Hallo zusammen,
ich habe gerade einen Link gefunden, (im Mikroskopie-Treff)
bei dem ich noch nicht ganz sicher bin, ob man hier auf den Arm genommen wird oder ob tatsächlich was dran ist:
http://www.apothekenbote.at/medizinische-geraete/schwangerschaft-und-verhuetung/p510_expect-mom-ovulationsmikroskop.html
Es wird eine Methode beschrieben, wo man aus der Struktur des eingetrockneten Speichels einer Frau feststellen kann, ob sie empfängnisbereit ist oder nicht.
Das Mikroskop dazu wird angeboten für 77.-Euro
Hallo!
Immerhin um den Faktor 30 oder mehr preiswerter als die erforderlichen Mikroskope zur Dunkelfeldmikroskopie des Blutes, wobei die Aussagekraft der Speicheluntersuchung vermutlich noch etwas höher liegt als die von Enderlein. ;D
Fast noch witziger als die Existenz dieser Apparatur finde ich eine Anfrage zu den "technischen Details" dieser kaleidoskopartigen Plastik- oder Pappröhre ( wenn ich das richtig auf dem Foto erkenne ) in einem Mikroskopie-Forum.
Herzliche Grüße
Peter
Mensch Peter,
Du bist doch so´n Testfreak das wär doch was, da kannst Du gleich die Methode mittesten! ;D
Und der Preis ist sogar gesenkt!
Aber mal im Ernst: ist an der Methode was dran? Ist ja schließlich in einer Apothekenzeitschrift veröffentlicht - und die können ja eigentlich keinen allzugroßen Mist erzählen?
Hier steht was darüber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Cervix_uteri
Das Farnkrautmuster kann man mit ca. 100facher Vergrößerung sehen. Es ist zyklusabhängig, aber daraus auf die fruchtbaren
und unfruchtbaren Tage zu schließen halte ich für viel zu unsicher.
Außerdem wird üblicherweise der Vaginalabstrich untersucht und nicht die Mundschleimhaut.
Hallo,
eben! Das Farnkrautphänomen ist mir noch aus den Tiefen des Medizinstudiums bekannt - das ist sicher eine altbekannte, bewiesene Tatsache, letztlich aber wohl ein bisschen unzuverlässig. Aber das bezieht sich eben auf den Cervixschleim und nicht aud Speichel! Wer mag, kann sich ja einen Übersetzungfehler als Ursache des Missverständnisses vorstellen...
Fachfremde Grüße,
Florian
Hallo!
Na ja, ganz an den Haaren herbeigezogen ist es nicht. http://www.springerlink.com/content/h52635127752q537/
Diese Methode gehört zu den zahlreichen Methoden der "natürlichen" Kontrazeption wie Knaus-Ogino, Zervikalschleimviskosität etc.; diese Methoden sind mit hohen Unsicherheiten behaftet, wenn man das weiß und den Eventualfall in Kauf nimmt....
Verlassen sollte man sich darauf allerdings nicht.
Herzliche Grüße
Peter
Guten Abend,
ja bitte testet doch mal!
Alles, was es in der Apotheke gibt, ist ja eigentlich ganz toll!
Ich verkaufe dann auch passend Babynahrung, Schnuller, Sauger, Antischreizahnkriegkügelchen etc.
http://www.apothekenbote.at/baby-und-kind.html
Aber wehe, es kommt jemand nachts um 3 und klingelt mich im Notdienst wegen so etwas raus...
Ich kenne Zwillingsjungs, deren Spitznamen Knaus und Ogino lauten..., soviel zum Thema (leicht OT),
viele Grüße
Mila
Lieber Klaus,
ZitatMensch Peter,
Du bist doch so´n Testfreak das wär doch was, da kannst Du gleich die Methode mittesten! Grinsend
Eisprung, Euer Ehren!
Die Schwierigkeit ist Folgende: Ich muss ja - um kostenneutral zu bleiben - immer dafür Sorge tragen, dass ich meine "Testgeräte" auch wieder verkauft bekomme. Da habe ich in diesem Fall so meine Zweifel - oder hättest Du vielleicht anschließend Verwendung?
Herzliche Grüße
Peter
Ja und überhaupt,
ist der Test bestanden, wenn man mit Ovuloskop schwanger wird, oder wenn man damit erfolgreich unschwanger bleibt?
Das ist doch nicht einfach ein Mikroskop - das ist Magie!
Ach, macht das unter Euch aus...
Florian
Lieber Peter,
das ist Sprach-Virtuosität in höchster Vollendung:
ZitatEisprung, Euer Ehren!
Kommt gleich nach Mila´s Assi
Milation !
Ja aber ob ich deswegen anfange Cervixschleim zu produzieren? ;D ??? ;D Ich glaube nicht!
Nimm einen Kredit auf bei der Bildungsministerin oder beim Gesundheitsminister, der ist noch jung und wissbegierig!
Zitat von: Florian Stellmacher in November 17, 2009, 20:28:40 NACHMITTAGS
ist der Test bestanden, wenn man mit Ovuloskop schwanger wird
für die Apotheke schon, denn es wurde erfolgreich ein neuer potentieller Kunde generiert, den man in jungen Jahren mit Traubenzuckergaben hegt und pflegt, bis er zum Diabetiker ausreift... :-X
@ Klaus: BITTE TU DAS NICHT :o
Zitat@ Klaus: BITTE TU DAS NICHT
Ich hab mirs gerade nochmal überlegt liebe Mila: dann müsste
ich ja plötzlich diese dubiose Methode anwenden das wird s
O nie go ;D
Und wenns schief geht, dann muss ich bei Dir die von Dir angebotenen Artikel kaufen nöööö
Der Peter soll den Kredit beantragen! Und das ausgetestete "Murxkroskop" auf Ibä mit Zertifikat weiterverkaufen.
ZitatIch verkaufe dann auch passend Babynahrung, Schnuller, Sauger, Antischreizahnkriegkügelchen etc.
Aber das bessere Geschäft sind doch sicher die Ovulationshemmer. Eine Packung kostet ca. 30€, das sind 360€ im Jahr,
multipliziert mit der Zahl der Frauen in gebärfähigem Alter...
Da rettet auch der völlig überhöhte Preis des Mikroskops nichts mehr. Das Taschenmikroskop, das gelegentlich von Lidl
angeboten wird, tut's nämlich genauso.
Für den Preis würde ich wenigstens einen Mitbeobachtertubus erwarten, damit das Paar gemeinsam ihren Speichel betrachten
kann. Wäre das nicht romantisch?
Und vieleicht entdecken sie dadurch ja ihr Interesse für die Mikroskopie?
ZitatFür den Preis würde ich wenigstens einen Mitbeobachtertubus erwarten, damit das Paar gemeinsam ihren Speichel betrachten
kann. Wäre das nicht romantisch?
Also gemeinsames Mikroskopieren als sicheres Verhütungsmittel? ;DDas wäre der Verkaufsschlager für die Mikroskophersteller!
Natürlich müsste man einen kleinen Hinweis in der Gebrauchsanleitung unterbringen: Anstatt
Aber dann: Mikroskop auf Rezept; Vertrieb über die Apotheken (Mila bereite Dich schon mal darauf vor ein Servicenetz aufzubauen :-* Ich würde mich als Dein Assi anbieten - dann könnten wir Assi
Milieren)
Vorher alle Hipp- Mölny-Aktien verkaufen! Die Mikroskopischen Gesellschaften würden zu Aktiengesellschaften mutieren. Der Mikrokosmos würde in 5 Sprachen rauskommen -- Wahnsinn: Robert Du bist ein Genie! ;)
Zitat von: Robert Götz in November 18, 2009, 13:01:03 NACHMITTAGS
Aber das bessere Geschäft sind doch sicher die Ovulationshemmer. Eine Packung kostet ca. 30€, das sind 360€ im Jahr,
multipliziert mit der Zahl der Frauen in gebärfähigem Alter...
Das stimmt leider nicht so ganz: z.B. Femigyne 6x21 gibt es für 26,49 Euro (VK), also im Jahr sind das 52,98 Euronen...
und da wir bei verschreibungspflichtigen Arzneimittel auf den EK nur 3% plus 8,10 Euro aufschlagen, ist der Verdienst nicht so prickelnd.
Viele Grüße
Mila
Hallo,
wirklich ein kurioser Link. Als ursprünglicher Rheinländer würde ich sagen: "Totaler Quatsch, gut für ne Fastelowendrede in de Bütt, vollllkommener Kappes (mit stimmhaftem "ellllll")."
Doch jetzt einige Anmerkungen im Ernst:
Die Zielgruppe für diese Offerte stelllen nur (!) Paare mit Kinderwunsch dar. Zur Empfängnisverhütung wird dieses "Mikro-Set" nicht angeboten. Wäre auch viel zu teuer, da Regressansprüche wegen ungewollter Schwangerschaften astronomisch hoch sein dürften.
Tatsächlich verändert der Cervix-Schleim kurz vor dem Eisprung, also ungefähr in der Zyklusmitte seine Konsistenz. Er wird dünnflüssig und ähnelt normalem Speichel. Dies kann jede Frau auch ohne solch ein "Mikroskop" einfach feststellen, wenn sie sich einen Tropfen Cervixschleim "angelt", diesen zwischen zwei Fingerspitzen nimmt und dann auseinanderzieht. Wenn der Schleim einen langen Faden bildet (ähnlich wie "Spucke"), ist die Frau empfängnisbereit. Man spricht hier von der "Spinnbarkeit" des Cervix-Schleims. In dieser Konsistenz kristallisiert der Cervixschleim auf einem Objektträger so aus, dass er wie Farnkraut aussieht (Farnkraut-Phänomen). M.W. ist dieser Farnkraut-Test aber nicht wesentlich zuverlässiger als der Test auf Spinnbarkeit, der ja "makroskopisch" mit den bloßen Augen durchgeführt werden kann.
Außerhalb dieser Phase ist der Cervix-Schleim zäher und bröckliger, so dass Spermien den Cervixkanal nicht gut durchdringen können.
Der Speichel kann m.W. bei einer Frau die Viskositätsveränderungen in etwa "mitmachen", aber abgeschwächt und weniger zuverlässig. Daher sollte "man" bzw. "frau" vorzugsweise den Cervix-Schleim heranziehen, egal, ob mit "Mikroskop" oder ohne. Anmerkung: Auch Speichel von völlig gesunden und normal ausgelegten Männern kann wunderschöne Farnkraut-Kristalle ausbilden (klappt auch bei meinem eigenen Speichel, und zwar immer, ohne "Zyklus-Schwankungen"...).
Bei Kinderwunsch empfehle ich als Arzt meinen Patienten/innen, etwa 4-5 Tage vor bis 4-5 Tage nach der Zyklusmitte mehrere "Bestellungen" aufzugeben (wenn´s nicht zu "anstrengend" ist). Da die Spermnien ja 2-3 Tage vital bleiben, wird die Frau so durchgehend mit Spermien "versorgt", dies auch ohne ein "Ovulationsmikroskop".
Bei trotzdem ausbleibendem Kindersegen wird auch das "Ovulations-Mikroskop" nicht weiterhelfen, sondern eine weitergehende Diagnostik (bildgebend eine vaginale Sonografie zur Überprüfung, ob ein Eisprung überhaupt stattfindet und ein Spermiogramm zur Gegenprüfung der anderen "Voraussetzung" , letzteres mit einem "richtigen" Mikroskop).
Idee für den Hersteller: Weiterentwicklung zu einem Reisemikroskop für den modernen "Casanova", vielleicht noch gegen Aufpreis mit Färbeset (Professional-Version...). Dann könnte "man" hiermit bei "hwG" vor weiteren Aktivitäten Untersuchungen auf Filzläuse, Lamblien, Trichomonaden, Gonokokken, Spirochäten etc. durchführen. HIV-Viren werden aber leider trotzdem unsichtbar bleiben, was auf dem Beipackzettel erwähnt werden sollte. Oder man legt noch eine Batterie dazu zwecks Aufrüstung zur "Elektronenmikroskopie".
Viele kurzweilige Mikro-Grüße
Jörg Piper
ZitatHIV-Viren werden aber leider trotzdem unsichtbar bleiben, was auf dem Beipackzettel erwähnt werden sollte.
Sicher aber auch eine lösbare Aufgabe. Man muss nur die richtigen Wissenschaftler mit der Entwicklung beauftragen. Ich kenne da Forscher, die bereits mit dem Lichtmikroskop gerade HIV-Viren auf's Prächtigste zur Darstellung bringen. Von dort dürfte es nur noch ein kleiner Entwicklungsschritt bis zum handlichen "SaferGV-scope" sein. Vermutlich mit besserem wirtschaftlichen Erfolg als bei der Vermarktung von Pferdemistpressen ;D
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Jörg,
danke für den wirklich kurzweiligen Bericht. Als Rheinländerin jefällt mir dat natürlisch besonders juut ;)
und vielleicht sollten mein Assi und ich den Quatsch doch in der Karnevalszeit in der Apo vetreiben..., genau wegen dieser Idee:
Zitat von: Piper in November 18, 2009, 23:53:10 NACHMITTAGS
Idee für den Hersteller: Weiterentwicklung zu einem Reisemikroskop für den modernen "Casanova"
Es gäbe mit Sicherheit Abnehmer ;D
Ne schöne Jruuß
Mila
@ Peter: ein kleiner Zusatzverkauf würde es schon zum safer-scope-Gerät aufrüsten, zur Not als Staubschutzhülle verwendbar... ;) :-X
ZitatDann könnte "man" hiermit bei "hwG" vor weiteren Aktivitäten Untersuchungen auf Filzläuse, Lamblien, Trichomonaden, Gonokokken, Spirochäten etc. durchführen. HIV-Viren werden aber leider trotzdem unsichtbar bleiben, was auf dem Beipackzettel erwähnt werde
Lamblien hätte ich eher im Magen-Darm-Bereich vermutet. Aber man lernt nicht aus.
Für Gonokokken und Spirochäten dürfte die 50fache Vergrößerung etwas knapp sein. Für Trichomonaden wäre vielleicht ein
Phasenkontrastzusatz zu erwägen, da sie durch die Färbung getötet werden und man sie lebend besser erkennen kann.
Aber für (zukünftige) Eltern ist die Anschaffung auch insofern erwägenswert, als sie dann gleich ein Mikroskop haben, das sie dem
Nachwuchs schenken können, wenn er später mal den Wunsch danach äußert.
Möglicherweise wird es mal einen hohen Sammlerwert haben, da es sicher schnell wieder vom Markt verschwindet. Also kaufen und
in der ungeöffneten Originalverpackung lassen.
Gruß
Robert
ZitatMöglicherweise wird es mal einen hohen Sammlerwert haben, da es sicher schnell wieder vom Markt verschwindet. Also kaufen und
in der ungeöffneten Originalverpackung lassen.
Ach, ich weiss nicht - es gibt ja so so viele Kuriostäten im (para)medizinischen Bereich...wer Lust hat, kann ja mal nach Lunette googeln ( da aber völlig OT, zu diesem Produkt bitte hier keine weiteren Kommentare ;) )
Herzliche Grüße
Peter