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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Kurt Wirz in Juli 07, 2020, 16:06:40 NACHMITTAGS

Titel: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 07, 2020, 16:06:40 NACHMITTAGS
Etwas Raubfliege

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/278874_43527150.jpg)
http://files.homepagemodules.de/b649264/f7t3686p27971n2_tJTfUcLY.jpg

Kamera: Nikon D810
Objektiv: Rodenstock APO Rodagon N 1:2.8, f = 50mm (in retro)
Belichtungszeit: Blitz
Blende: 3.4
ISO: 64
Beleuchtung: 4 Blitzgeräte
Diffusor: Weisser Plastik-Trinkbecher
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): RAW
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe): 5, 5
Stativ: Reprostand
Artenname: vermutlich Leptarthrus brevirostris
Multishot-Technik: Stack
Stacking Software / - Methode: Zerene Stacker / PMax
Abbildungsmassstab: 5:1
Anzahl Stackschritte: 359
Durchschnittliche Stackschrittgrösse (mm) mit Cognisys StackShot: 0.012

Kurt
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Rawfoto in Juli 07, 2020, 16:30:24 NACHMITTAGS
Hallo Kurt

Du dürftest ja gerade eine gute Motivausbeute in Deiner Gegend haben, beachtliche Bilder :)

Wenn ich so lese das du hunderte Aufnahmen mit den Blitzen in Serie machst würde mich eines interessieren - wie machst du das mit der Abwärme der Blitzröhren?!?
Ich habe am Wochenende auch gestackt, mit 5 Broncolor Blitzköpfen und 2 Generatoren im Studio. Die Lüftungen führen ganz beachtlich Abwärme in den Raum zurück. Jetzt hast Du ja nicht die Luftabfuhr-Möglichkeit bei den Kompakt-Blitzköpfen. Wie machst Du das dann?

Bei der Lichtmenge - Apo Rodagon D 75mm bei F=4 und 5:1 - haben wir uns nicht so unterschieden, gut, ich hatte ISO 50 - ist zu den 64 von Dir aber auch nur ein drittel Lichtwert, den hast Du aber wieder beim größeren Maßstab verspielt (auch wenn Du nicht so weit abgeblendet hast).

Rätselnde Grüße

Gerhard
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 07, 2020, 22:24:45 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard

Bei diesem Bild blitzen die vier YONGNUO YN560-II mit 1/128 Leistung, mit dieser Leistung könnten es sogar über 1000 Blitze sein, die Blitzgeräte werden dabei handwarm.
Auch bei 1/32 Leistung ist die Erwärmung nach 500 Bildern ebenfalls kein Problem!

Kurt
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Horst Jux in Juli 07, 2020, 22:42:30 NACHMITTAGS
Moin Kurt,
zur Artbestimmung solltest du mal Danny Wolff http://www.asilidae.de/ (http://www.asilidae.de/) anschreiben.
ich kann die leider nicht sagen in welchen Foren Danny aktiv Bestimmungen macht.
Aber er dokumentiert und kartiert Asilidae.
MfG,
Horst

Nachtrag: Bei FB hat Danny Wolff eine eigene Gruppe: Raubfliegen Mitteleuropas (Asilidae)
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Rawfoto in Juli 08, 2020, 08:45:46 VORMITTAG
Danke Kurt

Verstanden .-)

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 08, 2020, 10:26:06 VORMITTAG
Hallo Horst

Zur richtigen Artbestimmung wären mehrere Tiere beider Geschlechter notwendig und müssten, damit die Bestimmung wirklich stimmt, vom gleichen Gelege stammen.
Zu den Raubfliegen zählen mehrere Gattungen die jeweils in mehrere Arten unterteilt sind.
Sehr oft ist vor allem bei bekannten Arten die Bestimmung falsch.
Ein ernsthafter Systematiker investiert nicht mehrere Jahre in die Bestimmung einer Art und veröffentlich dann sein Ergebnis, wenn kurz danach ein "hobby" Systematiker, nach Einhaltung der Regeln zur Veröffentlichung, die Art anders bestimmt.
Gute Systematiker sind deshalb oft bei Tieren am Werk, die nicht so bekannt sind und sich deshalb kein anderer "Systematiker" einmischt.

Z.B. ist das Chaos bei bekannten Fischarten gross, als Beispiel der Dreistachlige Stichling, zurzeit Gasterosteus aculeatus, er besitzt viele Synonyme.
Siehe:
https://www.fishbase.org/Nomenclature/SynonymsList.php?ID=2420&SynCode=30039&GenusName=Gasterosteus&SpeciesName=aculeatus
Der jetzt gebräuchliche Name Gasterosteus aculeatus stammt von Linné aus dem Jahre 1758! Ob das noch stimmt?
Ich bin so anmassend und nehme an, dass es bei Insekten etwa gleich ist.

Selbst bei Menschen, ist der Geschlechtsname oft nicht richtig, da die Vaterschaft oft unbekannt oder das Kind ausserehelich zu Stande kam.
Bei mir ist der Zeuger meines Grossvaters ein Herr Tait, da unverheiratet wurde der Name meine Urgrossmutter übernommen und somit tragen alle Nachkommen eigentlich den falschen Namen.
Diese Situation ist in unserer Gesellschaft keine seltene "Ausnahme"  :)

Ich habe deshalb bei " Artenname: vermutlich Leptarthrus brevirostris" geschrieben, denn es war mir zu mühsam den gebräuchlichen Namen zu suchen, der dann vermutlich sowieso falsch ist.
Der jetzt gebräuchliche lateinische Name von Johann Wilhelm Meigen stammt aus dem Jahre 1804.
Ich habe da meine Zweifel, ob dieser nach jetzt geltenden Regeln der Systematik noch zutreffend ist.

Also was solls?
Ich winde mich in Unschuld :)

Kurt
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: bernd552 in Juli 08, 2020, 11:14:16 VORMITTAG
Hallo Kurt,

ich finde das Bild und die Technik absolut beeindruckend!

Wenn wir schon bei Technik sind, eine Frage.
Wie lange läuft die Aufnahmezeit inc. Vorschub und evtl. Wartezeit bei deinen 360 Schritten?

Der Hintergrund der Frage wäre für mich um abzuschätzen, ob es technisch sinnvoll realiesierbar wäre, automatisch eine Aufnahmereihe in 2,5 D (in einer horizontalen Halbkreisbahn um das Obvjekt) mit ca. 160 Bildern in ca. 2K durchzuführen? Mit Kamera oder Video und dann noch automatisch stacken (ähnlich wie das Hirox-Mikroskop)?
Solch eine Bildsequenz würde ich nämlich brauchen, um ein Habparallax-Hologramm zu erstellen.

LG
Bernd
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 08, 2020, 12:19:59 NACHMITTAGS
Hallo Bernd

Je nachdem wie schnell ich stacken muss, z.B. bei welkenden Pflanzen, dauert der Abstand von Bild zu Bild 0.7 – 3 Sekunden.
Hier beim gezeigten Bild, war das Objekt tot und still, ich stackte somit langsam (weniger Erschütterungen durch die Spiegelreflex Kamera). Für die 359 Aufnahmen benötigte es 12 Minuten und 17 Sekunden, also von Bild zu Bild 2 Sekunden.
Je nach Vergrösserung, Auflösung und benötigtem Licht sind die Intervalle ebenfalls unterschiedlich.
Übersteigt das Auflösungsvermögen der Kamera die Optik, kann schneller gestackt werden. Erschütterungen reduzieren die Auflösung nicht so stark, wie wenn das Objektiv höher auflöst wie die Kamera, dies ist auch vom Abbildungsmassstab abhängig..
Wird sehr viel Licht und viele Aufnahmen benötigt, dann limitieren die Blitzgeräte (Aufladezeit) die Zeit zwischen den Aufnahmen.
Probieren geht über studieren, die Praxis zeigt beim verwendeten Setup was machbar ist.

Kurt
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: bernd552 in Juli 08, 2020, 15:01:23 NACHMITTAGS
Hallo Kurt,

.... 2 Sekunden sind schon eine Ansage, das müßte ich für meine Anwendung 32 Std. lang aufnehmen  >:(.

Gibt es denn für Hobyisten praktikable, technische Möglichkeiten per Video oder Lichtfeldkamera mit synchronisierten Stroboskoplampen die Aufnahmezeit zu deutlich zu verkürzen?

Zitat von: Kurt Wirz in Juli 08, 2020, 12:19:59 NACHMITTAGS
Probieren geht über studieren, die Praxis zeigt beim verwendeten Setup was machbar ist.

Ja, so bin ich auch gestrikt aber in diesem Falle wäre das Probieren, ohne vorher die Machbarkeit zu prüfen (das Thema ist Neuland für mich) von der Geld- und Zeitinvestition ein unvernünftiges Unterfangen :)

LG
Bernd
Titel: Re: Leptarthrus brevirostris?
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 08, 2020, 17:38:59 NACHMITTAGS
Hallo Bernd

Mit Stroboskopblitzen habe ich mich auch schon beschäftig, sogar mit einem richtig fetten Teil.
Die Lichtausbeute ist erstaunlich gering, da lediglich der Effekt für das Auge taugen muss (z.B. Disco oder Drehzahlmessung) und nicht für eine Chipbelichtung.

Kurt