Liebe Pflanzenfreunde,
die Deutzia 'Mont Rose' ist ein eleganter mittelhoher Strauch, der kaum höher als 1,50 Meter wird.
Dieser im Sommer blühende laubabwerfender Strauch stammt aus Ostasien und dem Himalaja und ist eng mit Philadelphus (Pfeifensträucher) verwandt.
Bild 01 Habitus, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_57712780.jpg)
Quelle: GartenHit24.de, Bad Zwischenahn, Deutschland
Die Rosen-Deutzie ist eine Hybridkreuzung aus verschiedenen ostasiatischen Arten Deutzia discolor (Verschiedenfarbige Deutzie) x Deutzia mezereum (Seidelbast).
Das Verbreitungsgebiet der Gattung ist disjunkt (zersplittert)und reicht von Mexiko nach Asien (u. a. Korea, Japan, Taiwan, Philippinen, China) bis in den Himalaya. Das Diversitätszentrum (Zentrum der Artenvielfalt) ist China.
Die Rosendeutzie zeigt wunderschöne, weit offene Blüten, die zunächst rosa sind und beim Verblühen immer heller/weißer werden.
Die Deutzien sind sommergrüne, meist aufrecht wachsende Sträucher mit stielrunden Zweigen. Die älteren Zweige sind meist hohl oder haben ein lockeres, helles bis braunes Mark. Die Rinde ist dünn und fein längsrissig.
Die Knospen sind 3 bis 7 Millimeter lang, eiförmig bis länglich eiförmig, teilweise vierkantig und alle etwa gleich groß. Die Knospenschuppen sind zugespitzt. Die Blattnarben sind V-förmig und zeigen Spuren von drei Gefäßbündeln.
Die Laubblätter sind gegenständig angeordnet. Sie sind meist kurz gestielt, eiförmig bis lanzettlich mit gekerbten oder gesägtem Blattrand und zur Blattspitze gerichteten Zähnen. Beide Seiten sind angedrückt sternhaarig. Nebenblätter fehlen.
Die Blüten haben Durchmesser von 1 bis 2,5 Zentimeter. Sie sind zu wenigen bis etwa 25 in Rispen, Trauben oder Trugdolden am Ende kurzer, seitenständiger und beblätterter Triebe angeordnet. Der Blütenkelch ist glockenförmig und fünflappig. Unfruchtbare Blüten fehlen. Die fünf dachziegelartig oder klappig angeordneten Kronblätter sind spatel- bis eiförmig und weiß bis rosa. Die 10 bis 15 Staubblätter sind kürzer als die Kronblätter. Die Staubfäden sind ahlenförmig bis linealisch und am äußersten Ende gegabelt. Die Griffel sind unverwachsen. Der unterständige Fruchtknoten ist drei- bis fünffächrig, die Samenanlagen sind quer angeordnet. Die Frucht ist eine Kapsel. Die zahlreichen, 0,5 bis 3 Millimeter langen Samen sind geflügelt.
Systematik:Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
Gattung: Deutzien
Wissenschaftlicher Name: Deutzia
Travialnamen: Sternchenstrauch, Maiblumenstrauch 'Mont Rose'
Die Bestimmung der einzelnen Arten, Hybriden und Sorten ist schwierig und man braucht eine Lupe, um die charakteristisch geformten Staubfäden und Strahlen der Sternhaare zu untersuchen. Er gehört zur Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae).
Der Gattungsname ehrt den Holländer Johann van der Deutz (1743-1788), einen Förderer des schwedischen Naturforschers C.P. Thunberg, der die südafrikanische und japanische Pflanzenwelt erforscht und viele Pflanzen erstbeschrieben hat.
Insgesamt besteht die Gattung aus rund 60 Arten, die in drei Sektionen (Neodeutzia, Mesodeutzia und Deutzia) sowie sechs Untersektionen und 16 Serien untergliedert werden.
Teil 1
Junger Spross, Querschnitt, 25 µm
Die Rosen-Deutzie wächst bei uns im Garten. Meine Pflanzenproben habe ich im April 2020 entnommen.
Bild 02 Schnittstelle, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_49652976.jpg)
5 Bilder von ungefärbten Schnitten.
Bild 03, Übersicht, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_44223604.jpg)
Bild 04 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_62468121.jpg)
Bild 05 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_25342185.jpg)
Bild 06 Dunkelfeld, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_26753075.jpg)
Bild 07 Primärfluoreszenz, Auflicht Beleuchtung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_39451090.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Wacker 3 A - Färbung (
Acridinrot – Acriflavin - Astrablau)
1. Schnitte liegen in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridiorot 8 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest.
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca. 15 Sekunden !!!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest.
7. Nachfärbung Astrablau 2 Minute
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %
10. Einschluss in Euparal
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000
Bild 08 Übersicht, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_19515494.jpg)
Bild 09 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_41421720.jpg)
Bild 10 Vergrößerung mit Beschriftung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_37251161.jpg)
R = Rinde, RP = Rindenparenchym, PH = Phloem, K = Kambium, XY = Xylem, MP = Markparenchym, St = Strahl, T = Trachee
Bild 11 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_66824994.jpg)
Bild 12 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_64554036.jpg)
Bild 13 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_44115416.jpg)
Bild 14 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_61494432.jpg)
Bild 15 Vergrößerung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_16578980.jpg)
Bild 16+17, Gegenüberstellung, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272682_14993092.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 18 Vergrößerung, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_720107.jpg)
Bild 19 Vergrößerung, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_6480969.jpg)
Bild 20 Übersicht, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_58328727.jpg)
Bild 21 Dunkelfeld, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_55196503.jpg)
Bild 22 Dunkelfeld, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_27006480.jpg)
Teil 2
Blatt, Querschnitt, 25 µm
Bild 23 Übersicht, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_41731733.jpg)
Bild 24 Vergrößerung mit Beschriftung, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_40041277.jpg)
oE = obere Epidermis, PP = zweischichtiges Palisadenparenchym, LB = Leitbündel, SP = Schwammparenchym, ST = Sternhaar, uE = untere Epidermis
Betrachtet man den Querschnitt eines Laubblattes im Mikroskop, erkennt man mehrere Zellschichten. Die Oberhaut wird als obere Epidermis bezeichnet. Sie ist lichtdurchlässig und mit einer Wachsschicht versehen. Diese verhindert die Wasserverdunstung und stellt einen Schutz vor mechanischen Beschädigungen dar. Die darunter liegenden Palisadenzellen enthalten Chloroplasten und sind für die Photosynthese verantwortlich. Das gut durchlüftete Schwammgewebe transportiert Gase und reguliert die Abgabe von Wasserdampf (Transpiration). In der Unterhaut (untere Epidermis) befinden sich die Spaltöffnungen zur Gas- und Wasserdampfaufnahme und – abgabe aus der Umgebungsluft.
Bild 25 Sternhaar, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_24827179.jpg)
Sternhaare sind sitzende oder gestielte Haare mit zahlreichen langen Strahlen, die sternförmig abstehen – entweder in einer Ebene oder räumlich angeordnet. Sternhaar ist auch fossil gut bekannt.
Bild 26 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_22118023.jpg)
Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 27 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_64844482.jpg)
Bild 28 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_46729429.jpg)
Bild 29 Polarisation, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_17911681.jpg)
Bild 30 Polarisation, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_26987408.jpg)
Bild 31 Polarisation, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_41560081.jpg)
Bild 32 Polarisation, Rosen-Deutzie, Deutzia x hybrida
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/272683_38496415.jpg)
Fazit:Die Pflanzenteile lassen sich problemlos schneide.
Leider löst sich fast immer das Abschlussgewebe komplett ab.
Quellen und weiterführende Informationen:
Wikipedia
,,Botanica", ISBN: 3-8290-0868-6
Über die Rosen- Deutzie habe leider keine weitere Literatur gefunden.
Die Informationen für Beschreibungen werden von mir selbst aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Dabei benutze ich sowohl Bücher als auch Internet Quellen. Texte werden anschließend individuell von mir selbst verfasst.
Für konstruktive Kritik bin ich ebenso offen wie für lobende Worte.
Doch zunächst einmal wünsche ich viel Freude beim Lesen.
Hans-Jürgen
wieder ein sehr schöner Beitrag! Was mir besonders aufgefallen ist: die Bildung des Phellogens in z. B. Bild 10.
Herzliche Grüße
Detlef