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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Thomas Böder in April 16, 2021, 10:27:57 VORMITTAG

Titel: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 16, 2021, 10:27:57 VORMITTAG
Guten Morgen ihr Lieben,

ich habe mein Panphot seit ca. 15 Jahren.
Nebst tonnenweise Zubehör.
Mittlerweile auf LED, weiß und UV, umgebaut.

Standardmäßig bestückt mit Leitz 170er Objektiven 6,10,25,40(Apo), 100.
Dazu Berek Kondensor 0,9 oder Leitz FL Kondensor 1,4.
Binokulartubus, Zwischenoptik im Revolver
Okulare, Leitz Standard oder GF.

Bis vor ein paar Tagen war ich eigentlich recht zufrieden mit den zu sehenden Bildern im Okular.
Dienstag kam ein Reichert Mikroskop aus den 40ern bei mir an.
Bestückt mit 10, 40, 100 und einem 8er Plan Okular.
Kondensor ist ab Werk fest eingestellt und lässt sich nicht zentrieren.
Licht über Planspiegel/Küchenlampe.

10er und 40er waren schon mal richtig gut.
Aber als ich das Bild durch das immergierte 100er sah, bin ich fast vom Stuhl gefallen.
Sowas unglaublich Scharfes und Kontrastreiches bei einem 100er habe ich am Panphot noch nie gesehen.
Ich habe dann man alle meine 100er, inklusive dem Reichert, gegeneinander am Panphot verglichen.
Im Prinzip alle ähnlich, aber das Bild hat bei weitem nicht die Schärfe, wie ich es am Reichert Mikroskop sah.

Wo ist jetzt mein Fehler?
Oder erwarte ich zu viel?

Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt.  :D

Viele Grüße, Thomas.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: A. Büschlen in April 16, 2021, 10:51:33 VORMITTAG
Hallo Thomas,

schön hier vermehrt von dir zu lesen! -

Das spricht für Reichert! Aber doch eine Frage zu deinem Reichert: mehr Schärfe oder mehr Kontrast? Dein gezeigtes Reichert 100er hat eine eingebaute Iris. Hast du mit offener Blende verglichen?

Viele Grüsse Arnold
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 16, 2021, 10:56:48 VORMITTAG
Hallo Arnold,

bin jetzt wieder massiv in die Mikroskopie eingestiegen  :)

Zu deinen Fragen:
Definitiv Beides! Schärfe und Kontrast sind deutlich besser!
Die Blende im 100er war offen, am Reichert Mikroskop selbst und auch beim Vergleich der 100er.

Grüße, Thomas.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: JB in April 16, 2021, 12:46:55 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

Haben Sie das Reichert-Objektiv auch am Panphot ausprobiert?

Welche Leitz 100:1 haben Sie?

Spontane Vermutung ist dass der Tubusfaktor von 1,25x am Panphot die Ursache ist. Wenn das Reichert keinen Tubusfaktor hat (bei kleinen Stativen meist der Fall) (= 1x) und mit 8x Okular ( = 0.8x) faellt der Unterschied schon negativ auf. Die Grossstative mit 1,25x machen ihren Nachteil teilweise durch die exzellente Beleuchtung wieder wett aber ein 1x oder sogar 0,8x Tubusfaktor traegt zu einem guten Bildeindruck bei.

Haben Sie 6,3x oder 8x Okuklare fuer das Panphot?

Beste Gruesse,

Jon
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Jürgen Boschert in April 16, 2021, 12:49:03 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

welche Okulare wurden denn jeweils verwendet ?
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Bob in April 16, 2021, 12:55:41 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,
das Reichert ist ja vermutlich ein einfaches Hufeisenmikroskop, also nur ein Rohr zwischen Objektiv und Okular. Ist da beim Panphot mehr Glas dazwischen? Auch wenn alles ganz sauber ist müsste das Glas mit seinen Luft-Glas-Übergängen den Kontrast schon reduzieren. Und wenn dann noch etwas Staub drauf ist...
An sonsten wäre es vielleicht eine Frage der Beleuchtung.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 16, 2021, 13:19:23 NACHMITTAGS
Das Reichert habe ich auch am Panphot getestet.
Wie auch ein paar andere 100er.
Mit dem gleichen Ergebnis.

vorhandene Leitz Objektive:

1/12 Oel 100 1,3
Apo Oel 90 1,4
1/12 Oel 95 1,32 ohne DG
PV Apo Oel 90 1,15

Dazu kommen noch drei Fremdhersteller 100er.

Okulare:

Periplan GF 10x/18 (Standard)
Div. alte, nicht GF Leitz Okulare von 5-10x
Div. chin. GF Okulare

Beleuchtung: Köhler oder Heine

Das Reichert ist in der Tat ein normales Hufeisenmikroskop ohne Zwischenoptik.

Schon mal vielen Dank für die Hilfe!
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 16, 2021, 13:50:59 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

die "schlechtere" Bildqualität kann viele Ursachen haben. Im Prinzip wurde schon fast alles erwähnt. Letztlich ist das Bild zwangsläufig am besten, wenn sich möglichst wenig Glas zwischen Objektiv und Okular befindet. (Dass Du zum Reichert-Objektiv auch am Panphot das Reichert-Okular nehmen musst, ist Dir ja sicher bekannt).

Neben ggf. Tubusfaktor spielt vermutlich sogar die größte Rolle, dass Du wohl am Panphot einen Binotubus verwendest. Da befindet sich jede Mange Glas zwischen Objektiv und Okular, speziell die Prismen. Die können - das Panphot wurde ab 1933(!) gebaut - locker 70 Jahre alt sein und sind dann oft entsprechend "belegt" (Staub, Glas"alterung" etc.).

Mich wundert es insofern überhaupt nicht, dass Du am einfachen "glaslosen" Monotubus des Reichert ein "knackigeres" Bild bekommst als am Panphot.

Herzliche Grüße
Peter
(der von Dir vor deutlich über 10 Jahren sein erstes Panphot per DHL-Paket erhalten hat).
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 16, 2021, 14:02:47 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in April 16, 2021, 13:50:59 NACHMITTAGS
(der von Dir vor deutlich über 10 Jahren sein erstes Panphot per DHL-Paket erhalten hat).

Da kann ich mich noch gut dran erinnern. 🤗
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 16, 2021, 14:04:22 NACHMITTAGS
Ich werde dann den Binotubus mal überprüfen.
Ich könnte natürlich auch mal den Monotubus testen.
Gute Idee!
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: jochen53 in April 16, 2021, 14:10:06 NACHMITTAGS
Hallo,
ich habe ein altes Laborlux 1 von 1952, dazu habe ich einen Binokulartubus mit Tubusfaktor 1,25 und einen monokularen Schrägtubus. Ich kann die Aussage von Peter voll unterstreichen. Mit dem einfachen Monokulartubus bekomme ich mit Leitz Achromaten auch ein deutlich besseres Bild, besonders zum Rand hin. Die damaligen Binokulartuben verschlechtern das visuelle Bild gegenüber einem einfachen Tubus deutlich. Außerdem ist meiner nicht in der Lage, das größere Bildfeld von Periplan 10 x/18 Okularen bis zum Rand scharf abzubilden, dagegen hilft auch  Nachfokussieren nicht.
Mein einfaches Phywe Hufeisenmikroskop mit geradem Monokulartubus, Leitz Optiken und einer kritischen Beleuchtung mit LED-Kühlschrankbirne und Mattglas-Streuscheibe liefert ebenfalls ein sehr gutes, kontrastreiches Bild. Ich neige leider manchmal zu etwas drastischen Formulierungen, aber die Binokulartuben der damaligen Zeit sind nach heutigen Maßstäben gemessen optischer Schrott.

Viele Grüße, Jochen
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Jürgen Boschert in April 16, 2021, 15:50:20 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

das mit den Binotuben ist natürlich ei wesentlicher Faktor. Nach den Okularen hatte ich gefragt, da natürlich die Okularvergrößerung und die Sehfeldzahl ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf den Seheindruck haben: Kleinere Okularvergrößerungen und kleinere SFZ vermitteln den Eindruck eines helleren und kontrastreicheren Bildes.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas M in April 16, 2021, 16:44:03 NACHMITTAGS
Liebe Mitdiskutanten  :),

wenn ich das folgende richtig verstanden habe, besteht der Unterschied doch auch dann wenn sich alle Objektive an demselben Mikroskop befinden:

Zitat von: Thomas Böder in April 16, 2021, 13:19:23 NACHMITTAGS
Das Reichert habe ich auch am Panphot getestet.
Wie auch ein paar andere 100er.
Mit dem gleichen Ergebnis.

Dann kann doch die Ursache eigentlich nur in den Objektiven selbst zu suchen sein.

Rätselnde Grüße
Thomas

Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 16, 2021, 22:43:01 NACHMITTAGS
Bin noch beim Testen.
Morgen gibt es eine detailliertere Auswertung. 🤓
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 17, 2021, 08:26:11 VORMITTAG
Guten Morgen ihr Lieben. :)

Die vorläufigen Ergebnisse des gestrigen Tages.

Baue ich die Leitz Objektive an das Reichert Hufeisenmikroskop, machen besagte Objektive auch ein exzellentes Bild.

Dann habe ich den Binotubus zerlegt und geputzt.
Nach ca. 15 Jahren kann man das ja mal wieder machen.
Leichter Schleier auf den zahlreichen Prismen.
Nach dem Putzen war es etwas besser.
Der Blick durch den Monotubus brachte dann schon eine deutliche Besserung.
Da ist auch nur noch ein Prisma im Strahlengang.

Das Bild, nicht ganz auf dem Niveau des Reichert, aber nah dran.
Zwischenoptik entfernen bringt auch noch eine leichte Verbesserung.
Ist aber sicher nicht im Interesse des Erfinders.

Was ich noch herausgefunden habe, mein dickes 40er Apo 0,95 mit DG Korrektur hat enorm an Kontrast verloren.
Das baugleiche PH Objektiv ist dagegen super.
Habe das 40er jetzt aussortiert und dafür ein 42er Leitz in den Revolver geschraubt.

Also Fakt ist, der Binotubus ist tatsächlich der limitierende Teil am Panphot.

Grüße, Thomas.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Silber_und_Licht in April 17, 2021, 19:33:43 NACHMITTAGS
Moin Thomas!

Hast Du Dein Apo 40/0,95 mal unter der 10fachen Lupe kontrolliert? Die Dinger sind nämlich maßlos empfindlich gegen geringste Verschmutzungen. Unsere sind ganz bestimmt Hochleistungslinsen, aber sie wollen ebenfalls buchstäblich lupenrein gehalten werden, sonst geht auch hier der Kontrast stark in die Knie.

Ist natürlich nur ein Tipp. Kann die Ursache sein, muss aber nicht.

Freundliche Grüße vom

Wolfgang
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 17, 2021, 19:46:49 NACHMITTAGS
Unter der Lupe sieht alles prächtig aus.
Die Mechanik ist auch absolut ok.

Schon komisch...
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 20, 2021, 15:23:51 NACHMITTAGS
Schau mal Peter, was ich gefunden habe :D

Da hatte ich noch zwei Eisenschweine.

Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 20, 2021, 16:00:32 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

ZitatDa hatte ich noch zwei Eisenschweine

...und etwas, was mich ziemlich neidisch macht! Es steht ganz rechts auf dem Tisch.

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 22, 2021, 10:53:43 VORMITTAG
Der momentane Istzustand.

Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 22, 2021, 15:00:46 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

ein schönes schönes Ensemble, das ntaürlich mein Sammlerherz wieder höher schlagen lässt. Im Hintegrund die "Olympia" - ich vermute, es ist die "Monica" (auf der ich viele Jahre geschrieben habe). Auch die schwarzen Schreibmaschinen sind hübsch; ich habe Maschinenschreiben - allerdings mit Zweifingersystem oder System "Adler", wie meine Mutter im zu sagen pflegte (Suchen, Kreisen, Zuschlagen) - im Alter von etwa 9 Jahren von meiner Großmutter auf einer solchen Continental-Schreibmaschine (https://saechsischeschreibmaschinen.files.wordpress.com/2018/03/conti-1904.jpg?w=748&h=579) gelernt.

Aber zurück zum Panphot. "Neidisch" bin ich auf das Vorschaltgerät auf dem Tisch. Ich habe das nicht - zumondest nicht diesen Bauform. Hast Du die Kohlebogenlampe jemals ausprobiert? Und wenn ja, was hast Du alles dafür bemötigt? Es gab wohl Gleich- und Wechselstromvarianten, leider weiß ich bin heute auch nicht genau, welche Kompnenten man benötigt um die Lampe nun mit 230 V zu betreiben. Ich würde es zumindest gerne einmal ausprobieren.

Herzliche Grüße
Peter




Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 22, 2021, 15:25:31 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in April 22, 2021, 15:00:46 NACHMITTAGS
Hast Du die Kohlebogenlampe jemals ausprobiert? Und wenn ja, was hast Du alles dafür bemötigt? Es gab wohl Gleich- und Wechselstromvarianten, leider weiß ich bin heute auch nicht genau, welche Kompnenten man benötigt um die Lampe nun mit 230 V zu betreiben. Ich würde es zumindest gerne einmal ausprobieren.

Die Kohlebogenlampe lief schon ziemlich oft.
Eigentlich arbeitet sie mit Wechselstrom.
Ich habe den dicken Trafo aber auf Gleichstrom umgebaut. Der Lichtbogen ist viel ruhiger.
Ich habe zwei Varianten der Lampen.
Variante 1 arbeitet mit einem Uhrwerk.
Quasi aufziehen und los. Es gibt auch eine Gangkorrektur, falls die Kohlen zu schnell oder zu langsam nachgeführt werden.
Das Uhrwerk ist relativ präzise, aber nicht auf Dauer.

Variante 2 arbeitet quasi elektromechanisch und regelt die Kohlen automatisch nach, wenn der Strom sinkt.
Das funktioniert extrem gut, auch über einen langen Zeitraum.

Eigentlich brauchst du nur einen Schweißtrafo der so ca. 40-50V bei 10A liefert.
Das reicht dicke zum Betreiben der Lampe.

Grüße, Thomas.

Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 22, 2021, 16:26:08 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

den hier (https://www.ebay.de/itm/143936319707?var=0&mkevt=1&mkcid=1&mkrid=707-53477-19255-0&toolid=10050&campid=5338328878&customid=16191013397102204178512021000008005) hätte ich sogar....

Muss ich mal auspobieren...

Die Lampe zündet man vermutlich besser bei geschlossener Haube?

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 22, 2021, 17:58:23 NACHMITTAGS
Das mit der geschlossenen Haube ist eine gute Idee! 😆
Einfach die Kohlen fast zusammenführen, Haube runter, Uhrwerk an, die Kohlen
leicht zueinander bewegen, bis sie zünden und dann wieder zurückdrehen.
Und darauf achten, dass der Lichtbogen schön ruhig brennt.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Holger x in April 23, 2021, 19:17:16 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

ich arbeite auch mit einem Panphot, habe aber für die Lichtbogenlampe nur einen Vorwiderstand (siehe Bild). Kannst du eine Großaufnahme deines Trafos einstellen. Ich würde mir das mal gern im Original sehen und für den Fall, dass mir sowas über den Weg laufen sollte. Aber vermutlich hat man die fast alle irgendwann ins Altmetall gegeben.

Ich hab eine ganze Kiste 10 mm Elektroden aber keine 8 mm. Während man für Wechselstrom 10 mm und 8 mm kombinieren soll, sollen für Gleichstrom nur 8 mm Elektroden verwendet werden. Auch wenn du vermutlich nur die 8 mm verwendest, könntest du dir vorstellen, ein paar 8 mm gegen 10 mm zu tauschen,falls du gut ausgerüstet bist?

VG
Holger


Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 23, 2021, 22:23:30 NACHMITTAGS
Hallo,

diesen Vorwiderstand habe ich auch. Ich habe mir vor Jahren auch mal ein Anschlußkabel "gestrickt" - so, wie ich meine, dass es funktionieren sollte - ich habe mich aber nie getraut, dieses alte Höllengerät in Betrieb zu setzen.

Ich habe auch - ehrlich gesagt - keine Ahnung, welche "Panphöte" mit welchen Geräten bzw. auch mit welcher Spannung (Gleich-/Wechsel?) betrieben werden. Vielleicht gibt es einen Kundigen, der einmal die diversen Trafos/Vorwiderstände zeigen und das Chaos lichten kann?

Ich denke, dass viele diesr Geäte verschwunden sind, weil 1) diese wohl oft z.B. an der Wand fest montiert waren oder 2) die Panphots wegen ihrer Unverwüstlichkeit so lange genutzt wurden, dass sie deutlich über die "Aktualität" der Bogenlampe und der Plattenkamera hinaus im Einsatz waren. Erst vor 3 oder 4 Jahren hatte ich im Rahmen einer aktuellen Werkstoff-Laborauflösung ein Panphot bekommen, das dort bis zum letzten Tag im Einsatz war und noch (fast unfassbar!) einen aktuellen Wartungsaufkleber von Leica hatte. Vorschaltgerät/Trafo war natürlich nicht mehr vorhanden.

Herzliche Grüße
Peter


Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Silber_und_Licht in April 23, 2021, 22:53:39 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

nur zur Information: Die Bogenlampe zum Panphot betreibt man idealerweise mit Gleichstrom von 50-60Volt und 6 Ampère. Es geht natürlich auch mit Wechselstrom, wie ja Thomas es auch macht, aber Gleichstrom bringt die höhere Lichtausbeute - der Krater in der oberen Kohle ist heller, etwas größer und gleichmäßiger - und der Bogen steht ruhiger. Beim Betrieb entstehen allerdings nicht unerhebliche Mengen nitroser Gase. Daher ist eine Absaugung sinnvoll, zumindest aber sollte gute Lüftung gewährleistet sein. Ansonsten ist die Bogenlampe mit ihrem gleichmäßigen runden Leuchtfleck (Krater) und einem Kontinuum vom Ultraviolett bis ins Infrarot eine fast schon ideale Mikroskopierlichtquelle. Aus dem Angebot kann man sich herausgreifen was immer an Wellenlänge gebraucht wird.

Ich habe irgendwo auch noch die originale Betriebsanleitung von 1934 zur Panphot-Bogenlampe. Ahja, Kohlen glaub´ ich, sind auch noch einige da. Übrigens gab es so ein Teil auch von ZEISS zum Ultraphot I und später auch zum IIer und die Bogenlampe passt natürlich auch an die Sonderbeleuchtung zum Universal/Phomi I. Diese Bogenlampe war dann noch unverändert bis in die 1980er Jahre im Lieferprogramm der Firma Spindler & Hoyer in Göttingen (gleich nebenan von ZEISS auf der Königsallee) Spindler & Hoyer lieferte auch bis dahin noch die erforderlichen Dochtkohlen. Jedenfalls stand es damals noch so im Katalog.
 
Bogenlampe ging aber auch anders: die Flak-Scheinwerfer der Deutschen Luftwaffe wurden mit 78Volt und 200Ampère betrieben. Die Kohlestäbe waren etwa 30mm dick .... und ein bisschen mehr Pfeffer kam da auch raus  ;D

Freundliche Grüße vom

Wolfgang
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 24, 2021, 07:03:48 VORMITTAG
Hallo Wolfgang,

du irrst. 😊
Auch ich betreibe die Bogenlampe mit Gleichstrom.
Wie ich bereits oben geschrieben hatte, habe ich den Trafo umgebaut.
Der eigentliche Originaltrafo sitzt in einem anderen Gehäuse, mit einer zusätzlichen Gleichrichtung.
Ich mache nachher mal Fotos.

Grüße, Thomas.
Titel: Kohle-Bogenlampe
Beitrag von: kmueho in April 24, 2021, 08:35:20 VORMITTAG
Hallo zusammen,

cool, das sich heute "noch" jemand mit Bogenlampen beschäftigt. Als Jugendlicher hatte ich mir auch mal eine gebaut. Mit Kohlen aus alten D-Zellen und einem 2kW Heizlüfter als Vorwiderstand. War ordentlich hell, aber brannte nicht lange  ;D

Für die Fans von UV-Licht hätte ich noch eine andere Idee. Mit dieser habe ich vor >20 Jahren noch EPROMs gelöscht...

Viele Grüße,
Kai
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Holger x in April 24, 2021, 09:56:18 VORMITTAG
Guten Morgen Peter,

unten folgend die Gebrauchsanweisung für die Leitz-Lichtbogenlampen - vielleicht hilft das weiter. Alles weitere steht eigentlich in der Gebrauchsanweisung für das Panphot. Die sollte man auch im Netz finden.

Hallo Wolfgang,

Ich hab ein Ultraphot I aber keine Lichtbogenlampe dazu. Kannst du auch mal ein Foto von der Lichtbogenlampe einstellen.

MfG
Holger
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: jochen53 in April 24, 2021, 11:03:13 VORMITTAG
Hallo,

als Chemiker, der mit seinem als damals der neuesten Euro-Norm entsprechenden Diesel mit einem Verbrauch von nur 5,6 l/100 km nicht mehr in die Landeshauptstadt von Herrn Kretschmann fahren darf, kann ich mir beim Anblick von solchen historischen Gerätschaften eine paar Anmerkungen nicht verkneifen.
Eltern machen sich Sorgen um ihre Kinder wegen der hohen Stickoxidbelastung an vielbefahrenen Straßen, Werkstätten müssen hohe Auflagen für Schweißplätze erfüllen, Salpetersäurefabriken sind in Europa wegen der hohen Umweltauflagen kaum noch zu betreiben, außer in einigen Privatlabors, wo das Birkeland-Eyde-Verfahren im kleinen Maßstab fröhliche Urständ feiert, allerdings ohne die Absorptionstürme für die Säure.
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin durchaus ein Liebhaber und Bewunderer der guten deutschen Optik und Feinwerktechnik, aber benützen würde ich sowas heute nicht mehr. Unser Betriebselektriker in der früheren Firma bekäme angesichts der Elektrik, die da teilweise zu sehen ist, akute Anfälle von Schnappatmung, allein die Aussicht, einen dieser alten "Bügeleisenstecker" endgültig aus dem Verkehr ziehen zu können, würde seinen Jagdinstinkt enorm beflügeln.

Bitte nicht allzu tierisch ernst und persönlich nehmen, Jochen
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Silber_und_Licht in April 24, 2021, 11:52:30 VORMITTAG
Zitat von: Thomas Böder in April 24, 2021, 07:03:48 VORMITTAG
Hallo Wolfgang,

du irrst. 😊
Auch ich betreibe die Bogenlampe mit Gleichstrom.
Wie ich bereits oben geschrieben hatte, habe ich den Trafo umgebaut.
Der eigentliche Originaltrafo sitzt in einem anderen Gehäuse, mit einer zusätzlichen Gleichrichtung.
Ich mache nachher mal Fotos.

Grüße, Thomas.

Hallo Thomas,

es ist immer das selbe, eigentlich(!) irre ich mich ja nie  ;) (meine Frau und mein Sohn sind da aber - für mich völlig unverständlich - nachdrücklich anderer Meinung! ;D), aber das von dem Umbau hatte ich wohl überlesen.


Hallo Holger,

ich werde am Wochenende mal versuchen, Abbildungen von den Lampen zu finden, zu reproduzieren und zu zeigen. An meine eigene Bogenlampe werde ich wohl nicht kommen, weil zusammen mit dem Zubehör und anderer alter Technik bestens verpackt in einem Drempelraum. Ich werde mich hüten, den Krempel nur für ein Knipsbildchen hervorzuholen. Ich wäre mindestens eine Stunde mit räumen und ent- und verpacken beschäftigt. Ich bitte, dies zu verstehen.

Ich muss nachher mal in die alten Unterlagen schauen. Ich war mir des 6A Betriebs sehr sicher. Den Trafo habe ich aber noch so wie auf der Abbildung von Dir gezeigt und der Widerstand sollte auch noch da sein.

Freundliche Grüße

Wolfgang

Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Silber_und_Licht in April 24, 2021, 11:55:25 VORMITTAG
Zitat von: jochen53 in April 24, 2021, 11:03:13 VORMITTAG
Hallo,

als Chemiker, der mit seinem als damals der neuesten Euro-Norm entsprechenden Diesel mit einem Verbrauch von nur 5,6 l/100 km nicht mehr in die Landeshauptstadt von Herrn Kretschmann fahren darf, kann ich mir beim Anblick von solchen historischen Gerätschaften eine paar Anmerkungen nicht verkneifen.
Eltern machen sich Sorgen um ihre Kinder wegen der hohen Stickoxidbelastung an vielbefahrenen Straßen, Werkstätten müssen hohe Auflagen für Schweißplätze erfüllen, Salpetersäurefabriken sind in Europa wegen der hohen Umweltauflagen kaum noch zu betreiben, außer in einigen Privatlabors, wo das Birkeland-Eyde-Verfahren im kleinen Maßstab fröhliche Urständ feiert, allerdings ohne die Absorptionstürme für die Säure.
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin durchaus ein Liebhaber und Bewunderer der guten deutschen Optik und Feinwerktechnik, aber benützen würde ich sowas heute nicht mehr. Unser Betriebselektriker in der früheren Firma bekäme angesichts der Elektrik, die da teilweise zu sehen ist, akute Anfälle von Schnappatmung, allein die Aussicht, einen dieser alten "Bügeleisenstecker" endgültig aus dem Verkehr ziehen zu können, würde seinen Jagdinstinkt enorm beflügeln.

Bitte nicht allzu tierisch ernst und persönlich nehmen, Jochen

Lieber Jochen,

warum, glaubst Du, habe ich die angesprochenen Gerätschaften wohl verpackt in dem angesprochenen Drempelraum?

Freundliche Grüße vom
Wolfgang
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 24, 2021, 11:56:36 VORMITTAG
Hallo Jochen,

ich gehe einmal davon aus, dass niemand mehr solche Einrichtungen im Routinebtrieb bzw. "regelhaft" betreibt. Auch ist davon ausgzugehen, dass diejenigen, die eine solche alte elektrische Einrichtung aus eher "musealen" Gründen kurzzeitig zur Demonstration und Erbauung in Betrieb nehmen, sich der Tatsache bewusst sind, dass diese nicht ansatzweise dem Stand der Technik - inbesondere in Bezug auf (elektrische) Sicherheit - enstprechen, sie insofern ein erhebliches Gefahrenpotenzial bergen und sich daher entsprechend schützen und umsichtig damit umgehen. Zum Beispiel solche Einrichtungen nochmal explizit erden und Manipulationen bei Anschluß an das Stromnetz nur mit z.B. isolirenden Handschuhen vornehmen.
Ich würde zum Beispiel auch keinem elektrotechnisch völlig Unbeleckten (oder gar bei möglicher Verwendung durch Kinder!!) ein Mikroskop mit alten schwarzen Trafos (Redyx etc.) verkaufen.

Es gibt übrigens beim Panphot noch ein anderes Risiko, das bereits einmal hier im Forum umfangreich thematisiert wurde und mich auch abhalten würde, die Bogenlampe länger in geschlossenen Räumen zu betreiben: Die Einhausung ist innen mit Asbestplatten ausgekleidet und ich habe keine konkerte Vorstellung, ob und wieviel Fasermaterial sich beim Betrieb ablösen kann.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 24, 2021, 12:23:30 NACHMITTAGS
Hallo,

auf Youtube finden sich einige Videos für Liebhaber alter faszinierender Technik auch zum Thema Kohlenbogenlampen.

https://www.youtube.com/watch?v=9d7bsCiRFLE&t=275s (https://www.youtube.com/watch?v=9d7bsCiRFLE&t=275s)

Leider kann ich mich auch der Faszination der gigantischen alten Flak-Scheinwerfer nicht entziehen, wobei ich nur ausnahsweise einmal diese Videos verlinke, denn üblicherweise habe ich eine abgrunbdtiefe Abneigung gegenüber jedweder Art von Militärtechnik.

https://www.youtube.com/watch?v=9D4EG9AJVio&t=146s (https://www.youtube.com/watch?v=9D4EG9AJVio&t=146s)

https://www.youtube.com/watch?v=9D4EG9AJVio&t=83s (https://www.youtube.com/watch?v=9D4EG9AJVio&t=83s)

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Silber_und_Licht in April 24, 2021, 14:14:27 NACHMITTAGS
Zitat von: Silber_und_Licht in April 24, 2021, 11:52:30 VORMITTAG

Ich muss nachher mal in die alten Unterlagen schauen. Ich war mir des 6A Betriebs sehr sicher. Den Trafo habe ich aber noch so wie auf der Abbildung von Dir gezeigt und der Widerstand sollte auch noch da sein.


Ich habe inzwischen nachgeschaut und festgestellt, dass die 5-6A nicht für die "größere" Bogenlampe des Panphot bzw. die baugleiche Lampe für den seinerzeitigen Mikroprojektor gelten, sondern für die LEITZ´sche "kleine"Lilliput-Bogenlampe auf Stativ. Die Lampe des Panphot wird eben doch mit 10A betrieben. Ich muss wohl einsehen dass mein Erinnerungsvermögen so kurz vor dem 103. Wiegenfest doch etwas an Zuverlässigkeit einbüßt.  ??? ::) 8)

Davon einmal abgesehen halte ich die oben von Jochen angesprochene Sorge bemühter Eltern um die Gesundheit ihrer Sprösslinge an viel befahrenen Straßen für etwas wirklichkeitsfremd in Anbetracht der Tatsache dass beispielsweise meine inzwischen 94-jährige Schwiegermutter Zeit ihres Hausfrauendaseins ausschließlich über dem Gasherd gekocht, gebraten und gebacken hat. Zigarettenrauchern sollten angesichts der postulierten starken Unverträglichkeit von NOx zum Tod an einem Lungenkarzinom eigentlich garkeine Zeit verbleiben.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in April 24, 2021, 15:13:47 NACHMITTAGS
So, habe die Kiste mal aufgeschraubt.
Ich hatte eigentlich in Erinnerung, dass ich noch einen Kondensator hinter der Graetzbrücke hatte.
War wohl doch nicht so.
Der Umbau ist ja auch schon lange her. 🤓
Im Inneren sitzt auf jeden Fall der originale Trafo.

Grüße, Thomas.



P.S. Besteht eigentlich die Möglichkeit auch JPEG Dateien hochzuladen?
So muss ich die Dateien immer erst am Rechner in JPG umwandeln.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Peter V. in April 24, 2021, 15:31:25 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

ZitatZigarettenrauchern sollten angesichts der postulierten starken Unverträglichkeit von NOx zum Tod an einem Lungenkarzinom eigentlich garkeine Zeit verbleiben.

Ich will wirklich nicht dem Zigarettenrauchen das Wort reden - das Zeug ist wirklich richtiges Gift (auch wenn ich selbst bis zum zarten Alter von 36 geraucht habe). Aber gemessen daran (und Rauchen ist ja nach wie vor nicht verboten) erscheinen mir viele andere "Belastungen" geradezu absurd niedrig und der Hype darum ebenso absurd ideologisch überhöht, und zwar ganz speziell beim NOx und evtl. auch bein Feinstaub (zumindest in d e r Größenordnung, in dem wir ihm heutzutage ausgesetzt sind).
Es ist zweifellos richtig, dass wir durch immer weitere Reduktion von "Schadstoffen" auch die Risiken immer weiter reduzieren können. Aber ob uns dann das Leben auch noch Spaß macht??? Immerhin endets dann vielleicht irgendwann für alle mit 100 nach 10 Jahren Demenz im Altenheim (sorry für diesen Sarkasmus).
Ich bin gespannt, wann die Evolution bewirkt, dass das erste Baby bereits mit warnwestengelber Hautfarbe und mit Reflexstreifen zur Welt kommt.

Manches erinnert mich heutzutage an den alten Witz:

Arzt zum Patienten: "Sie sollte mit dem Rauchen aufhören, keinen Alkohol mehr trinken und auf Sex verzichten". Patient zum Arzt: "Und? Lebe ich dann länger?"  Arzt zum Patienten: "Nicht zwingend - aber es kommt Ihnen auf jeden Fall länger vor"

Sorry, dass ich jetzt so abschweife...

Herzliche Grüße
Peter



Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Holger x in Juni 30, 2021, 08:28:46 VORMITTAG
Hallo,

nachdem ich mir ein stärkeres Schaltnetzteil 0-60 V/15 A zugelegt habe, wollte ich spaßeshalber mal die Lichtbogenlampe meines Panphots damit betreiben. Das hat anfangs auch problemlos funktioniert. Vor allen war ich erstaunt über den zuerst sehr ruhigen und wenig spektakulären Lichtbogen. Etwas irritiert hat michh dann aber die Stromstärke von 15 A bei ca. 43V. Die Bedienungsanleitung des Panphots (Nachkriegsversion) enthält folgende Angaben:

,,Die Bogenlampe brennt bei Gleichstrom
mit 10 Amp. und 55 Volt Klemmenspannung"

Es wäre also mit einer wesentlich geringeren Stromstärke bei Gleichstrom und der Verwendung der empfohlen 8 mm Elektroden zu rechnen. Hat das eventuell etwas mit der stabilisierten Spannung des Schaltnetzteils zu tun? Bei Verwendung eines Transformators (wie er ursprünglich vorgesehen war) mit Gleichrichter kommt es bezüglich des Spannungsverlaufs zu zwei aneinandergehängten Sinuswellen.

Problematisch war schließlich die Bildung einer Elektrodenbrücke (Foto) die nach ca. 30 bis 60 Sekunden zum verlöschen des Lichtbogens führte. Hat jemand eine Idee wie es dazu kommt. Irritiert hat mir auch ein zeitweise auftretender zischender Abbrand.

Viele Grüße
Holger
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 30, 2021, 08:38:14 VORMITTAG
Guten Morgen Holger.

Funktioniert die Nachführung der Kohlen richtig?
Uhrwerk oder elektromechanisch?

Grüße, Thomas.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Holger x in Juni 30, 2021, 09:06:16 VORMITTAG
Guten Morgen Thomas,

das Uhrwerk läuft. Der Lichtbogen erlischt nicht aufgrund eines zunehmenden Elektrodenabstands (bei fehlender Nachführung) sondern weil sich das Aufbrandhorn auf der vertikalen Elektrode bildet. Sieht ein wenig wie verbacken Asche aus, die schließlich den Raum für die Lichtbogenbildung stört. Ein derartiges Horn hab ich noch auf keinem Abbrandbild (und davon gibt es viele im Netzt) gesehen. Der Elektrodenabstand auf dem Foto entstand, da ich die Elektroden nach Verlöschen des Lichtbogens auseinandergezogen habe, um einen Kurzschluss zu vermeiden. Ich kann heute Abend aber nochmal einen Versuch fahren, wie es original nach dem Verlöschen des Lichtbogens aussieht.

Grüße Holger
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: kmueho in Juni 30, 2021, 09:53:05 VORMITTAG
ZitatProblematisch war schließlich die Bildung einer Elektrodenbrücke (Foto) die nach ca. 30 bis 60 Sekunden zum verlöschen des Lichtbogens führte.

Hallo Holger,

sollten die Elektroden nicht aus reinem Kohlenstoff bestehen? Das Abbrandhorn sieht auf dem Foto jedenfalls nicht so aus, als wäre das noch aus Kohlenstoff. Es ist allerdings merkwürdig, dass es irgendwas in der Elektrode gibt, das im Lichtbogen nicht verbrennt oder in die Gasphase übergeht und sich ansammelt.

Wenn nichts dagegenspricht, würde ich mal Plus und Minus vertauschen und schauen, was dann passiert.

ZitatBei Verwendung eines Transformators (wie er ursprünglich vorgesehen war) mit Gleichrichter kommt es bezüglich des Spannungsverlaufs zu zwei aneinandergehängten Sinuswellen.
Das führt natürlich zu einem 100Hz Pulsieren des Lichtbogens. Könnte sein, dass die damit verbundenen Temperaturschwankungen und Schwingungen das Ablagern von unerwünschten Verbrennungsresten erschweren oder verhindern. Moderne Schaltnetzteile takten insbesondere unter Vollast viel höher und glätten zusätzlich die Ausgangsspannung. Vielleicht fällt da die "Selbstreinigung" aus. Du könntest ja während der Bogen brennt mit dem Griff eines Schraubenziehers ein paar Mal am Lampengehäuse "Anklopfen" und schauen, ob das irgendwas verbessert.

Viele Grüße,
Kai
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 30, 2021, 10:12:16 VORMITTAG
Den "wenig spektakulären Lichtbogen" hatte ich auch mal.
Da waren die mit Kupfer ummantelten falschen Kohlen die Schuldigen.

. . . . .

Ich hatte die Kohlen erst mit Wechselstrom betrieben.
Das ging grundsätzlich problemlos.
Später habe ich eine Greatzbrücke hinter dem Trafo verwendet.
Ohne nachgeschaltete Elkos!

So ist der Lichtbogen viel ruhiger/gleichmäßiger.

Grüße, Thomas.
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Holger x in Juni 30, 2021, 18:48:04 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

ich hab eine super Seite mit der gesuchten Information gefunden: 

http://www.fernsehmuseum.info/die-kino-kohlen-fibel-1939.html

Dort findet man alle über Lichtbogenlampen was es zu wissen gibt. Neben verschiedenen Zeitschriften rund um Kino- und Fernsehtechnik ist auch eine Schrift" Die Kino-Kohlen-Fibel" aufbereitet, in der ich folgende Passage fand:


,,Die Störungen an der negativen Kohle
Die negative Kohle ist nur Fußpunkt des Lichtbogens. Ihre Eigenschaften haben deshalb keinen Einfluss auf die Lichtstärke, sie haben jedoch auf die Lichtruhe einen recht erheblichen Einfluss. Es ist erwünscht, dass die negative Kohle möglichst spitz brennt, damit der Lichtbogenfußpunkt nicht wandern kann. Aus diesem Gesichtspunkt sind die Kohlen nach Tabelle 6 eingeführt worden.
Sehr störend auf die Lichtruhe wirkt die Pilzbildung (Abb. 11), welche durch zu kurze Bogenlänge hervorgerufen wird. In den Horizontalbogenlampen mit verkupferten Beck-Kohlen bildet sich in Abhängigkeit von der Bogenlänge auf der negativen Kohlenspitze eine Karbidperle, welche aus Leuchtsalzen der positiven Kohle besteht und beim Brennen der Kohlen flüssig wird. Der Fußpunkt des Lichtbogens kann nicht auf dem Tropfen stehen und wandert um ihn herum, was für die Lichtruhe unerwünscht ist. Nach dem Abschalten erstarrt der Tropfen und überzieht die negative Spitze mit einer isolierenden Kappe. Durch Aufnahme von Wasser aus der Luft zerfällt diese Karbidperle. In der trockenen Luft der heißen Lampe dauert aber dieser Vorgang mehr als eine halbe Stunde."

Ich vermute mal, dass sich irgendwas in dieser Richtung ereignet hat – vermutlich war der Kolenabstand zu gering. Ich werde das heute Abend mal überprüfen. Besonders ist mir noch ein dort wiedergegebenes Buch: Hochstromkohlebogen von Prof. Wolfgang Finkelnburg mit 220 Seiten aufgefallen, in dem alles Wissenswerte zu Lichtbogenlampen drinsteht. Auch sonst ist die Seite was Kino- und Fernsehtechnik angeht proppenvoll mit Informationen – eine echte Fundgrube.

Beste Grüße
Holger
Titel: Re: Generelles Problem Leitz Panphot?
Beitrag von: Thomas Böder in Juli 02, 2021, 08:05:49 VORMITTAG
Und Holger? Gibt es Fortschritte?