Hallo,
heute gabs bei uns gebratenen Saibling. War sehr lecker. Bevor er in die Pfanne gewandert ist, habe ich mir 3cm2 von der schönen schillernden Haut abgetrennt und bei Seite gelegt. Nach dem Abendbrot habe ich dieses Stück Haut mit einem Skalpell von seinen Schuppen befreit, die nur ca, 2mm groß sind und die nur zusammen mit dem Schleim zu haben waren. Ich war sehr angenehm überrascht, welch schöne Pol-Objekte das sind.
Zu erst eine Einzelaufnahme im X-Pol mit Rot1 und dann ein animiertes Gif-Bild, mit HF, XPol und XPol+Rot1 - alles Einzelaufnahmen mit dem SPlanApo4.
Viel Freude beim Betrachten und beim eventuellen Nachkochen wünscht
Gerd
Hallo Gerd,
wieder ein schönes Bild und eine tolle Vorlage zum Nachmachen! Nach dem Eichenmehltau, den ich prompt auf einer winzigen Steineiche in meinem Garten gefunden habe, freue ich mich jetzt doppelt auf den nächsten Saibling! Hältst du das famose Kursprogramm die nächsten Wochen im Lockdown durch?
Der Kochplan für's Wochenende steht!
Heute gerade noch erlaubte Neujahrsgrüße
Andreas
Gerd,
Nice, but please lower the frequency of the overlapping pictures a bit: to my eyes it looks like a Disco.
Best, Maarten
Hallo Andreas,
den Saibling (jeder nicht zu großer Salmonidae sollte auch passende Schuppen liefern) gabs bei uns mit Bärlauchbutter...
Hallo Maarten,
I lowerd dowen the frequency at 1 sec.
Beste Grüße
Gerd
Thanks the 1 second frequency is way better (to me).
May I request some guidance on the very nice distance / scale bar you are using.
I tried Picolay: but have to count pixels to calibrate, Micam is my next option for try out. Any recommendations please?
Best, Maarten
Zitatund die nur zusammen mit dem Schleim zu haben waren.
Hallo Gerd,
sehr schöne Fotos. Zum Schleim: lege die Schuppen mal 3 Tage in KOH oder NaOH-Lsg. ein. Damit sollte der Schleim weggehen. Es könnte aber, wenn du es im Haus machst etwas stinken. Ggf. hinterher mit Essigwasser nachspülen. Viel Erfolg!
Hallo Gerd,
wirklich schöne Fotos. Und diese schillernden Farben :) Saibling könnte ich auch mal wieder kochen ;) Ich liebe Fisch. Die Kombination mit Bärlauchbutter hört sich lecker an.
LG Natalie
Hallo Maarten,
heir habe ich kürzlich beschrieben, wie ich die Skalen für jedes Objektiv angefertigt habe. Die lege ich dann nur als Ebene über das noch nicht verkleinerte Bild. Ich nutze dazu GIMP.
Hallo Natalie,
die Farben sind Interferenzfarben, die durch die Verwendung des Polarisationskontrastes an kristallähnlichen doppelbrechnenden Strukturen entstehen.
Hallo Dsf.
ich mazeriere z.Z. einfach in Wasser. Das dauert vielleicht etwas länger als mit KOH oder NaOH und stinkt vielleicht etwas mehr, aber ich habe schon heute gesehen, dass die Schuppen schon schön vereinzelt im Wasser flitter. Ich habe Angst, dass die Schuppen mit aufgelöst würden, so wie Haare, die ja auch aus Horn bestehen.
Beste Grüße
Gerd
Hallo,
Experiment gescheitert: Nach 3 Tagen im Wasser (es roch unangenehm) sind die kleinen Schuppen schon hinüber. Hätte ich nicht gedacht! Im Hellfeld sieht man sie noch, aber sie sind teilweise schon zerbrochen. Was mich aber verwundert: Die Doppelbrechung ist futsch.
Ich habe mich jetzt erstmal bei Wikipedia belesen:
Zitat von: Wikipedia, ElasmoidschuppeElasmoidschuppen werden in taschenartigen Spalträumen im Bindegewebe (Stratum laxum) der Lederhaut, den so genannten Schuppentaschen gebildet. Sie sind aus zwei Schichten mit unterschiedlicher Feinstruktur und Kalkgehalt aufgebaut. Die obere Lage besteht aus Knochengewebe mit Einlagerungen aus Hydroxylapatit. Darunter liegt eine fibrilläre Platte aus orthogonal ausgerichteten Kollagenfasern, die teilweise oder völlig unverkalkt bleibt.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292563_12381635.jpg) (https://abload.de/image.php?img=schuppesaibling3tageicujiz.jpg)
Es sieht also so aus, als sei der Hydroxylapatit und/oder Kalk aufgelöst worden. Ich werde also demnächst nochmal Saibling braten. Dann achte ich darauf, dass das Wasser basisch bleit. Ich hoffe so die Schuppen zwar zu reinigen, aber nicht zu entkalken. Also vielleicht NaOH oder KOH und vor allem zeitlich engmaschige Kontrolle. Ich hoffe so ein gutes "Rezept" für eine Fischs(ch)uppe liefern zu können.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
interessant. Dass mit der kollagenfaserigen Platte wusste ich auch nicht. Liegt wohl daran, dass der Saibling für mich viel zu modern ist. Meine Fischschuppen haben so etwas nicht.
Ich würde es aber genau umgekehrt deuten: wahrscheinlich wurde das Kollagen aufgelöst und damit verschwand dann auch die starke Faserdoppelbrechung. Nur der verknöcherte Anteil aus niedrig doppelbrechendem Hydroxylapatit blieb erhalten. KOH sollte den auch überhaupt nicht angreifen (Säuren wären da problematischer). Auch das Bild sieht so aus als wäre der verknöcherte Anteil erhalten geblieben.
Viel Erfolg!
Hallo,
ich bin da nochmal etwas tiefer eingestigen in das Fischschuppenthema. Saibling gabs gerade nicht, aber die Regenbogenforelle Deshalb habe ich die Themenüberschrift etwas algemeiner gefasst. Die Forelle hat auch gut geschmeckt und ähnlich kleine Schuppen und die sind auch genauso schön, wie die beiden folgenden Bilder zeigen, bei denen ich etwas mehr Aufmerksamkeit auf ein sauberes Präparat gelegt habe.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292885_43527150.jpg) (https://abload.de/image.php?img=schupperegenbogenfore2njny.jpg)
Bild 1:"normales" Durchlicht-Hellfeld
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292885_56200037.jpg) (https://abload.de/image.php?img=schupperegenbogenforepdk7f.jpg)
Bild 2: X-Pol mit Rot1
Auf der rechten Bildseite sieht man die Hauttasche, in der die Schuppe gebildet wird und die beim Fischentschuppen meist mit kommt. Sie barg für mich die meisten Überraschungen.
Da sind zum einen die Pigmentzellen. Davon soll es eigentlich 3 verschiedene Typen geben: Schwarzzellen, Gelbzellen und Rotzellen, wobei ich irgendwie nur die schwarzen und die gelben gefunden habe:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292885_36038289.jpg) (https://abload.de/image.php?img=pigmentzellenvfkb1.jpg)
Bild 3: Pigmentzellen der Fischhaut
Hier gibt es ein pdf-Dokument zu Aufbau und Funktion des Fischkörpers (https://www.fischweg.ch/fileadmin/user_upload/5Lernen/3.3_Fischkoerper.pdf). Auf Seit 12 sind die Pigmentzellen dargestellt.
Noch spannender fand ich aber die glitzernden Kristallstäbchen, die dafür verantwortlich sind, dass diese Hauttasche so schön silbern glänzt. Das tut nicht die ganze Fischschuppe, sondern nur der Teil, der noch die Haut dran hat. Im Durchlicht sind sie sowohl im Hellfeld als auch im polarisierten Licht nicht besonders auffällig, aber im Auflicht geht die Post ab. Um den direkten Vergleich noch einmal zu gewährleisten nochmal erst ein DL-HF-Bild, aber mit dem Auflichtobjektiv aufgenommen, dann Auflicht-Dunkelfeld und dann noch Auflicht-Hellfeld. Es ist kaum zu glauben, aber das ist der gleiche Abschnitt des Präparates. Ich habe wirklich nur von DL auf AL umgeschaltet.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292885_55909147.jpg) (https://abload.de/image.php?img=schupperegenbogenforel5kun.jpg)
Bild 4: Durchlich-Hellfeld mit dem NeoSplan5x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292885_63208015.jpg) (https://abload.de/image.php?img=00schupperegenbogenfoq3jan.jpg)
Bild 5: dgl. im Auflicht-Dunkelfeld
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292885_32347029.jpg) (https://abload.de/image.php?img=schupperegenbogenforehdk4n.jpg)
Bild 6: im Auflicht-Hellfeld fallen die Glanzzellen nicht so sehr auf. Dafür hat man jetzt auch wieder etwas Fischschuppe im Bild
Auch die Schuppen der Regenbogenforelle lösen sich recht schnell auf, wobei die Glanzkristalle frei werden und im Wasser umherflirren:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/292885_22687807.jpg) (https://abload.de/image.php?img=guaninkrisatllefischslxkft.jpg)
Bild 7: vereinzelte Glanzkristalle im Auflicht-Dunkelfeld
Ich habe gelesen, dass diese Glanzkristalle aus Guanin bestehen sollen, das in saurem Milieu aufgelöst wird. Deshalb habe ich HCL unter das Deckglas gesaugt. Die Nadeln haben sich zumindest aufgelöst, aber es hat auch zu einer reichlichen Blasenbildung geführt (CO2?), was ja eher für Kalzit sprechen würde.
Ja, da bleiben noch ein paar Fragen offen.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
hast mich wieder einmal angestiftet – Aal:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures011/293472_63208015.jpg) (https://abload.de/image.php?img=aal1jpksn.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures011/293472_32001227.jpg) (https://abload.de/image.php?img=aal2nhjhe.jpg)
:)
Viele Grüße,
Heiko
Hallo Heiko,
sehe ich das richtig, dass Bild 1 die sich nicht überlappenden Schuppen (typisch für Aale) noch auf der dünnen äüßeren Haut zeigt und Bild 2 die Luftblasen bei der Auflösung der Kristalle in den Glanzzellen?
Ich habe jetzt, nach dem ich da noch ein paar mal drauf geschaut habe, gesehen, dass die Glanzzellen bei der Regenbogenforelle unter den Schuppen liegen und die Farbzellen oberhalb. Anfangs habe ich immer kämpen müssen, die Glanzzellen mal richtig scharf zu bekommen, weil ich sie nur durch die Schuppe hindurch gesehen habe, bis ich mal eine andersherum aufgelegt habe...
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
seltsamerweise nicht mit Google – sondern in diesem Fall mit Bing, finden sich unter ,,aal schuppen" perfekte Aufnahmen ...
Mein erstes Foto zeigt also eine Schuppe, etwas überformatig, die Ränder sind nicht mehr zu sehen. Dann ,,zoome" ich im zweiten Bild mit dem 40er auf den Apex. Da war die seltsame ,,Plattierung" besonders klar zu sehen. Luftblasen sind das also nicht, aber einige Wassertröpfchen sind dabei.
Viele Grüße,
Heiko
Hallo Heiko,
da muss ich also mal wieder Aal essen. Ich bin ja mit Aal aufgewachsen direkt am Schaalsee. Meine Eltern hatten immer die ersten Frühkartoffeln in der Gegend und der Fischer hatte Aal. Also kam man schnell ins damals übliche Tauschgeschäft, zumal diese beiden Lebensmittel auch sehr gut zusammen schmecken.
Interessant finde ich ja, dass die Parkettierung, die die Schuppen auf der Haut bilden, sich noch einmal so ähnlich auf der Schuppe selber findet. Danke für diese tolle Anregung!
Was ich mir auch bei nächster Gelegenheit anschauen will sind die Kammschuppen der Barsche. An Hai- oder Rochenhaut mit ihren Placoidschuppen kommt man wahrscheinlich hierzulande nicht so leicht.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
Liebes Forum,
dann darf ich nach dem heutigen Sonntagsmahl noch die Schuppe einer Goldbrasse beisteuern, frisch vom (F)Tisch. Sie hat viele kleine Zähnchen auf der Schuppe und drei Reihen großer Zähne am Rande - der Fisch ist wehrhaft bis ins mikroskopische Detail (Was jeder bestätigen kann, der der Rückenflosse aus der falschen Richtung kam..).
Die Bilder sind mit dem Leitz ICT aufgenommen, durch die Lambda-Platte (de Senarmont) vor dem Prisma kann man dieses Präparat in den schönsten Farben einfärben.
1 und 2 Die Oberfläche der Schuppe, 3 und 4 der gezahnte Rand.
Das nächste Mal gibt es auch einen Maßstabsbalken, wird schon.
Grüße
Andreas
Hallo Andreas,
auch ein sehr interessanter Fisch!
Zitat von: Wikipedia, Goldbrassedie Bezahnung besteht aus kräftigen Mahlzähnen.
Das ist ja auch etwas, was ich von keinem Süßwasserfisch kenne. Im Meer gibt es dagen zahlreiche Schalen- und Krustentierfresser, die Mahl- oder Knack-Zähne haben. War der Kopf noch dran, als Du den Fisch bekommen hast.
Dieser Faden entwickelt sich sehr vielgestaltig. Ich habe für morgen Aal bestellt. Da will ich auch noch mal Schuppen ernten.
Beste Grüße
Gerd
Hallo,
der Aal war lecker und seine Schuppen sind wirklich eine Augenweide. Dabei sind die Schuppen ganz anders als andere Fischschuppen, die ich kenne: Sie sind ganz weich, fast hautartig. Und sie sind von der Haut mit den Pigmentzellen vollkommen bedeckt. Mit einer Lanzettnadel, lassen sie sich leicht herausreißen.
Hier ein Hellfeldbild:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures011/294652_32001227.jpg) (https://abload.de/image.php?img=aal-dl-hf-mastab8sjf3.jpg)
Aber so richtig Spaß macht auch hier der Polarisationskontrast mit Rot1:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures011/294652_19575591.jpg) (https://abload.de/image.php?img=aal-xpolrot1-mastabsfjuk.jpg)
Diese beiden Aufnahmen habe ich aus 2 Fotos gestitcht, weil die Schuppe ein ganz kleines Bischen zu zu groß war für des 4er Objektiv
Hier noch eine Detailaufnahme mit dem SPlanApo10:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures011/294652_41962596.jpg) (https://abload.de/image.php?img=aalschuppe-xpolrot1-s9ejyj.jpg)
...und mit dem 20er:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures011/294652_42119052.jpg) (https://abload.de/image.php?img=aal-xpolrot1-splanapo2skdc.jpg)
Interessant finde ich, dass man beim Aal die Jahresringe an den Schuppen sehr gut erkennt, besser als z.B. bei Saibling oder Regenbogenforelle. Mein Exemplar sollte somit ca. 6..7 Jahre alt gewesen sein, wobei ich nicht weiß, ob die Schuppen schon die Larvenstadien mit repräsentieren. Ich denke eher nicht, denn schließlich wandern die Aallarven ca, 3 Jahre von der Saragossasee bis in die Binnengewässer.
Hallo Heiko,
Besten Dank für die Anregung! Deine Bilder sehen etwas anders aus. War das ein geräucherter Aal? Ich habe "Grünen Aal", also frisch und unbehandelt bestellt und den dann abgezogen und gebraten. Die Haut habe ich halbiert und eine Hälfte eingefrohren, für spätere Präparationsversuche. Ich will versuchen, in den nächsten Tagen Dauerpräparate herzustellen
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
da sind Dir hervorragende Aufnahmen gelungen, Kompliment.
Bei ,,meiner" Räucherschwarte waren die Schuppen nicht (gut) ablösbar.
Aufnahmen, wie Du sie zeigst, habe ich nur ,,singular" im Netz gefunden.
Viele Grüße,
Heiko
Hallo Gerd
Erste Sahne, deine Aufnahmen. 8)
Mal wieder ein Ansporn für mich.
Gruß von Siegfried
bei der zahl der "ringe" ist drauf zu achten, ob es tropische oder einheimische fische sind.
vermutlich haben `tropen´ doppelt so viele "ringe".
ciao,
güntherdorn
Hallo Günther,
das Thema mit den "Jahresringen" bei den Fischschuppen ist nicht ganz so einfach, wie die gezeichneten Abbildungen, die man dazu findet, vermuten lassen. In Bezug auf den Aal habe ich gelesen, dass er erst im Alter von 2..3 Jahren anfängt überhaupt Schuppen zu bilden und in Bezug auf andere Arten ist es mir oft nicht möglich gewesen, diese Jahresringe überhaupt sauber abzugrenzen. Eventuell gibt es eine Färbemethode, die dichteres und weniger dichtes Gewebe differenziert, aber so weit habe ich mich nicht in die Materie begeben. Mich begeistert vor allem die Ästhetik dieser über Millionen von Jahren verfeinerten Konstruktion.
Beste Grüße
Gerd
Experimente mit einer Aalschuppe.
Nachdem ich von Gerd ein fertiges Präparat erhalten habe, mußte ich sofort einige Versuche mit POL und DIC anstellen. Je nach Zusatzplättchen (Glimmer) sind im POL fast alle Farben möglich. Das hellt wenigstens das Gemüt in der grauen Zeit auf. Mit DIC und Rot 1 gibt es wieder neue Eindrücke.
Bild 4 dann DIC mit 40x Objektiv, Einzelaufnahme und auf die Gitterstruktur fokussiert.
Bunte Grüße
Peter
Hallo Peter,
das sind sehr schöne Bilder! Mit DIC an die Aalschuppe ran zu gehen, darauf bin ich noch gar nicht gekommen, weil POL schon so schön war. Schön dass das Präparat Dir Freude bereitet. Ich habe auch eine ganze Weile an Deinem Diatomeenpräparat verbacht.
Beste Grüße
Gerd
Hallo,
ich habe diesen alten Faden noch einmal hervor gekramt, weil mir am Wochenende sehr schöne Fischschuppen in die Hände gefallen sind. Leider weiß ich nicht genau, zu welcher Fischart sie gehören. Sie lagen auf einem Stein. Die wenigen Reste von Innereinen, die daneben noch herumschwammen, haben mich da leider auch nicht weiter gebracht. Ich weiß nur, dass sich derartige Kammschuppen bei den Barschartigen finden. Flussbarsch oder Zander kommen an dem Baggersee in Mecklenburg vor, wobei ich bei der Größe der Schuppen eher auf Zander tippe, denn die größten waren etwa 1x1cm groß.
Viel Freude beim Betrachten wünscht
Gerd
Fotos aufgenommen mit dem PlanFL2 am VANOX. Einzelaufnahmen
Bild 1: Hellfeld
Bild 2: X-Pol+Rot1
Hallo Gert
Ein Thema mit dem ich mich noch nie beschäftigt habe, aber sehr schöne Ergebnisse. Die Frage betrifft die Präperaterstellung - wie bekommst du die Schuppen eben, oder sind gar nicht alle dreidimensional?
Habe mir das noch nie unter den Stemi oder Lichtmikroskop angesehen, denke nur an die Form der Fische ...
Gespannte Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
die Schuppen sind tatsächlich mehr oder weniger gewölbt; also stacken oder eindecken und Wäscheklammer drauf bis es hart ist.
Die Form passt zum Zander.
Grüße
Wolfgang
Hallo Gerhard,
ja das mit der Wölbung ist schon etwas problematisch. Für Dauerpräparate kommen eigentlich nur recht kleine und dünne Schuppen in Frage, aber die zeigen auch alle Merkmale und schließlich will man sie ja auch im Mikroskop ansehen. ;) Mit dem 2x-Objektiv passte die oben gezeigte Schuppe gerade so ins Weitfeldbild (26mm). Ich habe deshalb auch mit der Digitalkamera durch das Okular fotografiert, Mit der normalen Kameraadaption hätte ich trotz Projektiv 1,67 nocht die ganze Schuppe mit einem Foto ablichten können.
Was sehr gut für Dauerpräparate ging: Die Aalschuppen (siehe #18 und #23), denn die waren ganz weich. Allerdings liegen die auch komplett unter der Haut und müssen herausgeschnitten werden, z.B. mit einer Lanzettnadel. Die Schuppen vom Seibling waren auch gut geeignet, weil klein, dünn und recht weich.
Hallo Wolfgang,
danke für Dein Foto. Weißt Du denn von welchem Fisch Deine Schuppe stammt? Aus meiner aktiven Anglerzeit vor ca. 40 Jahren weiß ich noch, dass man die gefangenen Barsche am besten sofort nach dem Fang ganz frisch abschuppt. Ich denke, dass diese feinen Stachel daran Schuld sind, denn das ist die Seite, die in der Haut steckt. Der Kamm auf der anderen Seite guckt raus.
LG Gerd
EDIT 04.11.2022:
Nach dem ich einen frischen Barsch selber entschuppt habe weiß ich nun, dass die kammartige Seite in der Haut stecht und die feinen Stacheln herausragen. Hatte ich falsch in Erinnerung.
Hallo Gerd,
das war ein leckerer Zander!
liebe Grüße
Wolfgang
Tolle Bilder!
Wenn ich in letzter Zeit Fische ausgenommen habe, habe ich auch im Kopfbereich nach Otolithen gesucht, bin aber nie fündig geworden. Hat da jemand mehr Erfahrung?
Viele Grüsse
Florian
Hallo Adi,
Zitat(wie in dem Film Alien)
Da wär ich dann aber vorsichtig :-)
So wie es aussieht, handelt es sich um Reste der Schleimschicht; bei Karpfen und Schleie besonders ausgeprägt.
Ich häng mal ein paar Bilder dran; sind nur Belegfotos aus der Datenbank, daher die miese Qualität.
Wolfgang
1. Schuppe vom Zahnbrassen (Dentex dentex)
2. Schuppe vom Lachs (Salmo salar)
3. Schuppe von der Sardine (Sardina pilchardus)
4. Schuppe vom Zander (Sander lucioperca)
5. Schuppe vom Rotbarsch (Sebastes norvegicus)
Zitat von: liftboy in September 14, 2022, 10:05:55 VORMITTAG
1. Schuppe vom Zahnbrassen (Dentex dentex)
2. Schuppe vom Lachs (Salmo salar)
3. Schuppe von der Sardine (Sardina pilchardus)
4. Schuppe vom Zander (Sander lucioperca)
5. Schuppe vom Rotbarsch (Sebastes norvegicus)
Hallo Wolfgang, ich zählen nur 4 Bilder...
Viele Grüsse
Florian
Danke für die Korrektur; ich habs repariert. Da hat doch die Sardine gefehlt (wo die doch so lecker ist)
Grüße
Wolfgang
Hallo,
heute gab es mal wieder Seibling (siehe auch den allerersten Beitrag), aber dieses Mal habe ich geziehlt die Schuppen des Seitenlinie heraus präpariert. Die sind schon sehr besonders. Das ging schon bei der Präparation los: Die ließen sich schon mal sehr viel schwerer mit der Präpariernadel aus der Haut heraus hebeln als die normalen Schuppen.
Diese Schuppen haben einen Kanal, der von vorne unten nach hinten oben schräg durch die Schuppe reicht, um den Zugang des Wassers zu den Sinneszellen zu gewährleisten. Sie sind auch sehr viel dicker.
Wer mehr über das Seitenlinienorgen erfahren möchte, dem kann ich diese Seite (https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/seitenlinienorgane/11615) empfehlen.
Hier nun die Bilder:
1. quick and dirty in Wasser. Hier ist der Kontrast recht hoch. Hellfleldaufnahme. Einzelbild mit PlanFl2
2. nach Durchlauf von Alkoholstufen und Xylol Eingedeckt in malinol. Der Kontrast ist hier sehr gering und wurde digital stark angehoben, ebenfalls Hellfeld aber gestakt aus 25 Einzelaufnahmen mit dem SPlanApo4
3. dgl. als Anaglyphenbild, um die räumlichen Verhältnisse etwas klarer zu zeigen.
Viel Freude beim Betrachten wünscht
Gerd
Hallo zusammen,
Gerd hatte mir 2021 auch ein eingedecktes Muster seiner Aalschuppen zukommen lassen. Ich habe es mir nochmal einmal genauer angesehen.
Die Bilder habe ich ins Word-Dokument eingefügt und jede einzelne Seite als Bild exportiert. Die Idee stammt von Bernd Miggel.
https://www.nlwkn.niedersachsen.de/download/50794
https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Aal
https://www.fishbase.de/Summary/SpeciesSummary.php?ID=35&AT=Aal
https://en.wikipedia.org/wiki/Fish_scale
https://en.wikipedia.org/wiki/Eel
https://www.researchgate.net/figure/Location-where-the-giant-mottled-eel-was-discovered-in-the-oxbow-lake-of-Xindian-Stream_fig2_260316910
Nicht von mir, aber schön: https://fineartamerica.com/featured/eel-scale-dr-keith-wheelerscience-photo-library.html?product=canvas-print
LG Frank
Hallo ADi,
Zitataber die 3D-Ansicht ist etwas ,,flach" :-(
Die Schuppen und erst recht die kleinen Erhebungen auf den Schuppen
sind flach. Ich find die Darstellung ohne Überhöhung schon gelungen.
LG Gerd
Zitat von: Adalbert in Oktober 01, 2022, 13:35:39 NACHMITTAGS
aber die 3D-Ansicht ist etwas ,,flach" :-(
LG, ADi
Hallo ADi,
da hast Du recht. Aber die Stacktiefe war nur ca. 29 µm und bei der gestitchten Gesamtansicht (ca. 3 mm x 1,5 mm) kommt die Struktur kaum heraus. Man kann das künstlich erhöhen, aber ich fand das nicht so schön.
In der Detailansicht kommen aber die ovalen Stukturen gut heraus.
LG Frank
Hallo ADi,
ich dachte Du beziehst Dich auf mein Bild 3
Gruß Frank
Hallo ADi,
ich habe das auch vermutet, dass sich die Bemerkung auf Franks 3D-Darstellung bezieht. Dem Link war sich schon vor längerer Zeit gefolgt und hatte nicht mal mehr in Erinnerung, dass es da auch was 3D-iges gab.
LG Gerd
Hallo,
ich habe mal wieder Fischschuppen eingemacht, und zwar die der Dorade, die ich hier als Rätsel (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=44874)schon mal gezeigt hatte. Die Bilder waren allerdings aus Frischpräparaten entstanden. Um die Fischschuppen dauerhaft eindecken zu können habe ich sie getrocknet. Normalerweise rollen sie sich dabei mehr oder weniger stark ein. Eine relativ schnelle Entwässerung mit Alkohol hat den gleichen Effekt. Deshalb habe ich Schuppen zwischen zwei Objekträger geklemmt und auf der Heizung 2 Tage getrocknet und dann in verschiedene Medien eingeschlossen (Malinol und UV.Kleber). Auf den ersten Blick scheint das Ergebnis perfekt, aber nur auf den ersten oder besser gesagt: Nur bei geringer Vergrößerung. Geht man näher heran, erkennt man tausende kleiner Schrumpfrisse.
Ich bin jetzt mal gespannt, ob der langamere Entzug des Wassers in aufsteigender Alokoholreihe Besseres liefert.
Bild 1: Übersichtsbild mit dem PlanFL2 im HF
Bild 2: DIC-Aufnahme mit dem SPlanApo20
Bild 3: Animiertes Gif das die Durchfokussierung mit dem SPlanApo40 zeigt. Die Risse liegen alle auf der Unterseite der Schuppe, die sich normalerweise beim Trocknen zusammenziehen würde, aber nicht konnte.
LG Gerd
EDIT: Leider ist das Gif etwas klein, aber sonst kann ich es nicht hochladen.
Hallo Gerd,
der Conloc UV-Kleber (665) weist bei Aushärtung einen linearen Schrumpf von 2% auf, lt. Datenblatt. Bei Malinol konnte ich nichts finden. Aber ich denke, das auch das Eindeckmittel durch Ausgasen leichten Schrumpf erzeugt.
Ob sich das durch ein anderes Eindeckmittel ändern lässt, z.B. 2K-Kleber?
Hast Du noch eine eingeklemmte Schuppe, die Du ohne einzudecken mal angucken kannst? Sind die Risse schon vor dem Eindecken da? Werden die dann wieder krumm?
Deiner Beobachtung nach sind die Schuppen hygroskopisch und weisen eine innere hohle Struktur auf, wie Holz.
LG Frank
Hallo Gerd,
meiner einer geht mit der wassernassen Schuppe direkt in Hydromatrix. Auf das Ganze kommt dann eine Wäscheklammer und nach einer Woche ist alles gut :-)
Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
ja die Hydromatrix muss ich auch endlich mal ausprobieren. Habe ich ja da. Wie stabil ist denn das Zeug? hast Du auch ältere Präparate auf dieser Basis? Leider habe ich jetzt nur noch Schuppen in Alkohol (z.Z. um 50%).
Hallo Frank,
nein, die drei Schuppen aus der Schuppenpresse sind alle verarbeitet, wobei das Malinol ja noch lange nicht fest ist und auch da sind die Sachrumpfrisse zu sehen. Ich gehe deshalb davon aus, das die schon bei der Trocknung entstanden sind.
LG Gerd
Hallo,
ich habe jetzt bessere Ergebnisse erzielt, indem ich die Schuppen recht langsam entwässert habe. Dazu habe ich Anfangs einfach immer etwas mehr Brennspiritus dazu gegeben habe und mehrere Stunden gewartet habe, bis ich die Konzentration weiter erhöht habe. Später habe ich das Gemisch abgesaugt und puren Spiritus aufgefüllt, schließlich in Xylol überführt und in Malinol eingedeckt habe. Malinol ist vor allem dann das Mittel der Wahl, wenn die Schuppen besonders dick und steif sind, wie die vom Barsch. Die zarteren Schuppen vom Seehecht ließen sich darin sehr einfach eindecken. Fast immer habe ich eine Wäscheklammer auf das Deckglas geklemmt, die bis zum erhärten das Eindringen von Luft und das Schieflegen des DG verhindert. Bei den dicken Barschschuppen habe ich teilweise noch Angelschnur am DG-Rand untergelegt.
Hier nun ein paar Fotos. Alle im X-Pol mit Rot1-Kompensator und mit dem SPlanFL2 von Olympus
1. Flussbarsch Perca fluviatilis
2. dgl. aber eine Schuppe der Seitenlinie
3 Seehecht Merluccius sp.
4. dgl. aber eine Schuppe der Seitenlinie
Viel Freude beim Betrachten!
Gerd
Hallo Gerd
Wirklich anschaulich hast du deine Vorgehensweise geschildert.
Das regt zum nachmachen an.
Und deine Dokufotos sind echt sehenswert.
Gruß von Siegfried
Hallo Gerd,
danke für Deine Beschreibung, wie man die Fischschuppen noch besser eindecken kann.
Allerdings lenkt der farbige Hintergrund von der schönen Struktur der Schuppen ab, wie ich meine. Hier wäre weniger mehr, ist aber wohl auch Geschmackssache.
Kannst Du bei höherer Vergrößerung nun keine Risse mehr erkennen?
LG Frank