Hallo zusammen,
ich finde absolut nix im Netz über diesen Zeichentubus von Leitz. Bin für jeden Hinweis dankbar.
Kann sein, dass der Spiegel gar nicht dazu gehört, bei Zeiss ist auch keiner dran, sondern ein Reflektor mit einer Linse(?)
Hallo Klaus,
Eine ganz kurze Beschreibung findet sich in "Das Mikroskop und seine Anwendung" von Leitz, p. 102 http://www.leitz-ortholux.de/pdf/mikroskop_anwendung_1988.pdf
Mein Zeichentubus von Leitz hat keinen solchen externen Spiegel (sondern einen, der in den Seitenarm eingebaut ist, wie bei Zeiss).
Beste Gruesse,
Jon
Danke Jon, die Broschüre habe ich.
Eine Frage: kannst du diesen vorderen Teil herausziehen und ein Bild davon machen? Ist da nur ein Umlenkprisma/Spiegel drin, oder auch noch eine Linse? Müsste eigentlich Steckdurchmesser 23,2 mm haben.
Zitat von: Klaus Herrmann in Februar 10, 2020, 13:23:45 NACHMITTAGS
Bild davon machen?
Hallo Klaus,
Ich habe nachgesehen; ich habe im Moment keinen Zugang zu dem Leitz Zeichentubus. Vielleicht kann jemand anderes helfen. Ich erinnere mich wage dass da ein Periplan-Okular und ein Umlenkspiegel drin waren.
Beste Gruesse,
Jon
Hallo,
das ist zwar ein sehr alter Thread, aber ich habe dieselbe Frage, die damals Klaus hatte: hat jemand eine Bedienungsanleitung für mich?
Ich habe vor einigen Wochen einen ähnlichen Zeichentubus erworben, den ich aber nicht "in Betrieb" bekomme. :-[
Er besitzt allerdings nicht diesen Umlenkspiegel am Ende. Dieser gehört meines Erachtens auch nicht dorthin, da ja im Endstück des Tubus ein Umlenkspiegel integriert ist. Aber meiner gibt weder mit noch ohne eingesetztem Okular ein Bild. Ich habe auch verschiedene Okulartypen ausprobiert, das hatte keinen Einfluss. Was mich etwas stutzig macht ist auch, dass sich der Tubus in keinster Weise verstellen lässt. Also der Schiebemechanismus ist völlig fest. Das kenne ich vom Zeisstubus anders. Aber das will ja nicht zwingend etwas heißen. Ich kann aber den Tubus auch nur an einer Stelle auseinander nehmen und ein Okular einsetzen, sodass mir unklar ist, was ich falsch mache. Da ich ihn über einen vertrauenswürdige Quelle erhalten habe nehme ich erstmal nicht an, dass er defekt ist. Eine Anleitung wäre mehr als toll!
Schöne Grüße!
Oli
Lieber Oli,
In einen Zeichentubus gehört kein Okular, sondern ein Projektiv, das ein scharfes Bild des Objekts auf die Tischebene wirft.
Falls Du Eines brauchst, komm einfach bei mir vorbei.
Herzliche Grüße,
Alfons
Hallo Alfons,
selbstverständlich gehört in das Ende der Leitz-Zeichentuben ein Periplan-Okular.
Darüber wird dann der verschließbare Spiegeltubus gesteckt, oder ein Zeichenspiegel wie auf dem Foto zu Beginn des Threads (z.B. bei der Orthoplan-Version).
Hallo Oli,
die Verstellelemente müssen natürlich gängig sein, da hilft wohl nur eine Überholung. Ein Bild sollte es aber auch so bereits geben.
Enthält der Teilerblock die Tubuslinsen unten und oben ? Wenn die fehlen, kann es kein Bild geben.
Ein Foto wäre hilfreich, wie immer...
Herzliche Grüße
Christoph
Hallo Christoph und Oli,
Ich habe hier einen solchen Leitz-Zeichentubus in der Hand, mit gleichfalls bombenfest sitzendem Verschieberohr. Im Stutzen ein: Leitz Wetzlar Germany Periplan GF 25x. Ein Spiegel ist keiner dabei, aber ein graues, drehbares Projektionsprisma lässt sich problemlos anflanschen.
Im Leitz-Projektionsmikroskop-Aufsatz für den Prado (Entfernung des Bildes ca. 5 mtr) wird ein "Proj. 4X" verwendet.
Ob man nun Okular oder Projektiv zu dem 'Ding' sagt, ist Jedem selbst überlassen.
Nach einer für mich schlüssigen Definition bildet das Okular im Unendlichen, das Projektiv im Endlichen ab. Der Übergang ist fließend, man kann ein Okular durch Verlängerung des Tubus auch zur Projektion verwenden.
Ein Okular mit Faktor 25x ist für die normale Mikroskopie mit Betrachtung durch das Auge kaum geeignet. Ich würde es bei der vorliegenden Verwendung als Projektiv bezeichnen, auch wenn der Begriff zumindest ursprünglich aus der Verwendung für die (großformatige) Mikrophotographie stammt.
Letztendlich gilt: Versuch macht klug. Deshalb der Vorschlag an Oli, mit seinem Gerät hier vorbei zu kommen.
Herzliche Grüße,
Alfons
Hallo Alfons,
in meinen diversen Leitz Zeichentuben stecken üblicherweise Periplanokulare 12,5x bzw. 10x . Die aufsteckbaren verschließbaren Spiegelenden gehören zwingend dazu.
Das was du als Projektiv (z.B. P4x) bezeichnest, ist ein Projektionsokular, wie du ja richtig definiert hast, für Projektionsentfernungen > ca. 100x Brennweite des Okulars, also praktisch "unendlich". Die gab es genauso bei Zeiss.
Projektive kenne ich aktuell vorwiegend von Olympus und Nikon.
Herzliche Grüße
Christoph
Hallo Christoph, lieber Alfons,
da stellt man in einem jahrealten Thread nochmals kurz eine Frage und löst so viele Reaktionen aus!
Das mit den Bildern ist richtig, als ich die Frage stellte war ich mit dem Handy online und da war das nicht so komfortabel. Anbei also das Bild.
An der Stelle, an der ich den Tubus auseinander gemacht habe, habe ich ein Periplan 10x reingesetzt. Das funktioniert nicht. Mein Projektiv 10x passt aufgrund seiner Konstruktion nicht. Es passen nur Okulare (oder Projektive) rein, bei denen die Fassung der Augenlinse (heißt die so?) nur unwesentlich breiter ist, als die Metallhülse. Es passen also nur die "neueren" für 160mm-Mikroskope. Ich habe jetzt einfach mal quer durch meine Okularkrustelkiste alles durchprobiert, es ergibt aber kein Bild. Ein Umlenkspiegel ist bei diesem Tubus nicht notwendig, denke ich, da am Tubusende (dort wo rechts am Bildrand der Rändelring zu erkennen ist) sich ein Umlenkspiegel befindet (in dem sich der Rothmaler und der Schmeil spiegeln ;) ).
Immer noch ratlose Grüße vom
Oli
Hallo Oli,
ZitatLieber Oli,
In einen Zeichentubus gehört kein Okular, sondern ein Projektiv, das ein scharfes Bild des Objekts auf die Tischebene wirft.
Falls Du Eines brauchst, komm einfach bei mir vorbei.
Herzliche Grüße,
Alfons
mit Zeichentuben habe ich mich nie wirklich beschäftigt, kann also nicht allzu viel dazu sagen. Aber kann es sein, dass hier falsche Erwartungen bestehen? Es gibt meines in diesem Punkt bescheidenen Wissens nach grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Zeicheneinrichtungen: Solche, die ein Bild auf den Tisch projizieren und solche, bei denen das Zeichenblatt und die zeichnenden Hand in das normal durch das Okular betrachtete Bild eingespiegelt werden, sodass sich diese Bilder im Bino und im Auge des Mikroskppikers überlagern. Ich denke, dass dieser Leitz Zeichentubus letzteres macht.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
das war eigentlich meine Hoffnung!
Aber egal welche Montagemöglichkeit ich nutze , es gibt nirgendwo ein Bild. Ich habe auch mit schwacher Zimmerbeleuchtung probiert, mit starker, mit schwacher Beleuchtung des Zeichenpapiers und mit starker. Ich werde mal bei Alfons vorbeischauen, vielleicht gibt es da ja Erleuchtung! :)
Schönen Sonntag erstmal,
Oli
Hallo zusammen,
Peter hat es eigentlich auf den Nenner gebracht. Die zur Diskussion stehende Zeicheneinrichtung ist eine für das Mischbildverfahren; d.h., es wird das Bild der Zeichenfläche in das Beobachterbild eingespiegelt und nicht das Mikroskopbild auf die Zeichenfläche projiziert. Hier ein Screenshot aus einer Leitzschrift von 1988 (Das Mikroskop und seine Anwendung)
Halo Jürgen,
das war ja meine Hoffnung einen solchen Tubus mit Einspiegelung zu bekommen. Ich habe bereits mehrere Möglichkeiten das Bild auf das Papier zu projizieren, diese Methode ist aber (für mich) nicht ideal. Das einbespiegelte Bild im "normalen" optischen Bild wäre für mich der bessere Weg.
Leider gibt es eben nichtmal ein "weiches" Bild. Ich habe auch schon mehrere verschiedene Tuben ausprobiert, ob es vielleicht daran liegt. Abe auch das bringt keine Besserung. Ich hoffe das Rätsel bald gelöst zu bekommen. :)
Vielen Dank für die Abbildung. Mich wundert es aber ein bisschen, dass offenbar niemand eine "normale" Bedienungsanleitung für einen solchen Tubus besitzt. Die waren ja auch nicht billig und Leitz wird die doch nicht komplett ohne Begleitpapiere ausgeliefert haben?
Viele Grüße!
Oli
Nein, die gabs. Hier aus einer abgelaufenen Auktion:
https://www.picclickimg.com/5dMAAOSw971meE1U/Leitz-Zeichenspiegel-neuwertig.webp
Grüße
Martin
Hallo Martin,
das ist aber ein anderes Modell als ich es nutze. Wenn auch das Prinzip dasselbe sein wird?
Oli
Ich denke, das ist nur ein schwarzer Vorläufer mit gleicher Technik. Zu deinem lichtgrauen wird es natürlich auch eine Druckschrift gegeben haben.
Hallo,
nur kurz der Zwischenstand: beim Stammtisch der TMG wurde das Thema warum ich nichts sehe ausgiebig diskutiert. Der Zeichentubus darf jetzt erstmal zu Olaf in Reha und wird im Anschluss von ihm und dem Arzt meines Vertrauens auf Funktionalität getestet.
Allen die sich hier beteiligt haben vielen Dank für den Input!
Einen guten Start in die Woche!
Oli
Hallo,
Das Problem ist der verharzte Schiebemechanismus...
Mein Tubus wird gerade einer biodynamischne Sonnentherapie auf der Fensterbank unterzogen: Sonnige Wärme und ein Tröpfchen WD40 sollen die Verharzung durch den konstanten Zug eines Gummibands wieder in Bewegung setzen! Erste Beweglichkeiten sind schon feststellbar, aber, da meine rechte Hand gerade in Gips liegt, noch nicht voll testbar.
Die gestrige Diskussion drehte sich speziell auch um die Benennung der Teile: Wie soll man das 'Ding' nennen, das da im Tubusrohr das Bild zum Betrachter (Okular) wirft? Okular - Projektiv oder Projektions-okular?
De facto hat Leitz ein Okular verwendet - das aber hier die optische Funktion eines Objektivs übernimmt: Das von der Tischlampe hell erleuchtete (Zwischen-)Bild des Zeichenblatts wird über den Spiegel (oder Prisma) und das 'Okular' bzw. 'Objektiv' in den Strahlenteiler (zentraler halbdurchlässiger Rundspiegel) zu den Okularen gelenkt und steht virtuell in der Zwischenbildebene der Okulare. Das verschiebbare System zweier Linsen(gruppen?) im Tubusrohr erlaubt die Fokussierung auf die Zeichenebene und eine Vergrößerung (oder Verkleinerung) des eingespiegelten Bilds des Zeichenblatts.
Das Problem (für mich, mit eingegipstem Arm schläft man schlecht und kommt ins Grübeln) ist die Frage: Was gibt dem 'Ding' den Namen: Die Form (='normale Verwendung' = Okular) oder die Funktion (Verwendung = Objektiv)?. Projektions-Okular ist da eine contradictio in adjecto - ein Widerspruch in der Sache, so wie ein runder Würfel.
Ein Okular dient m.E. zur Betrachtung eines virtuellen Zwischenbilds mit dem Auge und ein Objektiv entwirft ein virtuelles Bild eines Objekts in endlicher Entfernung.
Andere Meinungen/Definitionen sind natürlich sehr willkommen!
Herzliche Grüße,
Alfons
Hallo Alfons,
ich nehme an, die Bezeichnung "Okular", die ja vom lateinischen "oculum" = Auge kommt, hat lediglich praktische Gründe. Man könnte es ja auch "augenseitiges Linsensystem" nennen.
Eine genau so widersinnige Bezeichnung ist m.E. der Begriff "Lupenobjektiv", weil ja eine Lupe bereits die einfachste Art eines Objektivs ist, obwohl sie ja gleichzeitig auch ein Okular ist. Auf die Spitze treibt es dann der Begriff "Augenlupe" (für Uhrmacher). Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn es dazu irgendeine DIN-Norm gibt, die die Begriffe definiert oder eine EU-Verordnung, die auf 184 Seiten definiert, was man unter Wurst versteht.
Viele Grüße und Mitleid mit dem Gipsarm bei der Hitze, Jochen
Hallo Alfons,
du sagst ja selbst: "das 'Ding'..., das da im Tubusrohr das Bild zum Betrachter ... wirft". Also zu seinem Auge, über den Umweg der Projektionsfläche.
Grüße
Martin
Lieber Martin,
... laut Definition 'wirft' das Okular das visuelle Bild im Tubus in das Auge des Betrachters - also ins Unendliche.
Das ins Tubusrohr gesteckte Okular macht genau das Gegenteil - so wie wir gerne ein Okular umgedreht als Lupe verwenden.
Genaue Definitionen sind schon wichtig, vor allem, wenn wir an die zukünftige Intelligenz denken, die das Alte Testament ins Moderne übersetzen wird: Jacob wurde für ein Linsengericht (lens, Linse) von seinen Brüdern verraten. Das wird dann so interpretiert werden: Gegen einen Satz Zeiss-Planapochromaten haben sie ihn verkauft.
Nix für ungut, und herzliche Grüße,
Alfons
p.s. die erste Hülse mit einer Linsengruppe hat sich durch die Wärmebehandlung schon im Zeichentubus gelöst, aber die äußere Hülse sitzt noch fest und ist mechanisch durch eine 1/2millimeter-dünne Einschraubüberwurfmutter gesichert. Olaf wird seine Freude haben!
Die verschiebbaren Linsen sind die Grundform einer jeden Variooptik. Einmal wird der Vergrößerungsfaktor eingestellt, zum anderen mal wird scharfgestellt.
Also nennt es einfach "Gummilinse".
Gruß - Werner
Hallo zusammen,
dann "heizen" wir mal die Diskussion um Begrifflichkeiten etwas an: Der hier gezeigte Tubus projiziert die Zeichenfläche in Richtung Mikroskop; dafür benötigt man am Ende des Rohres ein Objektiv! ;D
Richtig! Das 'Okular' fungiert hier als 'Objektiv'...
Und damit wird (mir..) schon klar, weshalb Leitz diesen kuriosen Rollentausch hinter einer höchst kniffeligen mechanischen Konstruktion verborgen hat: Olaf wird, wie schon gesagt, seine Freude an einer hauchzarten Innen-Überwurf-Schlitzmutterschraube haben - wieder so ein "Ding", wo (mir) die zutreffenden Worte - und der passende Schraubendreher - fehlen.
Hallo Alfons,
Zitat- wieder so ein "Ding", wo (mir) die zutreffenden Worte - und der passende Schraubendreher - fehlen.
Geht noch besser: Habe gerade ein Leitz L Apo 40 / o.7o zerlegt und wieder zusammengebaut; da gibt es einen Ring, der im hinteren Teil des Objektives freischwebend aufgehängt ist, dabei den Durchmesser praktisch vollkommen ausfüllt, sodass er kaum in Position gebracht und manipuliert werden kann; die Aufhängung erfolgt durch zwei Stiftschrauben von knapp 1mm Durchmesser, die von außen an gegenüberliegenden Seiten eingebracht werden müssen, noch dazu durch kleine Öffnungen durch 3 (!) ineinander gleitende und gegeneinander gefederte Messinghülsen.