Im Gegensatz zum letzten Fall, dem dysplastischen Naevus, ist die histologische Diagnose in diesem Fall einfach und normalerweise sogar für Nicht-Pathologen unter den Medizinern erkennbar.
Das trifft auf das makroskopische Bild nicht immer zu.
Die meisten dieser seborrhoischen Dermatosen ( =Verruca seborrhoica) sind ,,Blickdiagnosen" und sofort als solche typischen Hautveränderung der zweiten Lebenshälfte erkennbar.
Aber es gibt Ausnahmen.
Leider kommen noduläre Melanome vor, die eine Verruca seborrhoica makroskopisch imitieren können, andererseits kommen seborrhoische Dermatosen vor, die makroskopisch eine Ähnlichkeit mit einem Melanom haben.
In vorliegendem Fall fehlte die klassische ,,aufgeklebt" wirkende Form und auch die Pigmentierung war etwas unregelmäßig ( s. Bld 1) , weswegen mir eine histologische Abklärung doch angeraten schien.
Die Bezeichnung Verruca seborrhoica ist rein deskriptiv und leider doppelt irreführend, denn mit Talg-Produktion (seborrhoisch) hat sie nichts zu tun, ebensowenig mit den durch Papillomaviren verursachten Hautwarzen ( Verrucae vulgares).Gekennzeichnet sind diese harmlosen Hautveränderungen durch verschiedene Verhornungsstörungen der verdickten Epidermis (Akanthose, mitunter Hyperkeratose, Parakeratose, Papillomatose etc)
Bild zwei 25x ( Azan)
im Zentrum der V.s. ist der Papillarkörper verplumpt (Papillomatose), die Verzahnung mit der Epidermis dadurch gestört, dadurch entsteht beim Mikrotomschnitt der Artefakt einer scheinbaren Ablösung der Epidermis vom stratum papillare.
Bild drei 100x (HE): man erkennt das pigmentierte und stark verdickte stratum spinosum ( Akanthose) mit eingelagerten Hornperlen,