Hallo,
in einem anderen Faden taucht der Begriff "telezentrische Abbildung" auf.
Mit einem Makroskop kann ich keine telezentrische Abbildung machen. Dies möchte ich mit diesen (mit dem Wild M7s als Makroskop gemachten) Bildern verdeutlichen. Dazu habe ich zwei in Diarähmchen gefasste Negative von gleichen Vorlagen (einigermaßen) passgenau übereinander gelegt. Der Abstand Delta h beträgt 3mm.
- zunächst das Bild vom oberen Negativ bei 3-facher Vergrößerung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/268297_41962596.jpg)
- dann das Bild vom unteren Negativ durch das obere hindurch bei 3-facher Vergrößerung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/268297_42119052.jpg)
- mit Ps übereinandergelegt, so sollte eine Abbildung mit einem telezentrischen Objektiv aussehen!
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/268297_43527150.jpg)
- so sieht das Bild mit dem Makroskop bei geschlossener Blende aus bei Einstellung auf mittlere Höhe:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/268297_56200037.jpg)
Dies ist das Ergebnis mit einem telezentrischen Makro Aufbau mit 2 Objektiven nach Wikipedia:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/268297_36038289.jpg)
Der Aufbau sah etwa so aus:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/268297_55909147.jpg)
Allerdings befand sich oben an der Kamera ein Objektiv mit 85mm Brennweite und unterhalb eins mit 50mm Brennweite.
Ein weiteres Beispiel für telezentrische Abbildung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/268297_33420276.jpg)
Grüße,
Rolf
Hallo,
immer noch kein Bild.
Viele Grüße
Cai-Uso
www.sandphoto.de
Guten Abend
Also ich sehe 6 Bilder ...
Liebe Grüße
Gerhard
hallo ,
ich bin ohne es beurteilen zu können erstmal von der praktischen Umsetzung beeindruckt.
gruß conso
ich sehe 2 Canon Objektive in normaler Richtung an eine Sony Kamera montiert, ich denke mal die zwischengelagerte Blende befindet sich 50mm vor dem 50mm-Objektiv und 135mm hinter dem 135mm-Objektiv. Der Abstand von 50mm-Objektiv zur Kamera ist dann egal, oder auch 50mm oder mehr oder auch weniger ?
An dem schwarzen Krümel auf halb 4 sehe ich, daß das obere Bild größer ist, dies wird zum Mittenkreis hin geringer. ich denke die Makroskopoptik ist eher "weitwinklig"(entozentrisch) und das Objekt zu nah. Wäre die Optik eher "engwinkelig" (hypozentrisch) wäre das zu nahe Objekt kleiner als das Entferntere. (gibts da ein Verhältnis Brennweite zu Apertur, das die Telezentrie mindestens haben muß ?)
gruß conso
Das Verhältnis Brennweite zu Apertur ist schonmal die Blendenzahl.
Für eine telezentrische Abbildung ist eine enge Blende nicht zwingend erforderlich, ist aber die einfachste und einleuchtendste Lösung.
Professionelle Objektive haben oft keine Blende, um die Lichtstärke nicht zu verkleinern. Die bestehen dann aus mehreren Linsen, deren Zusammenspiel mir noch nicht klar ist. Jedenfalls ist die Bedingung für Telezentrie, daß die Pupillen im Unendlichen liegen.
Für Digicams gerechnete Objektive sind bildseitig auch telezentrisch, damit die Bayermaske nicht schief angeleuchtet wird.
Deshalb kann es hier Probleme mit Kleinbildfilm-Objektiven geben, dem Film war das egal.
Gruß - Werner
Telezentrische Systeme funktionieren wie ein Fernglas oder ein Mikroskop mit Okular: Man kann hinten mit dem Auge ran und sieht etwas. Sie verwandeln einen parallelen Strahlengang eben wieder in einen parallelen Strahlengang.
Hallo,
ZitatTelezentrische Systeme funktionieren wie ein Fernglas oder ein Mikroskop mit Okular: ....
Du verwechselst telezentrisch mit teleskopisch. Außerdem stimmt die Aussage nicht für Mikroskope.
Hubert
Hallo,
eine telezentrische Aufnahme kann man evtl. ersetzen durch Stacking und geeignete Software, wenn alle Parameter bekannt sind.
1. Bild: Aufbau für telezentrische Aufnahme
2. Bild: Ergebnis
3. Stack aus ca. 30 Einzelbildern mit Makroobjektiv
4. entzerrter Stack
Grüße,
Rolf
edit:
5. Bild: Einzelbild vom Stack
Hallo Stuessi
Da macht dir die Optik und Stacking Software einen Strich durch die Rechnung.
Platziere 2 gleiche Schrauben in unterschiedlicher Entfernung und stacke sie mit Veränderung der Distanz zum Objekt.
Obwohl die beiden Schrauben, wenn sie jeweils im Fokus sind, bei den Einzelbildern gleich gross sind, ist die weiter entfernte im Stackergebnis kleiner.
Telezentrisch geht nur mit einem telezentrischen Objektiv.
Meine Stackergebnisse mit telezentrischen Objektiven, Melles Griot, INVARIGON P/N 59 LGU 042 und Melles Griot, INVARIGON P/N 59 LGU 050, zeigen mehr Artefakte, wie mit normalem Objektiv.
Kurt
hallo
die perspektivische Größenstaffelung macht das Stackprogramm, absichtlich. Nebenbei frage ich mich welchen Nutzen eine telezentrische Abbildung für die Findung der Objektgrenzen dem Stackprogramm bieten könnte, mir ist dazu noch nichts eingefallen.
gruß conso
Hallo Conso
Objekte, z.B. Schmetterlingsflügelschuppen die mit einer gewissen Distanz übereinander liegen machen nicht nur beim Stacken am Rand Artefakte, da die darunter liegende Schuppe (wenn sie im Fokus ist) bedingt durch die darüberliegende Schuppe am Rand nicht mit der vollen Apertur "gesehen" wird ("am Rand liegt sie im Halbschatten des Objektivs").
Bei einem telezentrischen Objektiv wäre theoretisch und hoffentlich auch praktisch dieses Problem nicht vorhanden.
Für beide Objektivtypen gilt:
Dass ein Objekt in der Unschärfe grösser ist, also beim Fokus auf der unteren Schuppe, die darüberliegende Schuppe (die in der Unschärfe ist) grösser ist.
Kurt
Zitat von: Kurt Wirz in März 09, 2020, 18:30:44 NACHMITTAGS
Hallo Stuessi
Da macht dir die Optik und Stacking Software einen Strich durch die Rechnung...
Hallo Kurt,
natürlich darf ich nicht die Entfernung ändern und nicht die "normale" Stacking Software benutzen.
Bewegt werden sollte nur der Sensor. Die Software muss dann aus Objektentfernung, Schrittweite und Brennweite die telezentrische Abbildung berechnen.
Gruß,
Rolf
Hallo Stuessi
Ich kenne keine Stacking Software, welche die Entfernung an Hand der Bilder ermitteln kann.
Kurt
Hallo Kurt und Alle
mit der halbverdeckten Schuppe hast du natürlich recht. Wie man sieht ist der Schärfentiefebereich bei der Telezentrischen Optik viel größer, damit hätte das Stackprogramm sehr viel mehr gute Pixel zu behalten, in einer großen Menge von Stackbildern, dort dann noch die richtigen guten Pixel herauszufinden überfordert die Routine bestimmt. Es ist sicher besser nur einen kleinen Schärfentiefebereich zu haben.
Damit wäre man wieder beim Mikroskopobjektiv, das kleine Schärfentiefe hat. Beim Mikroskopobjektiv frage ich mich ob es eher objektseitige oder bildseitige Telezentrie (wenn überhaupt) sei. Das Objektfeld wird in der Ausdehnung von der Feldblende (Zwischenbild-größe) begrenzt (?), damit ist doch die Größe der Zwischenbildebene für die Telezentrie-Bedingung (Objekt<Linsenöffnung) verantwortlich. Mir ist das mit den Blenden nicht ganz klar. Das Objektfeld ist doch die vordere Brennebene (? oder nur ein fokussierte Ebene), die hintere Brennebene ist der ort der Phasenblende, es ist aber auch eine Aperturblendeebene. Wenn ich das Objektiv nun aber gänzlich umfokussiere, nämlich daß in die hintere Brennebene (Phasenblendenort) als Zwischenbildebene abgebildet wird und der Fokus im unendlichen läge, ist dann die vordere Linsenöffnung die vordere Brennebene also der Ort der Aperturblendenebene ? Ist es also bildseitige oder objektseitige Telezentrie beim Mikroskopobjektiv ? (wenn überhaupt)
Wo ist die vordere Brennebene beim Mikroskopobjektiv ?
Die Bilder von Stuessi zeigen mir zwar keine Staffelung, bei Fluchtpunktausrichtung müßten die Linien aber doch zueinander hinlaufen und Größenstaffelung zeigen. Die Maßstäbe im Rechenschieber sind irritierend :)
Teleobjektive haben eine verkürzte Bauweise und Weitwinkelobjektive sind wegen der Spiegelreflexbauweise verlängert konstruiert, letzteres kommt den Digitalsensoren sicher entgegen. Ist nicht die Größe der Linse = der Größe des Abbildes eine Forderung der Telezentrie. Also müßte die Optik den gleichen Durchmesser des Sensors haben. Die Linse der OLYMPUS Body Cap Lens 9mm F8.0 Fish-Eye (Durchmesser 1,3cm) ist rückseitig ca 2cm von meinem 23,6 × 15,6 mm Apsc-Sensor entfernt,. 100%ige Telezentrie ist sicher nicht nötig um fehlerfreie Abbildung zu erreichen.
Beim Fernglas ist das Objektfeld viel größer als die Frontlinse, also entozentrisch ; wenn man das Zwischenbild begrenzen, kleiner machen würde könnte es telezentrisch werden, Denke ich.
gruß conso
Beim Fernglas/Fernrohr ist die Eintrittspupille die Fassung der Objektivlinse.
Telezentrische Objektive sind aber was ganz anderes, die Eintrittspupille ist im UNENDLICHEN. Die haben KEINE Zentralperspektive, die bilden ein Objekt im berechneten Bereich immer gleich groß ab.
Bei den Herstellern sind Erläuterungen und Beispiele angegeben, muß man halt suchen.
Gruß - Werner
Hallo conso,
Du machst es wie immer sehr kompliziert, dabei ist es ganz einfach wenn man die vielen unnötigen Begriffe weglässt.
Telezentrisch bedeutet, (z.B. objektseitig) dass die zentrale Achse jedes von einem Objektpunkt ausgehenden Lichtbündels parallel zur optischen Achse verläuft. Die Aufnahme erfolgt also als Parallelperspektive. Erreicht wird das ganz einfach dadurch, dass (in objektseitigen Fall) die Systemblende in der hinteren Brennebene liegt. Das kann man mit einer einfachen Sammellinse genauso machen wie mit einem komplex aufgebautem Mikroskopobjektiv. Das Problem ist nur, dass die Blendenposition eine wichtige Funktion bei der Korrektur von Bildfehlern hat. Wenn man die in die hintere Brennebene verschiebt erreicht man zwar eine theoretisch ideale telezentrische Abbildung, erhöht aber die Bildfehler z.T. extrem. Ein telezentrisches Objektiv muss also speziell für den Zweck konstruiert sein.
Mit der Schärfentiefe hat das wenig zu tun, die ist durch den Öffnungswinkel des Strahlenbündels begrenzt, unabhängig ob es sich um ein telezentrisches oder normales Objektiv handelt. Nur durch die Parallelprojektion können gewisse Vorteile bei der Schärfentiefe auftreten im Vergleich zur Zentralprojektion und damit schrägem Strahlenbündel normaler Objektive.
Wo die Brennebenen von Mikroskopobjektiven etwa liegen sollte doch klar sein, die verschieben sich nicht durch umfokussieren. Die vordere Brennebene liegt entsprechend der Abbildungsgleichung 1/f=1/g+1/b zumindest bei höher vergrößernden Objektiven ganz nahe hinter der Objektebene. Das hat aber mit Telezentrie nichts zu tun. Und die hintere Brennebene liegt im hinteren Bereich des Objektives, bei manchen Konstruktionen schwer zugänglich im Inneren. Aber wenn dort die Systemblende liegt dann ist das Mikroskopobjektiv natürlich telezentrisch. Nur: bei den hohen NA vieler Mikroskopobjektive gehen die Vorteile der Telezentrie großteils verloren.
Hubert
Hallo Hubert -
Endlich habe selbst ich das begriffen -
vielen Dank für Deine didaktisch hervorragende Erläuterung!
Viele Grüße
Rolf
Hallo,
eine gut funktionierende Kombination von 2 Objektiven für telezentrische Abbildung habe ich gefunden:
an der Kamera ein 135/2,8 in umgekehrter Montierung, auf Objektseite ein Vergrößerungsobjektiv Componon-S 80mm/4. ABM = 1,7:1
Wenn alle Blenden geöffnet sind, entsteht das 1. Bild.
Schließe ich nur die Blende am Componon, dann nimmt die Schärfentiefe zu.
Schließe ich nur die Blende im Fokus beider Objektive (zwischen den beiden roten Klebestreifen), entsteht das telezentrische Bild.
Viele Grüße,
Rolf
Hallo Rolf,
das ist ein schöne und anschauliche Demonstration. Es ist immer schwer zu glauben, was allein durch Blenden veränderbar ist.
Hubert
Hallo,
erstmal danke für die Lehren.
Stimmt !, keine Größenstaffelung und zulaufende Linien wie bei Fluchtpunktperspektive bei telezentrischer Abbildung, eine Kugel (< Linsendurchmesser) ist in der Unendlichkeit genauso groß wie nahe dran. Die Markierungen auf einem schräg nach hinten laufenden Maßstab werden nach hinten enger.
Von der Theorie kenne ich erstmal nur die Mikrofibel Kapitel 2.5.3 . "die Strahlenbegrenzung" .
Bei der Telezentrie geht es also um die Blende, je nach Position wird sie anders genannt Luke, Pupille, Feldblende, Aperturblende. Für die Telezentrie soll die Eintrittspupille im Unendlichen liegen, darum sollte die Aperturblende in der hinteren Brennebene (F1) sitzen, dann kann sie ins unendliche projiziert die Eintrittspupille darstellen. Nun ist aber bei einem auf unendlich fokussiertem Objektiv die hintere Brennebene das Bild bzw Zwischenbild : Fernglas und Landschaftsphoto, die Blende ist hier die Okularfeldblende und Sensorrand. (Es sei denn Fotoobjketive seien telezentrisch konstruiert). Bei der Telezentrie ist also eine Blende in der hinteren Brennebene, die Optik ist aber nicht auf unendlich fokussiert (obwohl man das auch könnte (Fernglas)).
Das Mikroskopobjektiv hat wie die telezentrischen Objektive eine Blende in der hinteren Brennebene (Phasenblendenort), also objektseitige Telezentrie. Diese Blende ist zugleich auch die numerische Apertur bestimmende Blende, eine Aperturblende. Die Apertur eines Objektives wird zwar zuerst von der möglichen Frontlinsenöffnung (Luke) danach aber von der hinteren Brennebenenblende im Akzeptanzwinkel begrenzt.
Meine Frage nun also : kann auch eine in das Zwischenbild verlegte Blende (Feldblende) als eine in den Objektraum projizierte Eintrittspupille verstanden werden und somit die Hauptstrahlen (Telezentriebedingung) achsenparalllel einrichten ?
Resümierend wegen der Messchiebermessung : es ist nicht jede Mikroskopoptik annähernd telezentrisch oder gar telezentrisch konstruiert.
Bastelspass : wie kriege ich Telezentrie (größere Tiefenschärfe) bei einer Mikroskopoptik hin ? Hinten an die Brennebene noch eine Zwischenblende daran eine Fotooptik in retro in Brennweitenstellung (unendlich) anbringen ? Oder hinter ein Hochaperturiges ein Niedrigaperturiges in retro ? Weil das Mikroskopobjektiv aber an das normale 160mm Zwischenbild korrigiert ist, wird das sicher kein besseres Bild, aber erspart vielleicht das Stacking.
gruß conso
(etwas abseits dazu, die Frage nach der ersten Brennebene erklärend)
Bei der originalen Köhlerbeleuchtung wäre ja eigentlich vorgesehen das Objekt selbst in einer Glaskugel sitzen zu haben. Mikrofofibel Kapitel 2.5.5.1 . Angepasst müßte ich also den Fokuspunkt meiner Mikroskopoptik in die Oberfläche der Frontlinse bringen (ebenso wie die hintere Brennebene im Objektiv liegen kann). Dann wäre der Durchmesser der Frontlinse natürlich nicht aperturbestimmend sondern der Akzeptanzwinkel der ersten brechenden Grenzfläche in Objektiv. Wie ich von hier weiterdenke ....... hmm
ZitatDie Apertur eines Objektives wird zwar zuerst von der möglichen Frontlinsenöffnung (Luke) danach aber von der hinteren Brennebenenblende im Akzeptanzwinkel begrenzt.
Nein, es gibt in jedem guten optischen System nur eine Systemblende, die dann sowohl den Bündelquerschnitt als auch den Öffnungswinkel begrenzt. Bei einer möglichen durchmesserbegrenzenden Überschneidung zweier Blenden erfolgt eine Abschattung des Bildfeldes zum Rand hin.
Zitatkann auch eine in das Zwischenbild verlegte Blende (Feldblende) als eine in den Objektraum projizierte Eintrittspupille verstanden werden und somit die Hauptstrahlen (Telezentriebedingung) achsenparalllel einrichten ?
Es gibt nur die eine bereits beschriebene Position, nicht mehrere.
ZitatResümierend wegen der Messchiebermessung : es ist nicht jede Mikroskopoptik annähernd telezentrisch oder gar telezentrisch konstruiert.
Resümierend deine Schlussfolgerung: Lies die Texte nochmal. Die "Messung" erfolgte mit normalen Fotoobjektiven, und die sind in der Regel wegen der kurzen Bauweise nie telezentrisch.
Zitatwie kriege ich Telezentrie (größere Tiefenschärfe) bei einer Mikroskopoptik hin ?
Tiefenschärfe hat (fast) nichts mit Telezentrie zu tun, es geht um die bessere Perspektive, das wurde bereits erwähnt. Für größere Tiefenschärfe ist die Lösung ein Mikroskopobjektiv mit geringerer NA.
Hubert
Hallo
Was sind das für Blenden in der Nähe des RMS-Gewindes ?
(Auch wenn es Blödsinn ist, weil man genauso gut die Aperturblende des Kondensors bemühen kann.) Wenn ich in die bildseitige Brennebene eine kleinere Aperturblende (Dunkelfeld-Anpassung oder gar eine Phasenblende) einbauen möchte, wo genau liegt diese normalerweise ?
ich habe meine Achromaten mal näher angeguckt und die meisten Objektive (3,5cm Baulänge) haben eine Blende in der Nähe des RMS-Gewindes. Ist das die hintere Brennebene ? Das Mikroskopobjektiv ist ja auf die Abbildung in 160mm konzipiert, das bedeutet doch die vordere Brennebene (ca Arbeitsabstand) ist nicht in der gleichen Entfernung wie die hintere Brennebene (Aperturblendebebene des Objektives). Die "Back Focal Plane" ist laut https://en.wikipedia.org/wiki/Cardinal_point_(optics) (https://en.wikipedia.org/wiki/Cardinal_point_(optics)) etwas weiter weg. Wegen meinem 1,6x Binotubus unklarer Strahlengangslänge (24cm?) und der nicht genau lokalisierbarern Linsenmitte ist die Berechnung über Brennweite, vorderem Fokuspunkt, Arbeitsabstand, der anderen Vergrößerung(x1,6) und Zwischenbildgröße/Sehfeldzahl und meiner Unfähigkeit ziemlich fehlerbehaftet.
Bezüglich der Telezentrie habe ich auch ein paar Fotoobjektive (50mm+85mm) zusammengesteckt (welch ein Geraffel), die kleinere Zwischenblende hat natürlich die Schärfentiefe erhöht, aber es war nun nicht wirklich besser als ein normales Objektiv einfach abzublenden. ich habe auch zwei Mikroskopobjektive schraubseitig aneinandergehalten (20x+4x) aber ohne wirklich kleinere Zwischenblende war das natürlich auch Murks.
ich bräuchte also eine kleinere Blende im Back Focal Point zum experimentieren.
gruß conso
Bei einem Linsensystem ist die mechanische Mitte bedeutungslos für die Abbildung. Was zählt, sind die beiden Hauptebenen mit unbekanntem Abstand und unbekannter Lage. Sie hängen nur vom Systemaufbau ab, bei einem Teleobjektiv liegen z.B. beide weit vor der Vorderlinse. Von den Hauptebenen aus wird aber die Brennweite bemessen. Weil die Lage des Brennpunktes demzufolge auch unbekannt ist, hat es keinen Sinn, irgendwo eine Blende einfügen zu wollen.
Gruß - Werner
Hallo conso,
mein Tipp: Beschäftige Dich erst einmal mit den einfachsten Grundlagen der Optik. Die Brennebenenlage lässt sich einfach mit einer im Vergleich zur Brennweite entfernteren kleinen Lichtquelle (Spotlampe etwa ab 1-2 m Entfernung bei Mikroskopobjektiven) auf die das Mikroskopobjektiv mit der Frontlinsen- oder Gewindeseite gerichtet wird, und einer Mattscheibe (Transparentpapier) zum Auffangen des Lichtquellenbildes feststellen. Die bildseitige Brennebene wird bei gering vergrößernden Objektiven meist tiefer im Inneren liegen, man muss das Papierstückchen also an einer schmalen Halterung (Drahtstück o.ä.) befestigen. Bei manchen wird man nicht rankommen weil sie hinter der rückseitigen Linse liegen kann.
Hubert
Also da sag ich erstmal Danke für die Mühen mir zu antworten, dann schau ich mal. gruß conso
Lieber Lupus,
in einer Deiner Mitteilungen in diesem Thread schreibst Du:
ZitatFür geringere Tiefenschärfe ist die Lösung ein Mikroskopobjektiv mit geringerer NA.
Versuchst Du an dieser Stelle irgendetwas in Zusammenhang mit der telezentrischen Abbildung mitzuteilen, oder hast Du Dich hier schlicht vertan? Ich dachte die Schärfentiefe ist umso größer, je kleiner die NA ist, oder nicht?
Netten Gruß
PiusX
Hallo PiusX,
das ist natürlich eine fälschliche Vertauschung des Begriffes gering mit groß. Es freut mich dass jemand mitdenkt. ;)
Hubert
Zitat...das ist natürlich eine fälschliche Vertauschung des Begriffes gering mit groß.
Hallo Hubert,
´Fälschliche Vertauschung´ ist auch nicht richtig. Gewiß weiß man, was gemeint ist. :D Aber was verbirgt sich hinter der Abkürzung NA? Unser Forum lebt nicht von Abkürzungen, man sollte deshalb mit Sekunden nicht geizen und Begriffe ausschreiben.
Gruß - EFH
Hallo Eckhard,
nach meinem Verständnis kann man etwas bewusst vertauschen oder eben aus Unachtsamkeit. Aber darüber musst Du mit einem Semantiker streiten.
Nachdem ich fast immer unterwegs auf dem Smartphone tippe verwende ich gelegentlich bekannte Abkürzungen, und in einem Mikroskopieforum könnte die Abkürzung für numerische Apertur halbwegs bekannt sein.
Hubert
Hallo,
nachdem das Thema anscheinend immer noch Fragen aufwirft habe ich zur Textergänzung eine Vergleichsskizze zwischen dem Strahlenverlauf eines typischen Fotoobjektives bei Makro-Abbildungsmaßstab 2:1 (obere Grafik) und des gleichen Objektives mit telezentrischer Abbildung durch eine in die hintere Brennebene F2 versetzte Blende (untere Grafik) angefertigt. Der objektseitige Öffnungswinkel ist zur Vergleichbarkeit jeweils identisch (entspricht 2x NA). Die Schärfentiefe ist also im Prinzip auch gleich.
Man sieht deutlich dass der Strahlenverlauf im Objektiv im 2. Fall nicht optimal zentral verläuft, daher nimmt die Bildqualität am Bildrand bei derartiger "Bastellösung" deutlich ab (wenn, wie bei den meisten Fotoobjektiven die hintere Brennebene weit außerhalb und entsprechend entfernt von der optimalen Blende liegt). H1 und H2 sind die sog. Hauptebenen, von denen aus die Brennebenenlage gemessen wird.
Dass man mit dem telezentrischen Strahlengang gut fast ohne Abschattung bei geringer NA in z.B. eine vertikale Bohrung blicken kann ist offensichtlich. Wenn das Ganze aber mit der hohen NA eines Mikroskopobjektives erfolgt, dann verschwindet der Vorteil der Parallelprojektion. Aber wie in der Diskussion schon erwähnt wurde kommt die Abbildung bei vielen Mikroskopobjektiven sowieso einer telezentrischen Abbildung nahe.
Hubert