Liebes Forum,
ich habe in dem Buch "Mikroskopie für Lehrer und Naturfreunde, Werner Schlüter, 1955" einen Artikel gefunden,
in dem ein Pflanzenpräparat durch Verkohlung und Veraschung hergestellt wird.
Auch im "Mikrokosmos 1924/25" fand ich einen entsprechenden Artikel.
Im Anhang findet ihr eine pdf-Datei mit meinem Versuch einer Präparatherstellung.
Viel Spass beim nachmachen.
Liebe Grüße
Jochen
Hallo Jochen,
eine interessante Methode um Dauerpräparate herzustellen.
Ich habe auch schon Pflanzenteile, Häutchen von Iris, Lauch) in Speiseöl auf dem Objektträger bis zur gewünschten Bräunung erhitzt.
Das ergibt schöne Farbabstufungen,die Methode mit dem Öl habe ich vermutlich auch aus einem älteren Mikro-Kosmos.
Da gabs halt noch keine Wackerfärbung :)
Alles Gute fürs neue Jahr
Herzliche Grüße
Herbert
hallo ,
wenn ich es richtig verstehe, versucht man den Kontrast im Präparat anzuheben durch Verkohlung, bei manchen Mikroskopeinstellungen sieht man ja auch fast nichts. Die Spiritusflamme ist ja erfreulicherweise rußarm und das Bräunen sollte keine Probleme damit bereiten (, mittels eines Prozessorkühlblockes (für zb Pentium Cpu) auch recht gleichmäßig). Die Temperaturen zum Veraschen (Muffelofen), Glut im Blechschälchen kriegt man aber nur bei kleinen Proben realisiert. ich schau gerne nach welche Kristalle aus der Aschelösung wachsen, manche Pflanzen und Pilze reichern Stoffe an.
gruß konsonant
Hallo erstmal,
ZitatPilze reichern Stoffe an
na na, psychoaktive Substanzen?
Grüße
Wolfgang
hmmmmm , aber ja auch Schwermetalle und Radioaktives .
Hallo Jochen,
seit einiger Zeit schnibbele ich auch Holz. Zusätzlich zu den gefärbten Schnitten (Etzold blau, wie bei Bernd Miggel und Safranin/Baumwollblau analog Schweingruber bzw.Wagenführ ) mache ich von jeder Probe auch ein ungefärbtes und ein verkohltes Präparat mit den 3 Schnittebenen.
Für das verkohlte Präparat gehe ich wie folgt vor:
Auf einem OT ordne ich die (feuchten) 3 Schnitte (30...50µm) an und bedecke sie mit einem zweiten OT. Die beiden Enden der Objektträger werden mit hölzernen Wäscheklammern zusammengedrückt, die Klammern dienen gleichzeitig als Handgriff. Reagensglashalter geht auch.
Dann wird über dem Spiritusbrenner zunächst weit über der Flamme vorsichtig erhitzt und das Paket dabei häufig gewendet, bis die gesamte Flüssigkeit verdampft ist, und dann direkt über der Flamme, bis die gewünschte dunkle Braunfärbung erreicht ist. Es wird also nicht wirklich bis zur Holzkohle verkohlt.
Nach dem Abkühlen nehme ich die Klammern ab, meist lassen sich die OT jetzt leicht trennen. Anderenfalls lasse ich etwas Waschbenzin zwischen die OT ziehen, dies löst den entstandenen Holzteer, der das Verkleben bewirkt.
Erstaunlicherweise lassen sich die Schnitte (die nun natürlich recht zerbrechlich sind) leicht mit einer Präpariernadel vom OT lösen und mit einen mit Iso leicht angefeuchteten Pinsel auf den endgültigen Präparate-OT überführen ( Die zur Verkohlung benutzten OT haben meist einen bräunlichen Teerbelag). Der Einschluß erfolgt mit Euparal wie gewohnt.
Die Methode der Herstellung der "verkohlten" Schnitte habe ich aus einem Buch von 1941 : Mikrophotographischer Atlas der mitteleuropäischen Hölzer , auch Wagenführ gibt diese Methode noch an, ohne sie näher zu beschreiben. Die Unterscheidungsmerkmale der Hölzer erscheinen deutlich scherenschnittartig (leere Zellen) im mikroskopischen Bild, unterschiedliche Verholzungsgrade etc. können natürlich nicht mehr differenziert werden, sind für die Holzart-Bestimmung aber auch nicht relevant.
Ich könnte mir vorstellen, daß sich die Methode weiter fortführen ließe bis zur völligen Verkohlung oder gar Veraschung, dann freilich zwischen 2 verschraubten Blechen.
Herzliche Grüße und alls Gute zum neuen Jahr
Helmut
Hallo,
ich habe früher auch immer mal solche Verkohlungspräparate hergestellt. Der mehrwert gegenüber den normalen ungefärbten Schnitten/Schnipseln hat sich mir aber nie erschlossen, denn da kommen ja keine neuen Details dazu. Vieleicht was für Forensiker ;D
Beste Grüße
Gerd