Hallo,
ich bin vorhin auf diesen Artikel gestossen, der ein interessantes, farbenprächtiges Kontrastierungsverfahren vorstellt, dass man mit relativ beschränkten Mitteln Umsetzen können sollte:
https://core.ac.uk/download/pdf/222884907.pdf
Viele Grüsse
Florian
That's an interesting method Florian, thanks for the link. Specific for the methods are two 'z-cut quartz' elements. That sounds expensive, or are there alternatives?
Best wishes, René
ps, maybe one of the moderators can move this item to the appropriate part of this forum?
Hallo Florian,
vielen Dank, das klingt spannend! Hat das schon mal jemand im Forum ausprobiert ?
Viele Grüße
David
Hallo,
das klingt außerordentlich interessant. Habe mal schnell im Web geschaut bei uqgoptics. com gibt es für 31 BP brutto welche mit 25mm Durchmesser, größere entsprechend teurer aber doch sehr moderat. Das müsste man mal ausprobieren.
Gruß,
Michael
Teaser - wäre zu schön um wahr zu sein.
Bin gespannt, ob das jemand mit Hausmitteln zum Laufen bekommt.
Polychromatic Polarisationsmikroskop:
Bringt Farben in eine farblose Welt. Michael Shribak. Die Interferenz zweier kombinierter weißer Lichtstrahlen erzeugt Newton-Farben, wenn einer der Strahlen relativ zum anderen um 400 nm bis 2000 nm verzögert wird. In diesem Fall addieren sich die entsprechenden interferierenden Spektralanteile als zwei Skalare an der Strahlenkombination. Liegt die Verzögerung unter 400 nm, erzeugt die Zweistrahlinterferenz nur Grautöne. Die Interferenzfarben werden häufig zur Analyse doppelbrechender Proben in der Mineralogie verwendet. Viele der biologischen Strukturen haben jedoch eine Retardanz <100 nm. Daher werden Zellen und Gewebe unter einem normalen Polarisationsmikroskop als graues Bild gesehen, dessen Kontrast bei bestimmten Orientierungen verschwindet. Hier schlagen wir zum ersten Mal vor, die Vektorinterferenz von polarisiertem Licht zu verwenden, bei der die Farben des vollen Spektrums bei einer Retardanz von einigen Nanometern erzeugt werden, wobei der Farbton durch die Orientierung der doppelbrechenden Struktur bestimmt wird. Die bisher farblosen doppelbrechenden Bilder von Organellen, Zellen und Geweben werden lebendig farbig. Dieser Ansatz kann neue Möglichkeiten für die Untersuchung von biologischen Proben mit schwach doppelbrechenden Strukturen, die Diagnose verschiedener Krankheiten, die Abbildung von Kristallen mit geringer Doppelbrechung und die Schaffung neuer Methoden zur Steuerung der Farben des Lichtstrahls eröffnen.
Patent: Polychromatic polarization state generator and its application for real-time birefringence imaging (https://patents.google.com/patent/US9625369B2/en)
Malariadiagnostik (http://www.focusonmicroscopy.org/2019/PDF/1071_Shribak.pdf)
Die Polarisationslichtmikroskopie zeigt das Malariapigment Hämozoin, ein kristallines Produkt der Hämoglobinverdauung durch die Parasiten. Durch die direkte Darstellung von Hämozoin sind keine Kontrastmittel zur Malariadiagnose erforderlich. Wir untersuchten Blutausstriche von mit Plasmodium yoelii infizierten Mäusen mit und ohne Phasenkontrast. Wie man sehen kann (Abb. 1), sind die farbigen, brillant doppelbrechenden Granula des Hämozoins deutlich sichtbar. Die kleinen Hämozoinkörnchen sind von großen bräunlichen roten Blutkörperchen umgeben. In einer frischen Probe drehen sich die Körnchen frei und ändern die Farbe entsprechend ihrer optischen Achsenausrichtung. Das Hämozoin erscheint wie ansprechende Weihnachtslichter, die in wechselnden Farben blinken.
Youtube: Advanced polarized light microscopy for mapping molecular orientation (https://www.youtube.com/watch?v=GEXX8oGS2uA)
Ich muß mir das mal in Ruhe anschauen:
OpenPolScope (https://openpolscope.org/)
Die OpenPolScope-Technologie ist ein Satz von Software- und Hardware-Komponenten für die Aufnahme, Verarbeitung und Analyse von Bildern mit polarisiertem Licht, die mit Mikroskopen und anderen abbildenden Optiken erzeugt wurden. Die Software ist als Plugins für die Open-Source-Imaging-Plattformen ImageJ und Micro-Manager verfügbar. Wir stellen auch Informationen über die Hardware zur Verfügung, die benötigt wird, um ein polarisiertes Lichtmikroskop zu implementieren, das mit der OpenPolScope-Software kompatibel ist. Durch die Kombination von Hardware und Software sind Anwender in der Lage, polarisierte Lichtbilder zur Messung der Doppelbrechung, der Dämpfung und der polarisierten Fluoreszenz in künstlichen und natürlichen Materialien mit hoher Empfindlichkeit und hoher räumlicher Auflösung aufzunehmen.
Unser Ziel ist es, die Polarisationsmikroskopie einer breiten Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Enthusiasten der Polarisationsbildgebung zugänglich zu machen, um interdisziplinäre Kooperationen bei der Anwendung und Weiterentwicklung der Technologie anzuregen. Bei der Förderung dieses Ziels bieten wir auch Dienstleistungen für Kollegen an, die die Technologie in ihrer eigenen Arbeit implementieren und nutzen möchten. Derzeit unterstützt das OpenPolScope drei Bildgebungsmodi: Doppelbrechung, polarisierte Fluoreszenz und Dämpfung. Die Bilder unten verlinken zu Informationen über jeden Modus.
Liebe Grüße
Rudolf
Ich hab mich wegen der Dicke der Z-cut quartz crystals mit den Formeln beschäftigt, komme da aber auf keinen grünen Zweig (bzw. je nachdem, von welchen Werten ich ausgehe, auf Dicken von 4-12mm, das schein mir doch etwas viel). Hat da jemand evtl. mehr Durchblick als ich?
LG Michael
Hallo,
also, die bei uqgoptics.com angebotenen liegen bei 1-2 mm Dicke.
Carsten
Zitat von: Carsten Wieczorrek in Januar 25, 2021, 19:44:49 NACHMITTAGS
Hallo,
also, die bei uqgoptics.com angebotenen liegen bei 1-2 mm Dicke.
Carsten
Hallo Carsten,
ich meinte die Dicke, die man laut der Formeln im Paper benötigt, um das gewünschte Spektrum zu bekommen. Wenn ich das richtig weiß, dreht Quartz ja ca. 20° per mm Dicke. Ich bin aber zu blöde, um aus dem Paper herauszulesen, welche Dicke man benötigt um das polychromatische Polarisierungsmikroskop umzusetzen.
LG Michael
Hallo Michael,
ZitatThe second Z-cut quartz crystal introduces the inverse polarization rotation and inverse spectral dispersion.
Bedeutet das, man benötigt einen rechts-drehenden und einen links-drehenden Kristall?
Carsten
Hallo Carsten,
ja, das bedeutet es.
Viele Grüsse
Florian
Eventuell kann man das auch mit Küvetten mit Saccharose und Fructoselösung hinbekommen. Die haben entgegengesetzten Drehsinn. Man muss halt die Konzentrationen anpassen. Eine Küvette in den oberen Strahlengang zu bekommen, ist auch nicht trivial.