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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: D.Mon in November 22, 2020, 23:31:34 NACHMITTAGS

Titel: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: D.Mon in November 22, 2020, 23:31:34 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

aufgrund einer Erläuterung von Michael Plewka (nochmal Danke dafür) wurde mir klar: Es ist nicht gut, dass der Mensch keine Eppendorf-Pipette hat.
Ich hatte Glück und konnte gleich vier davon zu einem unschlagbaren Preis (< 15 Euro inkl. Versand) in der Bucht erstehen.
Es stellte sich heraus, dass nur drei davon von Eppendorf sind, aber egal.

Jedenfalls habe ich zur richtigen Benutzung einige Fragen, und zwar geht es um die Spitzen.
Bestimmt haben viele von Euch mit solchen Pipetten schon gearbeitet.
Ich habe mir einiges zusammengereimt und ich wollte wissen, ob ich richtig liege.
Hier zuerst mal ein Bild:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/288439_36849274.jpg)

Bei der ganz rechts ist die Marke Brand aufgedruckt.
Sie ist einstellbar von 100 bis 1.000 µl und für mikroskopische Zwecke wohl eher ungeeignet.
Sie wird mir trotzdem gute Dienste tun, beispielsweise beim Abmessen von Pflanzendünger, Schädlingsmitteln etc.
Es sieht mir so aus, als müsste da eigentlich noch eine Spitze drauf.
Wie seht Ihr das?

Die beiden mittleren scheinen mir so wie sie sind einsatzfertig zu sein.
Ist das so?
Es sieht außerdem so aus, als könne man die grauen Kunststoffspitzen entfernen.
Die haben auch so abgeflachte Seiten.
Abschrauben ging mit normalem Kraftaufwand aber nicht.
Die gesamten unteren Hälften der Pipetten (auf dem Bild nicht sichtbar) lassen sich von den Griffen abschrauben, aber auch so konnte ich das nicht weiter zerlegen.
Die rechte der beiden ist übrigens für 500 µl, die linke ist einstellbar von ~ 100 bis 1.000 µl.

Die ganz linke scheint mir auch einsatzbereit sein.
Die ist wohl die beste fürs Mikroskopieren, weil sie nämlich nur 50 µl fasst.
Mit etwas Geschick kann man auch nur die Hälfte aufnehmen.
Ich verwende sie mit einer Spitze, die ich mir aus einer abgeschnittenen Plastikpipette selbst angefertigt habe.
Funktioniert im Augenblick wunderbar, ist aber fürs Abpipettieren von Mikroorganismen unter dem Stemi (das ich noch nicht habe) vermutlich auch nicht perfekt.
Was würdet Ihr mir da empfehlen, um möglichst präzise arbeiten zu können?

Danke im Voraus und schöne Grüße
Martin
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: treinisch in November 23, 2020, 09:56:26 VORMITTAG
Hallo Martin,

für alle diese Pipetten benötigst Du geeignete Plastikspitzen. Die sind nach Volumenbereich "genormt" d.h. soweit ich weiß kompatibel. Die für die 1000er kenne ich in blau.

Pass auf, dass Du keine sterilen kaufst, die sind sehr viel teurer.

Könntest Du die Erläuterung von Michael mit uns teilen?

Herzliche Grüße

Timm
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Werner in November 23, 2020, 10:43:10 VORMITTAG
...Und die 100-µl-Spitzen sind gelb (oder weiß, wenn sie besonders kontaminationsarm sein müssen).
Gibts alle meistens bei ebay.

Diese Art Pipetten benötigen eine zeitweise Wartung:

Der Kolben muß dicht schließen, sonst kann es Volumenfehler geben. Bei Neupipetten war ein Döschen Weiße Vaseline beigegeben, mit der der Kolben zeitweise gefettet werden sollte.
Vielleicht kann man eine Beschreibung bei Eppendorf oder Brand runterladen.

Gruß - Werner
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Flagellate in November 23, 2020, 11:42:18 VORMITTAG
Hallo Martin,
offenbar sind deine Pipetten schon recht alt, was natürlich nicht heißt, dass sie schlecht sind. Die drei linken bei dir auf dem Bild irritieren mich etwas, da die Spitzenaufnahme nicht rund ist. Bei neueren Modellen ist diese, wie bei dir die rechten, rund (habe ich so noch nie gesehen). Kannst du mal ein Bild der kompletten Pipetten posten? Würde mich mal interessieren, was das genau für welche sind.

Was die Spitzen angeht gibt es ein paar einfache "Normen":
0,5-10 µl Spitzen sind weiß
10-100 µl Spitzen sind gelb
100-1000 µl Spitzen sind blau

Es gibt auch noch Zwischengrößen, also beispielsweise Spitzen die von 1-100 µl oder von 10-200 µl gehen usw... Hier ist die Farbcodierung nicht mehr so eindeutig.
Normalerweise passen die Spitzen aller Hersteller auf alle Pipetten. Allerdings passen nicht alle gleich gut, was überwiegende den Spitzenabwurf beeinflusst. Es kann beispielsweise sein, dass die Spitzen nur dann ordentlich sitzen, wenn sie so fest sitzen, dass du sie über den Abwurf nicht mehr lösen kannst. Ob dies bei dir der Fall ist, kann ich nicht sagen. Brand und Eppendorf sind gute und bekannte Hersteller. Ich denke nicht, dass es hier Probleme gibt.

Was die Wartung/Kallibrierung angeht, hier gibt es Unterschiede bei den Herstellern. Einige muss du offiziell einschicken (Gilson beispielsweise). Viele lassen sich aber auch selbst zerlegen und dann Warten. Normalerweise liegt den Pipetten dafür eine Art Schraubschlüssel bei. Die lassen sich aber meist auch ohne zerlegn. Muss man mal gucken. Dies ist in der Tat sehr wichtig! Neben dem Fetten, was Werner bereits erwähnte ist die Kallibrierung wichtig!
Um zu testen ob deine Pipetten gut eingestellt sind, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du pipettierst beispielsweise bei der 1000er 1 ml dest. Wasser auf eine Waage. Da 1 ml Wasser 1 g wiegt, kannst du es darüber testen. Alternativ kannst du auch ein kleines Gefäß mit Skalar nutzen, die aber natürlich stimmen muss. 

Was die Preise für die Spitzen angeht, musst du aufpassen!
Üblicherweise ist die VE 500-1000 Stück pro Tüte (Abhängig von der Spitzengröße). Preislich bewegen sie sich zwischen 10-30 €. Alles andere ist Wucher (ich klammere hier bewusst teure Spitzen aus, die eh nicht in Frage kommen)!

Ohne viel Suchaufwand hier ein faires Angebot:
https://www.ebay.de/itm/Eppendorf-Pipettenspitzen-tips/233418032332?hash=item3658cc84cc:g:K9QAAOSwQ59ZZfk7

Sterile Spitzen brauchst du nicht. Diese werden aber in der Regel auch nur in Boxen (96 Spitzen pro Box) verkauft. Wie Timm schon schrieb, sind diese recht teuer.

Grüße,
Tobias
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Reinhard in November 23, 2020, 12:37:18 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

ich weiß nicht, mit welchen Volumina Du bevorzugt arbeiten willst, aber ich denke, da kommt es nicht auf 1 Stelle hinter dem Komma an.
Deine Pipetten scheinen nicht mehr so neu zu sein und die grauen Zylinder im unteren Teil sind mir völlig unbekannt.
Warum nimmst Du nicht einfach eine variable Pipette, wie diese:

https://www.ebay.de/itm/Einstellbare-Mikropipette-mit-manuellem-Volumen-20-200ul-fur-medizinische/392748036584?hash=item5b719b71e8:g:BhYAAOSwgqZd51jM

Die gibt es zum gleichen Preis auch in anderen Volumenbereichen. Wenn Du da die richtige Auswahl triffst, brauchst Du nur eine Spitzengröße und musst nur noch das jeweils gewünschte Arbeitsvolumen einstellen.

Viele Grüße
Reinhard
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Flagellate in November 23, 2020, 12:59:53 NACHMITTAGS
Zitat von: Reinhard in November 23, 2020, 12:37:18 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

ich weiß nicht, mit welchen Volumina Du bevorzugt arbeiten willst, aber ich denke, da kommt es nicht auf 1 Stelle hinter dem Komma an.
Deine Pipetten scheinen nicht mehr so neu zu sein und die grauen Zylinder im unteren Teil sind mir völlig unbekannt.
Warum nimmst Du nicht einfach eine variable Pipette, wie diese:

https://www.ebay.de/itm/Einstellbare-Mikropipette-mit-manuellem-Volumen-20-200ul-fur-medizinische/392748036584?hash=item5b719b71e8:g:BhYAAOSwgqZd51jM

Die gibt es zum gleichen Preis auch in anderen Volumenbereichen. Wenn Du da die richtige Auswahl triffst, brauchst Du nur eine Spitzengröße und musst nur noch das jeweils gewünschte Arbeitsvolumen einstellen.

Viele Grüße
Reinhard

Genau diese Pipetten würde ich hier jedem empfehlen, der nicht unbedingt die beste Qualität braucht/will. Sie sind sehr günstig und baugleich zu teuren Markenpipetten (dieses Model entspricht dem alten Model von Carl-Roth). Es würde mich sogar nicht wundern, wenn sie aus der selben Fabrik kommen und identisch sind  ;)
Außerdem ist alles dabei was man braucht. Vaseline + Werkzeug!

Ich habe keine Erfahrung mit "billig" Pipetten, aber wir reden hier von recht einfachen mechanischen Geräten. Also selbst wenn es sich hier um eine Kopie handelt, sollten sie hinreichend gut sein.

Grüße,
Tobias
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Carsten Wieczorrek in November 23, 2020, 19:49:41 NACHMITTAGS
Hallo,

die sehen irgendwie fast genau aus wie unsere:

https://www.mn-net.com/de/nanocolor-digitale-kolbenhubpipette-variabel-100-1000-l-91677 (https://www.mn-net.com/de/nanocolor-digitale-kolbenhubpipette-variabel-100-1000-l-91677)

Ich mache mich morgen mal schlau, wir haben auch irgendwo eine Wartungsanleitung.

Carsten
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: jcs in November 24, 2020, 00:21:56 VORMITTAG
Hallo Martin,

die Pipettenspitzen gibt es in verschiedenen Größen, bestellen kann man sie üblicherweise nur in recht großen Mengen. Ich habe zwei Sorten (für eine 200mul- und eine 1000mul-Pipette, siehe Bild). Wenn Du willst, kann ich Dir gerne 20 Stück von jeder Sorte schicken, zum Ausprobieren ob sie bei Dir passen.

LG

Jürgen
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: D.Mon in November 24, 2020, 01:05:55 VORMITTAG
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure zahl- und hilfreichen Antworten.

Danke insbesondere für Dein Angebot, Jürgen.
Ich komme gerne darauf zurück, würde aber vorher mal die Durchmesser messen, ob das grundsätzlich passen kann.
Nur nicht mehr heute, ich hatte eine sehr langen Tag.

Zitat von: treinisch in November 23, 2020, 09:56:26 VORMITTAG
...
Könntest Du die Erläuterung von Michael mit uns teilen?

Na klar. In diesem Beitrag (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=38964.msg286611#msg286611) schreibt Michael:
ZitatWill ich ein Viech fotografieren,  untersuche ich  zunächst wässrige Proben unter der Stereolupe mittels Dunkelfeld. Sehe ich ein entsprechendes Viech, sauge ich es mit einer Eppendorf-Pipette in einem kleinen Volumen auf (die "Eppi" hat den Vorteil, dass ein definiertes Volumen (bei mir 25µl) aufgenommen wird) und übertrage diesen Tropfen auf einen Objekträger.

Ich hab versucht mich schlau zu machen und unter anderem in der Bucht nachgeschaut.
Die vier Pipetten habe ich zu einem Kaufpreis von insgesamt 10,50 zzgl. Versand ersteigert.
Für den geplanten Zweck taugt nur die 50 µl, für die ich - wie gesagt - eine Spitze bereits aus einer abgeschnitten Plastikpipette improvisieren konnte.
Wenn ich da 500 Stück richtige bestelle, sind bei meinem Ableben wahrscheinlich noch vierhundertfünfzig übrig.

Zum Alter: ich habe einen völlig verschwommenen Aufkleber abgerubbelt und konnte rückseitig in Spiegelschrift gerade noch eine Beschriftung 23.9.99 entziffern.

Einen "Abwurf" hat nach meiner Ansicht nur die im Bild ganz rechts, da nur die zwei Bedienknöpfe hat. Einer davon schiebt die Außenhülse über das innere Rohr. Wie weit sieht man an dem fast gerade oberen Rand der mittleren Verfärbung. Vermutlich wird die Spitze damit nur gelockert, fällt aber noch nicht ab.
Bei den anderen gibt es nur einen Knopf zum Drücken und ggf. einstellen des Volumens. Insbesondere bei der in der Mitte links erschließt sich mit aus der Form nicht so recht, wie die für eine Spitze geeignet sein soll. Bei Interesse kann ich in den nächste Tagen gerne noch einige Fotos in der Gesamtansicht und von den Einstellknöpfen machen.

Auf die absolut präzise Menge kommt es bei mir (zumindest im Augenblick) nicht an. Falls ich die aber mal eichen möchte, hab ich eine hinreichend genaue Waage zur Hand. Man kann ja auch zehn (oder fünfzig) Hübe messen.

Gruß
D.Mon
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: unkenheini in November 24, 2020, 03:40:37 VORMITTAG
Moin Martin,
Meine Eppendorf hat nur einen Knopf (fixis Volumen 50)
Knopf bis ersten Druckpunkt=Volumen aufnehmen
Knopf bis zweitem Druckpunkr=Spitze komplett entleeren
Knopf bis drittem Druckpunkt=Spitze abwerfen
Meine müsste so Baujahr 1994 sein.Ist top um unter dem MBS10 Proben "einzufangen "und bei dem Volumen passt der Tropfen gut zu meinen 20x20 Deckgläsern
Mit freundlichen Grüßen Jörg
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: D.Mon in November 24, 2020, 07:01:49 VORMITTAG
Hallo Jörg,

langsam kommt Licht ins Dunkel.
Ist Dein Knopf auch gelb und sieht die Spitze so aus, wie auf meinem Foto ganz links?
Dann hätte wir wahrscheinlich das gleich )oder ein sehr ähnliches) Modell.

Grüße
Martin
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Alfons Renz in November 24, 2020, 10:53:47 VORMITTAG
Lieber Martin,

Das Wesentliche ist schon gesagt: Nur noch Eines, um den klassischen Anfängerfehler (hoffentlich) noch rechtzeitig zu verhindern:

Nach dem Durchdrücken bis zum 3. Punkt (=> Abwurf) wieder eine neue Spitze (berührungslos! aus dem Ständer) aufnehmen, aber dann nur noch bis zum Druckpunkt 2 durchdrücken und die Flüssigkeit langsam aufnehmen. Sonst zieht man zu viel Flüssigkeit in die Pipettenspitze und verunreinigt im schlimmsten Fall den Kolben.

Das ist vermutlich auch bei Deinen Pipetten so passiert, weshalb sie dann ausgesondert wurden.

Das Reinigen und Kalibrieren ist nicht schwer: Zerlegen, Reinigen, Fetten und dann testen: 1o Füllungen auf eine feine Waage pipettiren. Das Gesamtgewicht zeigt das mittlere Volumen, die Variabilität der einzelnen Tropfen die Abweichung vom Mittel. Ersteres ist abhängig vom Kolbenhub und kann nachgestellt werden, Letzteres hängt von der Dichtigkeit der Kolbenführung ab, und diese kann irreversibel beschädigt sein. Aber Fetten hilft viel! Nur eben immer darauf achten, dass keine Flüssigkeit in den Kolben gelangt.

Wenn ganz kleine Volumina aufgenommen werden sollen, nimmt man eine Hematokrit-Kapillare aus Glas, erhitzt diese über einem Gasfeuerzeug in der Mitte und zieht sich zwei hauchdünne Spitzen, die je nach Bedarf beim richtigen Durchmesser abgebrochen werden. Durch Kapillarkräfte saugen diese feinen Spitzen die Flüssigkeit von selbst ein. Man braucht dann einen auf die Kapillaren passenden, sehr feinen Schlauch, um die aufgenommene Flüssigkeit wieder durch Druck auszublasen. Aus dem Rest der Kapillare kann man sich einen Blindstopfen schmelzen, mit dem ein kurzes Stück des Schlauchs geschlossen wird. Man hat dann eine Pipette, die mit den Fingern gequetscht werden kann. Allerdings treibt die Handwärme oft schon die Flüssigkeit aus der feinen Spitze. Deshalb muss der Luftanteil klein bleiben - oder durch Silikonöl ersetzt werden.

Viel Erfolg,

Alfons
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Flagellate in November 24, 2020, 12:06:36 NACHMITTAGS
Zitat von: D.Mon in November 24, 2020, 01:05:55 VORMITTAG
Bei Interesse kann ich in den nächste Tagen gerne noch einige Fotos in der Gesamtansicht und von den Einstellknöpfen machen.


Würde mich tatsächlich mal interessieren, was das genau für welche sind.

Bezüglich des Spitzenabwurfs:
Die ganz rechts hat auf jeden Fall einen. Die sollte denen von Jörg sehr ähnlich sein (abgesehen von der Optik).
Die beiden linken könnten/sollten einen haben. Vermutlich mit drei Druckpunkten, wenn du schreibst, dass du keinen zusätzlichen "Knopf" zum abwerfen hast.
Testen kannst du das indem du die Pipette einmal komplett durchdrückst. Du solltest zum einen einen leichten Widerstand bei jedem Druckpunkt spüren und beim Abwurfmechanismus muss dann der graue dickere Schaft nach unten gehen. Wenn der Mechanismus fehlerfrei ist und die Spitzen passen, muss es ein gut hörbares Klacken geben und die Spitze muss komplett eigenständig abfallen. Ist dies nicht der Fall, passen die Spitzen nicht exakt. Es kann auch sein, dass die Spitzen zu fest sitzen. Dann klappt es natürlich auch nicht. Ein eher "dumpfes" Klacken ist ein Indiz für nicht gut passende Spitzen (sie könnte dir beim pipettieren abfallen). Dies sagt aber nichts darüber aus ob du die Spitzen nutzen kannst oder nicht. Solange sie gut sitzen und nicht von alleine abfallen, sollten sie hinreichend dicht schließen und das Volumen stimmen, sofern der Pipettenkolben nicht irgendwie undicht ist.
Die in der Mitte ist mir ein Rätsel

Viele Grüße,
Tobias
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: D.Mon in November 24, 2020, 23:50:24 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

Danke für die neuen Kommentare.
@Alfons, Ich glaube Du hast die Microvariante schon mal in einem Zoom Meeting beschrieben.
Kommt mir jedenfalls bekannt vor.

Ich denke nicht, dass die ausgesondert wurden, sondern nehme an, dass sie aus einem Nachlass stammen.
Jedenfalls wurden sie von der Enkelin des Besitzers versteigert, der seine Sachen angeblich immer gut gepflegt hat.
Stimmt vermutlich sogar, wenn ich an den Datumsaufkleber denke.

Was in den letzten zwanzig Jahren plus x mit den Teilen alles angestellt wurde, kann man trotzdem nicht wissen.
Bei unter 3 Euro pro Stück (inkl. Versand), will ich aber nicht meckern.
Funktionstüchtig sind sie und auf den letzten µl Genauigkeit kommt es mir beim Pipettieren von Tümpelproben oder Abmessen von Blumendünger wirklich nicht an.

Hier noch einige Fotos, für diejenigen, die es interessiert.
Die beschriebenen drei Druckpunkte kann ich bei den Eppis bestätigen.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/288631_63208015.jpg)

Hier die Übersicht. Sauber gemacht und mit meiner provisorischen Spitze verwendet hab ich bisher nur die ganz links.
Von links nach rechts: 50 µl fix, 500 µl fix, 100-1.000 µl variabel, 100-1.000 µl variabel. Die beiden erstgenannten haben sogar Seriennummern (nicht abgebildet).

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/288631_32001227.jpg)

Die 50 µl mit Spitze. Zum präzisen Arbeiten ist das Provisorium zu grob.
Das graue Rohr schiebt sich beim Durchdrücke des Knopfes bis max. ein Drittel über das Metallrohr.
Bei 50 µl steigt das Niveau nur in den zweiten Dickenbereich von unten.
Die Menge ist perfekt für meine Deckgläser 24x24; für 18x18 oder 20x20 kann ich auch etwas weniger aufnehmen, indem ich den Knopf weniger weit eindrücke.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/288631_19575591.jpg)

Ich glaube, über die Öffnung könnte man das Oberteil zerlegen. Die Vertiefung deutet an, dass hier ein Beschriftung oder ein Schildchen angebracht werden könnten. Die 500 µl fix Variante ist das selbe in blau.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/288631_41962596.jpg)

Hier die verstellbare Variante. Zum Verstellen zieht man den Knopf heraus.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/288631_42119052.jpg)

Zum Schluss noch die von Brand. Der graue Schieber ganz links ist zum Aufnehmen und Abgeben. Der blaue Knopf für den Spitzenabwurf.
Der Begriff "Transferpipette" ist als ® gekennzeichnet.

Viele Grüße
Martin
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: unkenheini in November 25, 2020, 03:54:38 VORMITTAG
Moin Martin,
Jupp das müsste wohl das gleiche Modell wie meins sein.Ich habe bei meiner Pipette nur immer darauf geachtet sie immer aufrecht zu lagern,keine Ahnung ob es nötig ist.Ich hatte nur Angst das mir Flüssigkeit zum Kolben gelangt.Hatte mir verschiedene Halter gebaut.Zum Schluss eine einfache Kabelleerrohrschelle an meinem Regal.Ging super,schnell griffbereit und konnte nicht umfallen.Die Schellen gibt's es im Baumarkt,oder bestimmt auch bei Elektroinstallateur.Ich meine das meine für Durchmesser 25mm war.Mit den originalen Spitzen macht es einfach riesig Spaß unter meinen MBS10 Algen oder ähnliches heraus zu fischen um diese dann auf den Objetträger zu überführen.
Mit freundlichen Grüßen Jörg
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: Flagellate in November 25, 2020, 12:04:01 NACHMITTAGS
Die sind auf jeden Fall älteren Baujahres.
Dennoch sollten quasi alle "handelsüblichen" Spitzen passen. Deine Konstruktion mit der abgeschnittenen Pipette sieht aber auch recht solide aus. Solange sie möglichst fest sitzt sollte es keine Probleme geben.

Grüße,
Tobias
Titel: eppendorf-transferpipetten
Beitrag von: güntherdorn in November 29, 2020, 12:49:01 NACHMITTAGS
ich verwende die eppendorf 10-100µL und bin sehr zufrieden.
seitdem stelle ich für 24x24mm-deckgläser zw50-60µL ein und es reicht gerade zum nicht zerquetschen der einzeller.
voraussetzung ist natürlich, dass keine grossen, harten partikel drunterliegen.
bei weichem detritus ("beifang") nehme ich eine abgezwickte pipettenspitze und drücke leicht an.
ciao,
güntherdorn
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: jako_66 in November 29, 2020, 20:03:19 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

habe mir seinerzeit bei Ilona Schubert in Leipzig je 1000 Spitzen gekauft, 10 (transparent), 100 (gelb) und 1000  (blau) µl.

Gerne kann ich Dir eine Handvoll zusenden.

Übrigens: die 1000 µl brauche ich häufig, meist für Eisessig bei Farbstoffansätzen.

Viele Grüße

Sven
Titel: Re: Frage zur Handhabung von Transferpipetten
Beitrag von: D.Mon in Dezember 01, 2020, 04:42:44 VORMITTAG
Hallo nochmal,

auch für die neuen Kommentare meinen herzlichen Dank.

Inzwischen habe ich bei Tante Google eine Anleitung für die Eppendorf 4700 gefunden, die alles was ihr beschrieben habt, bestätigt.
Man erkennt darin auch, dass auch über die dicken grauen Spitzen (die nennen sich wohl "Arbeitskonus") Spitzen passende Spitzen aufgesteckt werden könne.
Die schiebt man so weit hoch, dass auch der Abwurf funktioniert.

Viele Grüße
Martin