Hallo Freunde,
immer mal wieder finde und kaufe ich bestimmte Mineralien bei Ebay, an denen ich vorher getestete mikrochemische Analysengänge anwenden möchte.
Ich suche dazu eben Minerale, die ich im "Mineralienatlas" nach ihrer chemischen Zusammensetzung ausgesucht habe. Meistens sind das derzeit Mineralien,
die Cobalt, Nickel und Kupfer enthalten.
Bereits vor einiger Zeit hatte ich berichtet, daß ich immer wieder erlebe, daß in gutem Glauben gekaufte bestimmte Mineralien, die sich ja "leider" oft auch erheblich
in ihrem Erscheinungsbild unterscheiden können, nicht dem entsprechen, als was sie angeboten wurden.
So möchte ich behaupten, dass von den 12 derzeit in der Bucht angebotenen "Kolwezite"-Mineralien nur zwei wirklich Kolwezit sein dürften.
Bei den übrigen handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Malachit!
Hier habe ich schon erheblich Lehrgeld zahlen müssen, da das Kolwezit zu den rareren Mineralen gehören dürfte.
Vor einer Woche nun hatte ich ein hübsches Stückchen Glaukosphärit entdeckt und erworben, das mit der (vereinfachten) Zusammensetzung (Cu,Ni, CO3) sozusagen
die Schwester des Kolwezit (Cu,Co, CO3) ist. Darüberhinaus hatte das angebotene Stückchen auch noch etwas äußere "Ähnlichkeit" mit den für Kolwezit typischen krustigen
blassgrünen Halbkugeln (die Mineralkundigen mögen verzeihen). Also zu schön um wahr zu sein.
Die Ernüchterung folgte bereits im ersten Gläschen: das erwartete Aufbrausen eines Karbonates unterblieb. Auch mit stärkeren Säuren ist der überwiegende Teil unlöslich.
Ich vermute, es handelt sich um ein Silikat und die hellgrüne Farbe kann ja außer Ni auch auf Al und Fe hinweisen.
Das ist also alles mögliche, nur nicht Glaukosphärit!!
Hier das angebliche Glaukosphärit:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/271573_56200037.jpg) (https://www.directupload.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/271573_36038289.jpg) (https://www.directupload.net)
Und so sieht echtes Kolwezit aus!
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/271573_55909147.jpg) (https://www.directupload.net)
Das ist ärgerlich, auch wenn der Verkäufer es wahrscheinlich in gutem Glauben verkauft hat.
Für mich ist sicher: Viele Mineralien, die in stolzen Sammlungen, zumindest bei nicht professionellen Sammlern, liegen, sind nicht das, was sie vorgeben zu sein.
Und zuletzt: Wenn jemand ein echtes (!) Stückchen Glaukosphärit hätte; ich wäre interessiert.
spätösterliche Grüße
Reinhard
Hallo Reinhard,
dies ist um so ärgerlicher, als die Säureprobe ja nun tatsächlich dem (seriösen) Händler zuzumuten ist.
Was hast Du nun vor, rückst Du Deinem Mineral jetzt mit einem Aufschluss auf den Pelz?
Qualitativ wirst Du dann vermutlich alles finden, Eisen sowieso ...
Da wäre schon zu hoffen, ein Mineraloge hätte eine Idee.
Viele Grüße,
Heiko
Hallo Heiko,
Aufschluss? Lieber nicht.
Wenn man dann möglicherweise sowas im "Topf" hat:
Ba5(Ca,REE,Y)22(Ti,Nb)18(SiO4)4[(PO4),(SiO4)]4(BO3)9O22[(OH),F]43(H2O)
("Byzantievit")
Viele Grüße
Reinhard
Lieber Reinhard,
da magst du Recht haben, dass ne Menge Fehlbestimmungen in Sammlungen rumliegen
Was mich stutzig macht ist die Liste der Mineralien von Laurion:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Griechenland/Attika%20%28Attik%C3%AD%2C%20Attica%29/Lavrion%20%28Laurion%29%2C%20Bergbaudistrikt/Schlackenfundstellen
Da finde ich keinen Glaukosphärit
Hallo Klaus,
im Abbaugebiet "km3" ist Glaukosphärit zumindest mit Fragezeichen gelistet.
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Griechenland/Attika%20%28Attik%C3%AD%2C%20Attica%29/Lavrion%20%28Laurion%29%2C%20Bergbaudistrikt/Km%203%2C%20Revier
Viele Grüße
Reinhard