Guten Tag,
ich bin schon länger auf der Suche nach einem guten Mikroskop. Da ich mich leider nicht gut genug auskenne, weiß ich nicht welches Produkt auch wirklich gut ist. Die Eckdaten sind ja oft vielversprechend, aber die Qualität leidet oft.
Wichtig für ist natürlich ein klares sauberes Bild. Ebenso ist eine gute Beleuchtung wichtig, vorallem bei der Auflichtmikroskopie mit starker Vergrößerung.
Darum meine Frage an die Profis die Praxis haben und sich mit den verschiedenen Modellen auskennen:
Ich suche ein Auf- und Durchlichtmikroskop mit
- einer 500 bis 1000-Fachen Vergrößerung,
- Auflicht- und Durchlichtmikroskopiefunktion,
- gutem Bild. Vorallem bei Auflichtmikroskopie und starker Vergrößerung,
- es sollte auch möglich sein Fotos zu machen (z.B. mit einer Spiegelreflexkamera oder einer Mikrsokop-Kamera).
Ich wäre bereit bis zu ca. 1000€ dafür auszugeben. Dafür spare ich auch gerne :)
Gebraucht oder neu ist egal.
Vielen Dank im Voraus!
Hallo erstmal,
ich weiß ja nicht, was Du da so mit "hoher Vergößerung" im Auflicht betrachten willst, da gibt es wirklich gute Geräte.
Nur dass Du dafür dann schon Spezialobjektive benötigst, die Dein Budget schon alleine auffressen werden.
Wenn es Dir nicht auf trendige Schönheit ankommt, hätte ich da was für Dich, wäre auf Grund des Gewichts aber nur mit Abholung Raum Kassel. Da wäre dann auch die Einweisung mit drin :-)
Wolfgang
Guten Abend,
eine Vorstellung was das Mikroskop können soll hast du ja schon. Was zur Präzisierung noch beitragen würde wäre ein Hinweis was du im Auflicht untersuchen willst und wieso du da so hohe Vergrößerungen brauchst. Ich mache viel Auflicht, aber das 100er Objektiv kommt sehr selten zum Einsatz.
Selbst vorgestellt hast du dich ja auch - allerdings wäre es netter, wenn man dich mit einem Vornamen ansprechen könnte.
Herbert hat das schon sehr freundlich in deinem Vorstellungsthread angedeutet:
ZitatOder bist Du nicht d e r Mikrokosmos, sondern der Peter oder der Michael? oder die Marianne?
Noch ein Tipp: wir haben hier eine Rubrik "Biete - suche" da gehört dieser Beitrag rein. Und noch eine Anmerkung: nach meiner Erfahrung ist ein gebrauchtes Mikroskop wie du es beschreibst in ordentlicher Qualität kaum für 1000.- zu bekommen. Du brauchst nämlich 2 Sätze Objektive für AL und DL.
Danke sehr für Eure schnellen Antworten.
Zum Einsatz: Es geht hauptsächlich um Mikroskopie im botanischen Bereich. Aber ich möchte auch "expandieren" können.
Und Danke an Klaus für den Hinweis der Rubrik "Biete - suche". Vielleicht kann jemand mein Thread ja netterweise verschieben, dann muss ich keinen Doppelpost erstellen.
Und das Zitat von Herbert habe ich so gar nicht verstanden. Es klang für mich nach einem Scherz. Aber jetzt wo Du es sagst, leuchtet es mir ein.
Wolfgang, Danke für das Angebot. Leider wohnst Du zu weit weg. Und auf "trendige Schönheit" lege ich keinen Wert. Bei mir geht es nur um die Funktionalität.
So wie es aussieht, muss ich wohl tiefer in die Tasche greifen. Aber so wie es klingt, ist keine 1000x Vergrößerung nötig. Wie schon gesagt, 500x-Vergrößerung würde reichen, um auch außerhalb der Botanik freude zu haben.
Es muss auch kein luxus-Modell sein, wie es die Profis im Labor nutzen. Aber es sollte schon Qualität haben und einem Freude bereiten.
Gibt es da was vernünftiges für mich?
Dann mach ich's mal Offiziel:
Schönen Abed noch, Hubert.
Hallo Hubert,
ich glaube du überschätzt die Vergrößerungsfaktoren die in der Botanik notwendig oder sinnvoll sind. Ich arbeite zu 95% bei Vergrößerungen um 20x bis 250x. Stärkere Vergrößerungen werden in der Botanik nur sehr selten bzw. für spezielle Anwendungen wie die Untersuchung von Pollen und Sporen verwendet.
Welche Objekte möchtest du denn voraussichtlich untersuchen?
Grüße
Alex
Hallo Hubert,
In welcher Gegend wohnst Du denn?
Hallo,
hier scheint mal wieder jemand die eierlegende Wollmilchsau zu suchen, ohne zu wissen wie man Eier brät, Wolle spinnt, geschweige denn aus der Milch Käse macht.
@ Hubert: Fang doch einfach mit einem guten gebrauchten Durchlichtmikroskop an (Eier braten). Das gibts für unter 1000,-€. Für viele Auflichtsachen ist auch das brauchbar, zumindest bis zum 20er Objektiv (bis ca. 300-fache Vergrößerung). Da reicht der Objektivabstand noch aus, um mit einer seitlichen Beleuchtung (z.B. Janslö von IKEA) Licht ins Dunkel zu bringen. Das wirklich Herausfordernde ist nicht das Mikroskop und dessen Bedienung, sondern das Herstellen der Präparate (das Eierbraten)
Viele von uns haben mehrere Mikroskope auf dem Arbeitstisch stehen. Auflicht ist auch nicht gleich Auflicht.
Es gibt Auflicht-Hellfeld (davon sind viele enttäuscht, weil Licht senkrecht von oben durch das Objektiv=keine Schatten) und Auflicht-Dunkelfeld (was unserem normalen Sehempfinden nahe kommt - Licht wird seitlich am Objektiv vorbei geführt, aber trotzdem auf dem zu betrachtenden Objektbereich fokusiert). Für letzteres braucht man aber i.d.R. ein anderers Mikroskop als für Durchlicht und wenn es das gleiche Stativ ist, ist es kaum ohne Umbau von Durchlicht zu Auflicht zu verwenden. Die Mikroskope, die Durchlicht und Auflicht können, bieten meist nur Auflicht-Hellfeld und die alles können, sprengen Dein Budget. Ich denke aber, dass Du einfach zu wenig Mikroskoperfahrung hast, um überhaupt einschätzen zu können, welches Mikroskop Du wirklich brauchst. Daher nochmal mein Rat: Erstmal klein anfangen und später nachrüsten, wenn Du wirklich weißt, dass die Mikroskopie Dein Ding ist. Das ist der normale Werdegang. Du wärest als Anfänger mit einem Forschungsmikroskop, das all diese Funktionen hat, sicher auch überfordert. Erstmal Fahrschule machen, dann ein Auto kaufen! Gut wäre es, wenn Du ein paar Veranstaltungen einer Mikroskopikervereinigung besuchst und dort mal durch verschiedene Geräte durchschaust, bevor Du so viel Geld ausgibst. Daher ist die Beantwortung von "Dr. Jekyll"s Frage nach Deiner Wohngegend nicht ganz unwichtig, denn nur dann bekommst Du vielleicht Einladungen zu lokalen Gruppen oder von Einzelkäpfern aus Deiner Gegend. Mikroskopie findet nun mal nicht am Comuter statt, sondern am Mikroskop und das lernt man am besten direkt von erfahrenen Mikroskopikern. Autofahren kann man auch nicht am Computer lernen, bestenfalls die Verkehrsregeln, aber nicht die Praxis.
praxisnahe Grüße aus Dresden
Gerd
Hallo Hubert,
Für die Botanik benötigst Du keine "eierlegende Wollmilch-Sau".
Die Auflichtmikroskope sind Spezialisten, die z.B. in der Metallographie, Mineralogie oder in der Fluoreszenz-Mikroskopie verwendet werden.
Wie schon Alex schrieb, bin auch ich der Meinung, dass ein Stereo-Mikroskop und ein gutes Durchlichtmikroskop Dir beste Dienste leisten.
Das angegebene Budget sollte für gute gebrauchte Geräte ausreichen.
Herzliche Grüße
Herbert
Hallo,
die typische Ausrüstung des Hobbymikroskopikers ist das Durchlichtmikroskop und - je nach Anspruch - ein mehr oder weniger gutes Stereomikroskop.
Echte "Auflichtmikroskope" bzw. die Ausrüstung dazu findet im Hobbybereich praktisch k e i n e Anwendung - schon gar nicht in der Botanik. Es sind Mikroskope für spezielle Anwendungen in den Materialwissenschaften, für biologische Präparate sind sie völlig ungeeignet.
Ein gutes Gebrauchtmikroskop der höheren Klasse ( speziell das Leitz Orthoplan, aber auch Zeiss Universal oder Phomi) sind zudem für Auflicht ausbaubar und die Teile sind auch stets mit etwas Geduld auf den Gebrauchtmarkt zu finden.
Ein wirklich gutes Durchlichtmikroskop der früheren Forschungsklasse sowie ggf. noch ein einfaches Stereomikroskop zusätzlich sind auf dem Gebrauchtmarkt sicher für 1000 EUR zu realisieren.
Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass mein in jeder Hinsicht favorisiertes Mikroskop das Orthoplan ist - ehedem das ultimative Flaggschiff aus dem Hause Leitz.
Hezrliche Grüße
Peter
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9026.0 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9026.0)
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19564.msg148868#msg148868 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19564.msg148868#msg148868)
Hallo und danke sehr für Eure zahlreichen und vorallem informativen Antworten.
Den Tipp von Gerd mit den Mikroskopikerveranstaltungen finde ich ganz gut. Ich denke, das beste wird sein, einige Mikroskope einfach mal auszuprobieren. Ich werde mal schauen ob wir solche Veranstalungen hier in der Nähe (Schwerin) haben.
Zu der Frage, welche Objekte ich genau betrachten will, kann ich leider nichts genaueres zu sagen. Ich kann nicht sagen, ich möchte nur speziell Pollen o.ä. untersuchen. Am liebsten würde ich alle Bestandteile einer Pflanze untersuchen - auch die Pollen. Ich finde soetwas sehr interessant und mache mir auch eigene Zeichnungen und Notizen dazu. Ich komme mir dann immer ein bisschen wie Columbus vor... Vielleicht etwas peinlich, aber sowas interessiert mich total. Ich interessiere mich auch schon länger an dem medizinischen Nutzen vieler Pflanzen und mache mir eigene Auszüge und Präparate (keine Sorge, bin kein Esotheriker und kein Globuli-Anhänger *g*). Mit einem Mikroskop lerne ich die Pflanzen mal auf anderer Ebene kennen.
Ich werde mir auch nochmal die beiden Links bzw. Beiträge von Peter nochmal in Ruhe ansehen. Ich denke, danach wird einiges klarer.
Danke sehr für Eure nette Hilfsbereitschaft!
Hallo Hubert,
Da sind wir ja Seelenverwandte :-)
So hats bei mir auch angefangen und ist im Grund auch so geblieben: Es kommt alles unter die Linse, was bei drei nicht vom Tisch ist. Weil ich schon immer sehr am Wasser hing, hat sich das mehr so in Richtung Tümpeln entwickelt, trotzdem schau ich mir immer wieder gerne die Schnitte von Ronald an; ist halt Wissenszuwachs.
Ein gutes Mikro für Deine Zwecke wäre von Zeiss/Jena und das sollte in "Neufünfland" immer noch günstig aufzutreiben sein! Die sind ausbaufähig und die Teile für Endlichoptik sind erschwinglich (du kannst natürlich auch ein russisches LOMO nehmen :-) erlaubt ist alles).
Eventuell nimmst Du sogar für den Anfang ein Leihgerät von Gerd (planerdd) un probierst erstmal.
Grüße
Wolfgang
Lieber Hubert,
wenn Du neben der Hardwarebeschaffung schon mal schauen möchtest, wie man Pflanzen fürs Durchlichtmikroskop aufbereitet, dann wirst du hier ziemlich umfassend fündig:
http://www.mikroskopie-bonn.de/themenseiten/erstellung_pflanzlicher_dauerpraeparate/index.php
Herzlich eGrüße
Jörg
Hallo Hubert, wenn direkt in Schwerin nichts zu finden sein sollte, ist die Mikrobiologische Vereinigung Hamburger (http://www.mikrohamburg.de/) doch sicher noch in erreichbarer Nähe. Habe in Schwerin gelernt und mein Abitur gemacht. Habe dort als Baufacharbeiter-Lehrling am Großen Dreesch mitgebaut. Vielleicht wohnst Du ja in einem Haus, in dem ich die Fugen verschmiert habe.
LG Gerd
Hallo Hubert,
so wie ich die Situation sehe wäre der Erwerb zweier Geräte wohl die sinnvollste Lösung für dich. Eine Stereolupe und ein klassisches Durchlichtmikroskop.
Ich bin - ähnlich wie du - durch die Botanik zur Mikroskopie gekommen. Zuerst habe ich mir für die Pflanzenmorphologie eine Stereolupe mit Auf- und Durchlichtfunktion angeschafft. Diese verwende ich zum Beispiel für die Untersuchung von Samen, Blüten und "grober" Details an lebenden Pflanzen und Pflanzenteilen. Vor wenigen Wochen erst habe ich dann ein "richtiges" Durchlichtmikroskop für die Pflanzenanatomie, Pollen und Sporen erworben, und dieses mittlerweile mit sinnvollem Zubehör ausgestattet. So wie in der Botanik die Morphologie in die Anatomie übergeht, ergänzen sich auch meine beiden Geräte perfekt, und sind so wichtige Hilfsmittel für mein botanisches Hobby geworden. Mit meinen beiden Geräten decke ich sämtliche für mich interessanten Gebiete der botanischen Mikroskopie ab.
Auch wenn du dich für den Kauf von Geräten der renommiertesten Hersteller entscheidest, könnten sich beide Geräte zusammen für eine Betrag innerhalb des von dir veranschlagten Budgets ausgehen, wenn du gebrachte Geräte erwirbst.
Den ersten Schritt - sowohl zum Erwerb hochwertiger, gebrauchter Geräte als auch zu einem fast unerschöpflichen Fundus an geballtem Fachwissen - hast du mit der Anmeldung in diesem Top-Forum mit zahlreichen netten, kompetenten und sehr hilfsbereiten Mitgliedern ja bereits gemacht.
Grüße
Alex
Hallo Hubert,
ich hoffe es hat nicht schon vor mir geschrieben. Die Mikrofibel von Klaus Henkel ist ein guter Ratgeber rund um die Mikroskopie und das darin beschriebene Zeiss-Standard eine Überlegung für eine Anschaffung wert.
Persönlich nutze ich einige Jenalabs, kann diese aber aufgrund der rar vorhandenen Phototuben nur eingeschränkt empfehlen. Der Wunsch nach einer Photodokumentation ist ja heute zwingend.
Ein Standard 16 bekommst du zumeist für weniger als 300€ mit einer guten Achromatbestückung und du kannst damit meist ohne Komplikationen loslegen. Zeiss Jena ist eher was für Bastler... die verwendeten Fette sind oft verharzt und es bedarf vieler Stunden Arbeit diese Mikroskope aufzuarbeiten.
Viele Spaß bei deiner Suche.
Erik
Hallo erstmal,
Zitatdie verwendeten Fette sind zumeist verharzt und es bedarf vieler Stunden Arbeit diese Mikroskope aufzuarbeiten.
Aber das macht ja auch irgendwie Spaß, so ein Teil wieder ans Laufen zu bringen; außerdem lernt man es dadurch auch besser kennen :-)
Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
ja, weil du ein versierter Bastler mit einem großen Erfahrungsschatz bist. Ich ticke da ähnlich und musste zwischenzeitlich aber lernen, wie viele Leute doch eher zwei linke Hände haben und von Anfang an funktionierende Geräte haben wollen. Das war mir nie so klar.
Erst jetzt wo ich nicht mehr Zugriff auf eine Instandhaltungswerkstatt habe, merke ich die Einschränkungen, was Bastelarbeiten betrifft.
Viele Grüße,
Erik
Hallo Erik,
Jemand, der in Rente geht und sein Werkzeug nicht zusammen hat, hat was falsch gemacht :-) :-)
Mit Mikroskopen ist es wie mit Autos; man kann sich einen Neuwagen kaufen und sucht sich das gewünschte "Komplettpaket " aus (und muss dann in Zukunft damit zufrieden sein) oder man kauft sich einen Oldtimer und baut sich daraus sein Traumauto. Dzwischen liegt der ganze Fächer der Möglichkeiten.
Was das Basteln angeht, so bist Du hier nicht allein: Hier werden Sie geholfen!
Grüße
Wolfgang
Zitat von: liftboy in Oktober 01, 2019, 20:23:18 NACHMITTAGS
Hallo erstmal,
Zitatdie verwendeten Fette sind zumeist verharzt und es bedarf vieler Stunden Arbeit diese Mikroskope aufzuarbeiten.
Aber das macht ja auch irgendwie Spaß, so ein Teil wieder ans Laufen zu bringen; außerdem lernt man es dadurch auch besser kennen :-)
Grüße
Wolfgang
Das sehe ich auch so.
Es freut mich immer wieder zu lesen, dass es noch andere Menschen gibt die sich dafür interessieren und das ich an Eurem Wissen und Eurer Erfahrungen was lernen kann.
Auf die Mikrofibel bin ich schon gestoßen. Da werd ich mich mal reinlesen. Und bis ich fertig bin, kann ich ja Geld für ein Mikroskop sparen ;)
Hatte dieses Jahr etwas größere Ausgaben. Das muss ich erstmal ausgleichen :)