Glückauf Forum,
Ich mikroskopiere gerade einen Eklogit von der Saualpe aus Kärnten, Österreich, d
en ich auch bei Rob Gill erstanden hatte:
https://geosec.biz/Eclogite-from-Saualpe-Austria-Thin-Section-Microscope-Slide-P4114202.aspx
Laut seiner Beschreibung enthält der Stein Granat, Omphacit, Zoisit, Quarz und auch Kyanit, sowie retrograd gebildeten Amphibol.
Granat, Zoisit, Quarz und Amphibol kann ich bestätigen, bei den Anderen bin ich mir nicht so sicher.
In den anhängenden Bildern sieht man links oben Amphibol, rechts Granat, links der Mitte wohl Epidot und ein Sphenkorn, aber was ist das dazwischen?
Für Quarz ist mir der Brechungsindex zu hoch und auch die anomalen blauen Interferenzfarben passen nicht. Dazu die anscheinend sehr gute Spaltbarkeit (oder sind das nur Brüche?). Konoskopisch erscheinen die Körner mit den taubenblauen Interferenzfarben einachsig positiv, oder, wenn zweiachsig, dann nur mit einem sehr kleinen 2V.
Bilder 1 und ohne und mit Analysator,
Bilder 3 und 4 konoskopisch ohne und mit Rot I.
Viele Grüsse
Florian
Hallo Florian
Schön das Du Dich mit Österreich beschäftigst.
Es fehlt zur Beschreibung aber noch das 2 konoskopische Bild ...
Gespannt was da so zu Tage kommt - habe auch einiges Eklogit auf Lager welches auf die Preparation wartet.
Liebe Grüße
Gerhard
Ahh, du warst scheinbar noch bei der Arbeit, jetzt sind alle 4 da ...
Gerhard
Ich würde jetzt vorsichtig auf Pseudozoisit tippen. Der hat kleines 2V und niedrige Doppelbrechung sowie eine vollkommene Spaltbarkeit.
Hallo Florian,
ich hätte auf eine Hornblende getippt, was aber nicht mit dem kleinen 2V zusammenpasst. Bin neugierig, was am Ende rauskommt.
Vielen Dank für den Beitrag.
Erik
... Hornblende ist es keinesfalls, die wäre kräftig gefärbt. Zoisit scheint mir auch ziemlich wahrscheinlich, soweit man überhaupt aus Bildern diagnostizieren kann.
Herzliche Grüße,
Olaf
Hallo Florian,
in der deutschen Ausgabe von W. Scott & MacKenzie steht folgendes:
,,... weisen Zoisit-Krisalle eine anomale blaue Interferenzfarbe auf, die ziemlich ungleichmäßig verteilt ist. Dies ist ein Charakteristikum für den orthorhombische Zoisit als auch für den monoklinen Klinozoisit: man kann beide unterscheiden, weil Zoisit in allen Schnittlagen gerade Auslöschung zeigt, wohingegen dies beim Klinozoisit
nur in einer Schnittlage der Fall ist."
Vielleicht hilft`s weiter?
Ich mach mich jetzt eine Etage tiefer, weil es jetzt langsam unangenehm in der Dachstube wird und das Gebälk ordentlich unter dem Wind knarrt.
Gruß
Jürgen
ZitatIch mach mich jetzt eine Etage tiefer, weil es jetzt langsam unangenehm in der Dachstube wird und das Gebälk ordentlich unter dem Wind knarrt.
hier im Süden bewegt sich kein Blatt. Stand 17:00
Lieber Jürgen,
ZitatDies ist ein Charakteristikum für den orthorhombische Zoisit als auch für den monoklinen Klinozoisit: man kann beide unterscheiden, weil Zoisit in allen Schnittlagen gerade Auslöschung zeigt, wohingegen dies beim Klinozoisit
Dies klingt ja ganz schön und scheint auf den ersten Blick ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu sein, ist aber schlicht und ergreifend falsch!
Der rhombische Zoisit löscht nur in
Hauptschnitten gerade aus, in allen anderen Schnittlagen jedoch schief. Der monokline Klinozoisit löscht in allen Schnitten in der Zone um die kristallographische b-Achse (also Schnitte, die die b-Achse beinhalten) auch gerade aus und nur in allen anderen Schnittlagen schief.
Das klingt sehr verwirrend ist aber an Modellen plausibel zu erklären, ohne diese jedoch schwer zu vermitteln. Das Hauptproblem des petrographisch arbeitenden Mikroskopikers ist es, die richtigen Schnittlagen zu finden, und dazu braucht's nicht nur 3-dimensionales Vorstellungsvermögen, sondern auch Übung.
Herzliche Grüße,
Olaf
Lieber Olaf,
danke für deine erhellenden Worte.
Vielleicht ist da was ,,lost in translation ,,und H.Pichler und C.Schmitt haben sich wie in ihrer Einleitung ,,Bemerkungen zur deutschen Ausgabe ,,strikt an den ersten Satz gehalten:
,,Der Wert dieses Buches liegt in erster Linie in der bildlichen Darstellung, ...
Der Text ist nur als knappe Erläuterung gedacht...".
Sie verweisen weiter unten auch auf W.E. Tröger Band I&II.
Bei H.G.Stosch ,,Skript zur Kristalloptik II ,,zum Klinozoisit ist es etwas genauer: ,,Auslöschung: in Längsschnitten //b (d.h. ꓕ und // zu den Spaltrissen) gerade, sonst schief (oft um 30°); "
Zum Zoisit heißt es:" Auslöschung: meist gerade" aber zu den anomalen
Interferenzfarben ,,in Schnittlagen ꓕ zu einer optischen Achse zeigt Zoisit anomale Interferenzfarben (tief blau-grau oder braun), in anderen Schnittlagen normale Interferenzfarben;".
Gruß
Jürgen
Hallo Jürgen,
das würde ja passen.
Viele Grüsse
Florian