Liebe Dünnschlifffreunde und solche die es werden wollen...
der Weihnachtsmann hat stundenlang an der Schleifmaschine gestanden und einen Dünnschliff angefertigt. Dabei hat er völlig sein Zeitgefühl verloren und ist, als er dies bemerkte, sofort auf seinen Schlitten gestiegen, um weiter Geschenke zu verteilen. Als ich den Dünnschliff an der Maschine fand, habe ich ihn natürlich umgehend angerufen. Leider hat er aber überhaupt keine Zeit mehr und kann nicht nochmal vorbeikommen und den Schliff abholen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/289907_47096010.jpg)
Der Weihnachtsmann hat mir nun die schwere Aufgabe übertragen, diesen Dünnschliff an einen würdigen Empfänger zu übergeben.
Tja, da stehe ich nun mit meiner Aufgabe und habe mir überlegt, ein Weihnachtsrätsel daraus zu machen. Wie Ihr seht, ist der Dünnschliff noch unbeschriftet und ich habe keine Ahnung, was der Weihnachtsmann da geschliffen hat. Es ist Eure Aufgabe dies zu erraten.
Um die Sache fair zu gestalten: Standard-Foristen müssen das Gestein benennen. Mineralogen müssen natürlich zusätzlich den Fundort wissen ;D
Wer die Aufgabe als erster löst, bekommt von mir den Schliff zugesendet.
Viel Erfolg!
LPL:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/289907_21210914.jpg)
XPL:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/289907_56680499.jpg)
LPL:
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LPL:
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XPL:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/289907_30542218.jpg)
lieber Weihnachtsmann ( Erik),
, ist es
Phyllit ??
Fundort : Regionalmetamorph
LG
Jürgen
Guten Abend Jürgen,
nein und nein.
Viele Grüße,
Erik
Hallo Erik,
ist das vielleicht Jadeit?
Viele Grüsse
Florian
Hallo Florian,
meinen Glückwunsch 🍾🎊🎈🎉
Du bekommst den Schliff zugeschickt.
Viele Grüße,
Erik
Lieber Erik,
da freue ich mich wirklich sehr! Neidisch muss ich eingestehen, dass Du Schliffe einfach viel besser hinbekommst als ich.
Was die Herkunft anbetrifft, würde ich auf Krantz tippen!
Viele Grüsse
Florian
Hallo Florian,
vermutlich hat dich der Quarz mit seiner undulösen Auslöschung auf die Spur gebracht und du liegst auch richtig, was die Probenherkunft betrifft. Krantz war der Lieferant.
Originalherkunft: Itoigawa / Japan
Viele Grüße
Erik
@Florian: dein Timing war erstklassig. Kaum sind die Bilder auf dem Forenserver, schon kann man sie nicht mehr sehen. Das geht mir in letzter Zeit immer so. Irgendwas stimmt da nicht.
Das ist ein Originallink:
https://am3pap006files.storage.live.com/y4mAE1XahkAsQ7lUpTi7rpJxV6VSU4OUVM9MFd3JCqjtlKprcskwDVweLhkjGgr9Smk8GHDsmg-MaA5fD9FYRMGs5pW_wpAGE-gbjCx67uWUtx96ZBuEvSXfdf5zHw9cFphJPr0kyD-uJtvJa1nSmp1T2czGKUlGSVC-XsjV9c3Vz8HGisMhHODabCE_DIht04O?width=1024&height=1024&cropmode=none
Viele Grüße,
Erik
Same here: not visible.
Also ich hoffe ja, dass die Photos wieder auftauchen.
Nein, ich habe das nicht an dem undulösen Quarz erkannt, sondern weil ich selber mal versucht habe, einen Jadeit zu schleifen. Ist grauenhaft und viel zu dick (und keilförmig) geworden, aber an den Rändern sieht das ähnlich aus. Deshalb bin ich auch so neidisch.
Viele Grüsse
Florian
PS: Der Jadeit stammt von dem Glarontas Hill, Galissas, Syros Island, Aegean Sea/ Greece
Ich habe ihn vor 2 oder 3 Jahren auf den Mineralientagen München erstanden.
Hier noch ein Kopfschnitt, aus dem man ersehen kann, dass es sich wohl um einen Pyroxen und keinen Amphibol handelt, weil die Winkel nahe 90 Grad sind, und nicht nahe 60, wie dies bei einem Amphibol der Fall wäre.
Nach dem der Grinch jetzt bei Eriks Photos zugeschlagen hat, und der Postmann dafür bei mir 3x geklingelt, anbei ein paar Bilder von Erik's Schliff.
Vielen Dank nochmal!
Das erste und 3. Bild jeweils ohne Analysator, 2. und 4. mit gekreuztem Polarisator.
Für diese Dicke charakteristisch die maximal gelb-roten Interferenzfarben des feinfaserigen Jadeits, vom Aussehen her wäre wohl auch Silimanit ähnlich.
Dazwischen undulös auslöschender Quarz, optisch einachsig (kann man den Bildern natürlich nicht entnehmen)
Jadeit und Quarz bilden sich, wenn der Feldspat Albit bei hohen Drücken und gemässigten Temperaturen instabil wird (Blauschieferfacies).
NaAl Si3O8 (Albit) -> NaAlSi2O6 (Jadeit) + SiO2 (Quarz)
Grund für diese Reaktion ist, dass Albit eine geringere Dichte als Jadeit und Quarz hat. Ähnlich wie die Umwandlung von Graphit in Diamant, die noch höhere Drücke benötigt.
Diese Bedingungen treten besonders dann auf, wenn Gestein an Subduktionszonen schnell versenkt wird. Dieses Gestein stammt ja aus Japan, wo sich die pazifische Platte unter die asiatische schiebt. Durch Vulkanismus wird dieses Material dann aber manchmal wieder exhumiert.
Viele Grüsse
Florian
Gruss
Florian
Hallo Florian und Erik,
gibt's denn dann auch dafür einen Gesteinsnamen?
Als einzige Vergleich Quelle konnte ich nur diese Seite
https://www.alexstrekeisen.it/english/meta/jadeitegranite.php
ausfindig machen. Aber diese sind weder in Struktur noch Textur mit eurem Gestein zu vergleichen.
,,Blauschieferfazies ,,beschreibt ja nur den Entstehungsbereich im Druck - Temperatur Diagramm.
So was wie ,,Jadeitit" habe ich hier gefunden.
http://www.gmg.ruhr-uni-bochum.de/petrologie/forschung_jadeit.html.de
Stand 2017
,,Gegenstand der Untersuchungen sind somit die Produkte solcher Fluid-Gesteins-Wechselwirkungen. Weltweit gibt es ca. 25 Lokalitäten, häufig sind diese durch die Vorkommen von Jadeit-reichen Blöcken in Serpentiniten charakterisiert. Es gibt allerdings lediglich 3-4 Vorkommen von Jadeit-reichen Gesteinen in Blauschiefern bzw. eklogitischen Nebengesteinen, wie z.B. von der Dominikanischen Republik oder den Kykladen."
Wimmenauer hat den Begriff Metagranit in Verbindung mit Jadeit verwendet.
LG
Jürgen
Hallo Jürgen,
ein Schliff ist ja nur ein kleinster Ausschnitt aus einem Gestein. Da in diesem Jadeit vorherrschend ist, würde ich ihn mit Jadeitit beschriften.
Viele Grüße,
Erik
Hallo Jürgen,
die Frage nach der Benennung ist wahrscheinlich nicht so einfach. Das ist ja ein metamorphes Gestein, aber was war das Edukt?
Ein Granit wäre möglich, aber, nachem Jadeit oft zusammen mit Serpentin vorkommt, der sich oft aus Olivin bildet, wäre auch ein Basalt möglich.
Viele Grüsse
Florian
So, was ist da jetzt noch drin?
Ohne Analysator findet man zum einen hochbrechende "Insekteneier" mit starker Doppelbrechung und leichtem Pleochroismus zwischen gelblich und farblos. Wahrscheinlich Titanit.
Dann Plättchen mit stärkerem Pleochroismus zwischen cyan und gelbgrün mit niedriger anomaler Doppelbrechung. Vielleicht Chlorit?
Erik hatte Glaukophan vermutet, aber der hätte stärkere Doppelbrechung (mindestens so hoch wie die von Jadeit).
Anbei ein paar Bilder, zunächst der Titanit.
Jetzt der Chlorit.
Hallo Florian,
der zweite Schliff ist auch fertig. Ich habe ein paar Aufnahmen gemacht. Die "Insekteneier" lassen sich nicht gut abbilden.
Dafür aber der Chlorit ;-)
Viele Grüße,
Erik
Der Chlorit: