Hallo Forum,
Ich besitze einen Leitz France Nomarski DIK-Kondensor, dem aber die Komponenten unterhalb der Revolverscheibe fehlen. Die wurden vom Vorbesitzer abgeschraubt und gingen verloren :-[ Dort muesste sich mindestens ein Polarisator befinden. Der Unterbau ist weit weniger komplex als beim Kondensor ICT.
Koennte jemand 1-2 Bilder bitte vom Unterbau hier einstellen? Evt. auch im ausgeklappten Zustand damit man die Befestigungsschrauben sehen kann? Ich will mich fuer einen Nachbau oder 3D Nachdruck inspirieren lassen. Der Kondensor sieht von der Seite so aus (Bild von Wolfgang): https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81475_64879171.jpg
Beste Gruesse,
Jon
Hallo Jon,
Bilder kommen per Mail.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Jon,
magst Du mir bitte die Seriennummer Deines Kondensors sagen! Ich versuche herauszubekommen, wieviele von diesen Teilen gebaut wurden.
Und wenn Du ohnehin schon am Basteln bist und Dir eine Bastellösung des originalen Deckels genügt, hätte ich Interesse an Deinem Deckel. Solch einer fehlt mir nämlich.
Wieso wurden ausgerechnet diese seltenen Kondensoren so auseinandergenommen? Vielleicht, weil der Prismenschieber verloren gegangen ist, und man nichts mehr damit anfangen konnte?
Danke Dir
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
Der Kondensor ist in lockdown aber ich schicke Dir die Nummer wenn ich wieder dran komme. Den Deckel (?) brauche ich noch. Ja, die Kondensoren sind sehr geschunden. Ich denke es liegt an der geringen Stueckzahl, dass es so wenige "Ueberlebende" gibt. Bei mir fehlt der Polarisator, des gibt Delamination (!), Oel auf der Iris und Kratzer an der Frontlinse. Der Schieber fehlt natuerlich auch. :-[
Beste Gruesse,
Jon
Hallo,
ich gehöre anscheinend zu den ganz wenig Glücklichen (außer mir kenne ich niemanden), die ein praktisch neues, voll funktionsfähiges, nicht verharztes Nomarski-DIK-Set von Leitz besitzen, mitsamt dem Mikroskop (Orthoplan grau), mit dem es offenbar so komplett ausgeliefert wurde und unbenutzt in einem Institutsmagagzin überlebt hat.
Tatsächlich tauchen - wenn überhaupt - die Kondensoren einzeln und meist extrem gefleddert auf, der Schieber fehlt ohnehin immer. Ihn zu bekommen ist so wahrscheinlich wie der 6er im Lotto, da er abolut unscheinbar aussieht und in keiner Weise irgendwie beschriftet ist, nicht einmal als Leitz-Teil zu identifizieren ist. Die Leitz Nomarski-DIKs scheinen extrem selten zu sein. Das Ganze ist ohnehin etwas kurios: Die Ausführung und Konsturktion unterscheidet sich deutlich von der üblichen damaligen Leitz-Philosophie: Die Leitz-Kondensoren (Phako, Smith-DIK etc.) sind grundsolide Metallkostruktionen mit einheitlichem Desgin. Das Gehäuse des Nomarski-DIKs und auch wohl auch das Revolverrad selbst sind - absolut Leitz-untypisch! - aus Kunststoff, haben ein völlig anderes Design und die Rastung ist eher "lömmelig". Normalerweise wäre so etwas bei Leitz nicht "durchgegangen". Die Kondensoren sind auch nicht mit "Leitz" beschriftet. Mir scheint, dass Leitz die kompletten, mit Prismen bestückten Revolverscheiben und Gehäuse von CNRS bezogen hat (beziehen musste?) und dann mit seinen übriegen Kondensorteile (also Schwalbe, Kondensorlinse, Polarisator) verheiratet hat. Aber wer weiß das schon (noch)? Sicher hängt das mit einer komplizierten Lizenzlage zusammen, denn eigentlich hatte ja Zeiss die Vermarktungsrechte bzw. das Patent von CNRS übernommen; meines Wissens ist das auch der Grund dafür, dass es überhaupt den Smith-DIK (ICT) gibt. Leider sind mit Leica die Leitz-Geschichte und das Wissen "den Bach runtergegangen". Sollte es jemand besser wissen und irgendetwas von meinem obigen Geschreibsel als Quatsch identifizieren, bitte ich um Berichtigung.
Hezrliche Grüße
Peter
Moin,
die Peters sind begütert. Also mit anderen Worten: ich habe auch einen Leitz ICT. Und tatsächlich, er ist mit vollständigem Prismensatz äußert selten zu bekommen.
Gruß
Peter
Lieber Peter,
Pah! ICT! Das ist doch Smith! ;) Der ist ja schon selten und (vor allem teuer) genug. Wir reden aber vom Nomarski - der ist noch viel viel seltener!
https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81475_64879171.jpg
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81475_64879171.jpg)
Schau Dir den Kondensor mal ganz genau an!
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Jon,
ZitatDer ICT verhaelt sich zum Leitz DIK wie der Golf zum Maybach ;D
aber nur was die Seltenheit betrifft (nicht qualitativ). Und preislich? Dazu müsste mal einer komplett angeboten werdenm das habe ich aber noch nie gesehen. Ich ich werde meinen wohl eher nicht verkaufen... ;)
Hezrliche Grüße
Peter
Moin,
welche Objektive wurden dann für den Nomarski-Dik angeboten? Die gleichen wie für den Smith-Dik?
Gruß
Peter
p.s. Hat einer mal eine alte Preisliste von Leitz zur Hand?
Zitat von: Mikroman in Juni 08, 2020, 19:18:13 NACHMITTAGS
welche Objektive wurden dann für den Nomarski-Dik angeboten? Die gleichen wie für den Smith-Dik?
Nein. Es wurden Objektive ohne Prismen dafür genutzt. Dafür gibt es ja den Schieber im Kompensatorschlitz des Polrevolvers. Und das macht es dann wieder schwierig, weil das der große Kompensatorschlitz von Ortholux2 und Orthoplan ist, und der eben nur da reinpasst.
Ich habe mal eine Testreihe gemacht. Es funktionieren eigentlich alle Objektive, gleich welcher Vergrößerung und Korrekturstufe.
Angeboten wurden ursprünglich: NPl16/0.40 P, NPl 40/0,65 P und NPl 100/1,30 P
Wolfgang
...und hier noch die Preisliste:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/276899_49212206.jpg)
Hallo,
interessant zum mitlesen! Wo liegen die Unterschiede bei diesen Nomarski DIK Systemen im Vergleich der Marken wie Leitz/ Zeiss / Nikon / Olympus?
Gruss Arnold Büschlen
Hallo,
der grudnsätzliche Unterschied besteht (konstruktiv) zwischen Nomarski und Smith-DIK (die eben beide von Leitz angeboten wurden).
Der Unterschied zwischen diesem Normarski-DIK-System von Leitz und dem von Zeiss zur gleichen Zeit ist allerdings der, dass der Leitzsche Nomarski-DIK ungleich "besser" ist. ;) Die anderen aus der Zeit (Nikon) kenne ich nicht.
Technisch ist der Nomarski von Leitz ähnlich dem "alten" Zeiss DIK mit Zentralschieber.
@Wolfgang: Aus welchem Jahr ist die Preisliste? Interessant wäre, welcher Kaufkraft das heute entsprechen würde.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in Juni 09, 2020, 10:40:12 VORMITTAG
Aus welchem Jahr ist die Preisliste? Interessant wäre, welcher Kaufkraft das heute entsprechen würde.
Januar '71
Der Dollarkurs war damals DM 3.42
Also 1642 * 3,42 = 5615.64 DM, macht ca. 2800 €
Laut https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164047/umfrage/jahresarbeitslohn-in-deutschland-seit-1960/
war das Durchschnittsgehalt 1971 irgendwo bei ca. 5500 €, heute bei ca. 25000 €. Das Set kostete also 1971 ein halbes Durchschnittsgehalt. Übertragen auf heute also 12500 €.
Oder hab ich da falsch gedacht?
Wolfgang
Zitat von: Peter V. in Juni 09, 2020, 10:40:12 VORMITTAG
.....
Der Unterschied zwischen diesem Normarski-DIK-System von Leitz und dem von Zeiss zur gleichen Zeit ist allerdings der, dass der Leitzsche Nomarski-DIK ungleich "besser" ist. ;) Die anderen aus der Zeit (Nikon) kenne ich nicht.
....
Lie....ber Peter,
wie kommst du zu dieser Aussage ?
etwa weil er deshalb so wenig verkauft wurde und daher heute so selten ist ?
oder ist das nur durch die Leitz-Brille gesehen ? :D
Beim Smith DIK ist das natürlich schon physikalisch klar, aber dafür müssen die Prismen eben exakt in den Brennebenen
liegen und das erfordert spezielle Objektive die dann bei manchen anderen Kontrastverfahren hinderlich sind.
viele Grüsse
Wilfried
Lieber Wilfried,
ich kenne sowohl den Zeiss-DIK alt (Zentraschieber) und neu (Stühlchen). Ich habe auch schon mehrere dieser jeweiligen Sets ausprobiert. Was ich einräume, ist die Tatsache, dass fast alle Komponenten (leider auch ein Zeiss-Spezifikum ;)) mehr oder weniger Beeinträchtigungen durch das Alter (Delamination etc.) aufweisen. Insofern weiß ich natürlich nicht, wie es ausgesehen hätte, wenn alle Komponenten fabrikneu wären.
Aber ich habe eben auch alle anderen Systeme (Leitz Smith ICT, Leitz Nomarski) zum Vergleich. Und so leid es mir tut: So oft ich auch mit dem Zeiss DIK arbeite (na ja, herumspiele wäre wohl besser ausgedrückt ;)): Er begeistert mich nicht. Teilweise flau, teilweise mit Gradient, der kaum auszumerzen ist. Es kann auch sein, dass es manchmal an nicht ganz optimalen Objektiven liegt. So sollen angeblich (genau weiß das ja auch niemand) Objektive bestimmter produktionszeiträume geben, die sicher besser und weniger gut eignen. Wie gesagt, meine Aussage bezieht sich nur auf alte Komponenten, derer man heute noch habhaft werden kann.
Jedenfalls habe ich hier auch den besagten Leitz-Nomarski. Als ich ihn bekam, hatte ich sogar wenig davon erwartet und mich eigentlich nur gefreut, dass ich dieser Rarität habhaft werden konnte. Der extrem gute Bildeindruck hat mich dann überrascht!Kontarastreich und nahezu homogen über selbst das riesige Sehfeld des Orthoplan.
Übrigens habe ich nicht nur die Leitz-Brille auf: Seit ich den Olympus Bh/BH-2-DIK habe, muss ich sagen, dass der auch etwas seeeeehr Feines ist! Um nicht zu sagen: Wirklich kein Vergleich zu Zeiss (zumindest nicht aus der Endlich-Zeit). Ich gebe zu: Bildeindrücke sind immer subjektiv und andere Faktoren als Homogenität und "Knackigkeit" (Pseudo-3D-Effekt) habe ich nicht betrachtet. Konkret: Die Auflösung. Ob die nun bei Zeiss genau so gut oder gar besser ist, weiß ich nicht.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in Juni 09, 2020, 12:07:16 NACHMITTAGS
So oft ich auch mit dem Zeiss DIK arbeite (na ja, herumspiele wäre wohl besser ausgedrückt ;)): Er begeistert mich nicht. Teilweise flau, teilweise mit Gradient, der kaum auszumerzen ist. Es kann auch sein, dass es manchmal an nicht ganz optimalen Objektiven liegt. So sollen angeblich (genau weiß das ja auch niemand) Objektive bestimmter produktionszeiträume geben, die sicher besser und weniger gut eignen. Wie gesagt, meine Aussage bezieht sich nur auf alte Komponenten, derer man heute noch habhaft werden kann. ...
Jedenfalls habe ich hier auch den besagten Leitz-Nomarski. Als ich ihn bekam, hatte ich sogar wenig davon erwartet und mich eigentlich nur gefreut, dass ich dieser Rarität habhaft werden konnte. Der extrem gute Bildeindruck hat mich dann überrascht!Kontarastreich und nahezu homogen über selbst das riesige Sehfeld des Orthoplan.
Herzliche Grüße
Peter
Spannendes Thema. Während meiner Promotion hatte ich an einem Neurobiologischen Institut gleich 4 DIC Systeme zum Vergleich, und mein Eindruck war anders. Allerdings kann ich auch sagen, dass die Art der Färbungen und Präparate durchaus eine Rolle spielt. Bei mir waren es dickere Schnitte (Vibratom) von Nervengewebe, entweder mit Fluoreszenzfarbstoffen gefärbt (DIC dann als Durchlichtkontrast zur Orientierung in den Schichten), oder DAB photokonvertierte Fluoreszenzfarbstoffe, die man dann nur im Hellfeld auswertete. Auch einige alte Golgi (Silberimprägnierung) Präparate existierten. Die Mikroskope waren:
Leitz Orthoplan mit ICT (NPL-Objektive mit Prismen, fest im Revolver verbaut), Mitte 70er
Zeiss Photomikroskop III mit einigen Objektiven Plan Achromat mit DIK-Schiebern, Mitte 70er
Zeiss Axiomat mit Plan Apochromaten und Nomarski DIK, späte 70er
Zeiss Axiophot mit Plan Neofluaren und Nomarski DIK, frühe 90er
etwas später noch
Zeiss Jena Jenaval mit Interferenzkontrast
Später kamen an anderen Instituten noch aktuelle Modelle von Zeiss und Leica dazu, diese sind aber noch nicht im Gebrauchtmarkt angekommen und daher für uns hier irrelevant.
Bei den Zeiss Mikroskopen stellte man den gewünschten Effekt über die verschiebbaren Prismen ein, beim Leitz über den Mix der Polarisation.
Die Zeiss West Systeme waren bei unseren Präparaten und Färbungen immer im Vorteil. Genau der richtige Kompromiss aus Reliefeffekt, Sichtbarkeit von Strata und keine Farbsäume. Der Axiomat war der Beste, aber der konnte keine Fluoreszenz. Phomi III war das Schlechteste, aber nur weil die Neofluare nicht mit DIK gingen. Fluoreszenz und Durchlicht war gut. Am besten und beliebtesten war ganz klar das Axiophot, bei dem zudem DIC und Fluoreszenz endlich gut kombinierbar waren. Das Orthoplan lag irgendwo in der Mitte, Effekt immer etwas zu zaghaft ohne Möglichkeit es zu verstärken.
Das Jenaval war für vergleichbare Präparate unbrauchbar, immer Farbsäume und zu starke Aufspaltung. Wenn ich mich richtig erinnere, waren DIC und Golgi bei allen Mikroskopen eine nutzlose Kombination.
Heutzutage ist das natürlich klasse, fast überall kann man gleichzeitig frei auswählen ob man die Polarisation oder die Prismenposition verändert, und zudem gibt es noch verschieden starke Schieber zur Auswahl. Dazu fast keine Limitierungen in der Objektivauswahl.
Ralf
Liebe Foristen, lieber Peter
ist es möglich ein Foto im polarisierten Licht des Leitz Nomarski Schiebers
einzustellen, so dass man die Streifenabstände sehen kann?
Bzw. die Streifenabstände zu messen...mir fehlt der Schieber und
ich habe den Nomarski Kondenser immer mit den Objektivprismen benützt, das
funktioniert übrigens auch sehr gut!
Danke im voraus und Grüsse
Martin
Hallo Martin,
das verstehe ich nicht ganz: Welchen Kondensor benutzt Du jetzt mit welchen Objektive und Objektivprismen?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter
Ich benütze den Leitz Nomarski Dic mit den Prismen in den Objektiven.
Gerne hätte ich aber den Prismenschieber.
Gruss Martin
Hallo Martin,
also den Nomarski-Kondensor mit den Smith-ICT-Objektiven? Das geht?
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo Peter
Ja das geht, ist vermutlich nicht ideal, ich würde gerne die itc Objektive durch normale
Ersetzen und dafür einen Prismenschieber improvisieren, dafür müsste aber das Prisma
auf den Nomarski Kondenser abgestimmt sein, dafür müsste ich die Streifenabstände wissen.
Noch als Ergänzung, ich habe das nicht mehr präzise in Erinnerung, es kann sein, dass ich das itc Objektiv um eine halbe Umdrehung drehen musste für einen guten Dic.
Martin
Hallo,
meine Frage zu dem Unterschied bezieht sich eigendlich vor allem auf die Leistung! Gibt es reale Vergleiche von Systemen mit Zentralschieber?
Gruss Arnold
Zitat von: martin_hu in Juni 09, 2020, 17:53:23 NACHMITTAGS
Ich benütze den Leitz Nomarski
Darf ich auch Dich um die Serinennummer bitten?
Herzliche Grüße
Wolfgang
Hallo Arnold,
in meinen Augen ist es unmöglich, die "Leistung" eines DIKs objektiv zu dokumentieren. Dazu müsste man zunächst einmal festlegen, was man von einem DIK erwartet, was genau die "Leistung" sein soll. Da hat sicher jeder Nutzer andere Erwartungen und Vorstellungen. Dem einen kommt es mehr auf einen möglichst starken Reliefeffekt an, dem anderen mehr auf maximale Auflösung. Ich denke, dass ich sehr viele DIK-Systeme diverser Hersteller und Zeiträume überblicke (allerdings nicht die wirklich aktuellen Systeme; die modernsten DIKs, die ich besitze, sind der der Pyramiden-Axios und des Reichert Polyvar). Zu den aktuellen DIK von Zeiss und Olympus kann ich nichts sagen und auch nicht zum Leica-DIK.
Bei den mir vorliegenden verschiedenen Systemen von Zeiss West (endlich "alt", "neu" und vom Axioskop), Ost (hier Mikroval und CF 250), Leitz ICT und Nomarski, Reichert Polyvar und Olmypus BH kann ich konstatieren, dass alle einen sehr unterschiedlichen Bildeindruck erzeugen, der zudem natürlich erheblich(!) von der korrekten Justage und letztlich der nicht reproduzierbaren Einstellung des Nutzers abhängig ist. Wie soll man da vergleichen? Das kann nur ein Äpfel-Birnen-Vergleich werden. Ich kann jeden DIK mehr oder weniger kontrastreich einstellen. Letztlich zählt hier tatsächlich der Bildeindruck, den man selbst hat. Es ist auch so, dass sich der unterschiedliche Kontrast und Reliefeffekt, den man mit dem Auge wahrnimmt, nicht unbedingt so deutlich mit der Kamera dokumentieren lässt.
Der Zeiss CF 250 DIK hat z.B. eine recht starke Bildaufspaltung und damit einen sehr starken Reliefeffekt - das mag der eine sehr gut finden, dem anderen ist es möglicherweise schon "too much". Ein hochrangiger Kontrukteur von CZJ hat sich im Privatgespräch mal so geäußert, dass man ihnen beim CF250-DIK den "Kopf abgerissen hätte", wenn sie so etwas abgeliefert hätten wie Zeiss West bei den Axios ;) Gut - da mag auch etwas Ossi/Wessi-Folklore dabei gewesen sein. Offenbar wurde bei CZJ aber ein DIK mit starken Reliefeffekt präferiert.
Ein Mikroskopikerkollege, der u.a. ein Standard mit einem "Stühlchen"-DIK besitzt, hat seine Bilder für einen Zeitschriftenartikel über Mitochondrien in der Zwiebelepidermis an meinem Jenamed (CZJ CF 250) gemacht, weil ihm die Darstellung der Objekte an seinem Standard mit dem DIK "neu" nicht gefiel.
Jeder DIK hat wohl seine Berechtigung und manche Firmen haben in neuerer Zeit (wovon sie aber wohl teilweise, vermutlich aus Gründen der Erspanis , wieder abgerückt sind) sogar verschiedene DIKs für das gleiche System auf den Markt gebarcht. So gibt (gab) es bei Olympus in der BX-Ära den "normalen" DIK, einen high contrast DIK und einen high resolution DIK. Das alles weiß ich auch erst seit Martin Kreutz' schönem Vortrag auf der letzten Kornrade, wo er sehr eindrücklich die Unterschhiede dieser Olympus-DIKs an eigenen Bildern präsentiert und dargestellt hat, wieso der high resolution DIK für seine Objekte besser ist als der zuvor von ihm verwendete "normale" oder high contrast DIK (Ich weiß nicht mehr, welcher es genau war). Ich hatte immer mal versucht, Martin zu animieren, diesen schönen Vortrag auch in einen Forumbeitrag zu gießen; ich hoffe, dass er das gelegentlich noch macht.
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Wolfgang
die Sn. ist 1104
Gruss Martin
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/276981_56200037.jpg)
Zitat von: Peter V. in Juni 09, 2020, 10:40:12 VORMITTAG
@Wolfgang: Aus welchem Jahr ist die Preisliste? Interessant wäre, welcher Kaufkraft das heute entsprechen würde.
@Peter: Die Liste ist von 1971.
Hallo werte Freunde der Leitz Nomarski DIK -Einrichtung,
da mich auch die Frage nach dem Interferenzstreifenbild des oberen Universal-Schiebe-Prismas dieser raren Einrichtung interessiert hat und ich von einem der wenigen Besitzer ein Bild davon erhalten habe, wärme ich diesen schon älteren Faden auf, sozusagen für die "Forums-Annalen"
Evtl hilft es ja irgendwann jemandem auf der Suche nach einem Substitut oder zur Identifikation des richtigen Prismas /Schiebers:
Interferenzbild
Leitz Nomarski Schieber IF.jpg
Dank an den Bildspender.
Beste Grüße Stefan