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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: ammererlutz in August 06, 2019, 19:41:21 NACHMITTAGS

Titel: Iso-Methode zur Paraffin-Einbettung von K.Henkel im Test
Beitrag von: ammererlutz in August 06, 2019, 19:41:21 NACHMITTAGS
Die von Herrn Henkel beschriebene "ISO-Methode" zur Entwässerung von Präparaten zur Herstellung von Paraffinschnitten bezog sich , wie er mir miteilte, auf pflanzliches Material, wobei die Methode jedoch von Frau Pfäfflin an Fisch-Organen entwickelt wurde (wie Herr Henkel mir ebenfalls freundlicherweise mitteilte.)

Da die ISO Methode doch eine erhebliche Vereinfachung und Zeitersparnis des Entwässerungsprozesses darstellt, fand ich es der Mühe wert, an menschlichem Gewebe einen Vergleich anzustellen, wobei Probe 1 nach ISO entwässert wurde, Probe 2 "klassisch" in Äthanol Reihe:

beide Proben fixiert in Formaldehyd 4%(gepuffert), Entwässerung und Paraffinierung je in Standard Küvette, Auswaschen des Formalins in Wasser.

Probe 1:
8 Std in Isopropanol 100 %
2 Std.neues Isoproanol 100 %
1 Std neues Isopropanol 100 %
1 Std neues Isopropanol Wärmeschrank 45°
2 Std Isopropanol 100%-Paraffin 1:1, 62°
2 Std Paraffin 62°
2 Std neues Paraffin 62°
Eingießen in Ausgußform

( Dauer:18 Std.)

Probe 2:
4 Std Äthanol 50 %
3 Std, Äthanol 70%
4 Std Äthanol 96 %
4 Std Äthanol 100 %
4 Std neues Äthanol 100%
3 Std Xylol
6 Std. Paraffin 62°
Eingießen in Ausgußform
( Dauer 28 Std)

im angeschnittenen Paraffinblock ( Bild 1) erkennt man die deutliche Aufhellung des Äthanol behandelten Präparates durch das Xylol.
Schneidbarkeit am Mikrotom: keine Unterschiede.

Überführung der Schnitte zur Färbung: übliche Xylol-Äthanol Reihe  (Xy-Äth 100-96-70-H2O je 4 Minuten)

Trichrom-Färbung: Azan.

20er Objektiv: bei der ISO Methode sind keine qualitativen Unterschiede erkennbar, trtotz des abrupten Überganges von Wasser auf 100 % Isopropanol auch keine stärkeren Schrumpfungs-Artefakte als bei der üblichen stufenweisen Äthanol Behandlung.
Somit stellt die ISO Methode auch bei tierischem Gewebe eine praktische und zeitsparende Methode dar ( auch wenn die Einbett-Automaten auf Äthanol-Basis arbeiten)

( im Bild übrigens eine Hautveränderung, die etwas verdächtig aussah, sich in der Probeexzision wie man sieht aber als harmlose Fibrosierung mit kleinen, diffusen Einblutungen- die orange gefärbten Erythrozyten zwischen den blau gefärbten kollagenen Bindegewebsfasern- herausstellte)
Titel: Re: Iso Methode von K.Henkel im Test
Beitrag von: Ralf Feller in August 06, 2019, 20:05:24 NACHMITTAGS
Hallo Lutz,

danke fürs Ausprobieren!
Das hilft mir sehr die Methode auch mal anzuwenden.

Was mir auffällt,
hast Du das Paraffin bei der Xylolmethode nicht gewechselt?
3 Std Xylol
6 Std. Paraffin 62°
Eingießen in Ausgußform

LG Ralf
Titel: Re: Iso Methode von K.Henkel im Test
Beitrag von: ammererlutz in August 06, 2019, 20:20:21 NACHMITTAGS
kurz Xylol-Paraffin als übergangsmedium reicht ( hatte ich nicht erwähnt), danach ist normalerweise kein Paraffinwechsel nötig.
Titel: Re: Iso Methode von K.Henkel im Test
Beitrag von: Bob in August 06, 2019, 20:31:55 NACHMITTAGS
Hallo Lutz,
danke für den Versuchsbericht! Vielleicht bringst Du im Titel noch das Wort Paraffin unter, dann findet man ihn leichter über die Suche.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Iso Methode zur Paraffin-Einbettung von K.Henkel im Test
Beitrag von: ammererlutz in August 06, 2019, 21:14:17 NACHMITTAGS
oK, ist dann halt längerer Titel  :)