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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: anne in September 09, 2021, 08:19:26 VORMITTAG

Titel: Styrax von Chroma
Beitrag von: anne in September 09, 2021, 08:19:26 VORMITTAG
Hallo zusammen,
ich habe eine alte Flasche Styrax Lösung von Chroma.
Weiß jemand in was das gelöst war?
Durch den starken Eigengeruch von Styrax kann ich das zumindest durch Riechen nicht unterscheiden.
Wie könnte ich ansonsten herausfinden, welches Lösemittel verwendet wurde?
lg
anne
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: Thomas Böder in September 09, 2021, 08:36:13 VORMITTAG
Wahrscheinlich reicht einfach Ethanol!
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: JaRo in September 09, 2021, 09:19:06 VORMITTAG
Moin Anne,
Styrax löst sich in Toluol. Tut mir Leid, dass ich im anderen Thread gestern nicht mehr geantwortet hatte, ich habe gerade extrem viel zu tun...
Ansonsten hat Styrax neben der langen Trocknungszeit einige Vor- und Nachteile die man beachten sollte: Der Brechungsindex ist relativ niedrig (1.58). Wenn man also an die Auflösungsgrenze arbeiten wil, ist das eher nicht das Mittel der Wahl. Auch wird der Brechungsindex erst nach der relativ langen Trocknung erreicht. Dafür eignet es sich ob des Lösungsmittels gut für die Schellack-Technik und ist langzeitstabil.
Da es sehr lange flüssig bleibt würde ich die Präparate zunächst wenn möglich dann auch waagerecht lagern.
Viele Grüße
Jan
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: Klaus Henkel in September 09, 2021, 11:22:20 VORMITTAG
Zitat von: Thomas Böder in September 09, 2021, 08:36:13 VORMITTAG
Wahrscheinlich reicht einfach Ethanol!

Guten Tag Herr Böder.
Bei einer exakten Arbeit in der Nähe einer Wissenschaft ist ein "Wahrscheinlich" nicht besser als Weißnicht.

Gruß
KH
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: anne in September 09, 2021, 11:32:18 VORMITTAG
Hallo zusammen,
Styrax löst sich wohl in einigen Lösemitteln, es geht mir aber konkret um die Flasche die ich hier stehen habe.
Also nicht in was es sich lösen würde, sondern in was es von Chroma gelöst wurde.
Ich denke das Toluol würde ich "rausriechen", daher muss es was anderes sein.
Früher wurde das wohl laut Mikrokosmos Nr. 48 und 25 in Terpentinöl gelöst.
Meine Flasche ist datiert mit 1988, von Chroma.
lg
anne
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: Thomas Böder in September 09, 2021, 12:04:33 NACHMITTAGS
Zitat von: Klaus Henkel in September 09, 2021, 11:22:20 VORMITTAG
Zitat von: Thomas Böder in September 09, 2021, 08:36:13 VORMITTAG
Wahrscheinlich reicht einfach Ethanol!

Guten Tag Herr Böder.
Bei einer exakten Arbeit in der Nähe einer Wissenschaft ist ein "Wahrscheinlich" nicht besser als Weißnicht.

Gruß
KH

Da wir uns nur in der Nähe zur Wissenschaft bewegen, reicht ein "Wahrscheinlich" als Tipp manchmal aus.
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: anne in September 13, 2021, 08:11:20 VORMITTAG
Hallo zusammen,
ein Diatomeenfreund hat mir nun geholfen.
Das Styrax dürfte mit ziemlicher Sicherheit in Xylol aufgelöst sein.
lg
anne
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: derda in September 13, 2021, 08:54:29 VORMITTAG
Guten Tag Herr Henkel,

ZitatBei einer exakten Arbeit in der Nähe einer Wissenschaft ist ein "Wahrscheinlich" nicht besser als Weißnicht.

Sehr schön gesagt und sehr richtig!

Erik
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: Aljoscha in September 13, 2021, 09:41:48 VORMITTAG
Zitat von: Erik W. in September 13, 2021, 08:54:29 VORMITTAG


ZitatBei einer exakten Arbeit in der Nähe einer Wissenschaft ist ein "Wahrscheinlich" nicht besser als Weißnicht.

Sehr schön gesagt und sehr richtig!



Guten Tag Erik,

zwar schön gesagt aber nicht richtig.

Sehr oft kommt man in der Wissenschaft über Wahrscheinlichkeiten nicht hinaus. Nicht ohne Grund wird die Wahrscheinlichkeitsrechnung regelmäßig als wissenschaftliches Mittel eingesetzt.

Peinlich wird es erst dann, wenn man versucht Wahrscheinlichkeiten als absolute Wahrheiten zu verkaufen.

Wissenschaftstheoretisch ist eine Verifizierung fast immer unmöglich. Man müsste dazu alle entsprechenden Ereignisse, also auch die in der Zukunft liegenden, untersuchen. Daher begnügt man sich damit, alles als wahr zu akzeptieren, was bisher nicht falsifiziert wurde. Damit ist keineswegs bewiesen, dass falsifizierende Ereignisse unmöglich seien. Man verbleibt also im Bereich der Wahrscheinlichkeit.

Dass Wissenschaft und Wahrheit nicht ineinander fallen, erkennt man schon daran, dass es sich gegenseitig widersprechende wissenschaftliche Theorien gibt. Als Beispiel seien die Allgemeine Relativitätstheorie auf der einen und die String-Theorien auf der anderen Seite genannt.

Viele Grüße

Alexander
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: derda in September 13, 2021, 10:33:23 VORMITTAG
Guten Morgen Aljoscha,

ich kann deiner Argumentation durchaus folgen. Auf die einfache Frage des Lösungsmittels von Styrax gibt es jedoch eine eindeutige und richtige Antwort. Man kennt es halt oder vermutet...

VG, Erik
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: Thomas Böder in September 13, 2021, 12:25:03 NACHMITTAGS
Dann haben wir jetzt drei Varianten.
Eine definitive Aussage, Toluol.
Und zwei wahrscheinliche Aussagen, Ethanol und Xylol.

Also muss es ja jetzt Toluol sein, richtig?!
Titel: Re: Styrax von Chroma
Beitrag von: limno in September 13, 2021, 14:46:50 NACHMITTAGS
Hallo Alexander,
so ist es erkenntnistheoretisch richtig.
Oder mit Montaigne: Eins ist gewiss: Nichts ist sicher!
Beste Grüße von
Heinrich