Hallo,
ich möchte demnächst mit Xylol und Isopropanol arbeiten und habe mich auch schon ein bisschen in Sicherheitsdatenblätter eingelesen wo dringestanden ist, dass diese Chemikalien giftige Dämpfe absondern. Nun würde es mich interessieren welche Schutzkleidung ratsam/notwendig ist.
LG Christoph
Hallo Christoph,
mit Xylol habe ich noch nicht gearbeitet aber bei Isoprpanol würde ich dir Empfehlen den Arbeitsbereich gut zu lüften da es sehr stark nach Desinfektionsmittel riecht. Generell würde Ich dir eine Schutzbrille und Einweghandschuhe empfehlen.
Kristalline Grüße,
Yasin
Hallo Christoph,
wie Yasin schrieb, ist eine Schutzbrille immer eine gute Idee. Auf gute Lüftung zu achten, auch. Beide deine Stoffe verdunsten und sind brennbar.
Mit den Handschuhen wäre ich vorsichtiger - das gaukelt gerne mal Sicherheit vor, wo auch mal keine ist. Das Handschuh-Material bestimmt, wie schnell die fragliche Substanz passiert.
Generell ist das Sicherheitsdatenblatt schon mal eine gute Quelle, mag für den Laien aber schon eine Nummer zu groß sein.
Den zu treibenden Aufwand würde ich in Relation zu den Mengen sehen wollen. Also wenn du mit Kleinstmengen (wenige zig ml) hantierst, wäre das was anderes, als wenn du Litermaßstab ran willst.
Darf man fragen, was du grob Vorhast?
Grüße,
Tim
P.S.: Das mit dem "giftig" ist so eine Sache: "die Dosis macht, das ein Ding ein Gift ist" - Um hier mal Paracelsus auszupacken :)
Hallo zusammen,
ist jetzt politisch nicht korrekt: Bei den Mengen, mit denen wir üblicherweise hantieren ist das m.E. alles übertrieben. Gute Lüftung sollte reichen.
Zitat... Generell würde Ich dir eine Schutzbrille und Einweghandschuhe empfehlen. ...
... und anschließend gut die Hände desinfizieren mit Desinfektionsmittel (enthält meist Isopropanal 70%) ;D.
Bei Isopropylalkohol halte ich Schutzbrille und Handschuhe für übertrieben.
Bei Xylol sollte man vorher prüfen, ob sich unter Einwirken von Xylol das Material nicht in eine amorphe, klebrige Masse verwandelt.
Gruß !
JB
Vorsicht ist immer gut, aber man sollte auch nicht übertreiben. Bei den geringen Mengen würden vielleicht die gleichen Schutzmaßnahmen wie beim Schnaps Trinken für angebracht halten.
Hallo Christoph,
es kommt wirklich auf die Menge an, die du verarbeiten willst.
- ein paar Tröpfchen auf einem Objektträger
oder
- ein paar Liter davon, weil du den Motor deines Traktors sauber machen willst.
Freundliche Grüße
Peter
Hallo Christoph,
Also bei Isopropanol würde ich aus eigener Erfahrung und der Erfahrung in unzähligen Mikroskopie Kursen die Gefahr für Leib und Leben als sehr gering einschätzen.
Bei Xylol habe ich den Einsatz immer möglichst beschränkt, weil es deutlich unangenehmer riecht (mein persönliches Empfinden) und doch schon toxischer ist. Wieso willst du mit Xylol arbeiten?
Hallo Christoph
Bei Xylol reichen kleine Mengen das du Kopfweh bekommst - da rede ich aber nicht von 5 Objektträgern - Lüften hilft da aber sofort wenn Du die Möglichkeit hast auf beiden Seiten die Fenster zu öffnen.
Wie viel ISO man einatmen muss damit man beim Alkoholtest positiv ist kann ich nicht abschätzen, meine eingesetzten Mengen haben da nicht ausgereicht, auch nicht in Workshops wo 10 Leute präpariert haben .-)
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo,
wenn man die chemischen Bezeichnungen hört, klingt immer alles "gefährlich". Isopropanol würde ich wirklich in jeder Beziehung als absolut unschädlich bezeichnen, es ist der Hauptbestandteil der meisten Händedesinfektionsmittel. Und womit man zig mal täglich die Hände einreiben soll - das kann wohl kaum gefährlich sein.
Und Xylol? Klingt schlimm, aber gewöhnlicher "Pinselreiniger" aus dem Baumarkt besteht zum größten Teil aus Xylol. Steht dort oft nur verklausuliert als "Aromatische Kohlenwasserstoffe". Früher war es sogar Bestandteil eines jeden Mikroskopeirkastens für Kinder.
Bei Xylol reicht einfach der Einsatz des gesunden Menschenverstandes. Wenns arg stinkt, einfach das Fenster öffnen. Und wenn ein paar Tropfen auf die Haut kommen, stirbt man auch nicht. ;) Abwaschen und "gut is'"!
Ob man für das Handling mit Xylol nur ein Schutzbrille aufsetzen muss? Na ja, schaden kanns nie. Aber wenn man mit ein paar ml arbeitet, fände ich es (für mich) übertrieben.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo zusammen,
noch eine "politisch nicht korrekte" Anmerkung zu Schutzbrille bei Xylol: Wenn die Sicht trübe und neblig wird, war das Material der Brille nicht geeignet oder Zuviel Xylol in der Atemluft. ;D
Meine Einstellung zu dem Brimborium dürfte wohl in der Zwischenzeit deutlich sein.
Gruß !
JB
Hallo Jürgen,
ein überbordendes, teilweise ins Skurrile abdriftendes Sicherheitsbedürftnis und die Angst vor Haftung führen ja dazu, dass mittlerweile chemische Experimente mit so gefährlichen Dingen wie Seifenlauge nur noch mit Schutzkittel und Schutzbrille durchgeführt werden dürfen. Sollte man also beim Duschen zuhause auch besser aufsetzen... ;)
Aber im Ernst: Der "gesunde Menschenverstand" im Umgang mit Chemikalien geht leider völlig verloren, weil kaum noch jemand die tatsächliche Gefahr einschätzen kann, wenn "alles" gefährlich ist.
Hier mein Lieblingsbeispiel eines absoluten Höllenstoffs - wer sich in die Nähe begibt, muss doch todesmutig sein, oder?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
genau das meinte ich. Ist das Benzin ?
Gruß !
JB
Hallo Christoph,
wenn Handschuhe, dann würde ich welche wählen, die eine gewisse Chemikalienbeständigkeit haben (z.B. Nitril- oder Chloropren-Handschuhe). Aber bei harmlosen Lösungsmittel bevorzuge ich Achtsamkeit und die bessere Handhabbarkeit ohne Handschuhe. Bei Farbstoffen allerdings würde ich 1x-Handschuhe überziehen, besonders bei den Triphenylmethan-Farbstoffen.
Viele Grüße
Sven
Zitat von: Jürgen Boschert in März 27, 2020, 21:19:05 NACHMITTAGS
Hallo Peter,
genau das meinte ich. Ist das Benzin ?
Gruß !
JB
Lieber Jürgen,
ja, ordinäres Benzin, genauer gesagt: "Ottokraftstoff".
Herzliche Grüße
Peter
Hallo nochmal,
in den 70ern und davor klebte auf Chemikalienflaschen mit "giftigem" Inhalt schlicht ein Totenkopf, war die Chemikalie brennbar, klebte noch "feuergefährlich" darunter, schlimmstenfalls gab es noch ein Explosionssymbol dazu. Man wusste: Wenn solche Etiketten darauf kleben, muss man wirklich vorsichtig sein und man hat sich dann kundig gemacht, wie gefährlich das "Zeugs" wirklich ist.
Heute habe ich den Eindruck, dass man eher schlechter einschätzen kann, "wie" gefährlich eine Substanz tatsächlich ist, weil auf ALLEM mittlerweile Gefahrensymbole kleben.
Herliche Grüße
Peter
Hallo,
Zitat von: Peter V. in März 27, 2020, 21:17:07 NACHMITTAGS
Aber im Ernst: Der "gesunde Menschenverstand" im Umgang mit Chemikalien geht leider völlig verloren, weil kaum noch jemand die tatsächliche Gefahr einschätzen kann, wenn "alles" gefährlich ist.
normalerweise argumentiere ich ja auf der anderen Seite, weil es mir Angst macht, wenn ich mir vorstelle, dass so manche Leute bestimmtes Zeug in die Hände bekommen. Aber ich stimme dir zu Peter. Bei der Chemikalienregulierung ist die Grenze zur Sinnhaftigkeit seit längerem nicht nur überschritten, sondern gestürmt.
Wie so oft im Leben ist das halt die Gegenreaktion. Uns hat man im Studium (ich bin 73 geboren) noch erzählt, man könne mit Benzol die Hände waschen, etc. pp.
Tja, ist halt ein Pendel. Ich weiß nur nicht, ob es jemals zurückschlägt?
Meine Meinung:
Was Iso angeht: Keine Schutzmaßnahmen erforderlich.
Xylol: bei ordentlichem Arbeiten keine Schutzmaßnahmen erforderlich.
Schöne bequeme Schutzbrille ist allerdings eine gute und sinnvolle Angewohnheit, beim schneiden, bohren, fräsen, pipettieren, mischen, streichen, mörsern. Genau wie beim Arbeiten nicht zu essen.
vlg
Timm
Hallo,
danke für die vielen Antworten, das hat mir sehr geholfen. Ich habe mir auch schon fast gedacht, dass die Handhabung solcher Stoffe bei ml Mengen kaum so gefährlich sein kann. Auch, dass Isopropanol als gängiges Putzmittel verwendet wird hat mich dem Sicherheitsblatt gegenüber etwas skeptisch gemacht. Um Klaus Frage noch zu Beantworten: Ich benutze Xylol als Lösungsmittel und Zwischenmedium für Malinol. Also Entwässerung mit Isopropanol, dann ins Zwischenmedium Xylol bevor ich es in Malinol einbette.
LG Christoph
Hallo,
was bei Isopropanol wichtig ist aber gerne vergessen bzw nicht erwähnt wird: niemals in Klarglasflaschen im Hellem lagern! Isopropanol ist ein berüchtigter Peroxidbildner (Explosionsgefahr). Gebinde sollte deshalb möglichst jährlich auf Peroxide getestet und falls positiv entsorgt werden.
Viele Grüße
Bernd
Hallo,
unsere Kunden forder immer wieder das Sicherheitsdatenblatt für die Literflasche destiliertes Wasser an. Muss ich nacher mal raussuchen.
Carsten
Hallo Christoph,
ZitatIch benutze Xylol als Lösungsmittel und Zwischenmedium für Malinol. Also Entwässerung mit Isopropanol, dann ins Zwischenmedium Xylol bevor ich es in Malinol einbette.
Das ist einer der Gründe, warum ich und viele,viele andere seit Jahrzehnten Euparal verwende. Da reicht Isopropanol.
@ Bernd
ZitatBeim Abdestillieren von 2-Propanol bis zur Trockne ist es deshalb zu teils schweren Unfällen gekommen. Es ist daher ratsam, Isopropanol vor dem Abdestillieren auf Peroxide zu prüfen.
Die Explosionsgefahr gibt es aber nur bei sehr alten Proben und wenn man es destilliert, das Peroxid reichert sich im Rest an.
....
Zitatunsere Kunden forder immer wieder das Sicherheitsdatenblatt für die Literflasche destiliertes Wasser an.
H
2O ist ja auch in jeder Form ein lebensgefährlicher Stoff - überlege mal wie viel Leute weltweit darin ertrinken!
Hallo,
natürlich wiwehert der Amtsschimmel auch bei Wasser und natürlich gibt es dafür auch Sicherheitsdatenblätter:
http://www.wittig-umweltchemie.de/pdf/Sicherheitsdatenblatt-AQUA-DEST-destilliertes-Wasser.pdf (http://www.wittig-umweltchemie.de/pdf/Sicherheitsdatenblatt-AQUA-DEST-destilliertes-Wasser.pdf)
https://www.carlroth.com/medias/SDB-3478-DE-DE.pdf?context=bWFzdGVyfHNlY3VyaXR5RGF0YXNoZWV0c3wyMjgzNTJ8YXBwbGljYXRpb24vcGRmfHNlY3VyaXR5RGF0YXNoZWV0cy9oNzMvaDE0Lzg5NDc4NDYzMTYwNjIucGRmfGI3Nzg4YTM1Mzc1OWYzZTUyNTZjODNjMGM2OGU3NTExNzY0Zjk5ZDMzNDU0N2IwYzEyYWRmNjE1ZDczMzVhNjA (https://www.carlroth.com/medias/SDB-3478-DE-DE.pdf?context=bWFzdGVyfHNlY3VyaXR5RGF0YXNoZWV0c3wyMjgzNTJ8YXBwbGljYXRpb24vcGRmfHNlY3VyaXR5RGF0YXNoZWV0cy9oNzMvaDE0Lzg5NDc4NDYzMTYwNjIucGRmfGI3Nzg4YTM1Mzc1OWYzZTUyNTZjODNjMGM2OGU3NTExNzY0Zjk5ZDMzNDU0N2IwYzEyYWRmNjE1ZDczMzVhNjA)
Hier die wichtigsten Hinweise:
ZitatBeschreibung der Erste-Hilfe-MaßnahmenAllgemeine Anmerkungen: Kontaminierte Kleidung ausziehen.
ZitatHinweise für die BrandbekämpfungBrandbekämpfung mit üblichen Vorsichtsmaßnahmen aus angemessener Entfernung. Umgebungs-luftunabhängiges Atemschutzgerät tragen
ZitatHinweise wie die Reinigung im Fall von Verschütten erfolgen kannMit saugfähigem Material (z.B. Lappen, Vlies) aufwischen.
Zitat6.1 Personenbezogene Vorsichtsmaßnahmen:Rutschgefahr durch ausgelaufenes / verschüttetes Produkt
Zu Isopropanol: Das wird aber auch in Klarglasbehältnissen geliefert. Wikipedia schreibt zu den Peroxiden:
Zitat
2-Propanol kann, wie andere sekundäre Alkohole auch,[21] mit Luftsauerstoff explosionsfähige Peroxide bilden.[22][23][24] So wurde beispielsweise in Behältern, in denen Isopropanol zehn Jahre aufbewahrt worden war, ein Peroxidgehalt von 1 % festgestellt; Peroxid-Konzentrationen bis 4,2 % wurden berichtet.[21] Beim Abdestillieren von 2-Propanol bis zur Trockene ist es deshalb zu teils schweren Unfällen gekommen. Es ist daher ratsam, Isopropanol vor dem Abdestillieren auf Peroxide zu prüfen.
Danke für den Hinweis übrigens. Dass Isopropanol auch Peroxide bildet, war mir tatsächlich nicht (oder nicht mehr) bewusst, ich hatte es nur die Ether wie z.B. Diethyelther im Kopf.
Herzliche Grüße
Peter
Sehr gut! Wenn heutzutage das Auto mit Verbrennungsmotor erfunden worden wäre, hätte eine Zulassung sicher unüberwindbare Probleme gehabt: Emissionsschutz, Lärmschutz, Umweltschutz, Gefahrguttransport, Chemikaliengesetz, kanzerogene Bestandteile (Benzol usw.). Ganz abgesehen von der Benutzung dieser "Gegenstände" die regelmäßig zu Verletzten und Toten führt. Nein, das Auto passt eigentlich nicht zur heutzutage übliche Vollkaskomentalität. Ich fürchte, wir würden alle mit Fahrrad daherkommen.
Hallo,
ich versprach ein Sicherheitsdatenblatt, hier ist es:
http://www.rheinflut1995.de/Download/918932_de-DE_GHS.pdf (http://www.rheinflut1995.de/Download/918932_de-DE_GHS.pdf)
Grüße
Carsten
Danke!
5 (in Worten "fünf") DIN A4-Seiten. Welch tiefe Symbolik!
Gruß
Rolf
Hallo,
ZitatDie Explosionsgefahr gibt es aber nur bei sehr alten Proben und wenn man es destilliert, das Peroxid reichert sich im Rest an.
das Thema Explosion durch Peroxid scheint auch bei dem WHO-Rezept für Desinfektionsmittel für Diskussion gesorgt zu haben:
https://www.ptaheute.de/news/artikel/keine-gefahr-desinfektionsmittel-explodieren-nicht/ (https://www.ptaheute.de/news/artikel/keine-gefahr-desinfektionsmittel-explodieren-nicht/)
Hubert
hallo
also das Sicherheitsdatenblatt für das destillierte Wasser gibt "keine" Erste Hilfe Maßnahmen für Verschlucken an. Mein Chemielehrer hat uns erzählt wie sich ein Kommilitone mit dem Trinken von destilliertem Wasser umgebracht hat, er hat dabei Protokoll geführt und von großen Schmerzen berichtet, hat ca 4 Stunden gedauert bis die Eintragung endeten. Das war kurz nach dem Krieg in der Lehrerausbildung, vielleicht fühlte der sich schuldig.
Nachtrag : sorry, der mit dem Protokoll nahm Zyankali, aber den Todesfall mit destillierten Wasser gab es auch. Hat der Lehrer erzählt. Kaum zu glauben. Ja. Aber es haben sich auch schon Ectasy-User mit zuviel Wasser trinken den Tod.
Dafür gibt es an, wie man Verschmutzungen mit dieser Chemikalie tatsächlich mit Wasser wegwischen kann.
;D ;D ;D
Hallo Carsten,
bitte beim Aufwischen des destillierten Wassers darauf achten, keine Dämpfe einzuatmen. Darauf hatte ich bislang nicht geachtet.
viele Grüße
Jochen
Hallo nochmal,
also, nur zur Sicherheit (doppelt hält besser): dieses Datenblatt gibt es nicht, weil wir das KÖNNEN, weil ich es programmieren kann, weil wir stolz darauf sind, für jeden Dreck ein Datenblatt erstellen zu können UND SCHON GAR NICHT, weil es SINNVOLL ist.
Wir machen das nur, weil die Datenblätter angefordert werden!
Noch eine Anmerkung: solche Datenblätter schalteten den gesunden Menschenverstand (sofern davon in der breiten Bevölkerung überhaupt noch etwas übrig ist) völlig aus.
Bitte die nächsten Zeilen nicht falsch verstehen, Datenblätter sind schon sinnvoll. Aber mal darüber nachdenken:
"Früher" war ein Totenkopf auf der Flasche. Davon hat man sich etwas auf die Hand gekippt. Gesunder Menschenverstand sagt, sofort Wasser + Seife + schrubben, dann Arzt anrufen.
Gesunder Menschenverstand sagt auch, (zumindest für Laborpersonal) bei 96% Schwefelsäure vielleicht erst mal vorsichtig mit Wasser (kommt ja auf die Säuremenge an).
"Heute": Ich kippe mir etwas auf die Hand. Auf der Flasche sind Symbole drauf. Oh Gott oh Gott? Darf ich da mit Wasser dran? Oder muss es Alkohol sein? Lauge? Eselsmilch? Bevor man aktiv wird, such man erst mal 30 Minuten im Internet nach dem Datenblatt, da man das gerade im Labor nicht findet.
Noch etwas, Schwachsinn hoch drei: Ich verkippe mein destilliertes Wasser im Labor. Ich habe keine Ahnung und besorge mir das Datenblatt. Dort lese ich, ich darf das Wasser mit einem mit Wasser aus der Leitung getränkten Lappen wegwischen! Wow, das ich da nicht selber....
Aber: Darf ich das wirklich so oder muss ich nicht eigentlich korrekt vorher ein Sicherheitsdatenblatt des Reinigungsmittels bei meinem Trinkwasserversorger besorgen? Und was passiert, wenn ich kein destilliertes Wasser sondern Leitungswasser im Labor verklecker?
Ich muss das nicht verstehen, ich muss das nur programmieren, äh, ne, das heißt "entwickeln".
Nacht,
Carsten
Hallo Carsten,
dass so ein System Blüten treibt, zB mit dem Datenblatt für Wasser, sei mal dahin gestellt.
Aber an dieser Stelle wäre ein systematischer Fehler im Arbeiten:
Zitat von: Carsten Wieczorrek in März 29, 2020, 00:31:11 VORMITTAG
"Heute": Ich kippe mir etwas auf die Hand. Auf der Flasche sind Symbole drauf. Oh Gott oh Gott? Darf ich da mit Wasser dran? Oder muss es Alkohol sein? Lauge? Eselsmilch? Bevor man aktiv wird, such man erst mal 30 Minuten im Internet nach dem Datenblatt, da man das gerade im Labor nicht findet.
Sinn ist es, sich VOR Beginn der Arbeiten damit auseinanderzusetzen. Für so etwas macht man halt eben Gefährdungsanalysen, erstellt Arbeitsanweisungen, etc. Und schult das Ganze mindestens einmal im Jahr.
Erst Arbeiten und im Ereignisfall schauen, was zu tun ist, wäre grob fahrlässig!
Ja, das hat zur Folge, dass man viel Zeit mit solch Papierkram verschwendet. Aber eben auch, dass die Anzahl der Unfälle/Ereignisse in Laboren, die konsequent so handeln, heutzutage gegen 0 tendiert.
Und da nehme ich auch die älteren Kollegen nicht mehr Ernst, die mit Sprüchen kommen "Früher haben wir uns die Hände mit XYZ gewaschen".
Beste Grüße, Oliver
ZitatDas ist einer der Gründe, warum ich und viele,viele andere seit Jahrzehnten Euparal verwende. Da reicht Isopropanol.
ich habe mich gegen Euparal entschieden weil die Säurezahl (relativ) hoch ist und viele Färbungen darin angeblich nicht gut haltbar sind. Ich habe Euparal deshalb immer nur als Spezialeinschlussmedium für Säurefärbungen (Orceinsäureessig oder Karminsäureessig) gesehen.
LG Christoph
Hallo Christoph,
Zitatich habe mich gegen Euparal entschieden weil die Säurezahl (relativ) hoch ist und viele Färbungen darin angeblich nicht gut haltbar sind.
wo hast du diese angebliche Info her? Ich habe ein paar tausend Präparate, davon sicher 80% mit Euparal eingedeckt, die leben alle noch. Von Canadabalsam kenne ich das. Da habe ich alte Präparate von Prof Sigmund (Kosmos) die sind total entfärbt. Die kann man nur im DF/PH/DIC anschauen.
Gerhard Göke, Natürliche und künstliche Harze als Einschlussmittel für die Mikroskopie, Mikrokosmos, Zeitschrift für angewandte Mikroskopie 89 (November 2000) Heft 6.
Dieter Krauter, Ulrich Rüdt, Einschlußharze für die Mikroskopie - Vor- und Nachteile handelsüblicher Einschlußmedien, Mikrokosmos, Zeitschrift für angewandte Mikroskopie 69 (1980).
Rudolf Lindauer, Botanische Doppelfärbungen und ihre Haltbarkeit, Mikrokosmos, Zeitschrift für angewandte Mikroskopie 53 (1964), 303.
LG Helmut
Danke Helmut.
Aber über einen Einfluss auf die Haltbarkeit der Färbungen kann ich da nichts lesen.
Hallo Klaus:
Geduld, ein alter Mann ist kein Schnellzug.
LG Helmut
Hallo Helmut,
ZitatGeduld, ein alter Mann ist kein Schnellzug.
in meinem Alter darf man sich keine Geduld mehr erlauben! ;)
Danke für die Gesamtübersicht.
Hallo Klaus:
Zu Deiner Beruhigung. Vorzüge von Euparal.
LG Helmut