiss sind da etwas zickiger (Tandemoptik.... ?).
Diese Äußerung kann ich nicht wirklich nachvolziehen. Was soll bei Olympus einfacher sein? Ich lese eigentlich immer nur, dass auch hier die notwendigen Komponenten absurd teuer gehandelt werden und zudem noch selten sind. Ich denke da speziell an das NFK 1.67-Projektiv, das zu Preisen gehandelt wird, für die man fast das komplette Dialux 22 kaufen kann! ;)
Wieso Leitz da "zickig" sein soll, erschließt sich mir nicht. Viel einfacher als mit diesem Adapter für Leitz-Mikroskope geht es doch wohl kaum: Ein Periplan 10x/18-Brille, dann noch ein Centartikel aus Ebay (Adapter 52mm auf 28 mm): Fertig! Dieser Adapter wird in das Filtergewinde des Kameraobjektivs geschraubt und schon hat man eine vernünftige Fotoadaption.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=32032.msg237108#msg237108 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=32032.msg237108#msg237108)
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
zickig war vielleicht das falsche Wort.
Zitat von: Peter V. in August 03, 2018, 22:25:50 NACHMITTAGS
Bei den meisten Fotoadaptionen werden mehr oder weniger komplexe und in Einzelfertigung durch einen Drehbankbesitzer zu produzierende Adapter benötigt.
So wie von dir hier beschrieben, habe ich das Problem der Adaption in unzähligen Threads hier im Forum wahrgenommen.
Olympus hat vielleicht den Vorteil, dass es spezielle Projektive gibt, die man in den Fototubus steckt, Adapter (diesen bekommt man auch immer wieder recht günstig) drauf und fertig..... Wie gesagt ich kenne keinerlei Leitz oder Zeiss Fotoadaptionen.
Das NFK 1.67 ist selten und mittlerweile auch völlig überteuert. Man kann statt dessen eine "Vollformat"-Kamera verwenden, oder man verzichtet, so wie ich, auf den größtmöglichen Bildausschnitt und verwendet ein NFK 2.5. Diese sind (noch) nicht wirklich teuer. Bei ebay sehe ich die in letzter Zeit für +- 90 Euro...
Aber sind wir doch mal ehrlich: Gute Fotos kann man nur mit einem BH2 machen, zur Not geht auch noch ein BX50..... das muss man einfach als von Gott gewollt so hinnehmen :P
Gruß
Christian
Hallo Christian,
ob Gott gewollt oder nicht, ich schwöre auf Fotos mit dem BH2. BH2 mit NFK2,5 und Vollformat, das ist mein Favorit.
Hatte mal ein Leica MZ6 mit Original Fotoadaption. Es hat gegen das SZ6045 mit NFK2,5 und Vollformat verloren.
Aber da spielt schon ein gutes Stück Subjektivität mit.
Viele Grüße,
Detlef
Hallo Christian,
das hast Du natürlich recht! Und wenn Gott gewollt hätte, dass j e d e r gute Mikrofotos macht, hätte er die die NFK 1.67 einfach preiswerter gemacht! So fügt sich alles.... ;)
Und natürlich ist es bei der Wasserfloh-Fotografie genau so wie in der Mykologie: Diese Objekte kann man wirklich n u r mit Olympus mikroskopieren und fototgrafieren. ;)
Herzliche Grüße
Peter
Mac vs Pc, Mercedes vs BMW vs Audi, Blond vs Braun...
Fakt ist, alle Tophersteller wie Leica, Leitz, Nikon, Olympus, Zeiss haben schöne Töchter. Hochwertige Komponenten und ordentliche technische / optische Funktion derselben vorausgesetzt, macht der Fotograf das Bild.
LG Michael
PS: Was bei mir rumsteht, wissen eh einige hier. Aber das hat sich eben so ergeben.
Nein Michael,
Du musst nun schon in aller Öffentlichkeit Zeugnis ablegen.
Was hattest du zu vor? Ein Vanox (oder mehrere) und was hast du nun? Ein BX 50.
Und von welchem Hersteller sind die?
Es ist hoffentlich klar, dass ich das alles nicht ernst meine
So wirklich bringt das dem Threadersteller aber auch nix, wenn ich mein Geraffel hier aufliste, wenn dann ganz unten - es gibt ja auch massenweise Threads zur Kaufberatung.
Meine Meinung:
Das Oly scheint mir zu teuer, die DPlans wird man bald ersetzen wollen.
Das Dialux hat mit den Fluotaren die definitiv besseren Objektive.
Vorausgesetzt, sie sind technisch/optisch beide OK, und ich hätte noch kein Mikroskop, würde ich das Dialux nehmen.
Richtig eklig teuer und eine ordentliche Sucherei würde es da nur, wenn man irgendwann ICT nachrüsten will. Aber wenn das evtl. gar nicht geplant ist...
Oder mir ein BH2 mit 100W, besserer Ausstattung und besserem Preis-/Leistungsverhältnis suchen. ;D
LG Michael
PS: Ach ja, noch die Beichte...
Bei mir steht momentan schön sauber in Umzugskartons verpackt:
Olympus: BX52/BX61/BHT/SZX12/SZX9
Zeiss (Jena) 2x Interphako, 2x Epival
Und etliche Reichert Stative (Biovar, Neopan etc.)
Nikon MM60 Messmikroskop, aber mit Mitutoyo Objektiven
Leitz Labovert ICT
Also ganz so einseitig ist es nicht, aber am häufigsten sitze ich vor den BXen, die sind am komplettesten ausgestattet und ich muss mich selten über irgendwas aufregen.
Hallo "safran" oder so....,
welches der beiden Mikroskope du nimmst, ist ziemlich egal. Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Die "Eierlegendewollmilchsau" gibt es auch bei den Mikroskopen nicht!
Jeder hat so seine Präferenzen. Mein Tipp: Probiere beide Mikroskope aus, teste sie. Nehme dann das, was dir im Gebrauch am besten passt.
Gute Fotos kann man mit beiden Mikroskopen machen - wenn man es kann. :)
Freundliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
ich kenne Deine Vorliebe für Olympus und zweifelsohne sind beide Mikroskoptypen an sich gleichwertig. In diesem Fall muss man aber ganz klar zum Dialux raten, weil es einfach die erheblich(!) bessere Ausstattung hat. Hochwertigere Optik, Trinotubus und leistungsfähigere Beleuchtung. Um das Olympus auf das Ausstattungsniveau des Dialux anzuheben, sind sicherlich noch einmal 500 EUR (mindestens) notwendig, sodass man beim schon höheren Grundpreis von 730 EUR auf einen Betrag von mindestens 1230 EUR kommt, um die Performance des Dialux 22 zu haben - wobei eine beleuchtungstechnische Aufrüstung des Olympus gar nicht möglich ist.
Hezrliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in Juni 18, 2019, 23:28:34 NACHMITTAGS
Um das Olympus auf das Ausstattungsniveau des Dialux anzuheben, sind sicherlich noch einmal 500 EUR (mindestens) notwendig, sodass man beim schon höheren Grundpreis von 730 EUR auf einen Betrag von mindestens 1230 EUR kommt
um das geld kann man sich dann auch schon fast ein BX leisten...
Hallo nochmal,
ganz allgemein, nicht auf diesen konkreten Fall bezogen, sondern auf die Äußerung von Peter Reil:
ZitatDie "Eierlegendewollmilchsau" gibt es auch bei den Mikroskopen nicht!
bedingter Einspruch. Das gilt sicher für die Grundausstattung. Wenn es aber darzum geht, ein Mikroskop in einer halbwegs realistischen Zeit für wirklich JEDES Kontratsverfahren auszubauen, kommt m.E. neben dem Standard nur das Orthoplan infrage. Objektive alle Klassen gibt es ohnehin reichlich, die Teile für Phasenkontrast und Fluoreszenz sind ebenfalls auf dem Markt gut verfügbar. Und wenn man bereit ist, in den (ohne Frage sehr teuren, aber auch sehr guten) Leitz-Smith-DIK zu investieren, bekommt man ihn in realistischer Zeit. Der DIK vom Olympus BH ist absolut gleichwertig, aber noch
deutlich seltener als von Leitz (und noch teurer).
Aber am DIK sollte man es natürlich nicht festmachen.
Hezrliche Grüße
Peter
Moin Peters,
was sollte denn die Eierlegendewollmilchsau so alles können?
Mein Axiophot kann Durchlicht-Hellfeld, Durchlicht-DIK, Auflicht-Fluoreszenz, Durchlicht-Polarisation, für geringere Vergrößerungen noch Durchlicht-Dunkelfeld. Als Präparierlupe ist es allerdigns gänzlich unbrauchbar ... ;)
Für Phasenkontrast, Auflichtverfahren und petrographische Polarisation habe ich andere Stative. Für rein biologische Anwendungen lässt mein Axiophot aber für mich keine Wünsche offen. Natürlich bekommt man eine gleichwertige Ausstattung auch für andere, auch ältere Zeiss-Stative oder z.B. auch von Leitz, Nikon, Olympus oder von mir aus sogar PZO.
Das Problem ist eben, dass der Appetit beim Essen kommt, und sich die wenigsten Neueinsteiger mal eben ein dickes Forschungsmikroskop leisten wollen oder können. Wenn man aber am Ende des Tages durchrechnet, was die Nachrüstung eines vorhandenen Statives kostet, kommt man dann doch ins Grübeln, ob es nicht besser wäre, gleich ein komplettes Mikroskop zu kaufen, wenn man denn sicher ist, was man braucht. Von der Zeit und Energie, die es erfordert, die fehlenden Komponenten zu finden und zu kaufen/ersteigern und diese dann ggf. auch nocht instand setzen zu lassen, gar nicht zu reden - da kann ich ein Lied von singen, und Ihr sicher auch!
Herzliche Grüße,
Florian
Liebe Kollegen,
dieser Faden hat sich ja zu einem interessanten Austausch über einige Endlich-Optik-Mikroskope von Zeiss, Leitz und Olympus weiter entwickelt. Die Ausgangsfrage scheint mir mit deutlicher Tendenz beantwortet zu sein – auch ich würde aufgrund der Ausstattung (Trino, Objektive, 100W-Leuchte) zum Leitz Dialux 22 tendieren.
Zum übergeordneten Thema Leitz/Olympus/Zeiss in der Endlich-Ära kann ich noch ein paar - natürlich subjektive - Beobachtungen aus meiner Erfahrung zum Vergleich Zeiss-Olympus beisteuern. Von einem stark Zeiss-affinen Anwender (bei mir vorrangig Wassertropfen-Mikroskopie von Frischpräparaten) habe ich mich für die tägliche Praxis zu einem überzeugten Olympus-Nutzer, der gelegentlich immer noch gerne auf Zeiss zurückgreift, gewandelt. Im einzelnen sind bei mir ein Olympus BHS (100W Halogen), ein Olympus BHT (LED) und ein Zeiss Standard WL (100 W Halogen/LED) in regelmäßigem Einsatz. Neben Hellfeldbeleuchtung nutze ich für beide Systeme DIK. Phako kommt bei mir nur gelegentlich zum Einsatz, ich gehe auf dieses Kontrastverfahren im Folgenden auch nicht weiter ein.
Der für mich ausschlaggebende Grund für eine Bevorzugung von Olympus war ganz klar die Fotoadaptation – so wie Christian (Cabo) dies weiter oben schon angedeutet hat. Natürlich ist auch die häufig am Zeiss eingesetzte Adaptation über ein 10xKpl + z.B. 40mm Canon-Pancake und APSC-DSLR (so sieht es bei mir aus) sehr gut brauchbar. Ebenso – insbesondere für Leitz – die von Peter V. schon erwähnte Kameraanpassung über ein 10x Periplan mit Schraubgewinde, Step-down-Adapter und Relaisoptik, mit der man sich Dreharbeiten spart. Aber diese beiden Wege der afokalen Anpassung benötigen jeweils eine Relaisoptik; die Olympus-Adaptation arbeitet schlichter mit speziellen Projektiven, u.a. dem schon erwähnten NFK 1,67x, das in Kombination mit APSC-Sensoren ideal ist und eine maximale Bilddiagonale ermöglicht (Für Vollformat nutzt man das NFK 2,5x, das von Olympus zur analogen Zeit für KB vorgesehen war).
Ohne dies mit harten Testbildern belegen zu können, ist für mich die Adaptation über ein NFK-Projektiv optisch überlegen (von der mechanischen Stabilität über den Olympus Adapter L und passenden T2-Ring, bei mir auf Canon EOS, ganz zu schweigen). Kriterien sind für mich Randverzeichnungen und Farbsäume bei zunehmendem Abstand von der optischen Achse sowie eine homogene Ausleuchtung des aufgenommenen Bildes. Ein scheinbar nebensächliches, aber in der Praxis sehr relevantes Kriterium ist auch die Staubanfälligkeit: Während man bei der Olympus-Adaptation selbst mit einer 100:1 Ölimmersion und korrekt eingestellter Aperturblende im HF praktisch ohne sichtbare Abbildung von Staub und Fusseln fotografieren kann, ist dies bei meiner Anpassung an das Zeiss Standard WL völlig unmöglich. Trotz penibler Putzaktionen müssen bei der Bildbearbeitung meist diffuse Flecken wegretuschiert werden. Die Hauptquelle des Drecks vermute ich auf der Feldlinse des 10xKpl-Okulares, ich habe das aber nie ganz sicher herausgefunden oder lösen können.
In puncto DIK gilt sicherlich, dass die notwendigen Teile am leichtesten für ein Zeiss zusammen gesammelt werden können (wobei gänzlich delaminationsfreie Teile sehr selten sind, in der Praxis delaminierte Komponenten häufig jedoch ohne Einschränkungen funktionieren), gefolgt von Leitz und – Königsdisziplin für Sammler – Olympus. Unabhängig davon, dass die Bildcharakteristiken im DIK anders sind (ganz pauschal gesprochen: ausgesprochen brillant und kontrastreich bei Olympus, sehr nuancenreich und fein aufgelöst bei Zeiss, Leitz kenne ich kaum), bietet der DIK bei Olympus in der Endlich-Ära klare Vorteile: Er lässt sich sehr gut mit den Olympus-Spitzenobjektiven (SPlan Apos) kombinieren. Das gilt sowohl für den achromatisch-aplanatischen Kondensor NA 1,4 mit fest verklebten Prismen als auch erst recht für den UCD-Kondensor 0,9 mit Wechselprismen, für den es Objektiv-spezifische Prismen zum Einsetzen gibt. Wer z.B. mal mit dem SPlan Apo 20/0,70 (auch im Hellfeld ein formidables Objektiv) im DIK beobachtet hat, wird sich der Olympus-Faszination kaum entziehen können. Auf einem anderen Blatt steht freilich, dass die notwendigen DIK-Komponenten (fast) nicht aufgetrieben werden können. Mein persönlicher Weg war daher, lange Jahre mit Zeiss sehr zufrieden zu sein, durch glückliche Fügungen nun aber doch schwerpunktmäßig das Olympus BHS/BHT auch für DIK nutzen zu können.
Zumindest in einer Konstellation ist Zeiss (Endlich) aber unschlagbar: Nach meinem Eindruck ist die Abbildungsleistung eines (delaminationsfreien) Zeiss Plan Apo 63/1,4 sowohl im HF als auch im DIK unübertroffen. Der Olympus SPlan Apo 60/1,4 – zumindest mein Exemplar – erreicht nicht die Farbfehlerfreiheit und Brillanz des Pendants von Zeiss, weder im HF noch im DIK (obwohl ich mit Glück tatsächlich das dafür vorgesehene Kondensorprisma für den UCD-Kondensor auftreiben konnte). Allein dies ist schon ein Grund, warum das Zeiss Standard WL bei mir neben einem Olympus-Stativ weiterhin seinen festen Platz auf dem Mikroskopie-Tisch behält.
Beste Grüße
Ole
Hallo Ole,
vielen Dank für Deine Ausführungen zu den Hintergründen Deines vollzogenen "Systemwandels". Du beschreibst hier Deine Erfahrungen in Bezug auf die Endlich Systeme. Mich würde es natürlich auch noch interessieren, wie Du diesbezüglich das neuere Unendlich Zeiss-Axio bewertest.
viele Grüße
Jochen
Was ich bei der ganzen Diskussion hier nicht kapiere....
Sowohl Zeiss als auch Leitz boten in der Endlich-Ära trinokulare Mikroskope an. Zeiss und auch Leitz (Leica) hatten auch Kameras im Programm. Wie war denn eine originale Fotoadaption damals von Zeiss oder Leitz auf z.B. Kleinbild (dem heutigen Vollformat) realisiert? Gab es da keine speziellen Projektive, Adapter, Fototuben....?
Olympus hat sein OM-System damals perfekt auf die Mikroskope zugeschnitten.
Ich lese immer von Periplan- oder KPL-Okularen welche zur Fotografie herangezogen werden. Von einem Leitz oder Zeiss Projektiv lese ich nie.......
????
Gruß
Christian
Zitat von: cabo in Juni 19, 2019, 23:31:43 NACHMITTAGS
Ich lese immer von Periplan- oder KPL-Okularen welche zur Fotografie herangezogen werden. Von einem Leitz oder Zeiss Projektiv lese ich nie.......
Christian
Kein Wunder. Leitz und auch Zeiss (West) haben seit etwa 1950/1955 keine Projektive mehr gebaut oder geliefert, sondern nur noch Fotookulare. Den Unterschied erklärt die
Mikrofibel.
(VEB Zeiss Jena lieferte noch bis in 80er Jahre Projektive, ebenso Olympus.)