Hallo,
Habe einen Leitz-Tisch hier, bei dem die Platte mit den Schlitzen für die Führungsschienen der Y-Achse in sich ziemlich verwunden bzw. verbogen ist.
Man bekommt die Platte nur schwer in die Schienen rein bzw. raus.
Gibt es eine Chance sowas mit Standardmitteln wieder gerade zu bekommen?
Beim Schraubstock habe ich das Problem, dass das Metall "federt", sich also nicht so einfach gerade biegen lässt.
Man müsste es theoretisch vielleicht über einen gewissen Punkt hinausbiegen...etwas unterlegen...
Über eine Kante biegen hat geringen Erfolg gebracht, aber das Ding ist so in alle Richtungen verwunden, dass das alles nicht so einfach ist.
Hat jemand eine Idee?
Viele Grüße
Diana
Hallo Diana,
sehe ich das richtig, dass diese Platte die Verbindung zwischen Tischalter und Tischplatte darstellt und somit Teil der Führung ist?
Viele Grüße,
Bob
Zitat von: Bob in Dezember 20, 2019, 21:27:07 NACHMITTAGS
Hallo Diana,
sehe ich das richtig, dass diese Platte die Verbindung zwischen Tischalter und Tischplatte darstellt und somit Teil der Führung ist?
Viele Grüße,
Bob
Hallo Bob,
Ja genau! Die Platte hat links und rechts Schlitze für die Führungsschienen.
LG Diana
Hallo Diane,
es geht vieles, ich habe mal eine Unfall Rolls Royce der mit Blechschrauben zusammen gebaut war, für 2-3 km gefahren. Danach bin ich gegen eine Wand gefahren, weil die Bremsen noch nicht funktioniert haben.
Hallo Diana,
da kann ich dir leider keine Hoffnung machen - eine verbogene Tischplatte (vor allem mit dieser Art der Führungen) läßt sich selbst mit professionellen Mitteln nicht mehr funktionsfähig richten.
Herzliche Grüße
Christoph
Hallo Christoph,
Vielen Dank für Deine Einschätzung!
Dann wird der Tisch wohl ins Ersatzteillager wandern müssen. Schade, der "Rest" wäre noch sehr schön gewesen.
LG
Diana
Mit Standardmitteln bekommt man das nicht einfach hin.
Zunächst muß die Abweichung von der Ebene exakt bestimmt werden, also wo genau und wieviel (markieren). Dazu braucht man eine gute Ebene (Anreißplatte oder guten Mikroskoptisch) und ein Meßmittel (Meßuhr, ersatzweise die Skala an einem Mikroskop-Feintrieb oder Meßfühlerplättchen (Spion)). Ein Haar-Lineal ist hier auch hilfreich.
Die der Verwindung gegenüberliegende (gerade) Seite in einen Schraubstock einklemmen, die verwundene Seite zwischen kräftige LANGE Winkel oder Flacheisen einklemmen und gegen die Verwindung manuell verbiegen. Wenn man eine Meßuhr mit Halter hat (besser zwei), kann man den Erfolg/Mißerfolg direkt ersehen (Die Meßuhr verträgt einen großen Hub).
Wenn keine da ist, wieder auf die Testebene legen und die Abweichung erneut ermitteln.
In jedem Fall eine langwierige, blöde Arbeit - aber machbar, wenn nichts gebrochen ist.
Eine gut eingerichtete Werkstatt hätte noch andere Mittel (z.B. eine Presse).
Gruß - Werner
Hallo,
Zitat von: Werner in Dezember 20, 2019, 22:43:37 NACHMITTAGS
Mit Standardmitteln bekommt man das nicht einfach hin.
Eine gut eingerichtete Werkstatt hätte noch andere Mittel (z.B. eine Presse).
Und in der Schmiede steht eine Richtplatte und dann vorsichtige Schläge auf die Rückseite.
Ist es Gusseisen??
:) ;) ;D :o :-X :'( :'( :'( <<< Smilie mit Tränen
VG,
Horst
Hallo Diana,
so wie Werner es beschrieben hat, kann man es machen. Hast Du diese Mittel nicht, kannst Du die Platte entlang der Biegekante in den Schraubstock spannen und mit einem kleinen Gummihammer - eher klopfend denn fest schlagend - richten. Wenn das Gussaluminium ist, besteht jederzeit die Gefahr, daß das Material bricht, aber kaputt ist es ja auch so schon.
Die Richtplatte in der Schmiede ist viel zu grob und vernarbt. Mit Schlägen wird es nur noch schlimmer (Impuls), außer man hat jahrelange Übung wie alterfahrene Karosserieklempner.
Die Anreißplatte oder Tuschierplatte beim Schlosser (wenn er hat) wäre besser. Eine Presse für stetige Verformung auch.
Zitat von: Werner in Dezember 20, 2019, 22:43:37 NACHMITTAGS
Mit Standardmitteln bekommt man das nicht einfach hin.
Zunächst muß die Abweichung von der Ebene exakt bestimmt werden, also wo genau und wieviel (markieren). Dazu braucht man eine gute Ebene (Anreißplatte oder guten Mikroskoptisch) und ein Meßmittel (Meßuhr, ersatzweise die Skala an einem Mikroskop-Feintrieb oder Meßfühlerplättchen (Spion)). Ein Haar-Lineal ist hier auch hilfreich.
Die der Verwindung gegenüberliegende (gerade) Seite in einen Schraubstock einklemmen, die verwundene Seite zwischen kräftige LANGE Winkel oder Flacheisen einklemmen und gegen die Verwindung manuell verbiegen. Wenn man eine Meßuhr mit Halter hat (besser zwei), kann man den Erfolg/Mißerfolg direkt ersehen (Die Meßuhr verträgt einen großen Hub).
Wenn keine da ist, wieder auf die Testebene legen und die Abweichung erneut ermitteln.
In jedem Fall eine langwierige, blöde Arbeit - aber machbar, wenn nichts gebrochen ist.
Eine gut eingerichtete Werkstatt hätte noch andere Mittel (z.B. eine Presse).
Gruß - Werner
Zitat von: Hugo Halfmann in Dezember 20, 2019, 23:15:16 NACHMITTAGS
Hallo Diana,
so wie Werner es beschrieben hat, kann man es machen. Hast Du diese Mittel nicht, kannst Du die Platte entlang der Biegekante in den Schraubstock spannen und mit einem kleinen Gummihammer - eher klopfend denn fest schlagend - richten. Wenn das Gussaluminium ist, besteht jederzeit die Gefahr, daß das Material bricht, aber kaputt ist es ja auch so schon.
Danke Werner und Holger,
Falls ich irgendwo an dem Ding noch eine gerade Seite finde, probier ich das so ungefähr mal aus ;)
Eine Meßuhr haben wir zwar (so glaube ich zumindest) nicht im Haus, aber der Ansatz klingt gut. Sehr viel kaputtmachen kann ich ohnehin nicht (das nächste Problem wären nämlich die Schlitze, einer von dreien ist in einer Ecke gequetscht).
Viele Grüße
Diana
Hallo Diana!
Die Schlitze kann man leicht mit einer kleinen Feile (Schlüsselfeile) passend machen.
Wie verwindet sich so eine Platte eigentlich so dermaßen?
Sie wurde sicher schon einmal vorher bearbeitet, was man an Schraubenzieheraufbiegspuren an einem der Schlitze erkennen kann.
Aber an dieser Stelle des Tisches wirkt ja kaum Gewalt ein. Und nach Fallschaden sieht das hier z.B. auch nicht aus.
Die Schienen sehen übrigens nicht verbogen aus.
Hallo Werner,
achte mal auf de Folge der Smilies. Am Ende kommen die Tränen. Sollte nur ein kleiner Jux sein.
Machmal ist mir so. 8)
VG,
Horst
Servus Diana,
ich würde es nicht mit Hammerschlägen versuchen, pressen ist hier die bessere Wahl. Wenn ich es am Foto richtig erkenne, ist der Knickpunkt auf ca. 5:30 Uhr. Hier müsste man im umgedrehten Zustand etwas beilegen z.B. einen Hartholzspatel und dann auf der Restfläche behutsam mit einer Presse Druck ausüben. Voraussetzung ist natürlich eine ebene und harte Unterlage. Wenn es sich um Aluguss handelt wird´s aber tricki. Es kommt hier sehr auf das verwendete Material an, ggf. könnte auch leichtes Erhitzen zum besseren Gelingen beitragen.
Gruß von einem ehemaligen Kfz-ler, der auch im Karosseriebereich tätig war.
Jürgen
grüß Dich Diana
Wenn ich an das Bild des verformten Teils von oben ein Haarlineal halte, sehe ich eine gerade Linie.
Von unten gehalten, aber wie von Jürgen G. bei 5.30 erkannt, eine Krümmumg nach oben.
Angenommen, der Tisch wäre etwas uneben, könnte das doch ein JUX sein.
Andererseits könnte der untere Teil der Führungsnut nach oben gedrückt sein.
Das liese sich doch sicher mit einem Lineal oder Schieblehre messen lassen?
D. h. Vergleich mit der anderen unverformten Seite der Nut
grüß Dich
gerd
Hallo Diana,
auf mich wirkt dieses Teil recht filigran. Ich kann mir vorstellen, dass es so konstruiert wurde, um im Ernstfall den Trieb und den eigentlichen Tisch vor Schaden zu schützen, in dem es nachgibt, quasi als Sollbruchstelle. Der Leitz-Techniker hätte dem Erstbesitzer dann kurz das Teil gewechselt, und der Schaden wäre gering geblieben.
Theoretisch bekommt man das nicht so genau gerichtet, das es wieder einwandfrei funktioniert. Ich würde es trotzdem nach der beschriebenen Methode mal probieren, das schadet ja nicht. Ergebnis sollte sein, dass die Kanten genau gerade sind und parallel zueinander stehen. Wichtig ist, dass dieser Zustand auch dann erhalten bleibt, wenn die Platte angeschraubt ist. Sie verzeiht sich ja unter Umständen wieder etwas, wenn unter den Schrauben ein Buckel ist.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Diana,
Hartgummibacken in den Schraubstock einsetzen und die Tisch-Grundplatte so einspannen, dass die Mitte der verbogenen Strecke über den Schraubstock hinausragt.
Beim Einspannen darauf achten, dass die Führungsnuten nicht zusammengedrückt werden.
Schnittfeste gepolsterte Handschuhe anziehen und mit vielen kurzen Impulsen (von locker bis kräftig ... ) die Biegung langsam, nur mit den Händen, angleichen. Den Biegefortschritt immer wieder kontrollieren und die Einspannhöhe dem aktuellen Biegeradius anpassen. Keinen Gummihammer (auch keinen Hammer mit Holzzwischenstück) verwenden. Was bei kurzer Biegestrecke funktioniert, versagt hier. Die Biegung muss mit den handgeführten Impulsen "etwas Zeit bekommen" sich über eine längere Strecke verformen zu können.
Wenn nach dem Richten nur noch "Stopper" während der Tischbewegung vorliegen, werden diese mit Diamant-(Ventil)Einschleifmasse behoben. Dazu die Masse auf die Stahlschienen geben und die beiden Teile immer wieder mit der Hand verschieben.
Die Arbeit ist sehr aufwändig und Du solltest abwägen ob ein Ersatz evtl. sinnvoller wäre. Einen Tisch habe ich nur über den Schraubstock richten können bei einem weiteren musste ich die Einschleifmasse anwenden.
Viele Grüße und viel Erfolg
Frank
Hallo Diana,
ich habe mir schon gedacht, daß für die Reparatur viele wohlmeinende Tipps und Vorschläge kommen.
Das ändert aber nichts an meiner ersten Aussage, daß eine "Reparatur" keinen Sinn macht. Dazu einige Anmerkungen:
1. Eine Aluplatte mit einer gewissen Dicke, die so verformt wurde, läßt sich nicht wieder in die ursprüngliche Form bringen, da an den Dehnungsstellen plastische Verformung stattgefunden hat. Die kann man nicht mehr "zurückstauchen".
2. Leitz hat aus gutem Grund die Tischplatte hochpräzise eben gefertigt, und wahrscheinlich auch auch auf dem Tischträger zum Tubuskopf parallel ausgerichtet. Wenn man sich überlegt, wie gering die Schärfentiefe der Objektive ist und wie hoch somit die Anforderungen an die präzise Objektlage für Planobjektive, ergibt eine Rückverformung der Platte wenig Sinn.
3. Die speziellen Stegführungen, die Leitz einige Zeit an vielen Stellen verwendet hat, sind päzise gefräste Nuten, die eine fast spielfreie Führung ergeben. Sobald eine solche Nut verformt wird, kann man sie nicht mehr in einen funktionsfähigen Zustand zurück verformen, es sei denn, man arbeitet die Nuten nach. Dann ist aber nichts mehr mit "Spielfreiheit".
Fazit: Viel Aufwand für wenig Ergebnis, und das bei einem relativ preiswerten Teil.
Herzliche Grüße
Christoph
Hallo Christoph
Zitat von: HCLange in Dezember 21, 2019, 17:12:08 NACHMITTAGS
Wenn man sich überlegt, wie gering die Schärfentiefe der Objektive ist und wie hoch somit die Anforderungen an die präzise Objektlage für Planobjektive, ergibt
Danke :)
VG,
Horst
So...
Ohne richtig professionelle Mittel wird das nix mehr!
Habe durch anfängliche Versuche das ganze vermutlich verschlimmbessert. Aber auch vorher konnte man keine wirklich gerade Seite ausfindig machen. Eine Ecke war zudem in "kürzerem Radius" wesentlich stärker nach unten gebogen als der Rest an sich verwunden war.
Alles kein Drama, ich werde weiterhin an der Platte ein wenig was ausprobieren, ohne den "Zwang" zu haben, dass es richtig gut werden muss. Das macht mir auch Spaß und ich lerne dadurch.
Und der Rest des Tisches, wie z.B. der Koaxialtrieb, Zahnstangen etc., dient mir als willkommener Ersatzteilspender.
Vielen Dank für die vielen Tipps, ich kann die sicher für die Zukunft gut gebrauchen!
LG
Diana
Zitat von: Diana1982 in Dezember 20, 2019, 23:27:09 NACHMITTAGS
Wie verwindet sich so eine Platte eigentlich so dermaßen?
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35866.0
Wolfgang
Zitat von: ortholux in Dezember 22, 2019, 01:03:28 VORMITTAG
Zitat von: Diana1982 in Dezember 20, 2019, 23:27:09 NACHMITTAGS
Wie verwindet sich so eine Platte eigentlich so dermaßen?
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35866.0
Wolfgang
Ach, so!!! :)
...Das Teil wurde aber, wie erwähnt, vorher schon maltretiert (Schraubenzieherspuren in den Nuten...)...scheint dann wohl öfter schon verschickt worden zu sein.
Am aktuellen Vorbesitzer kanns in dem Fall nicht liegen, der hatte super verpackt und ich muss mich auch nicht ärgern, da ich den Tisch letztendlich geschenkt bekommen habe.
LG und frohen 4. Advent
Diana