Hallo Foristen !
Besteht ein Zusammenhang bei Endlichoptikobjektive-Durchlicht in Bezug auf Abbildungsqualität mit dem Arbeitsabstand ?
Danke.-
Grüsse micropol
Hallo micropol,
das Thema kann in der Mikrofibel Seite 57 nachgelesen werden.
Frohe Ostern
Peter
Hallo -
Du möchtest ja hoffentlich nicht wissen, ob sich die Bildqualität ändert, wenn der Arbeitsabstand - also auch die Tubuslänge - ad libitum variiert wird?
Wie ist diese Frage also gemeint?
Vielleicht möchtest Du wissen, ob sich zwei gleichwertige Objektive, die einen unterschiedlichen vorgeschriebenen Arbeitsabstand haben, in ihrer Bildqualität unterscheiden?
Leider kenne ich mich nur bei Zeiss detailiert aus und da sind mir nur Objektive begegnet, bei denen die LD-Version eine kleiner Apertur hatte
Also z.B. ein Plan 40/0,65 und ein LD-Plan 40/0,60 oder PlanNeo 20x/0,75 und PlanNeo 20x/0,6.
Auch ohne systematische Untersuchungen fand ich die Bildqualität der LD-Versionen immer merklich schlechter - vielleicht weil sie auf Objektträgerdicke korrigiert waren.
Viele Grüße
Rolf
Hallo,
Zitat "das Thema kann in der Mikrofibel Seite 57 nachgelesen werden"
Dort finde ich nirgendwo etwas über den Arbeitsabstand, nur über die Tubuslänge usw..
Unter "Arbeitsabstand" versteht man den Abstand zwischen der Frontlinse des Objektivs und der Objektebene.
Bei verschiedenen Objektiven derselben Maßstabszahl gibt Zeiss für 10-fache Objektive folgende Arbeitsabstände an (Einlage E 41-112-d zum Standard-Katalog):
Achromat 10/0,22 5,0 mm
F-Achromat 10/0,25 6,8 mm
Planachromat 10/0,22 4,8 mm
Neofluar 10/0,30 4,8 mm
Planapochromat 10/0,32 0,35 mm
Viele Grüße, Jochen.
Hallo Rolf !
Du hast mal wieder die für mich richtige Antwort gefunden:3. Satz .Danke.
Grüsse micropol
Der Arbeitsabstand hat aber nichts mit der Abbildungsqualität zu tun.
Bei allen 10-er Objektiven sind die Daten (für dieselbe Tubuslänge) gleich. Optisch gesehen ist das der Abstand zwischen Objekt und der vorderen HAUPTEBENE der Optik. Dieser Abstand kann über die Abbildungsgleichung errechnet werden und ist theoretisch für alle 10-er Objektive gleich.
Der FREIE Abstand hängt nun davon ab, wieviel Messing der Hersteller zwischen Hauptebene und Objektivende verbaut hat.
Allerdings ist die 10-fach bei 10-er Objektiven mit Fertigungstoleranzen behaftet, kann auch 9- bis 11-fach sein. Noch größer wird die Abweichung bei stärkeren Objektiven, aber das sagt nichts über die Abbildungsqualität. Die kann man genau nur auf der optischen Bank ausmessen.
Frohe Ostern - Werner
Hallo Werner,
ich war mit meiner Defintion wohl nicht ganz korrekt: Unter Arbeitsabstand versteht man wohl den freien Abstand zwischen dem vordersten Rand der Objektivfassung und der Objektebene. Daß die Lage der vorderen Hauptebene für alle 10-fachen Objektive gleich ist, da bin ich mir nicht so sicher, das hängt sicher von der Art der Konstruktion und Rechnung ab. Sonst gäbe es ja keine speziellen Long Distance Objektive.
Frohe Ostern, Jochen
Hallo zusammen,
hier habe ich ebenfalls die Zeiss Endlich-Objektive Plan 40 / 0,65 und LD Plan 40 /0,60 Korr. Bei richtiger Verwendung des LD-Objektives (also korrekt eingestellte Glasdicke) finde ich die Abbildungsqualität hervorragend, fast die eines Apochromaten. Dieses Objektiv ist halt für den Allgemeingebrauch nicht geeignet da die "Deckglas"stärke mindestens ca. 1 mm betragen muss.
Der Arbeitsabstand des "normalen" Plan-Objektives gibt Zeiss mit 0,7 mm, den des LD mit 1,5 mm an !
Gruß !
JB
Hallo Jochen!
Doch, das ist immer so, die Abbildungsgleichung gilt streng. In Long-Distance-Objektiven ist die Hauptebene halt noch weiter nach vorne verlegt, deshalb haben die eine größere Frontlinse, oft auch konkav.
Auch bei starken Teleobjektiven liegt die Hauptebene weit vor dem Objektiv.
Frohe Ostern - Werner
Hallo,
der Arbeitsabstand ist nicht der Abstand von Objektebene zur vorderen Hauptebene, sondern wie schon beschrieben zur Objektivfassung. Der Abstand zur Hauptebene ist die sog. Gegenstandsweite und nur für Berechnungen des Abbildungsmaßstabes relevant. Die Gegenstandsweite ist aber nicht für alle 10er Objektive gleich, da die Lage insbesondere der hinteren Hauptebene sich konstruktionsbedingt deutlich ändern kann. Und die beeinflusst bei gleichem vorgegebenen Abbildungsmaßstab die erforderliche Objektivbrennweite.
Bei Objektiven mit großem Arbeitsabstand wird "lediglich" die Frontlinse weiter von der Objektebene entfernt angeordnet, der Rest der optischen Elemente muss entsprechend angepasst werden. Konstruktiv ist das etwas aufwändiger, außerdem müssen die Frontlinse und folgende Linsen relativ groß gebaut werden.
Hubert
hallo
Die Abbildungsqualität wird doch hauptsächlich durch die numerische Apertur bestimmt, das ist der Akzeptanzwinkel der Gesamtoptik , wie auch Werner bereits erwähnte. (ich vermute begrenzend ist auch bei Immersionsobjektiven die Grenzfläche zu Luft hinter der Frontlinse; eine unwichtige Überlegung meinerseits). Will man bei weiterem Arbeitsabstand den gleichen Aperturwinkel braucht man eine breitere Frontlinse und gern auch konkav, es tendiert ja auch dahin.
Das Sfumato und Luftwirbel (seeing) fallen vermutlich noch nicht ins Gewicht.
Dann bliebe noch die Frage ob die bessere Auflichtbeleuchtungmöglichkeiten, also die Beleuchtungswinkel einen Einfluß haben, es ist zwar nicht so daß die Auflichtoptikhersteller hier Begrenzungen unterlägen, aber kann man es zum Vorteil nutzen. Zumindest ist die Reflektion an ein kugelförmigen Körpern in einigen Winkelrichtungen abhängig vom Einstrahlwinkel besser, das kann natürlich nutzen um die volle Apertur des Objektives auszuleuchten. Kurt, Adalbert und Münzfotografen in Amerika haben so etwas schon mal angedacht. Es ist Haarspalterei.
gruß conso
Hallo conso -
die Abbildungsqualität hängt hauptsächlich von der numerischen Apertur ab?
Wie ärgerlich für mich, dass ich so viel Geld für teure PlanApochromaten rausgeschmissen habe! ;D
Gruß
Rolf
Hallo conso,
dann hätten die Seidelschen Abbildungsfehler wohl keinen Einfluß auf die "Abbildungsqualität". Wobei mir gerade die Frage kommt "was ist eigentlich Abbildungsqualität"? Doch wohl etwas mehr als nur "Auflösungsvermögen".
Viele Grüße, Jochen
Mann conso!
Abbildungsqualität hat NICHTS mit der Apertur zu tun.
Eine GUTE Abbildungsqualität bedeutet, daß das Bildfeld, das heißt der Fokus von Strahlen seitlich der optischen Achse (von ausgedehntem Gegenstand) auf einer EBENE liegt (Brennebene). Filmebene, Chip, Leinwand sind auch eben.
Wegen der kugelförmigen Linsenflächen ist diese Ebene für seitliche Strahlen aber gekrümmt statt eben und noch dazu liegt sie für jede Farbe anders. Es ist die Herausforderung für den Optikkonstrukteur, alles so zu dimensionieren, daß sich die diversen Bildschalen möglichst in einer einzigen Ebene vereinigen. Das gelingt aber nur in der Nähe der optischen Achse gut, je weiter man sich davon entfernt, desto schwieriger wird es.
Eine größere Apertur verbessert also die Sache nicht, sondern erschwert sogar das Ganze, um an eine ebenes Bild heranzukommen. Je größer die vorgegebene Apertur ist, desto mehr Linsen (=Korrekturmöglichkeiten) benötigt man für die Bildfehlerkorrektur.
Ein Planobjektiv oder ein Apochromat benötigt mehr Linsen als ein Normalobjektiv und ein Plan-Apochromat nochmal mehr, weil noch mehr zu korrigieren ist. Ein Schnittbild zeigt das.
Die Extreme: Bei Luftbild-Meßkameras (Landesvermessung aus der Luft) paßt man die Filmebene (18x18 cm) an die Bildfeldwölbung an, also statt Ebene eine Schale, damit das Bild randscharf wird. Jede Bildschale muß auf das Objektiv abgestimmt sein, es gibt keine Wechselobjektive, aber verschiedene Kameras (Meßkammern).
Absolt extrem sind die Reproobjektive für die Maskenherstellung von Halbleiterchips. Hier kann man nichts krümmen, die Ebene ist zwingend. Die Objektive enthalten um die 30 (!) Linsen mit großem Durchmesser.
Gruß - Werner
Zitat von: Werner in April 11, 2020, 10:48:49 VORMITTAG
Abbildungsqualität hat NICHTS mit der Apertur zu tun.
cool!
dann kann ich meinen kondensor einfach auf minimaler nA festnageln :D
...aber nur mit den richtigen Nägeln!
Ok, die Abbildungaqualität ist von der Linsenschleifkunst des Herstellers abhängig, das ist ja sowieso klar , nur : unterliegt er irgendwelchen Zwängen naturgesetzmäßiger Weise, die ihm das Optimum seiner Handwerkskunst verwehren ? Bei Long Distance müßten sich größere Linsen besser und exakter schleifen und auch besser exakt anordnen lassen. Gibt es da ein Skalierungsproblem außer dem Finanziellem ? Die spektrale Zerlegung an den Grenzflächen weitet sich über eine längere Strecke weiter auf, ist das beherrschbar ?
Ein Millonendollar Chiplithografieobjektiv von Zeiss sah ich bei Wikipedia, das hatte einen Linsendurchmesser 1m, find ich nicht mehr. Die Luftbild-Meßkamera-Bildkrümmungs-Tatsache wirft bei mir die Frage auf, ob bessere Okulare die Netzhautkrümmung berücksichtigen oder eher Projektionsokulare sind.
gruß conso
Das Optimum ist bereits erreicht, es ist die sogenannte Beugungsgrenze - physikalisch bedingt.
Dagegen kann man auch mit noch so feiner Fertigung nicht anstinken.
Die Okulare sind auch schon lange gut genug. Das Auge sieht NUR in der kleinen Sehgrube scharf, die restliche Netzhaut hat lediglich Alarmfunktion. Eine Linearisierung bzw. Bildkorrektur macht das Hirn mit Training seit dem Babyalter.
Beschäftige Dich endlich mal mit den Optikgrundlagen, bevor Du hier rumphantasierst. Über das www oder mit Büchern.
Hallo,
die Konstruktion von Mikroskopoptik mit optimaler Abbildungsqualität ist sicher sehr komplex, allgemeine Aussagen zu machen ist schwierig. Außer dass ein gut korrigiertes Objektiv komplexer aufgebaut ist als ein einfacher Achromat. Aber zum Thema großer Arbeitsabstand kann man glaub ich schon sagen, dass ein LD Objektiv im Allgemeinen mit größerem Aufwand korrigiert werden muss, bei gleicher NA. Deswegen muss die erreichte Qualität aber nicht schlechter sein.
Ein ganz einfaches Beispiel mit einer einzelnen Linse: Die berühmten Leeuwenhoek-Kugellinsenobjektive besitzen eine bessere achsnahe Abbildungsqualität als eine einzelne Bikonvexlinse mit gleicher NA und gleichem Abbildungsmaßstab. Der "Trick" besteht darin, dass eine Kugellinse nichts anders ist als eine sehr dicke Bikonvexlinse. Der Arbeitsabstand ist bei der Kugellinse nur noch etwa 1/3 der Brennweite, während er bei der Bikonvexlinse etwa der Brennweite entspricht. Wenn die erste brechende Fläche sehr nahe am Objekt liegt, und die zweite einen großen Abstand zur ersten hat, verteilt sich die Brechung günstiger mit geringerer Gesamtaberration auf die Linsenflächen. Ganz grob übertragen auf ein komplexeres System: Man hat bei geringem Arbeitsabstand mehr Platz, speziell vor der objektseitigen Hauptebene (also innerhalb des Brennweitenabstandes) für Linsen zur Bildkorrektur.
Hubert
Hubert, Danke für den Honigzeig .
Zu den Okularen, das juckt mich natürlich, sry, es gibt also keine Widefield-Okulare zb in der Astronomie, bzw ist das ein Verkaufstrick ? Ok , im Prinzip bezweifele ich dich nicht, Werner .
gruß conso
Zitat von: Lupus in April 11, 2020, 18:10:24 NACHMITTAGS
Außer dass ein gut korrigiertes Objektiv komplexer aufgebaut ist als ein einfacher Achromat.
wobei wir den unterschieb achromat/apochromat ja wieder nur wegen "mangelhafter" glasmischungen haben.
schott kann langsam wirklich mal ein nicht-disperses glas auf den markt werfen :D
und wenn wir schon beim fantasieren sind:
wo bleiben die holographischen linsen?
Hallo
Zur Abbildungsqualität
Von Vorteil ist es, wenn man die Abbildungsqualität die eine Optik bietet, auch sieht.
Ich stacke nicht nur, um schöne Bilder anzufertigen.
Bedingt durch Alter stacke ich auch um Objekte genauer zu betrachten.
Ich wähle eine optimale Beleuchtungsmethode, stacke den Bereich von Interesse und verstärke mit Bildbearbeitung die mittleren und feinsten Details, Helligkeit und Kontrast anpassen, schärfe u.s.w. je nach Bedarf.
Durch angepasste Bearbeitung, kann man in einem Bild mehr erkennen, wie mit optimaler Sehtauglichkeit von blossem Auge am Mikroskop.
Das Bild (Stack) kann man in der Übersicht und auch stark vergrössert am Bildschirm betrachten.
Bei der Betrachtung von blossem Auge am Mikroskop, sehe ich die Feinheiten nicht so genau und entspannt.
So komme auch ich in den Genuss der Auflösung die eine Optik zu bieten hat und kann jederzeit ohne grossen Aufwand das Bild wieder betrachten.
Ein Hoch der Fotografie 😊
Kurt
Hallo Kurt,
jetzt fehlt halt nur noch die Echtzeitbetrachtung.
Meine berufliche und wissenschaftliche Erfahrung ist eine ganz andere.
Meist habe ich beim Einblick in ein Okular sofort die Details an der Abbildungsgrenze der Optik erkannt
und dann brauche ich manchmal Stunden um Bilder zu machen und zu bearbeiten bei denen diese Details
auch so herauskommen, dass man sie im Bild auch annähernd gut sieht.
Ein ca. 5 Jahre altes 120 TSD Euro teures vollmotorisiertes digitales Mikroskop mit Nikon Planapos steht bei uns im Institut inzwischen fast unbenutzt in einer Ecke weil es ausser der Kamera keine Einblickmöglichkeit hat und diese auch nicht nachrüstbar ist.
Da die anderen Mikroskope mit Einblick-Trinotubus inzwischen auch stacken können ist das die optimalere Kombination.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried
Ein ca. 5 Jahre altes 120 TSD Euro teures vollmotorisiertes digitales Mikroskop wäre doch eine ideale Leihgabe für einen alten Mann.
In absehbarer Zeit könnte man es wieder Zurückerhalten.
Ich suche mal Sponsoren für die Transportkosten. 😊
kurt
Hallo Kurt,
Ich habe geschrieben fast "unbenutzt in der Ecke" . Es wird ab und zu noch gebraucht zum Messen von Stufenhöhen von dünnen Schichten, weil es dafür eine Spezielle Software hat, aber zum Mikoskopieren benutzt das am Institut kein Mensch mehr.
Falls es mal ausgemustert wird, denk ich an dich denn ich selbst würde es auch nicht mit nach Hause nehmen obwohl es sehr kompakt ist und nicht viel Platz braucht.
Ich selbst spekuliere darauf das endlich das uralte Zeiss Axiophot ausgemustert wird, aber das erfreut sich nach wie vor grösster Beliebheit insbesondere seit ich (Depp) es auch noch mit einer Canon Fotoadaption ausgerüstet habe. :(
viele Grüsse
Wilfried