Hallo,
gerade habe ich Orceinessigsäure – Lösung bei Klaus bestellt. Übrigens zu einem sehr fairen Preis. Leider finde ich meine Anleitung zur Färbung der Mitosestadien in Zwiebelzellen – Wurzeln nicht mehr. Hat jemand hierzu eine Vorschrift? Idealerweise mit einer Anleitung zur Erstellung von Dauerpräparaten mit Euparal-Einschlussmedium.
Beste Grüße aus der Vulkaneifel
Jan
Hallo Jan,
da gibt's ein paar MIKROKOSMOS-Artikel dazu.
siehe Anlage.
Viele Grüße
Rainer
ps Ich kann Dir leider nur insgesamt 2 MB schicken - mehr per Email.
Hallo Ihr beiden,
ich habe eben gerade Orceinessigsäure gemischt und ein paar Präparate hergestellt. Wie gut das geklappt hat kann ich erst sehen, wenn das Euparal ein bisschen getrocknet ist.
Anbei ein Bild von Chromosomen, die mit Karmin-Essigsäure gefärbt sind. Das ist mir noch zu bunt um die Chromosomen herum.
Das Plattdrücken habe ich so gemacht:
-gefärbte und in 50% Essigsäure wieder etwas differenzierte Zwiebelspitze auf fettfreien Objetträger
-Wachspapier von selbstklebenden Möbelfüßen drauf
-Objektträger so anfassen, dass der Daumen das Wachspapier andrücken und angedrückt halten kann, auf der anderen Seite des Obketträgers Finger weiter hinten platzieren
-Mit Kältespräy viele kurze Sprühstöße machen, bis der Daumen auf der anderen Seite ordentlich kalt ist
-Wachspapier abziehen
-Isopropanol drauf, ums Objekt herum Essigsäure und Wasser abwischen, das ganze zwei mal
-Euparal drauf, Deckglas, Gewicht, Wärmeplatte 55°C
Viele Grüße,
Bob
zur Ergänzung: schau mal hier nach: mikroskopie-forum.de/index.php?topic=828.0
Herzliche Grüße
Detlef
@ Bob: Danke für die Anleitung. Laut einer Anleitung aus dem Internet soll Karmin – Essigsäure für Dauerpräparate nicht sinnvoll sein.
https://www.waldeck-ms.de › downloads › faerbemethoden_deutsch
S. 17
@ Rainer: Vielen Dank für den Artikel. Ich habe alle Ausgaben des Mikrokosmus als PDF auf der Festplatte. Es wäre klasse, wenn du mir die Mikrokosmos – Ausgabe und evtl. die Seitenzahl nennen könntest.
Beste Grüße
Jan
Hallo Bob,
es kann gut sein, daß Du nach dem Quetschen der Zwiebelwurzelspitzen etwas zu wenig mit der ca. 50%-igen Essigsäure differenziert hast, sie läßt sich aus dem Gewebe auswaschen.
Viele Grüße
Rainer
Zitat von: Vorticella in September 30, 2019, 21:07:13 NACHMITTAGSEs wäre klasse, wenn du mir die Mikrokosmos – Ausgabe und evtl. die Seitenzahl nennen könntest.
Da wäre ich auch dran interessiert, Rainer!
Zu Karminessigsäure und Dauerpräparaten: Jochen ist schuld. ;D Jochen hatte hier die Vorgehendweise beschrieben, die ich bis auf das Wachspapier auch übernommen habe: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19347.0 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=19347.0).
Er hat sich sein Dauerpräparat nach jetzt 5 Jahren noch mal angesehen, und konnte mir gestätigen, dass es noch gut ist.
Was soll den das Problem bei dieser Methode sein?
Mir wäre ja ein Verfahren am liebsten, wo man das Eindeckmittel gleich auf die gefärbte Wurzelspitze gibt, Deckglas drauf, drücken und fertig.
Ich möchte dieses Thema im November bei der MIKRO Hamburg bearbeiten, und für's Präparieren an Gruppennachmittagen darf es gerne etwas unkomplizierter sein und schneller gehen. Radiolarien in LOCA hat da richtig Spaß gemacht- erstklassige Präparate innerhalb von 4 Minuten fest und fertig.
Viele Grüße,
Bob
Zitat von: RainerTeubner in September 30, 2019, 21:12:05 NACHMITTAGSes kann gut sein, daß Du nach dem Quetschen der Zwiebelwurzelspitzen etwas zu wenig mit der ca. 50%-igen Essigsäure differenziert hast, sie läßt sich aus dem Gewebe auswaschen.
Hallo Rainer,
ich habe die Wurzelspitzen unzerdrückt gefärbt und so auch vor dem Quetschen in 50% Essigsäure gelegt.
Differenzieren nach dem Abnehmen des Wachspapiers wäre natürlich noch eine interessante Möglichkeit.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Bob,
folgende MIKROKOSMOS-Artikel haben das Stichwort "Riesenchromosomen" im Titel:
- Mikrokosmos, Band 42(5), S. 116 (1952_1953) Untersuchung von Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 49(3), S. 79 (1960) Riesenchromosomen der Fruchtfliege Drosophila
- Mikrokosmos, Band 54(2), S. 54 (1965) Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 55(2), S. 33 (1966) Riesenchromosomen im Quetschpräparat
- Mikrokosmos, Band 58(3), S.65 (1969) Aktive Erbanlagen in Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 58(7), S. 199 (1969) Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 59(4), S. 125 (1970) Riesenchromosomen kann jeder untersuchen
- Mikrokosmos, Band 63(11), S. 336 (1974) Riesenchromosomen 1
- Mikrokosmos, Band 63(12), S. 379 (1974) Riesenchromosomen. 2. Genaktivität und Puffs
- Mikrokosmos, Band 64(2), S. 52 (1975) Riesenchromosomen 3
- Mikrokosmos, Band 67(10), S. 312 (1978) Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 69(5), S. 163 (1980) Darstellung der Riesenchromosomen bei tiefgefrorenen Chironomus-Larven
- Mikrokosmos, Band 71(11), S. 333 (1982) Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 71(12), S. 373 (1982) Die polytänen Riesenchromosomen in den Speicheldrüsen der Zuckmückenlarve Acricotopus lucidus
- Mikrokosmos, Band 75(4), S. 127 (1986) Präparation pflanzlicher Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 77(9), S. 273 (1988) Künstliche Oberflächenspreitung polytänder Riesenchromosomen
- Mikrokosmos, Band 81(4), S. 97 (1992) Riesenchromosomen
"Karmin" findet sich in folgenden Artikeln:
- Mikrokosmos, Band 13, S.168 (1919_20) Ein vereinfachtes Verfahren bei der Anwendung von Karminfärbungen
- Mikrokosmos, Band 29(5), S. 82 (1935_1936) Karminlösungen
- Mikrokosmos, Band 40(11), S. 270 (1950_1951) Karminifarben für Stückfärbung
- Mikrokosmos, Band 41(2), S. 41 (1951_1952) Karminessigsäure
- Mikrokosmos, Band 47(3), S. 72 (1957_1958) Sudanschwarz B und Karmin-Essigsäure als Gegenfärbung
- Mikrokosmos, Band 49(10), S. 315 (1960) Über die Herstellung von Aceto-Karmin-Orcein gefärbten Quetschpräparaten
- Mikrokosmos, Band 50(10), S. 319 (1963) Karmin-Essigsäure-Quetschpräparate vieler kleiner Chromosomen
- Mikrokosmos, Band 53, S. 254 (1964) Eine verbesserte Karmin-Essigsäure-Färbung für Quetschpräparate von Chromosomen
- Mikrokosmos, Band 61, S 246 (1972) Schnellfärbung von Chromosomen. Das Karminessigsäure-Quetschverfahren
- Mikrokosmos, Band 66, S. 127 (1977) Zur Herstellung von Karmin-Essigsäure Beruht die Mengenangabe auf einem Kommafehler
- Mikrokosmos, Band 69(6), S 203 (1980) Darstellung der Chromosomen auf Dauerpräparaten begeißelter Algen nach doppelter Fixierung und Färbung mit Karminessigsäure
- Mikrokosmos, Band 69(9), S. 289 (1980) Karmin-Giemsa-Färbung für Chromosomen von Beta-Arten in der Prophase der Meiose
- Mikrokosmos, Band 76(9), S. 277 (1987) Cochenille in der mikroskopischen Technik- Zur Geschichte der Karminfarbstoffe
- Mikrokosmos, Band 80(5), S. 133 (1991) Karmin als Fluoreszenzfarbstoff für chromatinhaltige Strukturen
Im Buch "Mikroskopie" (1973) von W. Schlüter ist auf der Seite 252 die Präparation der Speicheldrüsen beschrieben.
Im "Großen Kosmos-Buch der Mikroskopie" (2002) von Kremer findet sich die Vorschrift zur Präparation der Riesenchromosomen auf der Seite 83.
Während des letzten Mikroskopie-Workshops in Inzigkofen zeigte Michael Miedaner, daß die Präparation der Riesenchromosomen auch mit gefriergetrockneten Larven gut funktioniert, nach kurzem Einweichen in Wasser kann man die Speicheldrüsen unter der Stereolupe herauspräparieren. Es hat sich gezeigt, daß der abschließende Differenzierungsschritt mit ca. 40%iger Essigsäure die Präparate gut aufhellt, ohne die Chromosomen zu entfärben.
Viele Grüße
Rainer
Hallo Rainer,
vielen Dank für diese umfassenden Informationen! Da habe ich erstmal eine Menge zu lesen.
Ich finde es immer verblüffend, wie aufwendig es ist, so ein Verfahren so gut in den Griff zu bekommen, dass man andere angelernte Laien anleiten kann, es reihenweise und mit gutem Ergebnis durchzuführen. Aber wenn man das hinbekommt, ist es auch ein großes Vergnügen.
Wir haben Mitose-Quetschpräparate mal als einen kleinen Teil eines extrem umfangreichen Treffens bei der MIKRO Hamburg gemacht, und da war nur bei einem etwas zu erkennen, es hatte einfach die Zeit gefehlt, sich der Aufgabe ausreichend wohlüberlegt zu widmen. Jetzt machen wir das im November noch mal, und zwar in Vollversion mit Dauerpräparaten.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Rainer,
vielen Dank für die umfangreiche Literaturliste. Darf ich fragen, wie du diese erstellt hast? Gibt es zum Mikrokosmos ein Stichwortverzeichnis? Zwar besitze ich die kompletten Mikrokosmos – Bände als PDF. Eine gezielte Suche nach Stichworten ist aber sehr Zeitaufwändig. Hast du da eine zeitsparendere Alternative?
Beste Grüße
Jan
Hallo Jan,
vielleicht hilft diese Liste weiter:
Gruß Peter alias Fraenzel
Hallo,
Zitat von: Vorticella in Oktober 01, 2019, 15:41:14 NACHMITTAGS
vielen Dank für die umfangreiche Literaturliste. Darf ich fragen, wie du diese erstellt hast? Gibt es zum Mikrokosmos ein Stichwortverzeichnis? Zwar besitze ich die kompletten Mikrokosmos – Bände als PDF. Eine gezielte Suche nach Stichworten ist aber sehr Zeitaufwändig. Hast du da eine zeitsparendere Alternative?
eventuell musst Du am Betriebssystem etwas umkonfigurieren? Auf dem Mac kann ich einfach in die normale Suche eingeben "Riesenchromosomen" und bekomme 28 Treffer in Zeitschriften vom Typ Mikrokosmos. Das geht auch unter Windows. Entweder alle Documente in einem Ordner mit Acrobat, oder mit der normalen Suche, wenn du .pdf in den Indexierungsoptionen einschaltest, falls es das noch nicht ist.
Nur ein Tipp am Rande.
Herzliche Grüße
Timm
Hallo Timm,
ich verstehe deinen Hinweis nicht. Wo suchst du mit welcher Suchmaske....
Ich habe die Mikrokosmos – Zeitschriften als PDF in einem Ordner. Kann man in PDF Dokumenten nach einem Schlagwort suchen? Wie funktioniert das? Vielleicht stelle ich mich blöd an...
Beste Grüße
Jan
Hallo Jan,
unter Mac OS oder Windows einfach mit der normalen Suche des Betriebssystems oder alternativ mit dem Acrobat Reader unter Windows, der hat eine Funktion um alle Dokumente in einem Ordner zu durchsuchen.
Viele liebe Grüße
Timm
Edit: Die im vorherigen Beitrag beschriebenen Treffer kommen natürlich nur, weil ich den Mikrokosmos wie du auch als pdfs auf dem lokale. Massenspeicher habe.
Hallo Jan,
die Listen mit den Mikrokosmos-Artikeln zu "Riesenchromosomen" und "Orcein" habe ich erstellt, indem ich im Windows-Explorer nach den Stichworten im Titel der pdf-Dateien (alle Mikrokosmos-Artikel befinden sich als pdf-Dateien in einem Ordner) gesucht habe, ich habe früher, beim Anlegen meiner Artikel-Sammlung, drauf geachtet, daß die Dateinamen sprechend sind. Der Einfachheit halber habe ich die Titel der Artikel, neben den bibliographischen Daten, in den Dateinamen kopiert. So kann ich die Suche nach Stichworten im Dateimanager nutzen, um die einschlägigen Artikel zu finden. Wenn ein Wort im Titel nicht vorkommt, bleibt der Artikel leider verborgen. https://www.mikroskopie-forum.de/Smileys/default/undecided.gif Aber ich habe noch eine Tabellenkalkulationsdatei (siehe Anlage, geht leider nicht, da der Dateityp nicht als Anhang erlaubt ist), in der ich nach Autoren und gesondert vergebenen Deskriptoren suchen kann. Die Datei kann ich gerne per Email verschicken.
Viele Grüße
Rainer
Hallo Jan,
hier noch mal mit Screenshot, siehe Anhang.
Als Beispiel Windows 10. Einfach auf den Ordner gehen, in das Suchfeld den gesuchten Begriff eingeben fertig, die Dateien im aktuellen Ordner und allen Unterordnern werden im Volltext, also nicht nur Name, Kommentar etc, sondern der komplette Text im Dokument, durchsucht. Die Suche findet in diesem Fall auch einen Artikel, wo zb Riesenchromosom nur unter einem Bild als Wort auftaucht.
Das Bildschirmfoto zeigt noch nicht alle Treffer, das würde noch so 10 Min dauern, weil das eine Virtuelle Maschine ist, Indizierung ausgeschaltet ist und Netzlaufwerke halt langsam sind. Auf einem normalen Desktoprechner in normaler Windows-Konfiguration erscheinen die Treffer augenblicklich.
Das funktioniert natürlich nicht nur mit Mikrokosmos :-)
vlg
Timm
Edit: Während ich geschrieben habe sind es schon 26 Treffer :-)
Moin Jan,
Sollen die Chromosomen der Zwiebel so natürlich wie möglich im Präparat sein?Wenn nicht,die Küchenzwiebel in einer Colchicinlösung keimen lassen.Dann liegen die Chromosomen schön getrennt.Aber ich habe keine Ahnung wo man das Zeug heute herbekommt.Colchicin ist in sehr starkes Gift!!Gift der Herbstzeitlose!Eventuell geht ein Pflnzenextrakt.Vielleicht kann ja jemand aus dem Forum weiter helfen.Viel Spaß und gutes Gelingen
Mit freundlichen Grüßen Jörg
Hallo Rainer,
die Datei hätte ich sehr gerne. Bitte schicke sie an: janmoch a t yahoo . de
Besten Dank im Voraus
Jan
Hallo Jan,
die Datei hab ich an Deine Email-Adresse verschickt.
Viele Grüße
Rainer
Hallo zusammen,
anbei ein Foto von einem Mitose-Präparat, gefärbt zunächt in Karminessigsäure, dann einmal in Orceinessigsäure aufgekocht. Eingedeckt in Euparal, wird sicherlich noch ein Bisschen hübscher.
Viele Grüße,
Bob
Hallo,
hier Bilder von der Zwiebelwurzelspitze, gefärbt mit Karmin-Essigsäure:
Viel Spaß beim Betrachten!
Rainer