Liebe Pflanzenfreunde,
der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens), auch nur Buchsbaum oder Buchs genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Buchsbäume (Buxus). Er ist in Südwesteuropa, Mitteleuropa, Nordafrika und Westasien heimisch.
Bild 01 Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_56200037.jpg) (https://www.directupload.net)
Quelle: © Hans Hillewaert / CC BY-SA 4.0
Dieses Werk ist gemeinfrei.
Systematik:
Ordnung: Buchsbaumartige (Buxales)
Familie: Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
Gattung: Buchsbäume (Buxus)
Art: Gewöhnlicher Buchsbaum
Wissenschaftlicher Name: Buxus sempervirens
Trivialname:
Buchs, Bosbaum, Bossebaum, Poxbaum, Puchsbaum (mittelhochdeutsch), Boyschebaum, Buchs (Graubünden), Buchsboum, Puhs (althochdeutsch), Buschbom (Altmark, Mecklenburg, Pommern), Bussbom (Mecklenburg, Ostfriesland), Buxbaum, Palm (Eifel, Ostfriesland, Schweiz), Palmenberg (Eifel), Pikesbum (Siebenbürgen), Katzepissbäumche (Westerwald).
Englische Bezeichnung: boxwood
Der Name stammt möglicherweise von lateinisch buxus, dessen Ursprung im griechischen pyxos vermutet wird, dem von Theophrast (Theophrastos von Eresos, deutsch auch Theophrast, war ein griechischer Philosoph und Naturforscher) verwendeten Namen für eine Pflanze, die man später als Buchsbaum interpretierte. Theophrast war in seiner Beschreibung nicht eindeutig, und seine Manuskripte sind verloren gegangen.
Das schwere Buchsbaumholz wird bis heute in der Drechslerei geschätzt, und bereits der altrömische Schriftsteller Plinius berichtete, dass aus dem Holz des Buchsbaums Dosen und Kästchen gefertigt wurden. Man vermutet daher, dass sich aus pyxis die Bezeichnungen Büchse, box (englisch) und boîte (französisch) entwickelten.
Bild 02 Illustration
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_36038289.jpg) (https://www.directupload.net)
Dieses Werk ist gemeinfrei.
Quelle: www.biolib.de
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany
Eine wichtige Rolle spielte und spielt der Buchsbaum in der gestaltenden Gartenkunst. Hier setzt er dekorative und stimmungsvolle Akzente. Bereits bei den Griechen war er bekannt. Mit Buchsbaumhecken rahmten schon die Römer ihre Gartenbeete ein. In den von ihnen eroberten Gebieten, pflegten die Römer diese Art der Gartenstaltung fort.
Seit dem 13. Jahrhundert ist der Anbau des Buchsbaums in Deutschland dokumentiert. In Versailles kam der ganz große Auftritt des Buxus sempervirens.
Beeteinfassung für das sagenhafte Schloss Versailles
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_55909147.jpg) (https://www.directupload.net)
Der Hofgärtner von Heinrich IV., Claude Mollet, entdeckte diesen vielversprechenden aufgehenden Stern am Gartenhimmel. Er führte die wintergrüne und -harte Pflanze als Beeteinfassung für das sagenhafte Schloss Versailles ein. Davor diente diese schöne Pflanze lediglich als Hintergrundbepflanzung. Die vorher aus dem klimatisch milderen Italien übernommenen Zypressen zeigten nicht die erforderliche Winterhärte. Als typisches Element gelten die geschnittenen und niedrigen Buchsbäume in den italienischen und französischen Schlossgärten der Renaissance. Auch in Mitteleuropa kamen sie zunehmend in Mode. Wohlhabende Bauern und Bürger ahmten diese Art der dekorativen Gartengestaltung nach. Auf diese Weise entstanden die traditionellen Bauerngärten. Sie weisen bis heute die unentbehrlichen Buchsbaumeinfassungen auf.
Bild 03 Buxus sempervirens, Blütenknäuel, in der Mitte eine weibliche Blüte, darunter mehrere männliche.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_33420276.jpg) (https://www.directupload.net)
Der Buchsbaum ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Von März bis Mai erscheinen in den Blattachseln unscheinbare, gelbliche, wohlriechende Blütenknäuel. Jeder Knäuel besteht in der Regel aus einer endständigen weiblichen Blüte und mehreren seitenständigen männlichen Blüten. Eine Blütenkrone fehlt, vorhanden sind lediglich mehrere sehr kleine Hüll- und Kelchblätter. Die weiblichen Blüten haben drei Griffel, jeweils mit einer zweigeteilten Narbe, die männlichen Blüten jeweils vier Staubblätter.
Im September spalten sich die etwa 8 Millimeter langen, dreiklappigen Kapselfrüchte und streuen je zwei schwarze, glänzende Samen.
Buchs ist durch den Gehalt am Alkaloid Cyclobuxin in allen Teilen gtftig.
Vergiftungserscheinungen äußern sich durch Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Durchfall und Krämpfen.
Spross, Querschnitt, 25 µm
Zunächst einmal 5 Bilder von ungefärbten Schnitten.
Bild 04 Übersicht, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_32347029.jpg) (https://www.directupload.net)
Der junge Spross zeigt etliche Trichome.
Bild 05 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_22687807.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 06 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_2863675.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 07 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_25773083.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 08 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_30631159.jpg) (https://www.directupload.net)
Trichome sind Anhangsgebilde der Epidermis, die durch Auswucherungen einzelner Epidermiszellen entstanden sind. Die Haare sind mit dem unteren Teil, dem Fuß, in der Epidermis verankert. Den über sie Epidermis hinausragenden Teil bezeichnet man als Schaft.
Bild 09 Autofluoreszenz, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_7244975.jpg) (https://www.directupload.net)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 10 Autofluoreszenz, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_65204782.jpg) (https://www.directupload.net)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) modifiziert
Arbeitsablauf :
1. Probe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 8 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca. 15 Sekunden !!!.
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 2 Minute.
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 4 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp: Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus
Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol ( 99,9 % )
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Fotos: Nikon D5000.
Bild 11 Übersicht, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_49972132.jpg) (https://www.directupload.net)
Auffällig ist der Sklerenchymstrang in jeder der 4 Hörnchenspitzen, der sich an den Blatträndern fortsetzt.
Bild 12 Übersicht mit dunklem Hintergrund, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_47096010.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 13 Übersicht, Negativ, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_21210914.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 14 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_56680499.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 15 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_40362448.jpg) (https://www.directupload.net)
Bei diesem Bild habe ich die Beleuchtung vom Mikroskop etwas gedrosselt, um die kleinen Trichome besser erkennen zu können.
Bild 16 Vergrößerung mit Beschriftung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_27717712.jpg) (https://www.directupload.net)
XY = Xylem, PH = Phloem, K = Kambium, RP = Rindenparenchym, SK = Sklerenchym, CU = Cuticula, EP = Epidermis, der rote Kreis zeigt ein Leitbündel von einem Blattansatz.
Die Cuticula ist eine aufgelagerte Schicht, die die äußere Zellwand der Epidermis wasserundurchlässig macht.
Aus dem Kambium entsteht natürlich ständig neues Phloem.
Bild 17 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_48132822.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 18 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_30542218.jpg) (https://www.directupload.net)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 19 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_6444509.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 20 Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252074_58000584.jpg) (https://www.directupload.net)
Spross, Längsschnitt, 25 µm
Bei den Längsschnitten haben mich die Blattachsen interessiert.
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 21 Übersicht, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252075_52243212.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 22 Vergrößerung, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252075_426867.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 23 Übersicht, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252075_3841804.jpg) (https://www.directupload.net)
Bild 24 Periderm, Auflicht – Fluoreszenzaufnahme, Buxus sempervirens
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/252075_34576242.jpg) (https://www.directupload.net)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Quellen und weiterführende Informationen:
Wikipedia
,,Das Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quelle. Texte werden anschließend individuell von mir selbst verfasst.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Doch zunächst einmal wünsche ich viel Freude beim Lesen.
Hans-Jürgen
Hallo Karl.
auch Dir danke für Dein Feedback.
Gruß
Hans-Jürgen
Wieder einmal eine klasse Dokumentation und wie immer sehr informativ. Nachdem wir ca. 100 Buchse im Garten haben (alle von meiner Frau aus einem gezogen) und Dank eines biologischen Spritzmittels alle toll dastehen, besonders interessant.
vG Peter
in Erwartung Deiner nächsten Präsentation. Bin schon gespannt
Ja, das hat bei uns seit mehreren Jahren sehr gut funktioniert.. Einen Buchs hatte ich letztes Jahr beim Spritzen übersehen. Dieser wurde stark befallen. Da dies ein biologisches Mittel ist, bin ich sehr begeistert. Zudem ist das Mittel recht ergiebig.
VG Petetr
nachdem die ganze gemeinde bei mir vom zünsler überfallen wurde, habe ich radikal, rund ums haus
alles was nach buchs aussah, mit dem bagger rausreissen lassen. die raupen waren sogar massiv im
briefkasten an meiner post, im fussabstreifer, fliegengitter, fensterrahmen uvm....
es schienen millionen, mit einem horrorfilm vergleichbar.
sogar die spatzen haben sie nach gierigem fressen, reihenweise ausgekotzt!
...und ich hatte "die schnauze auch restlos voll".
ciao,
güntherdorn