Hallo liebe Mitstreiter,
heute möchte ich damit beginnen die Minerale aus einer Strandseife von Usedom vorzustellen. Zunächst wurde der Sand gesiebt. Dann die Magnetitanteile mit einem Magneten entfernt. Danach wurde die Schwermineralfraktion mit Natriumpolywolframat im Scheidetrichter abgetrennt. Ab und an finden sich rhombische Kristalle, das ist Natriumpolywolframat getrocknet, meine Wäsche mit destilliertem Wasser war nicht ausreichend. Die Körner gehören zur Fraktion 0,2 mm - 0,1 mm. Die Bilder sind mit einem Objektiv 20x/0,40 Pol aufgenommen. Die konoskopischen Abbilder sind mit einem 50x/0,95 Pol gemacht. Die Körner sind in Malinol Brechungsindex 1,54 eingebettet.
Den Krümelkram habe ich von mehreren Präparaten jeweils 300 Körner ausgezählt und soweit möglich bestimmt. Von den transparenten Körnern sind zwischen 75% und 81% Granat, Zwischen 12% und 9% sind Zirkon, Turmalin und Rutil. Die Sonstigen sind ?Axinit, ?Titanit, Staurolith, Monazit, Minerale der Pyroxen-Gruppe, Minerale der Hornblende-Gruppe, Minerale der Epidot-Gruppe und Spinell. Das ist einiges mehr, als man im Internet so finden konnte. Da ich mich seit langer Zeit nicht mehr mit Mineralen befasst habe, wäre ich für Verbesserungen und Hinweise dankbar. Die ganze Palette stelle ich in den nächsten Tagen vor.
Beginnend heute mit dem häufigsten Mineral, Granat. Er ist meist farblos, ungefähr 10% der Granate sind rötlich. Granat gehört zu den stabilen Mineralen. Er kristallisiert kubisch und ist demzufolge optisch isotrop. 01 farblos mit sonderbaren Marken, 02 rot mit Lösungsspuren, 04 rot muscheliger Bruch und freigewitterte Einschlüsse, 05 rot sonderbarer freigelegter golden glänzender Einschluss, 07 farblos, nadelige Einschlüsse und 08 rot, "Hühnergott", der dürfte extrem selten sein ;)
LG
Michael
Hallo Michael,
Nr.7 mit den Einschlüssen finde ich sehr interessant.
Ich hatte mir mal Sand aus Göhren/Rügen (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34370.msg251228#msg251228)mitgebracht, der wohl einen sehr ähnlich Zusammensetzung hatte. Allerdings habe ich keinen wissenschaftlichen Aufwand damit getrieben, sondern mich einfach an den "Mikromounts" erfreut.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Michael
Ein sehr interessanter Beitrag, bei den Fotos hast du aber ein deutlich sichtbares Problem ==> Weißausgleich ist nicht durchgeführt und damit liegst du mit der Farbanmutung irgendwo.
Mit einer Kleinigkeit in der Bildbearbeitung kannst du dich da um Lichtjahre verbessern. Bitte das als Tipp und nicht als Kritik auffassen. Man erkennt gut am Hintergrund das du um einige 100 Grad Kelvin falsch liegt (Ich bekommen den Gelbstich mit -100 auf Weiß), die anderen Farben stimmen da aber natürlich nicht. Das ist der erste Schritt der in der Bildbearbeitung durchgeführt werden muss damit er sich auf die gesamte Farbigkeit auswirkt ...
Liebe Grüße, der auch so deine Beiträge mit Interesse verfolgt
Gerhard
Hallo Gerd und Gerhard,
danke für die Antworten. Das ist erst Pseudowissenschaft. Hier im Forum gab es schon erheblich Wissenschaftlicheres. Zum Beispiel zum "falschen Epidot". Ich dachte, ich könnte Epidot nicht von Vesuvian u. d. M. unterscheiden, aber das scheint recht einfach zu sein. Ich habe, bevor ich mir diesen Herbst das DM 750P gekauft und es arbeitsfähig nachgerüstet habe, seit mehr als 20 Jahren durch kein Mikroskop-Okular gesehen. Unsere Mikroskope hatten damals keine Kamera und den one screen - Modus finde ich sehr schön. Mich hatte u. a. interessiert, ob es wirklich ausreicht 300 Körner auszuzählen, um Proben zu korrelieren. Das konnte wegen der Dominanz von Granat nicht geklärt werden. Deshalb hatte ich Zirkon, Turmalin und Rutil als ZTR-Index angegeben. Wobei z.B. die später vorzustellenden grünen Spinelle, ?Axinit und ?Titanit und der Staurolith sogar nur "Einzelexemplare" waren. Es ist das Schöne an diesem Forum, dass es hier Leute gibt, die mehr Ahnung haben als ich und mir helfen können.
Die Einschlüsse in 07 sind tatsächlich ungewöhnlich. Solche nadelförmigen Einschlüsse sind sonst oft Rutil. Das wären opake, rote oder gelbliche Nadeln. In dem Fall sieht es nicht danach aus. Flüssigkeiten oder Gase würden blasenförmige Einschlüsse ergeben. Das sollte etwas farbloses mineralisches mit einem geringeren Brechungsindex als Granat sein.
Gerhard, du hast da völlig Recht. Bitte weiter kritische Anmerkungen. Von Mikrofotografie habe ich noch weniger Ahnung als von Polarisationsmikroskopie. Ich habe eine Leica Flexcam C3 verwendet und keinen Weißabgleich durchgeführt. Das macht die Kamera auch im One Screen - Modus. Für das LAS X von Leica als Bildverarbeitungssoftware habe ich eine Lizenz. Das ist noch nicht auf meinem PC installiert. Damit befasse ich mich vielleicht zu Weihnachten. Mal sehen, was das bringt. Wobei die Bildqualität durch das Verkleinern etwas gelitten hatte. Dazu habe ich die Bilder einfach in IrfanView geladen und mit resize/resample auf 640x360 verkleinert. Mit Grafiksoftware habe ich bisher auch nicht allzuviel hantiert. Ich finde die Bilder trotzdem aussagefähig. Man sieht genau die Schwerpunkte. Als nächstes suche ich einige repräsentative Zirkone raus und bei den Bildern mache ich den Weißabgleich. Wie geschrieben, ich kenne keinen Meister, der vom Himmel gefallen ist. Insofern kommt mir deine Hilfe sehr gelegen.
LG
Michael
Halo Michael
Du kannst im Forum 1200 x 1200 Pixel einsetzen, es ist also gar nicht notwendig so stark zu verkleinern.
Bin schon gespannt was du uns als nächstes zeigst.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
danke für die Nachricht. Zur Erprobung der Bildgrößen habe ich mal ein paar Bilder von Stevia mit Erläuterung eingestellt. Ich werde bei der kleinen Anzeige bleiben und Qualitätseinbußen zulassen. Wenn mich irgend etwas nervt, ist es das Rumhantieren mit Strg - oder dem Scrollbalken unten. Im ersten Fall kann man den Text nicht mehr lesen. Ansonsten sieht man nur einen Teil des Bildes bzw. der Bilder. Andererseits scheint mir die Bildgröße keinen Mehrwert zu bringen. Selbst bei meinetwegen Insektenflügeln oder Kleinstlebewesen aus Tümpeln oder Wassertropfen schiene manchmal weniger mehr zu sein.
LG
Michael
Hallo Michael,
ich nutze meist eine 800er Breite. Die wird i.d.R. noch ordentlich dargestellt. Nur bei sehr detailreichen Fotos nutze ich dann größere Formate, in die man dann noch etwas hinein-zoomen kann, wenn man will. Mich stören zu große Bilder auf denen nicht wirklich viel zu sehen ist auch oft.
LG Gerd
Hallo Gerd,
danke für den Hinweis. Damit probiere ich noch rum. Die Bilder sind immer noch nicht perfekt. Mit der Bildbearbeitung habe ich noch mehr Probleme. Zum Beispiel auch den Grünstich bei den Granaten auf der Seite Zirkon. Im Orginal sieht das nicht so aus. Die charakteristischen Merkmale sind gut zu erkennen. Ungeachtet dessen ist das weiter stark steigerungsfähig. Beim Zirkon habe ich unten ein Bild mit der etwas größeren Auflösung angehängt. Aber im Gegensatz zum Orginal kommen die Interferenzfarben an der Spitze nicht. Da muss ich noch mit anderen Mitteln probieren. Die Zirkone sind alle mit automatischem Weißabgleich aufgenommen. An dem Thema muss ich weiter arbeiten.
LG
Michael
Hallo Michael,
kann Deine Kamera keinen manuellen Weißabgleich? Dazu fotografiert man einen Weißen Hintergrund ohne Objekt und "sagt" der Kamera: "Das ist weiß." Und dann weiß die Kamera was weiß ist. ;)
Dann zum Belichten am besten das Histogramm nutzen. Alles auf "manuell" stellen. X-Polaufnahmen mit ihren starken Kontrasten und der riesigen Dynamik sind fotografisch nochmal ein eigenes Thema. Da muss der Schwerpunkt des Histogramms sehr weit nach links gerückt werden.
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
ein hervorragender Vorschlag. Meine Kamera kann auch manuellen Weißabgleich. Ich habe es ausprobiert. Sehe morgen oder übermorgen mal zu die gezeigten Körner wiederzufinden und neu zu fotografieren. Die tausche ich dann aus. Danke.
LG
Michael
Hallo Michael,
ich finde die Fotos eigentlich sehr gut. Zum Thema Weißabgleich erheben sich doch vor allem die Fragen:
Wie weiß ist Weiß, was habe ich gesehen und sehen die Fotos so aus, wie das, was ich im Mikroskop gesehen habe.
In der Petrographie/Mineralogie wird man seine Mikroskopbeleuchtung wohl selten so einstellen, dass der Hintergrund eines Mineralkorns knallweiß ist, weil dann z.B. Relief und Chagrin nicht mehr optimal zu erkennen sind! Und dazu kommt noch, dass das Farbempfinden der beiden Augen (zumindest bei mir im fortgeschrittenen Alter) sehr unterschiedlich ist! Was links weiß ist ist rechts eher graugelb und je länger ich durch die Röhre schaue verändert sich das auch.
Fazit: wenn es darum geht, möglichst tolle Fotos zu präsentieren, ist ein exakterWeißabgleich (vielleicht) gut. Wenn es aber um die Mineralbestimmung und die Beobachtung (das reale Mikroskopbild) geht, ist der Vergleich zwischen Foto und Bildbeobachtung sicher die bessere Wahl. Mit Bildbearbeitung läßt sich nachträglich viel erreichen, oft auch nicht mehr ganz reales.
LG
Georg
Hallo Georg,
es geht beim Weißabgleich nicht darum, wie weiß Weiß ist, sondern um das Verhältnis der Farbkomponenten, aus denen es gemischt wird. Das kann dann auf dem Foto, abhängig von der Belichtung auch ein Grau sein, aber eben kein Grün oder Gelb. Wenn dieses Verhältnis, das ja vom beleuchtenden Licht abhängt, nicht stimmt, stimmt nicht nur die Hintergrundfarbe nicht, sondern auch die im Hauptobjekt sind verschoben. Klar kann man das nachträglich bereinigen, aber ob man es gut hingeschoben bekommt, ist Erfahrungssache. Außerdem: Wieso soll ich etwas meiner subjektiven Anmutung anpassen, was ich exakt messen kann??? Dann spielt bei der Bildbearbeitung auch der eigene Monitor noch eine entscheidende Rolle. Wenn der nicht kalibriert UND das Licht im Raum nicht neutral ist (denn davon hängt entscheidend ab, was ich subjektiv in diesem Moment als "Weiß" empfinde) verkorkse ich doch das Bild bei der Bearbeitung und bin unter Umständen arg enttäuscht, wenn ich es zum Beispiel ausbelichten lasse oder auf einem wirklich gut kalibrierten Bildschirm sehe.
Wenn man es ganz exakt machen will, muss man eine sogenannte "Graukarte" für den Weißabgleich benutzen. Ist für Durchlichtaufnahmen aber eher nicht handhabbar, für Auflicht schon.
Das Thema ist hier schon mehrmals sehr ausführlich diskutiert worden.
Beste Grüße
Gerd
Guten Abend Gerd
Das mit der Graukarte und nur mit der war einmal in der analogen Zeit. Das kann mit Schwarz oder Weiß oder jedem beliebigen Punkt auf der Grauachse genau so gut gemacht werden. Die Kanäle RGB müssen sich im Histogramm überdecken. Bei der Mehrkanal-Darstellung gleiche Position und gleiche Ausdehnung.
Daher geht das einfach auch im Durchlicht mit einem leeren Objektträger mit Deckglas. Einfach fotografieren und die RGB Kanäle wie oben beschrieben ...
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerd,
dass bei falschem Weißabgleich auch alle anderen Farben im Objekt nicht korrekt sind ist mir schon klar. Aber, wie du richtig bemerkst, die Bildfarben hängen natürlich auch ( sogar ganz wesentlich) von der Beleuchtungsanlage des Mikroskops ab. Deswegen denke ich, dass durch die einfache Betrachtung eines durchs Mikroskop geschossenen Bildes nicht unbedingt gleich auf einen falschen Weißabgleich geschlossen werden kann. Als Bewertungskriterium bleibt dann doch letztendlich nur, ob das Foto so aussieht wie das real beobachtete Bild im Mikroskop. Und wenn das der Fall ist, dann stimmt doch auch der Abgleich... oder liege ich da falsch?
Beste Grüße
Georg
Hallo Gerd, Georg und Gerhard,
danke für eure Vorschläge. Im Histogramm liegen die Farben weder mit automatischem noch mit manuellem Weißabgleich perfekt übereinander. Gewöhnlich liegt der Pik von Blau etwas weiter links. Als erstes Granat01neu_k mit automatischem Weißabgleich. Dann Granat02neu_k mit Weißabgleich durch Software (Gimp unter Linux). Danach Granat04neu_k und Granat08neu_k mit manuellem Weißabgleich. Sowohl die ersten als auch diese Bilder sahen dem, was ich im Okular sah, sehr ähnlich. Meiner Meinung nach sind die zuerst eingestellten Bilder besser.
So richtg besser kriege ich die Bilder mit der Mikroskopkamera Flexcam C3 im one screen Modus nicht hin. Die Kamera ist in diesem Modus nicht zum Produzieren von perfekten Bildern gedacht. Die Software Leica LAS X soll mehr können. Das habe ich noch nicht installiert.
LG
Michael
Hallo Georg,
ZitatAls Bewertungskriterium bleibt dann doch letztendlich nur, ob das Foto so aussieht wie das real beobachtete Bild im Mikroskop.
Es gibt da aber nur ein
subjektiv beobachtetes Bild. Unser Sehvorgang ist im höchsten Maße individuell und da rede ich nicht von grün-rot-Blinden, sondern davon dass wir sozusagen den Mittelwert der Farben, die unser Auge treffen nach einer relativ kurzen Zeit als "weiß" sehen. Um mal ein extremes Beispiel zu nennen: Wenn Du Dir in Deinem Zimmer 5 Minuten lang nur rotes Licht anmachst und dann die "weiße" Zimmerlampe, wird Dir Deine weiße Tapete grün erscheinen. Die Kamera kennt diese Beeinflussung durch die Raumbeleuchtung nicht. Natürlich sind die Kameras aber je nach Bauart auch verschieden und geben letztlich nicht immer alle Farben gut wieder, haben unterschiedliche Dynamik usw.
Unsere Augen sind unseren Ohren in bestimmter Weise auch unterlegen. Unsere Ohren können gleichzeitig auftreffende Wellenlängen gut voneinander trennen und auch Obertöne heraushören, während unsere Augen nicht unterscheiden können, ob das grün, dass sie sehen, monochromatisches Licht der Wellenlänge 550 nm ist oder eine Mischung aus Gelb und Blau.
Leider ist unseren Sinnen nicht immer zu trauen.
Hallo Michael,
wie machst Du denn bei GIMP den Weißabgleich? Der Blaue Hintergrund spricht eher für einen massiven Blau-Stich. Ansonsten ist es natürlich am besten, wenn man Dergleichen vergleichen will, auch das gleiche Objekt zu nehmen. ;)
Beste Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
einfach Farben ---> automatisch ---> Weißableich
Du hast natürlich Recht, das diente als Beispiel. Verwende ich garantiert sonst nicht.
LG
Michael
Hallo Michael,
gehe bei GIMP mal unter "Farben" auf "Werte". Da bekommst Du ein Histogramm zu sehen und 3 Pipetten angeboten: "weiß", "grau" und "schwarz". Meist benutze ich die weiße Pipette und klicke auf dem Bild auf eine Fläche, von der ich weiß oder annehme, dass sie weiß sein sollte. Wenn ich einen weißen Hintergrund möchte, klicke ich in den Hintergrund. Ein automatischer Weißabgleich ist immer eine Mittelwertsgeschichte, die nicht funktionieren kann, wenn ich nur wenige Farben habe. Das funktioniert vielleicht bei Landschaftsaufnahmen. Dann lieber mit dem Werkzeug "Farbtemperatur" arbeiten. Bei blauem Hintergrund Farbtemperatur niedriger setzten, bei gelben höher. Der Einfluss der Mikroskopbeleuchtung ist weitestgehend neutralisiert, wenn auch der Hintergrund neutral ist. Das kann natürlich auch ein Grau-Ton sein.
LG Gerd
Hallo Michael
Ich verstehe das dir di ersten Bilder besser gefallen, du hast aber zumindest bei den letzten beiden Bildern auch noch ein Belichtungsproblem (konkret unterbelichtet) ==> du musst also länger belichten, der Hintergrund sollte gleich hell sein. Wenn das erreicht ist schaut auch das Hauptobjekt gleich viel besser aus.
Unser Auge kompensiert unterschiedliche Helligkeiten, die Kamera macht das nicht.
Liebe Grüße
Gerhard