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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: mm4882 in November 24, 2009, 10:56:06 VORMITTAG

Titel: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: mm4882 in November 24, 2009, 10:56:06 VORMITTAG
Hallo,

ich möchte/mache Kotprobenanalysen (Flotation/Nativ) für meine Reptilien selber. Da ich derzeit nur mit Wattestäbchen, Objektträger/Deckgläser arbeite (hab erst angefangen), möchte ich wissen, was ich mir da so als quasi "Anfängerbasis" zulegen soll. Leider habe ich bezüglich nachstehender Fragen bis dato noch keine Antworten anderswo bekommen, weshalb ich mich mal hier zu Wort melde!

Habe bei http://www.biologie-bedarf.de einen Versand gefunden, der ziemlich viel hat.

Zu Nativ/Flotation möchte ich später noch Gramm Färbung (Bakterien) und Karbolfuchsin bzw. mod. Ziehl-Neelsonfärbung (für Kryptosporidien und Kokzidien) machen. Die fafür benötigten Chemikalien kenne ich. Gesättigte Flotationslösung stelle ich selber aus NaCl und Wasser her. Möchte ev. später auch noch die gesättigte Zuckerlösung probieren. Zinksulfat möchte ich eher nicht - bekommt man auch seltener.

Für die Grundausstattung dachte ich mir zB

Reagenzglas 100x16
Reagenzglasgestell
Reagenzglasbürste
Glastrichter
Rundfilterpapier (mittelschnell, für alle Standardfiltrationen, MN 615 (entspricht SßS 595))
Messpipette
Doppelspachtel
Tropfflasche 30/50/100
Sprühflasche 100/500/1000
Salbenkruke 30 ml
Rührstab Glas 4 mm
Fließpapier (Filterpapier-Bogenware S&S Nr. 0858)
Immersionsöl
Impföse
Pipettenball
Pipette
Petrischale 4 cm
Methylenblau Löffler
Fuchsin
Klingen
Skalpelhalter

Würde mich über Vorschläge sehr freuen damit ich nichts vergesse, oder unnötiges kaufe.

Ad Rundfilter - eignet der sich überhaupt so um (Wurm)eier zu sehen (also nicht zu feinpoorig)?

Ist Fuchsin als Alternative für Karbolfuchsin auch verwendbar (Kryptosporidienoozystenfärbung - einfach oder als modifizierte Ziehl-Neelson Färbung)?

LG

Martin
Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: Dieter Stoffels in November 24, 2009, 12:37:14 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

da Du dich mit koproskopischen Untersuchungen beschäftigen möchtest, würde ich Dir gerne folgendes Buch empfehlen:

D. Thienpont, F. Rochette, O.F.J. Vanparijs: Diagnose von Helminthosen durch koproskopische Untersuchungen; Jansen Research Foundation Beerse Belgie.

Dieses Buch ist leider nur noch im Antiquariat zu erwerben (probiere es auch bei Wörtzel). Das Buch führt grundlegend in die koproskopischen Untersuchungsmethoden ein, zeigt, welche Gerätschaften nötig sind und stellt viele Beispiele pathogener Helminthen dar.

Viele Spaß bei Deinen Untersuchungen!

Dieter
Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: Günter in November 24, 2009, 15:25:04 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

bei kleinen Wiederkäuern mache ich gelegentlich auch Kotuntersuchungen auf Helmintheneier (idR Flotation, evt. kombiniert mit Sedimentation).
Neben div. umgewidmeten Küchenutensilien sind eigentlich nur Reagenzgläser nötig. Größe habe ich nicht parat, vermutlich 200 mm lang.
Reagenzglashalter kann man anfangs auch durch einen Pappkarton mit Löchern ersetzen.
Zum Sieben der Suspension nehme ich einen Teesieb (Edelstahl wegen der Salzlösung !). Papierfilter ist sicherlich für die gesuchten Eier nicht durchlässig.
Färbungen mache ich keine, wird in Tierarztpraxis oder Labor wohl auch eher seltener durchgeführt.
Für die weitere Materialliste muß erstmal klar sein, mit welcher der vielen möglichen Methoden Du arbeiten willst.
Fang doch erstmal mit "Bordmitteln" an

Zum Einstieg noch ein paar links. Die Methoden lassen sich sicherlich auch auf Reptilien übertragen.

http://cal.vet.upenn.edu/projects/dxendopar/index.html#fecal
http://www.fao.org/ag/againfo/resources/documents/Parasitology/EggID/EggID.htm
http://www.fli.bund.de/835.html

Grüße
Günter
Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: mm4882 in November 24, 2009, 18:01:20 NACHMITTAGS
Hallo,

@Günter: Danke für die zusätzlichen Links. Über das Verfahren an sich weiß ich bescheid. Für Reptilien kommt nur Nativ und Flotation in Frage - so machen es auch alle bekannten Labore (Laboklink, Exomed,...). Literatur diesbezüglich (Pantchev: Parasiten bei Schlangen, Echsen und Schildkröten;Mutschmann: Erkrankung von Schlangen) habe ich bereits. Dort sind auch gute Bilder von den Eiern, Trophozoiten, Würmern etc.

Reagenzglashalter würde ich mir aus Holzresten basteln (Gestell und Löcher bohren). Mir war nicht bekannt, was ich für Filterpapier bzw. was ich als Filter nehmen kann. Danke für den Tip.

Die Färbemethoden sind mir bekannt - und wurden mir von einem Prof. der dies macht auch gezeigt.

Impföse kann ich mir mit der Methode Deckplatte auf Reagenzglas sparen. Die Filterpapiere kann ich somit auch weg lassen.

Brauche ich sonst ev was, was ich auf der Liste nicht habe!? Wie gesagt, derzeit mache ich es mit IKEA Kerzenschale (als Petrischale), Wattestäbchen zum auftragen auf den Objektträger. Den Kot muss ich leider noch mit Löffel nehmen, da möchte ich so eine Doppelspachtel nehmen, da einfacher und man kann besser dosieren.

LG

Martin
Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: Wolfram Weisshuhn in November 24, 2009, 20:03:20 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

ich möchte fragen, ob die in diesem Beitrag dargestellte Thematik noch etwas mit den Inhalten eines Mikroskopie Forums (im weitesten Sinne) gemeinsam hat.

Ich sehe den inneren Bezug bisher nicht. Eine Frage an die Moderatoren.

mfG

Wolfram Weisshuhn
Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: Peter V. in November 24, 2009, 22:50:25 NACHMITTAGS
Hallo Herr Weisshuhn,

bitte nicht böse sein, aber ich erlaube mir mal eine Gegenfrage: Warum sollte gerade dieses Thema NICHTS mit einem Mikorksopie-Forum ( im weitesten Sinne )  zu tun haben?

Es geht hier um die Mikroskopie von Kotproben und deren Vorbereitung. Ich sehe rein sachlich keinen Unterschied zur Vorbereitung von Tümpel- oder botanischen Proben zur Mikroskopie. Hier wird ja auch über Färbungen, hierzu benötigte Gerätschaften und deren Beschaffung diskutiert.

Kotprobenmikroskopie mag zwar manchem "anrüchig" erscheinen, ist aber keineswegs unanständig, sondern eben auch ein Teilaspekt des weiten Feldes der Mikroskopie ( und in der Veterinärmedizin gängig ).

Der Eine mikroskopiert Pflanzenschnitte, der Andere eben Kotproben.

Von "OT" sind wir nach meinem Dafürhalten hier meilenweit entfernt, auch, wenn das Thema nicht viele von uns "anspricht".

Herzliche Grüße
Peter Voigt


Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: Günter in November 24, 2009, 23:49:43 NACHMITTAGS
Hallo Herr Weisshuhn,

da hoffe ich doch wirklich, Sie überzeugen zu können, daß dieses Thema nicht off-topic ist. Wenn Sie zB über mich    (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=290.0) nachschauen, dann sehen Sie, daß man in der Koprologie als Hilfsmittel das Mikroskop benutzt und davon ausgehend sich weitere Interessen an der Mikroskopie entwickeln. (Die Bilder dort sind qualitativ schlecht, das ist mir mittlerweile sehr bewußt).
Im Beitrag hier geht es zunächst halt nur um die Technik der Probenaufbereitung, damit anschließend mikroskopiert werden kann.

Am liebsten würde ich dieses Thema öffentlich weiterdiskutieren, denn es ist nicht die erste Frage dieser Art im Forum, und über die Suchfunktion können andere Interessierte dies nachlesen.
Falls unerwünscht könnten die Fragen natürlich über PN geklärt werden.

Hallo Martin,

Doppelspatel benötige ich nicht, Kaffelöffel und Kuchengabel (zum zerdrücken, vermischen mit der Flotationsflüssigkeit reicht mir)
Mengenmessung mache ich mittlerweile über digitale Briefwaage, zB. 3 g Kot löse ich in 20 ml Flotationsflüssigkeit auf.
Anfangs hatte ich mit einen Meßzylinder gearbeitet, zB 20 ml Flüssigkeit eingefüllt und Kot zugegeben bis 23 ml erreicht wurden.
Hauptsache man hält immer eine gleiche Vorgehensweise ein, dann sind die Ergebnisse untereinander vergleichbar.
Für mich als Anfänger sehr wichtig fand ich die Größenmessung der gefundenen Eier, denn nur damit erscheint mir eine Bestimmung möglich. Daher habe ich mir Meßokular und als preiswerte Alternative für Objektmikrometer eine Zählkammer beschafft.

Wenn Du aus der Literatur die Abmessungen der Eier hast, weist Du auch die min. Maschenweite der Filter/Siebe.
Als Trichter nutze ich einen einfachen kleinen Haushalts-Plastiktrichter.
Einfache Pipette, bzw. besser noch leeres Arzneimittelfläschen mit Pipette (für zB Nasentropfen) finde ich gut, um bei der Flotationsmethode tropfenweise einen "Berg"  Flüssigkeit auf das Reagenzglas zu "häufen", auf den man dann das Deckglas legt.
Andere Methode: Impföse. Oder auch Glasstab wurde in Anleitungen genannt, auf die Oberläche der Flüssigkeit tupfen und den anhängenden Tropfen auf den Objektträger überführen. Statt Glasstab geht versuchsweise auch zB das Ende eines gerundeten und lackierten Bleistiftes. Bei Wattestäbchen wäre ich mir nicht sicher, was wird übertragen, was bleibt in der Watte hängen.

Grüße
Günter
Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: Wolfram Weisshuhn in November 25, 2009, 09:21:19 VORMITTAG
Hallo Peter Voigt,

da war bis Beitrag #3 von Mikroskopie keine Rede. Deshalb meine kritische Frage. Die Anrüchigkeit stört mich nicht. Erst mit ihrem Beitrag tauchte erstmalig der Begriff "Mikroskop" auf.

herzliche Grüße

Wolfram Weisshuhn
Titel: Re: Grundausrüstung an Laborbedarf für Kotprobenanalyse
Beitrag von: Fahrenheit in November 25, 2009, 10:07:39 VORMITTAG
Liebe Reptilienhalter,

auch ich verfolge den Thread als Halter eines Jemenchamaeleons aufmerksam. Die vierteljährlichen Kotuntersuchungen kosten zwar nicht die Welt, aber rein aus Interesse würde ich es auch schon mal selbst probieren wollen.

Ich würde mich später also auch über entsprechende Erfahrungsberichte und Befundphotos freuen.

Und wenn ich so an die Hinterlassenschaften unseres "Yesil" denke: bei der Zusammenstellung der Ausrüstung die Nasenklammer nicht vergessen.  ;D

Herzliche Grüße
Jörg