Hallo Experten,
habe heute meine ersten beiden Diatomeen-Präparate erhalten. Und das sogar umsonst.
Einen großen Dank an den großzügigen Spender. Ich frage ihn mal, ob ich seinen Namen veröffentlichen darf...
Habe mir (natürlich) ein - zumindest für meine Verhältnisse - schwieriges Exemplar rausgesucht.
Das Bild stellt schon das ziemliche Maximum dar, was mein altes Leitz auflösen kann. Hinzu kommt, dass die Kamera mit den hochaperturigen Öl-Objektiven ihre Probleme hat. Daher musste ich schon ziemlich in die digitale Trickkiste greifen, um ein halbwegs ansehnliches Bild zustande zu bringen.
Weiß jemand, was das sein könnte? Das würde mich in die Lage versetzen, mal nach "professionellen" Bildern zu suchen, die zeigen, wie das Tierchen wirklich aussieht :)
Viele Grüße,
Kai
Hallo Kai,
ich würde das für eine Navicula halten.
Als Vergleich kannst Du auf unsere Sammlung von algenfotos zurückgreifen: https://nwv-hamburg.de/sammlung-algen-mikrofotos-walter-steenbock/ (https://nwv-hamburg.de/sammlung-algen-mikrofotos-walter-steenbock/)
Viele Grüße,
Bob
Hallo Kai,
Zitatmit den hochaperturigen Öl-Objektiven
Hast du dieses Bild auch mit deinem Auflicht Leitz Apo 160x unendlich gemacht? Wenn ja, dann verwundert das Ergebnis nicht.
Gruss Arnold
Hallo Kai,
noch ist nicht klar ob die Diatomee eine Süßwasser- oder eine Meerwasser-Diatomee ist. Aufgrund des Fotos würde ich auf die Gattung Raphoneis tippen.
Literatur: Pantocsek, Beiräge zur Kenntnis der fossilen Bacillarien Ungarns (1903)
Mikrogrüße
Peter
Hallo Kai,
das ist sicherlich eine Cocconeis pediculus.
Gruß
Päule
Hallo Arnold,
Zitat von: A. Büschlen in April 24, 2021, 19:27:50 NACHMITTAGS
Hast du dieses Bild auch mit deinem Auflicht Leitz Apo 160x unendlich gemacht? Wenn ja, dann verwundert das Ergebnis nicht.
Ich habe mittlerweile noch ein anderes 1,4er Öl-Objektiv: Ein Zeiss Plan Apo 100x/1,4 00/0,17 (Nr. 44 07 80 - 2. Generation). Aber die beiden tun sich (auch bei Durchlicht) nichts. Das 160er ist für Fotos besser, da die Kamera eh schon sichtbare Details einbüßt. In sofern muss ich deine Frage mit ja beantworten.
Ist das Ergebnis wirklich so schlecht?
Viele Grüße,
Kai
Hallo Päule,
das sieht sehr nach einem Treffer aus.
Hier ein Raster-Elektronen-Mikroskop-Bild:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/301097_30631159.jpg)
Danke und viele Grüße,
Kai
Zitat von: Päule Heck in April 24, 2021, 19:41:36 NACHMITTAGS
Hallo Kai,
das ist sicherlich eine Cocconeis pediculus.
Gruß
Päule
Hallo Kai,
auf deinem Foto ist kein Zentralknoten der Diatomee sichtbar, der in der REM Aufnahme deutlich sichtbar ist. Vielleicht könnte hier ein Stack helfen, um dieses Detail sichtbar zu machen.
Mikrogrüße
Peter
Hallo Kai,
ZitatIn sofern muss ich deine Frage mit ja beantworten. Ist das Ergebnis wirklich so schlecht?
Diatomeen sind anspruchsvoll! Aber wenn einzelne Komponenten überhaupt nicht in den Aufbau passen wird es noch schwieriger.
Kannst du uns einmal ein Bild von deinem Mikroskop zeigen? Von der Seite incl. Kamera.
Gruss Arnold
Hi Arnold,
folgendes Bild hatte ich bereits ins Forum gestellt:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?action=dlattach;topic=40757.0;attach=18595;image (im Rahmen des Threads https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40757.0)
Das Einzige, was sich seit dem Einstellen des Fotos geändert hat, ist das Kamera-Objektiv. Statt einse Zooms ist da nun eine Festbrennweite mit 36mm (KLeinbildäquivalent).
Viele Grüße,
Kai
Hallo Kai,
es dauert ein wenig, bis man den Dreh raushat. Nach oben hin kann man sich lange steigern, bis die Luft dünner wird.
Ich schaue mir gerne die Bilder von Anne und Päule an. Da sieht man sehr gut, was mit Können, Fleiß und adäquater Kameraadaption / Ausrüstung möglich ist.
Besonders virtuos sind natürlich Charles Krebs und Frank Fox, die sich internationaler Bekanntheit erfreuen.
Auflösungstechnisch setzt auch Peter Reil Maßstäbe, der in folgendem Thread mit die besten Fotos einer Amphipleura pellucida zeigt, die man hier
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40111.0
bewundern kann.
Grüße,
Simon
Zitat von: Fraenzel in April 24, 2021, 20:19:42 NACHMITTAGS
Hallo Kai,
auf deinem Foto ist kein Zentralknoten der Diatomee sichtbar, der in der REM Aufnahme deutlich sichtbar ist. Vielleicht könnte hier ein Stack helfen, um dieses Detail sichtbar zu machen.
Mikrogrüße
Peter
Hallo Peter,
da gab es keinen Zentralknoten. Insofern ist die Bestimmung des Bildes als
Cocconeis pediculus nicht ganz korrekt. Es handelt sich wohl (eher) um eine
Cocconeis clandestina, die keinen Zentralknoten hat.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/301172_36849274.jpg)
(Link zur Website: http://www.diatomloir.eu/Site%20Diatom/Amphicocun.html )
Aber ich habe noch eine Diatomee mit Zentralknoten im Streupräparat gefunden. Siehe unten
Viele Grüße,
Kai
They belong together Kai, Cocconeis has one valve with raphe, and the other one without.
Sometimes it's good strategy to check with the specs of the most abundant species in Germany. I'll stick with C. placentula var. lineatus, based on these two images.
Best wishes, René
Hallo Kai,
mit der Identifizierung liege ich wohl falsch. Coconeis ohne Zentralknoten paßt besser und kommt sicher häufiger vor.
Mikrogrüße
Peter
Hallo Kai,
ich muss meine Bestimmungsversuche korrigieren. Rene hat natürlich Recht: C. placentula var. lineata.
Gruß
Päule
Hallo Kai,
das letzte Bild sieht doch schon sehr gut aus! Es ist ja eine recht kleine Diatomee und dafür schon ordentlich aufgelöst. In welchem präparat hast Du sie gefunden?
Ich verwende bei Diatomeen oft nur einen, meist den grünen Farbkanal, damit bekommt man etwas mehr Schärfe und die bunen Säume vreschwinden.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Bob,
ich habe sie im Präparat "Außenmühlenteich Hamburg-Harburg" von 1972 gefunden.
Das mit dem grünen Farbkanal habe ich hier auch vornehmlich gemacht. Blau und Rot sind deutlich abgeschwächt. Sonst wären die Farbränder auffälliger.
Viele Grüße,
Kai
Die Außenmühlenteich-Diatomeen sind besonders hübsch und teilweise sind sehr große Exemplare dazwischen. Es ist eine Schlammprobe, die einfach für ein paar Monate in Salzsäure lag zu Reinigung. Sozusagen mein lokaler Geheimtipp! :)
ZitatEs ist eine Schlammprobe, die einfach für ein paar Monate in Salzsäule lag zu Reinigung
Hallo Bob,
da staunt der Laie. Wie kriegt man die Winzlinge hernach von Sand, Steinchen und anderem "Dreck" getrennt? Immerhin findet sich nichts dergleichen im Präparat.
"Salzsäule": Meinst du Salzsäure oder Salzsole oder ist das gar kein Tippfehler und (für mich) was Neues?
Viele Grüße,
Kai
Hallo Kai,
sorry, das war natürlich Salzsäure.
In Schlammproben ist noch allerlei Sand und Schlamm, den kann man durch Sieben und Absinkenlassen oder eine geschickte Kombination aus beidem entfernen. Ich hatte dazu hier mal was geschrieben: http://www.mikrohamburg.de/Programm/Protokoll_20170917.pdf (http://www.mikrohamburg.de/Programm/Protokoll_20170917.pdf)
Pankreatin würde ich heute eher nicht mehr nehmen und beim Veraschen die Tempertur auf ca. 450°C begrenzen, die Beschreibung ist also aus meiner Sicht nicht mehr ganz aktuell. Interessant fand ich, dass das Material aus dem Hamburg Harburger Außenmühlenteich (30km von hier) spannender ist als so manche Probe aus hochgradig exotischen Orten.
Viele Grüße,
Bob