Liebe Pflanzenfreunde,
bei den johannisbeerartigen Steinbrechgewächsen handelt es sich um Sträucher; sie haben handförmige Blätter, Blüten mit unterständigen Fruchtknoten, einen 4- oder 5 lappigen, krugförmigen Kelch, 4 oder 5 Kronenblätter, 4 oder 5 Staubblätter und sie bringen Beerenfrüchte hervor.
Der Fruchtknoten, auch Ovarium genannt, ist der durch die Fruchtblätter gebildete, geschlossene Hohlraum, in dem die Samenanlagen eingeschlossen sind. Der unterständige Fruchtknoten ist mit der Blütenachse verwachsen und befindet sich unterhalb der Blütenhülle und der Staubgefäße.
Die Johannisbeere ist im W- Nordamerika (British Columbia bis N – Kalifornien) verbreitet, wird wegen ihres säuerlichen Geschmacks jedoch nicht überall geschätzt.
Die Römer kannten die Johannisbeere nicht; sie ist eine Frucht der nördlichen Gegenden Europas.
Die Blut-Johannisbeere wurde 1793 von Menzies beschrieben.
Archibald Menzies (* 15. März 1754 in Styx, Schottland; † 15. Februar 1842 in Kensington) war ein britischer Mediziner und Biologe.
In Deutschland wird sie zum ersten Mal 1480 erwähnt, und für Italien ist sie bei Cibo und Petrollini für das Jahr 1550 belegt.
LUCA GHINI (1490-1556) wird das Verdienst zugeschrieben, als erster Pflanzen zu pressen und zu trocknen und so in Herbarien zu konservieren. Das älteste erhaltene Herbarium stammt von seinem Schüler Cibo (1532).
Bild 01 Habitus, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_41962596.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Systematik:Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Gattung: Johannisbeeren (Ribes)
Art: Blut-Johannisbeere
Wissenschaftlicher Name: Ribes sanguineum
Trivialnamen: Die Johannisbeeren werden umgangssprachlich oder mundartlich in Norddeutschland Ahlbeere, landschaftlich Gichtbeere, in Schwaben Träuble, in der Pfalz und in Südhessen Kanstraube oder Kantztrauwe bzw. Gehonstraube, in der Schweiz Trübeli bzw. Meertrübeli genannt.
Englische Bezeichnung: Blood currant
Ribes ist die einzige Gattung der Grossulariaceaen. Sie umfasst etwa 150 Arten in den Waldgebieten der Nemoralen und Borealen Zone.
Der Gattungsname ,,Ribes" kommt vom Arabischen ,,Ribas", mit dem die Araber eine saure Rhabarberart (Theum ribes) bezeichneten, die im Libanon wächst.
Der Rhabarber diente den Arabern als Arzneipflanze.
Die Blut-Johannisbeere enthält folgende Inhaltsstoffe:
Zuckergehalt 9% Invertzucker /Glukose und Fruchtzucker. Der Säuregehalt – vorwiegend Zitronensäure – schwankt zwischen 1,8 und 2,6 %.
Der Name Johannisbeere bezieht sich auf die Reifezeit der Früchte um Johannni (Ende Juni).
Die Blut-Johannisbeere ist ein 2 (-5) Meter hoher, winterharter Strauch. Die Zweige haben keine Stacheln, sind rotbraun, weich behaart und etwas drüsig und schwach aromatisch duftend.
Bild 02 Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_42119052.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Laubblätter sind im Umriss rundlich, 3-5lappig, 5-10 cm breit, gestielt, die Stiele sind drüsig behaart.
Bild 03 Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_43527150.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Blüten sind ansteigend bis hängend und haben vielblütige, drüsige behaarte bis 8 cm langen leuchtend rote Trauben.
Die purpurroten Blüten sind zwar eingeschlechtig, doch besitzen die jeweils Staubblätter bzw. Fruchtblätter, allerdings sind diese steril und meist kleiner. Hin und wieder treten sowohl zwittrige als auch eingeschlechtige Blüten beiderlei Geschlecht an der gleichen Pflanze auf, so dass die Sträucher in diesen Fällen einhäusig sind.
Die Blütezeit ist von April bis Mai.
Bild 04 Blütentraube, Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_56200037.jpg)
Urheber: André Karwath aka Aka
Die Frucht ist schwarz, dicht blau weiß bereift, bis zu 1 cm dick, etwas drüsig-borstig und vielsamig. Der Geschmack ist fade und nicht genießbar.
Bild 05 Früchte, Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_36038289.jpg)
Urheber: Hagen Graebner
Teil 1
Spross, Querschnitt
25 Mikrometer
Bild 06 Schnittstellen, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_55909147.jpg)
Bild 07 eingespannte Pflanzenprobe, Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_33420276.jpg)
Wo es möglich ist versuche ich bei meiner Arbeit etwas Zeit zu sparen.
Die Pflanzenprobe ist so eingespannt (Mikrotom Schnitt oberhalb der Sprossgabelung vom Hauptspross), dass ich mit einem Schnitt gleich zwei Querschnitte erhalte.
Der Spross besteht aus einer Achse (dem Stängel oder Stamm) und dem von ihr entwickelten Blättern. Beide Organe gehen aus einem gemeinsamen Vegetationspunkt hervor, sind also untrennbare Teile eines Ganzen. Der Vegetationspunkt befindet sich überall am apikalen Ende der Achse, in der Regel im Zentrum einer von den jüngeren und älteren Blattanlagen (Primordien) gebildeten Knospe. Er ist meist gewölbt oder kegelförmig gestaltet und besteht aus Urmeristem.
Urmeristeme sind teilungsfähige Zellen des Pflanzenembryos.
Apikal bedeutet "die Spitze eines Organs betreffend".
Drei fixierte, ungefärbte Schnitte.
Bild 08 ungefärbter Schnitt, Übersicht, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_32347029.jpg)
Bild 09 ungefärbter Schnitt, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_22687807.jpg)
Schwach behaarter Spross
Als Pflanzenhaar oder Trichome bezeichnet man Anhangsgebilde der Epidermis, die aus einer oder mehreren Epidermiszellen ihren Ursprung nehmen. Die Haarbildung beginnt damit, dass sich eine Epidermiszelle papillös vorwölbt. Daraufhin kann sie zu einem Schlauch auswachsen, dieser kann sich mit oder ohne Wandbildung verästeln. Den in der Epidermis eingeklemmten Teil nennt man Fußsack, das sich häufig durch eine Querwand abgliedert, worauf oft eine niedere Zwischenzellschicht folgt.
Bild 10 ungefärbter Schnitt, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_2863675.jpg)
Drei nicht fixierte, ungefärbte Schnitte.
Bild 11 Autofluoreszenz, Übersicht, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_25773083.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 12 Autofluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_30631159.jpg)
Bild 13 Autofluoreszenz, Markparenchym, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_7244975.jpg)
Wacker 3 A - Färbung (
Acridinrot – Acriflavin - Astrablau)
1. Schnitte liegen in 50 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridiorot 8 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest.
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) 15 Sekunden
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest.
7. Nachfärbung Astrablau 60 Sekunden
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %
10. Einschluss in Euparal
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000
Bild 14 Übersicht, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_65204782.jpg)
Bild 15 Detailaufnahme mit Beschriftung, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_49972132.jpg)
PE = Periderm, R = Rindenparenchym, PH = Phloem, ST = Strahl, XY = Xylem, MP = Markparenchym, JRG = Jahresringgrenze
Bild 16 Detailaufnahme, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302087_47096010.jpg)
Bild 17 Markparenchym, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_21210914.jpg)
Bild 18 Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_56680499.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 19 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_40362448.jpg)
Bild 20 Detailaufnahme Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_27717712.jpg)
Bild 21 Detailaufnahme Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_48132822.jpg)
Bild 22 junger Spross, Übersicht, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_30542218.jpg)
Bild 23 junger Spross, Detailaufnahme, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_6444509.jpg)
Bild 24 junger Spross, Detailaufnahme, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_58000584.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_52243212.jpg)
Bild 26 Detailaufnahme Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_426867.jpg)
Bild 27 Gegenüberstellung, zweijähriger und junger Spross
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_3841804.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
25 Mikrometer
Drei ungefärbte Schnitte
Bild 28 Detailaufnahmet, nicht fixiert Probe, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_34576242.jpg)
Bild 29 Detailaufnahme, nicht fixiert Probe, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_42750725.jpg)
Bild 30 Autofluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_49212206.jpg)
Bild 31 Übersicht, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_40256670.jpg)
Bild 32 Detailaufnahmem, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_26765710.jpg)
Bild 33 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/302088_39564799.jpg)
Auflicht Beleuchtung Fluoreszenz iLED 455 nm
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Quellen und weiterführende Informationen: Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Fitschen ,,Gehölzflora", ISBN: 3-949-01221-0
Hermann von Gutttenberg ,,Lehrbuch der allgemeinen Botanik", 1956
U. Hecker ,,Bäume und Sträucher", ISBN: 3-8354-0021-7
Wolfgang Jandl ,,Bäume & Sträucher richtig schneiden", ISBN: 978-3-86800-105-1
Habs-E. Laux ,,Wildbeeren und Wildfrüchte", ISBN: 3-440-05125-0
Peter A. Schmidt ,,Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
P. Schütt ,,Lexikon der Baum- und Straucharten", ISBN: 978-3-86820-123-9
M. Schretzenmayr ,,Taschenbuch der heimischen Bäume und Sträucher", 1954
,,Tiere und Pflanzen", ISBN: 978-3-440-14136-6
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