Hallo,
die mikroskopischen Untersuchungen meines Weihnachtstellers gehen weiter. Heute habe ich etwas Fruchtfleich von einem Granatapfelkern geschnitten und als Quetschpräparat verarbeitet. Eigentlich war ich mit dem X-Pol auf der Suche nach Stärke, die ich hier kürzlich überraschender Weise gefunden hatte, aber nicht vernünftig ablichten konnte, weil die Körner immer auf der falschen Seite der Fruchthaut bzw. der Zellwand waren, so dass ich sie nicht schart bekam. Heute fand ich aber etwas anderes: Schöne dunkelrote Kristalle. Hat jemand eine Ahnung, was das sein kann? Im zweiten Bild noch die vermurksten Stärkekörner, von denen ich diesmal nur ganz vereinzelte im Saft schwimmend gefunden habe.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
ist ,,Weinstein" denkbar? Das wie im Rotwein reichlich vorhandene Anthocyan wäre dann ,,farbverantwortlich".
Viele Grüße,
Heiko
Hallo Gerd,
Calciumoxalat, das ist meine Wette.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21646110
vlg
Timm
Hallo Gerd,
das ist ja eine interessante Anregung und ich hätte jetzt von der Morphologie des Kristallbündels auch auf Weinstein getippt, obwohl ich eigentlich noch nie von Weinstein in Pflanzen gehört hatte - bis ich jetzt nachgelesen habe, dass er in Reben und natürlich auch Trauben massenhaft vorkommt. Ich dachte immer fälschlicher Weise, dass die Weinsäure ein Nebenprodukt der Vergährung ist
@Timm: sehr schöner lesenswerter Artikel. Da wurde ja sorgfältig untersucht. Aber die haben nur Blätter untersucht kein Fruchtfleich und bei den Bildern ist kein einziges, das so große langestreckte Kristalle zeigt.
Hallo,
nun gut, Wette verloren.
Klaus + Heiko, das dürfte wohl im Kristallographie-Doppelkopf die Dulle sein :-)
vlg
Timm
Hallo Timm,
Zitatnun gut, Wette verloren.
so leicht würde ich die Flinte nicht ins Korn werfen. Mit meinem Einwand wollte ich nichts ausschließen. Gleich morgen kaufe ich einen Granatapfel. Budget dafür ist schon genehmigt. ;)
Und wenn schon Dulle: du hast Olaf vergessen!
Hallo,
vielleicht ein Fall für unsere Mikrochemiker. An hand der Löslichkeiten/Nichtlöslichkeiten in bestimmten Substanzen könnte man ja vielleicht aus zwei Kandidaten einen (oder beide) ausschließen. Weinstein sollte sich schon in heißem Wasser lösen lassen, Calziumoxalat in Salzsäure.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
falls mir die anderen Mikrochemiker nicht zuvorkommen, wäre das eine nette Herausforderung.
Vielleicht sagst Du noch, wie man am besten zu diesen Kristallen kommt.
Sind sie in den Kernen oder im Fruchtfleich?
Ein Erfolg wäre abhängig davon, ob es wirklich anorganische Kristalle sind und daß es keine komplizierten Mischkristalle sind.
Wir werden sehen.
Viele Grüße
Reinhard
Zitatanorganische Kristalle
da würde ich jetzt eine Wette eingehen, dass zumindest die Säure organischer Natur ist. Sollte es ein Salz sein, was auch wahrscheinlich ist, dann würde ich die seltenen Erden auch ziemlich sicher ausschließen 8) und die 1. und 2. Hauptgruppe in die engere Wahl nehmen ;)
Hallo Gerd,
du hast jetzt kein Bild im Pol dieser schönen Kristalle gezeigt. Kannst du das bitte noch nachholen. Und noch eine Frage: ist das in dem ganzen Granatapfel ein Einzelfund?
Hallo Klaus,
ich hatte die Oxalsäure, Weinsäure und Konsorten unkorrekterweise noch als anorganisch "handhabbar" eingestuft.
Viele Grüße
Reinhard
Lieber Reinhard,
das ist natürlich ein schwerer Kunstfehler! ;)
PS: ich habe gerade mal in deine dezent versteckte Website reingeschaut und bin begeistert von der beeindruckenden Beschreibung deiner Projekte.
Ein Kleinod für das man die Werbetrommel rühren sollte und den Link nicht so unscheinbar verstecken!
Lieber Klaus,
ich kann wohl sagen, dass diese Seite die wahrscheinlich geringste Leserzahl aller Seiten im reticulum hat. ;D ;D
Influencer wird man so nicht.
macht aber nichts :)
Reinhard
Lieber Reinhard,
das ist aber wie der Rembrandt im Tresor - solche Schätze müssen einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Also: zeig was du hier noch nicht vorgestellt hast! Mindestens einen begeisterten Leser hast du sicher!
Nein, lieber Klaus und Reinhard,
Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 07, 2020, 11:26:07 VORMITTAG
Lieber Reinhard,
das ist aber wie der Rembrandt im Tresor - solche Schätze müssen einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Also: zeig was du hier noch nicht vorgestellt hast! Mindestens einen begeisterten Leser hast du sicher!
es sind mindestens zwei (Chemiker!), die diese Seite toll finden und lesen! 8)
Herzliche Grüße
Thomas
Hallo Klaus, hallo Thomas,
Danke! Es ist eben auch die Qualität der Leser...
Viele Grüße
Reinhard
Hallo Freunde,
Stunden und etliche Granatapfelkerne später habe ich die markanten Kristallanhäufungen nicht auffinden können.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/263570_56200037.jpg) (https://www.directupload.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/263570_42119052.jpg) (https://www.directupload.net)
Ich sehe viele "benzolringförmige" leere Zellen. Einen violetten "Kristallherd" sehe ich nirgends.
Ich hätte sonst versucht, einen Oxalat-Nachweis mit Benzidin- und Cu-acetat-Lsg evtl. auf Tüpfelpapier zu erbringen,
vorausgesetzt, es wäre mir gelungen, wenigstens einige solcher Konglomerate zu isolieren.
Viele Grüße
Reinhard
Hallo erstmal,
eben gerade hier reingestolpert... da hätt ich auch noch was!
Aus roten Weintrauben ein hervorragendes Gelee hergestellt; bei der Verkostung fanden sich gehäuft rote Krisatallaggregate im Gelee. Weder in Wasser noch in Säure löslich, Größe bis 5mm! Nicht doppelbrechend.
Keine Ahnung; ich hab noch welche, wer also will....
Ich häng mal (ein ziemlich mieses) Bild dran
Grüße
Wolfgang
Hallo Reinhard,
sollten es tatsächlich Tartrate sein ... und eingedenk des Stichworts ,,Weihnachtsteller" ... ist eventuell der Reife- bzw. Dehydratationsgrad nicht ohne Bedeutung.
Sieht mir nach Versuchsreihen und Validierung auch geographischer Herkünfte aus. ;D
Hier zeige ich noch einmal ,,einen Roten":
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/263578_55909147.jpg) (https://abload.de/image.php?img=weinstein1aug.2015verloj9a.jpg)
Viele Grüße,
Heiko
Hallo Wolfgang,
ich nehme gerne ein paar Gläser. :D
Aber im Ernst: Weinstein gibt es auch im Traubenmost.
Gruß, Heiko
Hallo,
da habe ich ja was losgetreten!
Bei den zwei von mir untersuchten Granatäpfeln (1x Bioladen, 1x ALDI) habe ich im ersten die Stärke und im zweiten die Kristalle gefunden, jeweils im Fruchtfleich, dass ich abgeschnitten und unter dem DG gequetscht habe. Die KRistalle waren mir im ersten nicht aufgefallen, aber im zweiten reichlich vorhanden. Leider hat meine Frau die Reste des Untersuchungsmaterials schon vernascht. Mal sehen, was sich in einem 3. Exemplar findet. Wäre ja schade, wenn das ein Einzelfund bleibt, aber Heikos Anmerkung zu Reife und Dehydrierungsgrad sollte man vielleicht wirklich mit ins Kalkühl ziehen.
Anbei noch ein Übersichtsbild mit dem 3,2er Objektiv, dass zeigt, wie die Kristallaggregate verteilt sind. Ich denke, das war der Teil des Fruchtfleisches, der den Kernen direkt anhaftet.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
ich habe das Fruchtfleisch ebenso von den Kernen gezupft; ist ja auch sonst nicht viel da.
Granatapfel: Edeka.
Viele Grüße
Reinhard