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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Jackiii in Dezember 30, 2020, 19:23:41 NACHMITTAGS

Titel: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Jackiii in Dezember 30, 2020, 19:23:41 NACHMITTAGS
Hallo,

ich suche ein gering vergrößerndes Objektiv, um bei Histologie Präparaten, einen guten Überblick zu haben.

Welches soll ich mir dafür besorgen? 4fach? 2,5fach?

Danke

Jakob
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Gerd Schmahl in Dezember 30, 2020, 19:32:07 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,
ja irgendwo in dieser Region bist Du richtig. Kommt aber auch auf Dein Mikroskop an. So haben ältere Zeiss-Jena.Modelle oft einen Tubus mit dem Faktor 1,6 verbaut. Da ist 4x schon fast "unübersichtlich". Bei Zeiss-Jena gehörte auch bei den jüngeren Geräten das 3,2er Semiplan zur Standartausrüstung. Für hitologischen Präparate, ist was halbwegs planes sicher von Vorteil. An welches Mikroskop möchtest Du das Objektiv schrauben.
Beste GRüße
Gerd
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Ulf Titze in Dezember 30, 2020, 22:25:46 NACHMITTAGS
Hallo Jakob,

für Histologien sind gute Übersichten das A und O. Die Suchstrategie von Pathologen ist nicht, jeder einzelnen Zelle hinter die Ohren zu kucken, sondern geringste Strukturauffälligkeiten im Gewebsverband zu erkennen und erst im zweiten Schritt auf der Zellebene oder ggf. auf subzellulärer Ebene zu klären. Für mein Empfinden sind schon 4x-Objektive mittelstarke Vergrößerungen - echte Übersichtsobjektive sind < 2x. Das Problem an diesen Objektiven ist, dass sie einen großen Ausschnitt des Präparates erfassen, also mindestens 1 cm, eher 1,5 cm oder mehr. Und diese Fläche musst Du auch sauber ausgeleuchtet bekommen, sonst verlierst Du schnell die Freude an dem Übersichtsobjektiv. Bei den meisten Mikroskopen stellen die im Stativfuß verbaute Beleuchtung und die Kondensoren die Limitationen für solche Unterfangen dar.

Beleuchtung: Wenn Du eine im Stativfuß eingebaute Beleuchtung hast, ist bei Sehfeld 20 Schluss. Mit einem 2,5er Objektiv kommst Du dann auf einen überblickten Durchmesser von 0,8 cm. Das ist quasi das Minimum des erträglichen - und schon da hast Du einen mehr oder minder stark störenden Helligkeitsgradienten im Bild. Wirklich Spaß macht die Histologie eigentlich erst ab Sehfeld 23 oder 25 mit einem 2er Objektiv oder kleiner. Das geht dann nur noch mit den großen Stativen der renomierten Hersteller, die ein externes Lampenhaus mit Halogen- oder LED-Beleuchtung haben. Mikroskoptuben mit Tubusfaktoren (1,25x, 1,6x oder gar 2,0x) machen Dir übrigens schon auf der Zwischenbildebene die Übersicht kaputt. Nur Tubusfaktoren 1x oder 0,8x sind akzeptabel, der Rest (1,25x, 1,6x oder gar 2,0x) ist Mumpitz. Es soll sogar Leute geben, die bauen sich freiwillig Optovare mit solchen Nachvergrößerungen in den Strahlengang !?!?! - aus meiner Sicht brauchen die alle mal einen Termin beim Augenarzt.

Kondensoren: Du kannst praktisch alle Kondensoren mit fest verbauter Frontlinse vergessen. Diese hochkorrigierten achromatischen Kondensoren mögen für Tümpler ein Traum sein, für Histologen sind sie schlichtweg unbrauchbar. Aus meiner Sicht sind diese schraubbaren Frontlinsen hoffnungslose Fehlkonstruktionen und genauso nützlich wie eine dritte Schulter. Da Du ohnehin an gefärbten Schnittpräparaten arbeitest, ist der Korrekturgrad ist nicht so relevant. Wirklich arbeiten kann man nur mit Kondensoren, deren Frontlinsen ausklappbar und die mit einer zusätzlichen Großfeldlinse ausgestattet sind (z.B. Linse K4 beim Orthoplan).  Man kann ein wenig tricksen und eine +10dpt-Makrolinse für Fotografie auf die Lichtaustrittsöffnung des Mikroskopes legen, um das Beleuchtungslicht ein wenig aufzuweiten. An meinem Orthoplan habe ich eine solche Linse mit entsprechendem Durchmesser von unten in die abnehmbare Lichtaustrittsöffnung gesteckt, das funktioniert super.

Beste Grüße

Ulf
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Jackiii in Dezember 30, 2020, 23:14:16 NACHMITTAGS
Danke für die ausführlichen Antworten.

Ich habe ein Zeiss Standard 14.
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: derda in Dezember 30, 2020, 23:25:26 NACHMITTAGS
Guten Abend,

ich habe ein WL-Pol mit Klappkondensor und Hilfslinse. Das 2.5x Objektiv bekomme ich nur vernünftig ausgeleuchtet, wenn ich den Kondensor komplett herausnehme und nur die Hilfslinse belasse. Alleine die Frontlinse wegzuklappen reicht leider nicht.

Hatte schon mal überlegt die CZJ-Übersichtslinse einzusetzen. Mit der war die Ausleuchtung von 2.5x Objektiven kein Problem. Leider hat es vom Durchmesser nicht ganz gepasst.

Viele Grüße,

Erik
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Stefan Schiff in Dezember 30, 2020, 23:49:11 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

beim 2,5er Objektiv müssen die Kondensor-Frontlinse und die Hilfslinse ausgeklappt werden, dann funktioniert die Ausleuchtung.
Sind beide Linsen im Strahlengang, funktioniert es erst ab dem Objektiv 6,3.

Grüße
Stefan
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: derda in Dezember 31, 2020, 00:01:33 VORMITTAG
Hallo Stefan,

das funktioniert bei mir leider nicht, was vielleicht am Poltubus liegt?

Viele Grüße,

Erik
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: mlippert in Dezember 31, 2020, 02:48:28 VORMITTAG
Kommt es nicht auch etwas darauf an, was er mikroskopieren möchte? Mäuse-Wirbelsäulen sehen sicher anders aus als humane Leber...
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Herbert Dietrich in Dezember 31, 2020, 09:08:37 VORMITTAG
Hallo Ulf,

Du schreibst:  " Es soll sogar Leute geben, die bauen sich freiwillig Optovare mit solchen Nachvergrößerungen in den Strahlengang !?!?! - aus meiner Sicht brauchen die alle mal einen Termin beim Augenarzt."

das kann ich so nicht stehen lassen. Es gibt Leute die haben an ihrem Optovar ein Großfeldsystem 0,8x und verwenden Kpl-Okulare 12,5x/20mm Brille.
Das war die Antwort von Dr. Kurt Michel/Zeiss West auf die großen Sehfelder von Leitz/Orthoplan. Zum Augenarzt gehen die sicher auch.

Ich wünsche Euch allen alles Gute für das neue Jahr.

Herzliche Grüße

Herbert
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Ulf Titze in Dezember 31, 2020, 11:36:59 VORMITTAG
Hallo Herbert!

Zitat von: Herbert Dietrich in Dezember 31, 2020, 09:08:37 VORMITTAG

... Es gibt Leute die haben an ihrem Optovar ein Großfeldsystem 0,8x und verwenden Kpl-Okulare 12,5x/20mm Brille.
Das war die Antwort von Dr. Kurt Michel/Zeiss West auf die großen Sehfelder von Leitz/Orthoplan.


... volle Zustimmung. Die Tubusfaktoren 1,0x und 0,8x hatte ich im Satz vorher auch explizit ausgenommen. Aber die Faktoren 1,25x, 1,6x und 2,0x bleiben mir dennoch ein Rätsel, weil sie m.E. nicht nur Übersicht klauen, sondern auch noch den Seheindruck verschlechtern. Bei der Anschaffung meines Arbeitsgerätes im Institut wollte mir der Vertreter einer großen japanischen Herstellerfirma einen solchen Vergrößerungswechsler andrehen. Er ist nur wegen seiner Kampfpreise nicht aus meinem Zimmer rausgeflogen.....

Herzliche Grüße und die allerbesten Wünsche fürs neue Jahr!

Ulf
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: reblaus in Dezember 31, 2020, 12:00:24 NACHMITTAGS
Hallo Ulf -

auch ich kann das nicht so stehen lassen! Da mein Adlerblick selbst mit Brille in letzter Zeit doch etwas nachgelassen hat, bin ich als Nichtpathologe dankbar über die Möglichkeit nachvergrößern zu können. Zwar musste ich den 4 kg schweren Optovar auf meinem Axioskop abgegeben um die Gymnastik an meinem Arbeitstischchen etwas zu erleichtern,  habe dann aber - horribile dictu - Pl 16x/16-Okulare reingesteckt.

Viele Neujahrsgrüße

Rolf
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Ole Riemann in Dezember 31, 2020, 13:09:09 NACHMITTAGS
Lieber Ulf,

vielen Dank für Deine pointierten Bemerkungen aus der Sicht des Pathologen und den Einblick in Eure Arbeitsweise. Als Tümpler arbeite ich ja naturgemäß anders, und auch ich möchte mein Optovar am Zeiss Axiophot (bis Faktor 2,0x!) nicht missen. Obwohl ich gute Augen habe, könnte ich ohne diese Nachvergrößerung z.B. das Plan Neofluar 40/1,3 Öl mit 10x-Okularen nicht vollständig ausnutzen.

Wenn ich mehr histologische Präparate bearbeiten müsste, käme bei mir folgende Ausrüstung zum Einsatz: Olympus BH-2/BHS mit 100W-Leuchte und 0,9 UCD-Kondensor mit Klapplinse, Weitfeldtubus mit 10x-Okularen (Steckdurchmesser 30 mm, Sehfeldzahl 26,5 - das schafft bei 10x-Okularen kein Orthoplan!) und SPlan 2/0,08. Habe ich eben probiert; damit komme ich auf recht homogen ausgeleuchtete 1,4 cm, das sollte für viele Anwendungen ausreichen. Die Bilddiagonale bei der Fotografie mit NFK 1,67x und APSC-Sensor beträgt knapp 1 cm (der abgebildete Querschnitt eines Palmfarnblattes hat eine maximale Ausdehnung von 0,8 cm).

Herzliche Grüße

Ole

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/291602_63208015.jpg) (https://app.photobucket.com/u/OleRiemann/p/1d316e6d-dde3-4648-8d3b-91a523cc03cc)
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Jackiii in Dezember 31, 2020, 14:10:19 NACHMITTAGS
Danke für eure Antworten.

Ich möchte mich nur etwas mit der Histologie beschäftigen.
Und mir dafür einige fertig Präparate kaufen.
Was macht mehr Sinn 2,5x oder 4x?

Gruß
Jakob
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Bob in Dezember 31, 2020, 16:31:07 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage in diesem konkreten Zusammenhang: Mein Eindruck ist, dass ich bei gefärbten botanischen Schnitten mit sehr schwachen Objektiven ein Bild mit eher stumpfen Farben bekomme. Muss ich da weiter mit der Beleuchtung experimentieren, oder ist das einfach so, begründbar und zu akzeptieren? Versuch war mit einem 2,5x Objektiv und herausgenommenem Kondensor, Hilfslinse eingeschwenkt, Phomi 1.
Vielleicht kann da jemand etwas zu sagen. Gerade bei großflächigeren Schnitten wäre ein sehr schwaches Objektiv ja praktisch, ich hätte sogar ein Zeiss 1:1.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Peter V. in Dezember 31, 2020, 16:46:11 NACHMITTAGS
Hallo Bob,

Du brauchst nicht weiter zu exprimentieren. Es wird nicht besser  ;). Frag mich nicht nach den optischen / pyhysikalischen Hintergrunden, das können Dir unsere Physiker sicher kompetenter erklären. Ich weiß es nur aus Erfahrung, dass es so ist - mit jedem Mikroskop, mit jeder Optik. Für die Anfertigung hochwertiger und farbenprächtiger Übersichten von Schnitten bleibt da nur die Aufnahme mit höher vergrößernden Objektiven und Stitching. Isso - machse nix dran  ;)

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: derda in Dezember 31, 2020, 16:53:15 NACHMITTAGS
Zitat von: Jackiii in Dezember 31, 2020, 14:10:19 NACHMITTAGS
Danke für eure Antworten.

Ich möchte mich nur etwas mit der Histologie beschäftigen.
Und mir dafür einige fertig Präparate kaufen.
Was macht mehr Sinn 2,5x oder 4x?

Gruß
Jakob

Hallo Jacob,

beide sind sinnvoll. Das 2.5x für die Übersicht, ergänzt durch den 4x Planapo mit seiner Auflösung und Farbbrillianz.

Hab mal auf die Schnelle zwei Bilder durchs Okular geknipst, dann hast du einen ungefähren Eindruck.

Viele Grüße,

Erik
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Bernhard Gutwenger in Dezember 31, 2020, 18:01:24 NACHMITTAGS
Liebe Mikroskopiker/innen,

Zunächst wünsche ich euch ein gutes, gesundes neues Jahr mit viel Freude an der
Mikroskopie und freue mich, weiter eure interessanten Informationen lesen zu können
und mit euch hier zu kommunizieren.
Die Ausleuchtung bei schwachen Vergrößerungen betreffend möchte ich auch auf die
Zeitschrift Mikroskopie, Heft 3/2019 verweisen. Da beschreibt der Autor und Herausgeber
Jörg Piper die Verwendung einer ringförmigen großflächigen LED Durchlichteinheit, die
eigentlich für Stereomikroskope gedacht ist, am Durchlichtmikroskop.
Der Kondensor wird dabei entfernt und die Durchlichteinheit auf dem Objekttisch, auf dem
Kondensorträger oder auf dem Mikroskopfuß aufgelegt. Der Autor beschreibt dabei die Verwendung einer Durchlichteinheit der Firma Fiberoptic Heim, Bühler Schweiz.  Es ist kein
Preis genannt, ich gehe aber davon aus, dass es sich doch um gehobene Preisklasse handelt,
wobei die Qualität sicher außer Zweifel steht. Günstige Alternativen gibt es natürlich in China.

https://www.ebay.de/itm/50-75mm-Mikroskop-Leuchte-Beleuchtung-Boden-Lampe-Licht/264315745310?_trkparms=aid%3D111001%26algo%3DREC.SEED%26ao%3D1%26asc%3D20160811114145%26meid%3De0d748015e8545cebd90e228cf3ec357%26pid%3D100667%26rk%3D4%26rkt%3D8%26mehot%3Dnone%26sd%3D324243230387%26itm%3D264315745310%26pmt%3D1%26noa%3D0%26pg%3D2334524%26brand%3DMarkenlos&_trksid=p2334524.c100667.m2042

Schönen Silvesterabend,
Bernhard G.
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Herbert Dietrich in Dezember 31, 2020, 18:45:13 NACHMITTAGS
Hallo,

Jakob schreibt er hat ein Standard 14 und ist 16 Jahre alt.
Ist da ein 4x Planapo schon das richtige Objektiv?

Ich wünsche einen guten Rutsch in das neue Jahr.

Herzliche Grüße

Herbert
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: mlippert in Dezember 31, 2020, 19:35:04 NACHMITTAGS
Denke ich auch. Probiere es erstmal mit einem 4x Objektiv. Das kostet nicht viel und ist noch einfach ausleuchten. Wenn es dann unbedingt mehr sein muss, kannst du ja umsteigen.
Bezüglich Farbwiedergabe: schwache Objektive haben eine kleinere numerische Apertur und damit mehr hell/dunkel Kontrast. Ähnlich wie wenn man stärkere Objektive abblendet.
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: derda in Dezember 31, 2020, 19:48:16 NACHMITTAGS
Lieber Herbert,

ZitatJackob schreibt er hat ein Standard 14 und ist 16 Jahre alt.
Ist da ein 4x Planapo schon das richtige Objektiv?

Er möchte histologische Schnitte betrachten. Ist er dafür nicht zu jung?

Am Ende des Tages werden möglicherweise Preis und Verfügbarkeit eine Rolle spielen. Vielleicht hat er aber auch Glück und bekommt das Objektiv zum Geburtstag.

Mal ganz im Ernst: der 4x Planapo kostet ~100€ => ein Handy bestimmt 500€.

Viele Grüße,

Erik
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Schroefl in Dezember 31, 2020, 21:52:02 NACHMITTAGS
Lieber Jakob!

Ich habe die von Bernhard erwähnten LED-Beleuchtungen von Fiberoptic Heim. Sie haben ein LED-Ringlicht, gedacht für Stereomikroskope, im Programm aber auch eine Durchlicht LED-Leuchte Modell "GENIFOS LED backlight". Es ist mit nur 17mm sehr dünn gebaut und hat einen Durchmesser von 105mm. Es leuchtet sehr gleichmäßig aus. Ich habe am Jenaval das 1x Übersichtsobjektiv und das übliche 3.2x sowie den Vergrößerungswechsler mit 0.8x, 1x und 1.25x. Auch mit dem Übersichtskondensor 0.12 bekomme ich im Randbereich keine wirklich akzeptable Ausleuchtung mehr. Das GENIFOS LED backlight und das Ringlicht habe ich bisher nur am Stereomikroskop eingesetzt, werde aber sobald ich in Wien zurück bin das backlight am Jenaval mit Objektiv 1.0x testen. Zu beiden Modellen gibt es wie erwähnt ausführliche Testberichte und Anleitungen zum Einsatz am Mikroskop von Jörg Piper in "Mikroskopie". Bernhard hat aber recht, billig sind die Dinger nicht. Das backlight mit light controler kostete mich vor ca. einem Jahr CHF 575.-- netto, aber dafür bekommt man auch Schweizer Qualität vom feinsten und bekanntlich ist billig gekauft meist teuer gekauft. Man merkt es nur erst im Nachhinein.

Beste Grüße
und an alle ein gutes 2021 in Gesundheit
Thomas
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in Januar 01, 2021, 01:01:16 VORMITTAG
Hallo,

ZitatMein Eindruck ist, dass ich bei gefärbten botanischen Schnitten mit sehr schwachen Objektiven ein Bild mit eher stumpfen Farben bekomme.
wie ist das gemeint, fotografisch? Wenn wenige Pixel große Strukturen im (üblichen) JPG Aufnahmeformat durch die Kompressionsartefakte (8x8 Pixel Blockbildung) mit den Nachbarstrukturen vermischt werden, verlieren Farben jedenfalls an Sättigung. Und natürlich ist der Effekt dann ausgeprägt wenn die feinen Farbstrukturen der Schnitte bei geringer Vergrößerung nur noch wenige Pixel groß sind.

Hubert
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in Januar 01, 2021, 10:05:06 VORMITTAG
Dazu ein einfaches künstliches Beispiel, wobei das "Original" durch die Umwandlung des Beispielbildes als JPG für die Forumsveröffentlichung selbst nicht mehr die volle Farbsättigung zeigt.

Hubert
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Bob in Januar 02, 2021, 09:53:53 VORMITTAG
Hallo Hubert,
vielen Dank für die anschauliche Erklärung! Das ist auf jeden Fall ein Teil der Lösung des Rätsels. Ich glaube aber, dass es noch eine zweite Komponente gibt, vermutlich von Beleuchtung oder Weitwinkligkeit des Objektivs herrührend. Hat man z.B. gefärbte Pflanzenschnitte (bunte Häkeldecke), von der Struktur und Farbverteilung so wie in in Deinem Beispiel, dann tritt die von Dir beschriebene Mittelwertbildung durch die begrenzte Auflösung von Auge oder Sensor ein. Ich habe die Veränderung der Farbe aber auch bei farbigen Vollflächen wahrgenommen, und da ändert sich durch die Mittelwertbildung ja nichts. Ein Beispiel, das so irgenwo in der Mitte liegt, hänge ich mal an. Ich werde da noch ein Bisschen weiter experimentieren, und versuchen, mal anschaulichere Fotos hinzubekommen.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in Januar 02, 2021, 11:14:13 VORMITTAG
Hallo Bob,

bei Deinem Fotobeispiel kann ich nur die Unschärfe erkennen, aber keine Änderung der Farbsättigung. Übrigens geht es bei meinem Beispiel weniger um die Auflösungsgrenze (wie beim Auge), sondern um die Kompressionsartefakte, die bereits deutlich oberhalb der Auflösungsgrenze auftreten.
Aber natürlich kann die Beleuchtung eine zusätzliche Rolle spielen, z.B. erhöhtes Streulicht bei meist fehlender Leuchtfeld- und Aperturblende bei der Ausleuchtung dieser gering vergrößernden Objektive.

Hubert
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Bob in Januar 02, 2021, 12:27:20 NACHMITTAGS
Hallo Hubert,
ich habe noch ein Bisschen experimentiert und Aufnahmen mit 2,5er, und 6,3er Objektiven gemacht mit unterschiedlicher Beleuchtung

1. 2,5er Objektiv, ohne Kondensor, Hilfslinse ausgeschwenkt
2. Zeiss DIC alt Kondensor ohne Oberlinse, Polarisator und Analysator
3. Wie 2. mit Stück Papier 10mm unter dem Präparat
4. Mit 6,3er Objektiv und  0,63er Oberlinse

Vermutlich erklären diese Ergebnisse die Existenz von speziellen Lupenkondensoren.
Interessant ist, dass die Farbwiedergabe unter falscher Beleuchtung stärker leidet, als die Bildschärfe

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in Januar 02, 2021, 13:39:19 NACHMITTAGS
Hallo Bob,

die Beleuchtung des Objektes ist genauso wichtig wie die Qualität des Objektives. Nicht ohne Grund wurde der Begriff der kritischen Beleuchtung (der meist falsch interpretiert wird) noch vor Abbe und Köhler eingeführt. Und die Beleuchtung ist bei Übersichtsobjektiven nicht unwichtiger. Die Farben kannst Du bei jedem Objektiv durch zu gerichtetes und damit kohärentes Licht "wegzaubern".

Hubert
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Peter V. in November 27, 2025, 20:36:06 NACHMITTAGS
Hallo Hubert,

Bezug nehmend auf unsere kurze Diskussion per PN hole ich noch einmal diesen Thread hervor. Mein Frage war die, die auch Bob gestellt hat: Wieso werden bei niedrig vergrößernden Objektiven die Faben so "flau"? Bob hat sie als "stumpf" beschrieben.
Es liegt wohl nicht an den Objektiven, sondern an den dafür erforderlichen Kondensoren für Übersichtsobjektive, also an der - wenn ich das richtig intrpretiere - geringen Beleuchtungsapertur. Der Effekt tritt auch bei höher vergrößernden Objektiven wie dem hier verwendeten 40er auf, wenn man die 0.9 Vorklapplinse herausschwenkt.
Das bezieht sich explizit NICHT auf die Fotografie, sondern den Eindruck beim Blick durchs Okular, der genau so ist wie auch in folgendem Bildbeispiel:

Zeiss Universal mit dem üblichen Phasenkondensor 0.9 , 40x-Objektiv:
Bild 1 mit 0.9er Vorklapplinse, Bild 2 ohne Vorklapplinse.
Einfach mit dem Smartphone freihändig durch das Okular fotografiert, aber im "Pro"-Modus (also a l l e Automatiken ausgeschaltet)

Hezrliche Grüße
Peter

Screenshot_20251126_151952_Gallery.jpg

Screenshot_20251126_151906_Gallery.jpg

Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: rhamvossen in November 28, 2025, 09:52:49 VORMITTAG
Hallo Peter,

Wenn du nur die Frontlinse herausgeschwenkt hast dann funktioniert das wie eine stärke Abblendung des Objektivs. Damit gehen die Auflösung auch auch die Farben verloren. Hast du die Aperturblende noch weiter geöffnet nachdem du die Frontlinse herausgeschwenkt hast? Ich meine zu sehen das in das zweite Bild die Apertur geringer war. Was Übersichtssobjektive angeht, die sollte man immer ganz ausleuchten, also Aperturblende geöffnet. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Peter V. in November 28, 2025, 11:03:05 VORMITTAG
Hallo Rolf,

was Du als Vignettierung siehst, ist keine Blende, sondern der Tatsache eines freihändigen Smartphonefotos geschuldet.
Was mich interssierte, was der physikalische Hintergrund der Tatsache, dass bei einer Erniedrigung der Beleuchtungsapertur die Farben "verblassen".

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in November 28, 2025, 11:24:19 VORMITTAG
Hallo Peter,

Deine ursprüngliche Frage war ja "wieso das mikroskopische Bild mit niedrigaperturigen Kondensoren (Übersichtskondensoren) bei gefärbten Präparaten immer so extrem kontrastarm bzw. wenig farbgesättigt wirkt?". Und meine Gegenfrage ob damit eine geringe NA des Kondensors in Bezug auf die NA des Objektivs gemeint war.

So wie das jetzt beschrieben und im 2. Bild dargestellt ist, hat der Kondensor natürlich nach Herausklappen der Frontlinse eine wesentlich geringere NA als das 40er Objektiv. Das sieht man auch an den Interferenzerscheinungen die typisch für eine viel zu geringe Kondensorapertur sind.

Man sieht ganz deutlich dass eigentlich scharf abgebildete, farblich relativ homogene Ebenen im oberen Bild dann überlagert werden durch zusätzliche Interferenzartefakte von Strukturen aus den höheren oder niedrigeren Objektebenen. Dass dann zumindest teilweise die ursprünglichen Farbflächen vermischt werden mit diesen helleren oder dunkleren Strukturen und den Farbeindruck abdunkeln oder zu stark aufhellen ist die logische Konsequenz.

Auch bei Übersichtsobjektiven kann man es sich nicht ersparen, die Kondensorapertur an das Objektiv anzupassen.

Hubert
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: rhamvossen in November 28, 2025, 11:52:01 VORMITTAG
Hallo,

ZitatSo wie das jetzt beschrieben und im 2. Bild dargestellt ist, hat der Kondensor natürlich nach Herausklappen der Frontlinse eine wesentlich geringere NA als das 40er Objektiv. Das sieht man auch an den Interferenzerscheinungen die typisch für eine viel zu geringe Kondensorapertur sind.

@Peter: genau das habe ich in meinem vorherigen Beitrag gemeint. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Peter V. in November 28, 2025, 17:20:59 NACHMITTAGS
Hallo,

vielleicht drücke ich mich mißverständlich aus, aber das ist ja keine Frage der falschen Anpassung der Kondensorapertur. Der Effekt ist je genau so, wenn mit dem "Überischtskondensor" ein passendes niedrig vergrößerndes / niedrigaperturiges Objektiv verwendet wird (unten noch ein Beispiel mit einem 2.5er Plan von Zeiss). Da müsste doch jetzt die Apertur des "Übersichtskondensors" in etwa zur Apertur des Objektiv passen.

Das ist doch ein Effekt, den jeder Mikroskpoiker kennt: Ein Pflanzeschnitt - mit einem 2.5er oder 4er-Objektiv angeschaut - sieht "schrecklich" aus! Die Farben sind nicht brillant, sondern irgendwie blass, "schmutzig". Meine Frage ist, warum das so ist. Was ist die physikalische Erklärung dafür? Vielleicht habe ich aber auch ein Verständnisproblem(?).

Bitte nicht an der grauenvollen Qualität der Beispielbilder stören. Es sind Freihand-Smartphoneaufnahmen an einem nicht gut eingestellten Mikroskop mit dafür auch nicht optimalen Okularen.  Es geht nur um die Farben und den von mir anegrafgten Effekt und den sieht man meines Erachtens deutlich (und eben nicht nur auf dem Foto, sondern so auch beim Blick durch das Okular). Die Einstellung am Smartphone nach Ausschaltung aller Automatiken sind identisch.

Bild 1: 2.5 Plan, Kondensor mit Vorklapplinse
Bild 2: 2.5 Plan, Kondensor ohne Vorklapplinse

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: rhamvossen in November 28, 2025, 17:53:53 NACHMITTAGS
Hallo,

Mit die Frontlinse eingeklappt wird das Objektiv homogener/besser ausgeleuchtet, schau mal mit ein Phasenteleskop. Die Auflösung wird dann auch besser sein. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in November 29, 2025, 10:08:27 VORMITTAG
Hallo Peter,

das mit dem 2.5er Objektiv ist jetzt eine etwas andere Konstellation als mit dem 40er Objektiv bezüglich der Ausleuchtung der NA.

Ein Problem mit niedrig vergrößernden Objektiven ist dass der Kondensor mit ausgeschwenkter Frontlinse nicht mehr optimal funktioniert. Die Aperturblende verliert ihre ursprüngliche Funktion weil sie sich jetzt hinter der Kondensoroptik befindet. Auch die Leuchtfeldblende wirkt nicht mehr wie sie soll, die Beleuchtungsstrahlen sind jetzt konvergente Bündel und treffen das Objekt in Abhängigkeit von der eingestellten Kondensorhöhe.

Eigentlich muss man jetzt auch noch die Hilfslinse ausschwenken (das wird von Zeiss auch so beschrieben) damit die verbleibende Kondensorlinse etwas langbrennweitiger ist, und dann funktioniert die Leuchtfeldblende als Aperturblende bei nach unten abgesenktem Kondensor. Die Aperturblende muss geöffnet werden. Die Ausleuchtung des Bildfeldes wird nicht mehr wie bei Köhlerbeleuchtung begrenzt.

Möglicherweise ist es dann auch ein Streulichtproblem durch ein weit ausgeleuchtetes Objekt, es kann speziell an der Streulichtempfindlichkeit des Objektivs liegen.

Hubert
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Jürgen Boschert in November 29, 2025, 16:43:25 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Hubert hat es ja schon geschrieben: Streulichtanfälligkeit der schwachen Objektive. Mein Eindruck: das Zeiss-West Plan 2,5 ist da eine besondere Diva. Was man gerade bei diesem Objektiv schauen muss, dass es wirklich saubere Hinter- und Frontlinse hat, da bildet sich manchmal schon nach relativ kurzer Zeit so ein hauchartiger Belag, der dann wie ein Diffusor wirkt
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: 3D Alfons in November 29, 2025, 17:36:57 NACHMITTAGS
Hallo,
Vollständigkeitshalber Verweis auf zeiss jena.
Da gibt es ein 1X
Sonderobjektiv, das eine eigene Tubuslinse braucht , die mir fehlt.
Grüße von der Mosel.
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in November 30, 2025, 12:10:29 NACHMITTAGS
Hallo,

ich möchte das Problem der Kondensorausleuchtung gering vergrößernder "Übersichtsobjektive" nochmal konkret anhand eines häufig verwendeten Zeiss Standard-Klappkondensors mit NA 0.9 darstellen. Eigentlich gab es hier schon früher einige Diskussionen dazu, wie der Kondensor dann einzustellen ist. Auch die Zeiss-Anleitungen geben Hinweise. Danach ist der genannte Kondensor mit Leuchtfeldblende bis max. für ein Objektiv 6.3x verwendbar, darunter lässt sich das Objektfeld nicht mehr vollständig optimal ausleuchten.

Der Grund ist einfach der, dass ein nicht veränderter Kondensor keinen beliebigen Abbildungsmaßstab erzeugen kann, er muss einerseits für ein 100er Objektiv dessen hohe NA (hier trocken NA 0.9, Bildfeld 0.18 mm) ausleuchten, gleichzeitig aber das große Bildfeld eines gering vergrößernden Objektivs (z.B. beim 2.5/0.08 mit Okularbildkreis 18 mm ein Bildfeld von etwa 7.2 mm). Das funktioniert nicht ohne u.a. eine riesige Leuchtfeldblende zu konstruieren.

In der obersten Grafik ist dieser Strahlengang für einen Zeiss Klappkondensor NA 0.9 dargestellt, auf den Strahlenverlauf links vor der Leuchtfeldblende (Kollektoroptik) habe ich verzichtet weil er hier ohne Relevanz ist. Der schwarze Doppelpfeil rechts stellt das auszuleuchtende Objektfeld für das genannte Objektiv dar. Grün das abgebildete Leuchfeld. Eingezeichnet ist auch die Hilfslinse um den für unendlichen Objektabstand berechneten Kondensor an den endlichen Abstand der Leuchtfeldblende anzupassen.

Durch Wegklappen der Frontlinse verlängert sich die Kondensorbrennweite deutlich (mittlere Grafik). Die Lage des vorderen und hinteren Brennpunkts ist in den Grafiken durch die Markierungen F' und F, die Brennweite durch den zugehörigen Abstand zu den Hauptebenen H' bzw. H erkennbar. Der Abbildungsmaßstab wird bei gleichem (zwangsweisen baulich vorgegebenem) Objekt-Bildabstand verkleinert was zu einem vergrößerten Ausleuchtungsdurchmesser des Objektes führen würde. Allerdings wird die Leuchtfeldblende nicht mehr in der Objektebene abgebildet (grüne vertikale Linien), d.h. die Objektausleuchtung lässt sich nicht mehr ausreichend scharf eingrenzen. Gleichzeit verliert die Aperturblende ihre Wirkung weil sie sich ohne die kurzbrennweitige Kondensorfrontlinse jetzt hinter dem Kondensorsystem befindet. Die Beleuchtungsstrahlen sind nicht mehr definiert ausgerichtet wie in der ersten Grafik sondern konvergent zueinander verlaufende Strahlenbündel.

Klappt man die Hilfslinse aus wird die effektive Brennweite des verbleibenden Kondensors weiter verlängert. Dann kann durch Absenken des Kondensors etwa bis zu der Stelle an der die vordere Kondensorbrennebene mit der Leuchtfeldblendenebene fast zusammen fällt, das Beleuchtungsstrahlenbündel wieder nahezu parallel ausgerichtet und durch Veränderung des Durchmessers der Leuchtfeldblende angepasst werden. Sie wird also zur Aperturblende. Das Problem dass die Objektausleuchtung nicht begrenzt werden kann ("Köhlern"), bleibt bestehen. Allerdings ist die Ausleuchtung homogener als im Fall mit Hilfslinse.

Zeiss Kondensoreinstellung 0.9 Klapplinse Übersichtsobjektiv.jpg

Hubert
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: rhamvossen in November 30, 2025, 16:28:07 NACHMITTAGS
Hallo,

Zur Ergänzung habe ich einen Test mit dem CZ Plan 2.5/0.08 am Zeiss Junior gemacht. Kondensor 0.9 mit eine stärke Mattscheibe im Filterhalter, Aperturblende ganz geöffnet. Von links nach rechts (1-4):

1. Toplinse eingeschwenkt, kondensor ganz nach oben gefahren
2. Toplinse eingeschwenkt, kondensor ganz nach unten gefahren
3. Toplinse ausgeklappt, kondensor ganz nach oben gefahren
4. Toplinse ausgeklappt, kondensor ganz nach unten gefahren

Canon 600D, nur Weissabgleich und Exposure wurden angepast.

Der Unterschied in Farbwiedergabe zwischen Einstellung 1 und die andere Einstellungen is deutlich sichtbar. Beste Grüsse,

Rolf

Rolf


Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: Lupus in November 30, 2025, 18:29:04 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

warum ist eine starke Mattscheibe im Filterhalter? Wie stark wurde dadurch der Durchmesser der Präparatausleuchtung in der Variante 1 (Toplinse eingeschwenkt, Kondensor oben) vergrößert, im Vergleich zu den anderen Varianten?

Hubert
Titel: Aw: Übersichtsobjektiv
Beitrag von: rhamvossen in November 30, 2025, 20:27:18 NACHMITTAGS
Hallo Hubert,

Zitatwarum ist eine starke Mattscheibe im Filterhalter?

Um das Licht einer Punktförmige Lichtquelle zu zerstreuen, wie ich hier beschrieben habe:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=51965.msg378738#msg378738

Das Präparat wird dan schön homogen ausgeleuchtet.

ZitatWie stark wurde dadurch der Durchmesser der Präparatausleuchtung in der Variante 1 (Toplinse eingeschwenkt, Kondensor oben) vergrößert, im Vergleich zu den anderen Varianten?

Bin mir nicht ganz sicher was du hier meinst, aber mit Variante 1 wird das Sehfeld noch ganz ausgeleuchtet, zumindest wenn die Aperturblende ganz geöffnet ist. Beste Grüsse,

Rolf