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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: ammererlutz in März 06, 2020, 22:31:20 NACHMITTAGS

Titel: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: ammererlutz in März 06, 2020, 22:31:20 NACHMITTAGS
Hallo an alle, diesmal eine Frage: ich habe da ein paar Problempräparate mit vielen kleinsten Körnchen drin als Verunreinigung, die aber nicht entfernbar sind, dadurch liegt das Deckglas nicht perfekt am OT an.  Der Roti-Histokitt II löst sich nach ein paar Tagen immer blasenförmig ab, wenn er beginnt auszuhärten. Ist da Canadabalsam tauglicher ?
danke 
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: Fahrenheit in März 07, 2020, 06:50:05 VORMITTAG
Guten Morgen Lutz,

soweit ich mich erinnere, zeigt Roti-Histokitt einen ziemlich großen Volumenschwund beim Aushärten. Wenn sich vom Rand her Blasen bilden, einfach etwas nachtropfen. Durch die Kapilarkräfte wird es unter den Rand des Deckglases gezogen.
Eukitt zeigt dieses Verhalten z.B. auch, Euparal hat wesentlich weniger "Schwund".

Herzliche Grüße
Jörg
 
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: Rawfoto in März 07, 2020, 07:11:44 VORMITTAG
Guten Morgen Jörg

Spannend, ich empfinde das genau umgekehrt, mit Euparal habe ich deutlich mehr Luftansaugung als mit Eukitt. Das einzubettende Medium ist stark verholzt bis Holz ...

Guten Morgen Lutz

Bei Roti-Histokitt muss ausserhalb vom Deckglas nach dem Aufsetzen genügend Eindeckmittel sein, man kann fast zuschauen wie das weniger wird. Wenn zu knapp bemessen wird passiert was du beschreibst ...

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: Fahrenheit in März 07, 2020, 07:30:49 VORMITTAG
Guten Morgen Gerhard,

ja, auch Euparal zeigt bei zu dicken Schnitten (> 60 µm)  oder zuviel Material unter dem Deckglas Schrumpfung, das Nachtropfen kenne ich auch da.

Mit dem Eukitt ist das so eine Sache, da er sehr schnell härtet. Wenn der Rand schon trocken ist, entstehen keine Blasen mehr, aber Spannungen im Deckglas, die dann ggf. auch schon mal reissen, wenn man z.B. überschüssiges Eukitt abkratzen möchte. Es gibt auch unterschiedliche Rezepturen, meine Erfahrungen hab' ich mit dem alten Rezept gemacht - ist schon ein paar Jahre her.

Herzliche Grüße
Jörg
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: Rawfoto in März 07, 2020, 08:24:18 VORMITTAG
Danke Jörg, dann noch zur Vollständigkeit

Meine Schnitte sind deutlich unter 50 µm, in der Regel 35 ...

Das von mir verwendete Malinol hat auch noch Xylol als Lösungsmittel

Liebe Grüße

Gerhard

PS: ich empfinde es als Vorteil das Eukitt schnell aushärtet,

Das von Jörg beschriebene Problem der Rissbildung kann man reduzieren indem man die Schnitte vor dem Eindecken in eine Xylol/Eukitt-Lösung legt ==> Mischungsverhältnis ca. 3 : 1 (nach Gefühl gemischt und gut verrührt)
Die Schnitte liegen bei mir ca. 5 Minuten in dieser Lösung
Die Schnitte kommen aus 2 x Xylol

Ein weiterer Vorteil, weniger Lufteinschlüsse in feinmaschigem Material
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: ammererlutz in März 07, 2020, 08:38:31 VORMITTAG
Danke für den Tipp  , aber die Präparate habe ich bereits ein 2. Mal mit reichlich überschüssigen histokitt eingebettet ohne Erfolg, diesmal Blasen bis in die Mitte.  Daher werde ich sie wohl neu einbetten und überlege eben Canadanalsam zu verwenden. Schwindet der weniger?
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: liftboy in März 07, 2020, 09:55:43 VORMITTAG
Hallo Lutz,

Luftblasen sind ein bekanntes Problem. Da ich nun mit Detritus hantiere, bleibt es nicht aus, dass sich da Sandkörnchen mit einschleichen. Meine Erfahrung: Eukitt (so schön er auch ist) unbrauchbar! Wie Jörg schon sagte, der Rand wird hart, dann zieht der Kitt nach und knackt das Deckglas. Euparal ist da m.E. am besten, da die Randhärtung nicht so ausgeprägt ist. Man kann dann mit verdünntem Euparal nachtropfen. Kanadabalsam/Malinol habe ich selten in Gebrauch wegen der langen Aushärtung.

Grüße
Wolfgang
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: Fahrenheit in März 07, 2020, 15:21:09 NACHMITTAGS
Lieber Gerhard,

nicht die Schnitte reissen, sondern das Deckglas, da durch die Schrumpfung des Eukitts bei bereits trockenem Rand ein Zug auf dieses entsteht.
Sehr selten, hatte ich aber schon mal.

Herzliche Grüße
Jörg
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: JB in März 07, 2020, 17:51:18 NACHMITTAGS
Zitat von: ammererlutz in März 06, 2020, 22:31:20 NACHMITTAGS
Der Roti-Histokitt II löst sich nach ein paar Tagen immer blasenförmig ab, wenn er beginnt auszuhärten.

Hallo,

Loest sich der Histokitt vom Objektraeger ab (also er haftet nicht am Glas) oder meinen Sie Schwundblasen (Volumenschwund wegen des Verdunstens des Loesungsmittels)?

Laut MSDS hat Histokitt II einen Toluol-Anteil von 60-80 %. Der Volumenschwund wird also beachtlich sein (ueber 50 %) https://www.carlroth.com/com/en/anhydrous-mounting-media/rotihistokitt/p/6638.1

Canadabalsam hat unterschiedliche Anteile von Xylol als Loesungsmittel, je nachdem wie duennfluessig er ist. Der Canadabalsam von Merck hat angeblich einen Volumenschwund von ≤ 35 % https://www.merckmillipore.com/GB/en/product/Canada-balsam,MDA_CHEM-101691?bd=1

Um dem Volumenschwund gering zu halten verwende ich dickfluessigen Balsam (Damar), den ich vor Gebrauch leicht erwaerme (40 C). Dazu nehme ich einen USB-Tassenwaermer (nicht unbeaufsichtigt lassen!). Der Balsam ist dadurch bei Gebrauch duennfluessig, haertet aber relativ schnell aus. Bei dicken Praeparaten habe ich trotzdem Volumenschwund; ich fuelle dann beim Trocknen taeglich etwas seitlich nach.

Beste Gruesse,

Jon
Titel: Re: dicke Präparate eindecken....Problem mit Roti-Histokitt
Beitrag von: ammererlutz in März 08, 2020, 18:54:40 NACHMITTAGS
Der histokitt löst sich vom dg.  Mein kanadabalsam ist von Merck. Danke