Den Violettbraunen Schwefelritterling trifft man in Bergnadelwäldern an, wo er eine Mykorrhiza mit Fichten eingeht. Zur Zeit (Mitte Oktober) treffe ich ihn in großer Zahl gemeinsam mit dem Lachsreizker (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=42171.msg310872#msg310872) auf 550 Metern Höhe in einem Nadelmischwald an.
Er ist unverkennbar durch folgende Merkmale:
• immer trockener, konvexer bis halbkugeliger, angedrückt schuppig-faseriger, purpurbrauner Hut,
• Hutdurchmesser meist bis 60 mm, ausnahmsweise bis 80 mm,
• schwefelgelbe Lamellen und weißliches bis schwefelgelbes Fleisch,
• schwefelgelber bis bräunlicher, längsfaseriger Stiel,
• starker, unangenehmer Geruch.
• Vorkommen bei Fichten im Bergwald.
Eckdaten des Fundes:
• Pilzart: Tricholoma bufonium (Pers.) Gillet
• Fundort: Walddistrikt Schelmenbusch Gemeinde Straubenhardt in Baden-Württemberg
• Begleitbäume: Fichten, Weißtannen, Rotbuchen
• Weitere Begleitflora: Blaubeeren, Sauerklee
• Begleitpilze - Lachsreizker, Hohlstieltäubling
• Boden: Braunerde aus geringmächtiger lösslehmhaltiger Fließerde über Fließerde aus Buntsandstein-Material über Oberem Buntsandstein
• Belegnummer: Miggel div21021,smb
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/311223_56200037.jpg)
Bild 1 - Drei Fruchtkörper am Fundort: Purpurfarbener, außen hellerer Hut, schwefelgelber Stiel und schwefelgelbe Lamellen. Beim Moos handelt es sich um das Spitzblättrige Schönschnabelmoos (Eurhynchium striatum).
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/311223_36038289.jpg)
Bild 2 - Fruchtkörper am Fundort. Ein Exemplar im Schnitt: Das Fleisch ist weißlich bis schwefelgelb, der Stiel schwefelgelb bis bräunlich und längsfaserig.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/311223_55909147.jpg)
Bild 3 - Fruchtkörper im Schnitt. Blick auf Stieloberfläche und Lamellen. Deutlich der schwefelgelbe bis bräunliche Stiel mit starker Längsfaserung.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/311223_33420276.jpg)
Bild 4 - Blick auf Hutoberfläche und Lamellenbereich: Die Lamellen sind ungegabelt, jedoch stark mit Lamelletten untermischt.
Die Sporen sind hyalin, dünnwandig, lang ellipsoid bis lang mandelförmig. Aus einer Stichprobe von 27 repräsentativen Sporen des Fundes (95-prozentiges Vertrauensintervall) hochgerechnete Mittelwerte:
Lav x Bav = 10,1-10,8 x 5,6-6,0 µm, Qav = 1,77-1,88; Vav = 170-200 µm3
Darin sind: L Länge, B Breite, Q = L/B Schlankheitsgrad, V Volumen, av Average / Mittelwert.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures012/311223_32347029.jpg)
Bild 5 - Sporen, präpariert im Wasser mit etwas Phloxin.
Verwechslungsmöglichkeiten:
• Der Schwefelritterling Tricholoma sulphureum hat einen schwefelgelben Hut und ist an Laubbäume gebunden.
Wichtige Notizen:
• Bei einigen Autoren, z. B. in CHRISTENSEN, M., HEILMANN-CLAUSEN, J. (2013), wird Tricholoma bufonium mit Tricholoma sulphureum synonymisiert.
Weiterführende Literatur:
• BAS, C. et al. (1999): Flora Agaricina Neerlandica Vol. 4: 148.
• BREITENBACH, J. & KRÄNZLIN F. (1991): Pilze der Schweiz Bd. 3: Nr. 414.
• CHRISTENSEN, M., HEILMANN-CLAUSEN, J. (2013): The genus Tricholoma. Fungi of Northern Europe, Vol. 4: 194-197.
• RIVA, A. (1988): Tricholoma (Fr.) Staude. Fungi Europaei 3: Nr. 12.
• https://www.123pilzsuche.de/daten/details/ViolettSchwefelritterling.htm
• https://www.pilz-baden.ch/galerie/wissenschaftlich/tricholoma-131/tricholoma_bufonium-368
https://fundkorb.de/pilze/tricholoma-bufonium-purpurbrauner-schwefelritterling
Viel Vergnügen beim Anschauen!
Bernd
Alle Fundberichte in der Übersicht: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=42360.msg312080#msg312080
Fachausdrücke, Abkürzungen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41611.msg306729#msg306729