Hallo,
Welcher Klebegrund für Diatomeen verträgt sich denn mit Pleurax?
Hallo Harald,
früher war auf der Seite diatoms.eu ein Rezept von Michel Haak. Ich kann mich erinnern, dass es PVA basierte. Ich hatte es auch getestet und es hat funktioniert. Der große Nachteil war allerdings, dass es immer frisch hergestellt sein muss. Bereits nach ca. 10 Tagen, war es nicht mehr verwendbar.
lg
Anne
Letztendlich geht es beim Klebegrund immer um die Verträglichkeit mit dem Lösemittel des Eindeckharzes.
Hallo Anne,
soweit ich erinnere basierte Michels Klebegrund auf Polyacrylamid, oder täusche ich mich da? Probiert habe ich es damit nicht.
Seine Seite scheint ja offline zu sein, ich hoffe, es geht ihm gut.
Hallo Harald,
ich habe mal Diatomeen gelegt mit einer dünnen Schicht Schelllack als Klebegrund und Arocolor als Eindeckmittel. So schön fest wie Pleurax ist das Aroclor aber auch nach Jahren nicht gewesen. Bei Pleurax scheiden wegen der hohen Temperatur die meisten denkbaren Klebegründe aus.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Bob,
ja da hast Du recht!
Leider habe ich das Rezept nicht gespeichert.
Michel Haak geht es gut, er pausiert nur.
lg
Anne
Hallo Bob,
bei der Bezeichnung Aroclor wurde ich hellhörig. Bist Du sicher, daß es das wirklich war? Aroclor ist ein Handelsname der ehemal. U.S. Firma Monsanto (ja, die mit Glyphosat) für Polychlorierte Biphenyle (PCB). Hinter dem Namen Aroclor kam noch eine 4-stellige Zahl, beginnend mit 12XY, wobei XY den Chlorgehalt in % bedeutete und bis 68 % ging. Bedingt durch den Aromaten und den hohen Chlorgehalt weisen sie sehr hohe Brechungsindices auf und waren deswegen in der Vergangenheit in Mischung mit ebenfalls toxikologisch bedenklichen Phthalsäureestern (Di-n-butylphthalat , Dimethylphthalat usw.) Bestandteil von synthetischen Immersionsölen. Auch in bestimmten Einschlußharzen war es möglicherweise als Weichmacher enthalten, wie auch die inzwischen auch größtenteils verbotenen Chlorparaffine.
Die Aroclor-Typen waren zwar z.T. recht hochviskos, aber sie härteten nicht aus.
Viele Grüße, Jochen
Hallo Diatomisten,
von Eberhard Raap habe ich folgendes Rezept für Klebegrund für Radiolarien bekommen.
Vermutlich gilt dies auch für Diatomeen.
Herzliche Grüße
Herbert
Hallo Jochen,
ich habe das Zeug als Aroclor für genau diese Anwendung und mit den entsprechenden Hinweisen bekommen. Bei einem länger über Kopf hägenden Präparat war mir gerade aufgefallen, dass das Deckglas runterhängt, kann also sein, dass es nur von Hoffnung und Lackring gehalten wird.
man sollte schon sauber damit arbeiten. In Caedax war auch PCB enthalten, deshalb wurde es wohl nicht weiter hergestellt.
Hallo Herbert,
der Klebegrund muss ja immer zum Eindeckmittel und ggfs. Haftgund passen. Pleurax erwärmt man auf etwa 180°, da verkokeln Klebegründe aus Schellack und Zucker und dergl.. Da Pleurax in Isopropanol gelöst ist, würde es auch den Schellack anlösen. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, da etwas geeignetes zu finden. Aber wenn es nicht schwierig wäre, wäre es ja wieder langweilig. ;D
Viele Grüße,
Bob
Moin in die Runde,
...warum nicht die Methode von Altmeister J.D.Möller benutzen, die im Mikroskosmos auf Seite 325 ,Band 97 beschrieben ist.
https://www.zobodat.at/pdf/Mikrokosmos_97_6_0001.pdf
Der Artikel hat den Titel ,,Die größte Typenplatte der Welt und ihre Herstellung ,,und basiert auf einer brieflichen Anleitung Möllers für einen befreundeten Diatomisten (Kinker) .
Grüße in die Runde
CMB
Moin,
zur Erinnerung: Die Frage lautet "Welcher Klebegrund verträgt sich mit Pleurax"?
Die Frage war nicht welche Kleber gibt es.
Moin,
vielleicht kommt man ja weiter, wenn man für solche Präparate auf Pleurax verzichtet, und andere Einschlussmittel wählt..
aber wenn man das nicht möchte... einfach den Post ignorieren ..
Heitere Grüße
CMB
Hallo Harald,
ich schreib Michel mal an und frage nach dem Rezept.
lg
anne
Moin Anne,
super :), Danke!
Hallo Harald,
Michel Haak hat es wieder auf seine Website diatoms.eu gestellt.
Er lässt es dort für ca. 1 Woche.
lg
Anne
Hallo Anne,
danke, ich habe mir das auch gespeichert. Das Polyacrylamid muss ein ziemliches Teufelszeug sein, wenn es bei 180° durchhält.
Michels Hinweise zum Verstopfen von Abflüssen fand ich auch interessant.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Harald,
zu Unizeiten habe ich öfters ,,Klebegrund" benutzt. Dazu habe ich Paketband (das braune Billigklebeband) in Hexan gegeben. Dabei hat sich der Klebegrund abgelöst und im Hexan gelöst. Gibt man nun einen Tropfen dieser Lösung auf einen Objektträger bildet sich eine hauchdünne, transparente Klebeoberfläche. Darauf hat alles geklebt.
Zum Pleurax. Pleurax hat einen hohen Brechungsindex. Das lässt auf halogenierte Aromaten schließen. Der Klebegrund hat sich ja in Hexan gelöst. Dann dürfte er sich auch in halogenierten Aromaten (=Pleurax) lösen. Ein Versuch wäre es wert....
Beste Grüße
Jan
Hallo Jan,
Zitat von: VorticellaDer Klebegrund hat sich ja in Hexan gelöst. Dann dürfte er sich auch in halogenierten Aromaten (=Pleurax) lösen. Ein Versuch wäre es wert....
Aber genau das sollte doch wohl vermieden werden, dass der Klebegrung vom Eindeckmittel gelöst wird.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Jan,
das she ich auch so wie Gerd. Da schwimmen die Kerls doch davon ???
Hallo,
Pleurax enthält keine halogenierten Aromaten. Dr. G. Rosenfeld von der Mikrogruppe Hamburg hat auf der Homepage der Hamburger Mikrogruppe die Synthesevorschrift veröffentlicht. Man findet die Vorschrift auch in einem MIKROKOSMOS-Artikel von Meller (siehe unten). Die drei MIKROKOSMOS-Artikel von Dr. G. Rosenfeld kann ich auf Anforderung gern verschicken, meine email-Adresse ist offen.
Viele Grüße
Rainer
Dann wäre es ja ein Versuch wert, oder sehe ich das falsch?
Hallo zusammen,
ich denke nicht, dass bei dem erwähnten Klebegrund die starke Erwärmung es Pleurax berücksichtigt wurde. Aber klar, Harald, ausprobieren ist ja in dem Fall einfach, probiere doch mal aus, wie temperaturstabil die Schicht ist. Sie sollte sich nicht zersetzen und nicht zu weich werden.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Harald,
den Klebegrund von Michel Haak habe ich getestet ( wie ganz oben schon erwähnt ) und natürlich funktioniert er!!!!
Aber die Lösung hält sich nur ein paar Tage, dann lässt die Klebekraft nach. Er muss immer wieder frisch hergestellt werden, das ist das einzige Problem.
lg
Anne
P.S. Michel Haak schreibt ja: Adhesive for Pleurax
Hallo Anne,
vielen Dank :)
Zitat von: anne in Januar 27, 2021, 21:59:13 NACHMITTAGSund natürlich funktioniert er!!!!
Hallo Anne,
da habe ich keine Zweifel, hattest Du ja geschrieben. Aber ob der Paketband-Klebegrund von Jan auch für die ungewöhnlich hohen Verarbeitungstemperaturen von Pleurax getestet und geeignet ist, geht aus seinem post nicht hervor. So war das gemeint.
Ich würde es wenn mit dem Polyacrylamid probieren, wenn ich gerade Bedarf hätte und es beschaffen könnte.
Viele Grüße,
Bob