Hallo liebe Kollegen, insbesondere Ortholuxkenner,
das Ortholux, das ich aus Familienbesitz vorläufig erhalten habe, weist ausschließlich im linken Okular eine hässliche Vignettierung auf, und zwar am linken, am oberen und am rechten Rand (siehe das auf die Schnelle geschossene Photo durchs betreffende Okular). Das rechte Okular ist vollkommen frei von dieser Vignettierung.
Mit dem 10 Objektiv ist die Randverschattung kaum sichtbar, sie wächst mit steigender Vergrößerung (hier 100er Objektiv). Mit Schlüssellochokularen (Huygens) ist sie nicht sichtbar, wohl aber mit den hier verwendeten Periplanokularen mit größerem Sehfeld.
Kennt einer von euch das Problem? Fehler im Trinotubus?
Viele Grüße
Jürgen
Hallo Jürgen,
das sieht nach einer verschobenen/losen Blende im Trino aus; den wirst Du wohl aufmachen müssen :-(
Grüße
Wolfgang
Hallo Jürgen -
diese rechtwinkligen und gerade begrenzten Schatten sind ein Prismenproblem (delaminatio, horribile dictu), bei Okulartausch müsste der Fehler links bleiben.
Viele Grüße
Rolf
Hallo Jürgen -
möge Wolfgang recht haben! Da ich meist nur Zeiss Trinos zerlegt habe sind mir keine rechteckigen Blenden bekannt.
Meinen Daumendruck hast Du!
Rolf
Prismenschieber bis zum Anschlag geschoben oder darüber hinaus?
Grüße, Thomas.
Liebe Kollegen,
leider ist es keine verschobene Blende, auch nicht der Prismenschieben, da half leider auch keinen Daumendrücken. Da ist wohl die Verkittung schadhaft (Pfeil). wenn ich in den betreffenden Okularstutzen hineinleuchte, erscheint vor der Blende auf einem hineingeschobenen Papierstückchen ein einwandfreies rund erleuchtetes Bild, nach den Doppelprismen hingegen die Verschattungen.
Ich könnte jetzt das Doppelprisma herausnehmen, indem ich die beiden sichtbaren Schrauben löse, um das Doppelprisma in den Backofen zu stecken und zu hoffen, dass ich damit die Verkttung repariere. Andrerseits bemerke ich den Fehler nur mit den beiden Weitfeldokularen und das Risiko scheint mir groß zu sein, ohne optische Bank oder derartiges das Doppelprisma wieder anständig justiert zu bekommen. Hat jemand so eine Operation am Trino schon einer gemacht und kann mir Tipps geben? Kleine Holzabstandhalter zur vorgeschalteten Blende eakt passend zuschneiden und dann demontieren?
Viele Grüße und Rolf, Thomas und Wolfgang, vielen Dank für eure bisherige Hilfe!
Jürgen
Lieber Jürgen,
schau mal hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=6493.0
Ich habe aber noch eine andere Anleitung ohne Laser. Die such ich Dir morgen mal raus.
Wolfgang
Hallo Jürgen,
das ist der alte eckige Bino /Trino. Ich habe einen mit dem gleichen Problem, nur schwächer ausgeprägt. In der Regel bringt man das Prisma mit Anzeichnen und Gefummel wieder an die Position, kleine Restabweichungen lassen sich mit den drei Schräubchen und einer improvisierten optischen Bank nachjustieren. Ob das mit dem Backofen klappt? Das würde mich auch interessieren, alternativ hätte ich auch noch einen ganzen, sauberen Prismensatz herumliegen. Also: Einen Fehlschuss hätten wir...
Grüße Andreas
Ich mache das mit zwei Punkten auf einer parallelen Fläche und Blick von hinten, siehe https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40064.msg296117#msg296117 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40064.msg296117#msg296117)
Kann man sicher besser machen.
Grüße Andreas
Hallo Andreas,
Danke für Deine Hinweise! Du hast eine PN.
Grüße
Jürgen
Hallo Jürgen,
hier noch "die offizielle" Anleitung:
https://www.leitz-ortholux.de/forum/binokulartuben_justieren.pdf
Viele Grüße
Wolfgang
Ganz herzlichen Dank, lieber Wolfgang, das ist eine sehr hilfreiche und detaillierte Anleitung!
Herzliche Grüße Jürgen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Dank der Hilfe eines netten Foristen, der mir ein passendes unbeschädigtes Prisma zur Verfügung stellte, funktioniert mein Trinotubus wieder. Einen kleinen Bildversatz muss ich noch korrigieren, an sich ist der Versatz merkwürdig, denn der Laserpointer durch die Objektivseite zeigte wieder auf die gleichen Punkte, wie vor dem Aus/Einbau. Ich denke, die kleine Neuregulierung geht am ehesten über die beiden Okularstutzen. Herzlichen Dank für die Montageanleitungen!
Hier zeige ich jetzt aber zwei Bilder des ausgebauten alten Prismas. Das sieht fast so aus, als hätte einer mit dem Pinsel entlang der Ränder den Klebstoff (Caedax?) mangelhaft aufgebracht. Jetzt rätsele ich: Ab in den Backofen, oder ab ins Xylolbad und nach dem Lösen mit Depex oder Caedax neu verkleben? Was meint ihr?
Viele Grüße
Jürgen
P.S. ich hätte nicht gedacht, wie fein die Einstellung der Prismenmontage ist.....Da gehts um Millimeterbruchteile oder um Viertelumdrehungen der Stellschrauben.
Das sieht wie abgelöster Kanadabalsamkitt aus. Da wurde wohl eine Spur zu wenig verwendet.
Versuch: langsam (stufenweise) bis auf 80 °C erwärmen, da beginnt das Harz weich zu werden. Dann die Prismen mit Handschuhen zusammendrücken, wenn die "Durchsicht"-Fläche größer wird, war es das. Als Handschuhe Wolle mit DARÜBERgezogenen Latex/Nitrilhandschuhen. Die isolieren eine Zeit lang und sind glatt und trotzdem griffig.
Gruß - Werner
Lieber Werner,
Danke für Deinen Tipp! Genauso habe ich es versucht, Backofen bis 120 Grad, langsam aufgeheizt, Verweildauer 1 1/2 Stunden. Leider blieb der Erfolg aus, möglicherweise waren die Randbereiche noch nicht genug erwärmt, so dass ich den Linsenkitt von der Mitte nur nach außen gedrückt habe mit dem Ergebnis weiterer Delamination in der Mitte.
Jetzt werde ich versuchen, die Verklebung mit Xylol zu lösen und mit Depex wieder zusammenzufügen. Immerhin kann ich mich beim Zusammenfügen an glatten Kanten orientieren. Ich werde berichten.
Grüße und Guten Morgen zusammen
Jürgen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nach längerem Aufenthalt des Doppelprismas in Xylol habe ich nun zwei saubere Prismen und bin um eine Erfahrung reicher.
Versuchsweise habe ich die beiden Prismenteile mit Wasser verbunden und mit einem Laser durchleuchtet. Prinzipiell wird damit der Strahlengang aufgeteilt, wie es vorgesehen ist. Aber aufgrund der Gesetze der Physik ist es nicht ganz einfach, die Aufteilung so hin zu bekommen, dass die Helligkeit in beiden Okularen gleich hoch wird. Zum einen spielt wohl die Differenz der Brechungsindices der Klebeschicht und des Glases dafür eine Rolle, wie weit die evaneszenten Lichtwellen in die Klebeschicht eindringen, so dass sie in das zweite Prisma gelangen können, zum anderen ist damit auch die Dicke der Klebeschicht von Bedeutung. Meine Versuche mit einer dickeren oder dünneren Wasserschicht zeigen das sehr deutlich. Als Klebstoff will ich DePex oder besser noch Malinol verwenden. Während der Trockungszeit dürfte sich der Abstand zwischen den Prismen verringern. Den Brechungsindex des Glases kenne ich nicht. Ich sehe es als aussichtsloses Unterfangen ein, mit meinen Mitteln ein auch nur halbwegs befriedigendes Ergebnis hinzubekommen, was nicht nur dem Zufall zu verdanken ist.
Oder hat einer von euch eine Idee?
Die in den früheren Photos erkennbare Umrahmung war i.Ü. wohl keine Delamination oder Pilz. Leitz hat 1955 wohl wegen der Schlüssellochokulare nur ein kleines Fenster durch die Prismen benötigt. Der ,,Fensterrahmen" diente wohl amderen Zwecken. Ein Forist schrieb mir, dass bei seinem Ortholux gleichen Baujahrs gleichfalls ein solches Fenster vorhanden ist. Möglicherweise steht der Rahmen in irgendeinem Zusammenhang mit meinem Problem. Vielleicht hat Leitz erst eine Rahmen passender Stärke aufgebracht, und dann das andere Prisma mit dem Kitt bis auf den Rahmen gedrückt?
Viele Grüße
Jürgen
Lieber Jürgen,
der schwarze Rand ist eindeutig manuell aufgepinselt, man sieht den Strich und sogar die Reihenfolge der Aufträge. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so eine exakte Schichtdicke hinbekommen kann. Aber du hast jedenfalls recht: Irgendeinen Zweck hat das (Minderung von Randreflexionen?) und es war zur Zeit der kleinen Sehfeldzahlen kein Problem.
Gut dass wir das Ersatzprisma in petto haben. Dessen Existenz wirft aber auch ein paar Fragen auf: Es gehört eindeutig zu einem eckigen Tubus aus den 50er Jahren oder früher. Zu den runden Typen passt es nicht. Also wurden auch "ungefensterte" Prismen in dieser Zeit gefertigt - oder dieses Prisma wurde deiner Xylol-Prozedur unterzogen und neu geklebt. Vielleicht wäre letzteres eine Erklärung für deine Justierprobleme damit?
Jetzt könnte Wolfgang durch seine sämtlichen eckigen Bino- und Trinotuben schauen, ob welche ohne schwarze Ränder dabei sind - dann wäre ein Technologiewechsel beim Prismenkitten geklärt. Zugegeben eine eher nutzfreie Erkenntnis..
Grüße Andreas