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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: A_Wedemeyer in Mai 15, 2020, 11:26:39 VORMITTAG

Titel: Holographie-Mikroskop
Beitrag von: A_Wedemeyer in Mai 15, 2020, 11:26:39 VORMITTAG
Hallo,

nachdem die örtliche Bibliothek wieder geöffnet wurde fand ich in der c't Make 2/2020 (S.62) einen kurzen Artikel " Holographie-Mikroskop mit Raspberry Pi" (siehe auch http://make-magazin.de/x687). Dort wird berichtet, wie das Fraunhofer Institute for Physical Measurement Technique zusammen mit Schülern ein einfaches Holographie-Mikroskop entwickelte (einfacher Laser wie aus Laserpointer, Linse als Kondensor, Strahlenteiler und Spiegel für Referenzwelle, 4x Objektiv, Webcam/Raspicam und Pi für Bildverarbeitung, dazu einfachste Mechanik um alles zusammenzuhalten).
Freies Poster dazu: http://publica.fraunhofer.de/eprints/urn_nbn_de_0011-n-546165-17.pdf

Hat jemand hier schon Erfahrung mit mikroskopischer Holographie?
Die zugehörige Software wertet nach dem Artikel die durch das Objekt hervorgerufene Verformung der Interferenzstreifen aus und berechnet daraus u.a. eine Höhenkarte - müsste das nicht auch mit anderen Interferenzverfahren, die verformte Linien liefern, z.B. Shearing, funktionieren? (Normarski DIK wohl eher nicht)

Viele Grüße
Axel
Titel: Re: Holographie-Mikroskop
Beitrag von: Lupus in Mai 15, 2020, 16:23:47 NACHMITTAGS
Hallo Axel,

das ist eher ein sehr lehrreiches Experiment, in dem man etwas über Interferenz, Fourieranalyse und Bilddatenerfassung lernen kann. Die praktische Bedeutung stufe ich nicht sehr hoch ein. Man rekonstruiert mit dem "Hologramm" das, was das Mikroskopobjektiv abbildet. Je nach Bildsensorauflösung natürlich nur mit geringerem Informationsgehalt. Der Vorteil ist, dass man die digital aufgenommenen Interferenzstrukturen auch nachträglich in der Objekttiefe auswerten kann. Aber nicht als echtes 3D-Objekt wie bei einem Hologramm, sondern natürlich nur so wie es das Objektiv bildseitig abbildet. Also in einer beschränkten Tiefe, als würde man beim visuellen Beobachten das Okular vertikal zum Scharfstellen verschieben. Eine Höhenkarte kann man nur durch die Auswertung eines Bilderstapels mit der Methode wie beim fotografischen Stacking erzeugen..

Hubert