Liebe Kundige,
vor einer ganzen Weile habe ich ein Stereomikroskop von Zeiss (Typ Opton) erworben. Dabei fand sich anhängender Beifang, den ich nicht einordnen an. Sieht aus, wie ein fettes Okular, ist aber keins. Beim Durchblick sieht man eine in 80 Einheiten geteilte Skala. Unten ein Ansatz, in den ein "Filter" eingeschoben werden kann. Im vorhandenen Fall ist es aber nur ein leicht grünliches Glas (so wie billiges Fensterglas).
Die Dioptrienverstellung rutscht leider mit spürbarem Ruckler durch. Das kann man aber sicher beheben, wenn man weiß, wie man das Ding öffnet.
Aber erstmal möchte ich wissen, was das überhaupt ist.
Viele Grüße
Martin
Hallo Martin,
könnte das eine Messlupe sein? Auf ein Objekt legen, Maße ablesen, fertig? Die gab es mit austauschbaren Skalen, die direkt über der Oberfläche saßen.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Martin,
sicher ein edler Fadenzähler; die halbmondförmige Aussparung lässt seitlich das nötige Auflicht rein
Nö, Messlupe bzw. Fadenzähler glaube ich nicht so ohne weiteres. Ich habe einige davon. Der hier würde nur mit Durchlicht funktionieren. Aufgesetzt ist es sonst stockdunkel. Die halbmondförmige Aussparung ist nur dazu da, den "Filter" rausschieben zu können (ist innen durch ein Federblech gegen Herausrutschen gesichert). Die Glasscheibe hat übrigens keine Skala. Das Mikrometer sitzt nur im oberen Teil des Objekts.
Grüße
Martin
Hallo Martin,
dann könnte das ein Schutzglas sein aber gegen was?
Hallo Martin -
greife doch mal zur Schieblehre und gib ein paar Maße an ...
Gruß
Rolf
Hallo Martin,
Könnte es sein, dass das Teil falsch zusammengebaut wurde? Die Skala oben hat kein 'Gegenüber' (=> offenbar ist intern etwas defekt/dejustiert) und darunter glaube ich eine Steckfassung erkennen zu können: Ist das obere Teil nur eingesteckt?
Herzliche Grüße,
Alfons
Hallo Alfons
Auf dem letzten Foto sieht man aber auf dem unteren Teil einen roten Strich - also das Gegenüber.
Gruß, Alex
Hallo Martin,
da hat jemand wohl zwei Teile zusammengesteckt, die nicht zueinender gehören :
- Ein Stemi-Okular 20x und
- einen Filterhalter für Stemi-Beleuchtung ??.
Einfach mal das Okular herausziehen...
Herzliche Grüße
Christoph
Tja, die Schieblehre, wo ist die schon wieder...?
Das obere und das untere Teil sind tatsächlich ineinandergesteckt. Sie lassen sich aber nicht lösen (bombenfest). Die Steckverbindung ist durch vier Klemmen gesichert, von denen eine auf Bild 2 erkennbar ist. Daß die Dioptrienskala nicht über dem roten Strich ist, liegt daran, daß die Verstellung durchdreht, wie ich beschrieben hatte.
Der Durchmesser des unteren Teils beträgt 38 mm, der des Glases 32 mm. Optisch erinnert mich das ganze an ein Einstellokular vom Tessovar z.B.
Grüße
Martin
Wie so oft hat Christoph Recht.
Das Okular muss allerdings Steck-Durchmesser 30 mm haben meines mit 23,2 fällt ein. Das Glas kann ein Diffusor sein und/oder Wärmeschutzglas.
Wenn das Okular nicht raus geht ist es vielleich geklebt. Aber einen Sinn kann ich in dieser Kombination nicht finden
Ja, klar... Das ist des Rätsels Lösung! Danke an alle Mitrater und besonders an Christoph und Klaus!
Nur, wie bekomme ich diese "marriage" wieder geschieden? Da bewegt sich gar nichts.
Grüße
Martin
Lieber Martin,
liebevolle Gewalt sollte helfen
Genau! Jetzt siehts so aus (Anhang). Ist das ein normales Stemi-Okular?
Und wie bekomme ist das wieder hin, daß die Dioptrienverstellung nicht durchdreht? Auf dem silbernen Ring mit Rändelung und Skala gibt es eine winzige Madenschrauben-Öffnung. Das oberste schwarze Teil mit der Frontlinse hat vier.
Grüße
Martin
Lieber Martin,
das ist sicher ein Stemiokular. Mit den 4 Madenschrauben (so winzig dass ich immer den sicher längst verstorbenen Konstrukteur laut verfluche) klemmst du das jetzt durchdrehende Oberteil auf das Unterteil mit dem du den Abstand zur Messplatte verändern kannst über das vielzügige Gewinde. Wenn du mal geklemmt hast dann fährst das Oberteil mit der Augenlinse in eine Endstellung oben oder unten. lockerst die Klemmung damit du die Skala auf einen Endpunkt bringen kannst. Welcher der richtige ist weiß ich nie, das merkst du aber schnell, wenn du wieder klemmst mit den Madenschrauben und dann rauf oder runter fährst.
Ich habe meinen kleinsten Schraubenzieher dafür nochmal fein zugeschliffen.
Ok, da hab ich mir jetzt erst mal einen frischen Satz Schraubendreher bestellt, damit ich da nix versaue...
Das Okular ist übrigens hammerschwer (160 g)!
Grüße
Martin
ZitatDas Okular ist übrigens hammerschwer (160 g)!
Sicher Uranglas ;D
Dann wünsche ich dir erfolgreiches Schrauben!
Hallo Klaus,
ich erfühle dam mit dem 1,5mm Schraubendreher keine Schlitze von Madenschrauben in den Vertiefungen. Geht das vielleicht doch anders auf?
Grüße
Martin
Hallo Martin,
es gibt auch noch kleinere Schraubendreher und als Mikroskopiker müßtest Du sicher eine Möglichkeit haben, da hineinzuschauen, ob da überhaupt ein Schlitz ist. Aus Erfahrung weiß ich, daß solche Madenschrauben manchmal verdammt fest sitzen können. Vielleicht kannst Du ein winziges Tröpfchen WD 40 oder Petroleum in die Löcher geben.
Viele Grüße, Jochen.
Heating the screws 20 seconds with a 20-30 watt soldering iron may help.
Das Erhitzen der Schrauben 20 Sekunden mit einem 20-30 Watt Lötkolben kann helfen.
Lieber Martin,
ZitatVielleicht kannst Du ein winziges Tröpfchen WD 40 oder Petroleum in die Löcher geben.
Das würde ich eher empfehlen. Und mal mit dem Stemi reinschauen. Oft ist auch der Schlitz durch nicht richtig passenden Schraubenzieher vergnaddelt. Dann hilft nur aufbohren. Und in dem winzigen Loch sitzt der gesamte Unrat der Welt, der muss erst mal mit einer Nadel abgebaut werden.
Aber lohnt sich bei dem Schlüsselloch 20er der Aufwand überhaupt? Ich hab noch nie ein 20er Okular beim Stemi gebraucht.
Andere Möglichkeit ist Schraubstock und Rohrzange. Du kannst es aber auch vorher schon wegschmeißen. 8) ;D
Die Madenschraube sitzt in einer kleinen Bohrung im Gewinde. Solange die drin ist vermurkst man nur das Gewinde, wenn man mit Gewalt dreht.
Zitat von: Klaus Herrmann in März 25, 2020, 22:32:19 NACHMITTAGS
Aber lohnt sich bei dem Schlüsselloch 20er der Aufwand überhaupt? Ich hab noch nie ein 20er Okular beim Stemi gebraucht.
wie wahr... ;D